Leistungsschutzrecht: Die wahren Probleme der Verlage

REUTERSDie Verlegerverbände wollen ein Gesetz, um ihr Online-Geschäft aufzubessern: eine Google-Steuer, das Leistungsschutzrecht. In Frankreich hat Google sich mit den Verlagen auf einen Deal geeinigt - beides aber löst nicht die grundlegenden Probleme der Medienhäuser im Netz.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...-a-880779.html
  1. #60

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Umstritten ist eine Idee von Werbekunden. Sie drängen auf sogenanntes Content Marketing, Werbung, die informativ und unterhaltend daherkommt - und von redaktionellen Inhalten kaum zu unterscheiden sind. Die US-Seite BuzzFeed zeigt seinen Nutzern beispielsweise zwischen den eigenen Artikeln die von Werbepartnern an. "The Greatest Unexpected Team-Ups Of Our Childhoods", heißt so ein Beitrag, bezahlt wurde er von einer Autofirma. Viele Verlage - auch der SPIEGEL - lehnen solche Werbung ab, weil sie die Unterscheidbarkeit von redaktionellem Inhalt und Reklame sicherstellen wollen.
    SPON lehnt das natürlich ab. Tatsächlich? Ihr zahlt den Redakteuren, die diese famosen Auto- und Reisereportagen schreiben, also wirklich auch noch Geld dafür?
  2. #61

    Da ist sie wieder...

    die Geiz-ist-Geil-Fraktion. Ich sehe in den Addblocker-Anwendern, die sich so lautstark über die Werbung beschweren, nichts als gierige Kostenlos-Abgreifer. Wenn ein kleiner Laden sein Obst an der Straße anbietet, nehmt ihr ja auch nichts ohne Bezahlung weg, nur mit der Begründung, dass das Obst im Weg steht. Ihr macht einen Bogen herum. Wenn Ihr die Werbung nicht ertragt, dann meidet die Webseite halt einfach und sucht euch ein Angebot ohne das "Flackern". Ansonsten untergrabt ihr das Geschäftsmodell und schadet dem Betreiber, der ja auch Kosten hat, und somit euch langfristig nur selbst.
    Ich bin wohl 'ne Ausnahme. Bei einem guten Text klick ich extra auf Werbung, um das zu belohnen. Und: Auch ich finde die Werbung manchmal unerträglich. Aber die Betreiber der Webseite haben da in den wenigsten Fällen Einspruchsrecht.
  3. #62

    Zitat von micnolde Beitrag anzeigen
    Ich sehe in den Addblocker-Anwendern, die sich so lautstark über die Werbung beschweren, nichts als gierige Kostenlos-Abgreifer.
    Ich bin bereit für Inhalte zu bezahlen. Das mache ich z.B. für die SPIEGEL App auf meinem iPhone und spende für Wikipedia und KPCC. Ich hätte auch nichts dagegen wenn SPON kostenpflichtig wird. Aber die flackernde Werbung habe ich ausgeschaltet.
  4. #63

    8 Tracker gefunden, 8 Tracker blockiert...

    ...meldet Ghostery wenn ich Spon anschaue. Mehr als dreissig Elemente blockiert ABP. Spon kennt also höchstens meinen IP-Block.

    Die beworbenen Produkte sind 99% Müll, Die werbenden Firmen bieten keinen Mehrwert durch Ihre Produkte und Dienstleistungen. Solange das so ist - werden Sie geblockt.

    Das Spon Angebot ist sehr dünn. Agenturmeldungen kann ich auch anderswo haben. Das Spiegelblatt ist nicht viel besser. Deutungshoheit war mal. Also kauf ichs auch nicht.

    Was bleibt sind Blogger. Informationsaggregation ist bei Amateuren besser aufgehoben.

    Redaktion und Druckerei sind schon lange nicht mehr nötig und wickeln sich gerade selbst ab.

    Daraus eine Googlesteuer ableiten zu wollen - ist hanebüchen. Es gibt keinen Anspruch auf Subventionierung, einer toten Branche, die es nicht mehr schaffen wird die Firmen zum Kauf von Bannern zu nötigen.

    Einzig schützenswert ist die Meinungsfreiheit und Redefreiheit und das wird und kann von anderer Seite abgedeckt werden.
  5. #64

    Werbebanner

    Ich arbeite in der Werbebranche und habe gerade mal wieder gutes Geld mit der Produktion von Werbebannern verdient.
    Dank meines Adblockers sehe ich die danach nie wieder :D

    Das Problem ist: der Kunde, der die Banner schaltet, will keine dezente Werbung. Am besten soll ALLE Aufmerksamkeit des Surfers von der Website (die er eigentlich sehen will) auf das Banner gezogen werden. Dezente Werbung wollen die nicht. Ist ja logisch, daß dieses Geblinke nervt und man die Banner dann ganz ausblendet. Aber das ist den Werbekunden nicht zu vermitteln.
  6. #65

    Zitat von shi Beitrag anzeigen
    Das Problem ist: der Kunde, der die Banner schaltet, will keine dezente Werbung. Am besten soll ALLE Aufmerksamkeit des Surfers von der Website (die er eigentlich sehen will) auf das Banner gezogen werden. Dezente Werbung wollen die nicht. Ist ja logisch, daß dieses Geblinke nervt und man die Banner dann ganz ausblendet. Aber das ist den Werbekunden nicht zu vermitteln.
    Das scheint so eine deutsche Spezialität zu sein. Ich habe gerade einmal mit abgeschalteten Adblocker auf den Seiten der New York Times gesurft.

    The New York Times - Breaking News, World News & Multimedia

    Dort geht es insgesamt wesentlich ruhiger zu, als auf den Seiten des SPON.

    Anscheinend hat man dort bereits gelernt. Aber in Deutschland muss man immer das machen, was alle machen.
  7. #66

    cpc ist die Lösung....

    Cost per click.....in manchen Bereichen sind die Ami's noch weit bunter als die deutschen es mögen, in anderen lernen sie von uns. Die allgemeine Meinung Spielzeug muss bunt blinken und leuchten schreckt viele ab. Ich weiß auch nicht wie die Werbebranche darauf kommt.....Fakt ist: Online wirkt ruhige Werbung im Jpg Format mehr und effektiver als minutenlange Flash-Filmchen....und wenn die "Kunden" (wer auch immer das ist, der Verlag oder der Hersteller.) das verstehen würden, wären beide Seiten beruhigt. Aber es geht ja um jeden Cent Auch um die die man mutwillig nicht einnimmt.
  8. #67

    CPM statt Adblocker

    Was spricht denn dagegen, ein Anzeigenbildchen oder ein textfragment vom Zeitungsserver auf CPM Basis einzublenden - der gemeine Adblockerkunde wird sich diesem kaum entziehen können - und der normale Leser ist nicht mehr sauer, weil seine Bescuhsdaten an irgendwelche geheimen Institutionen im Netz per js verscherbelt werden. Allein der Verlag muß den Hintern hochkriegen und eine einfache und schlichte CPM Plattform anbieten.
    Dann weiß der Anzeigenkunde, daß seine Werbung im Spiegel ist und nicht irgedwo in der Welt herumgeramscht wird.
    Wenn der Verlag so blöd ist und seine Flächen an googel, plista und wasweißich verramscht, soll er untergehen !
    Wenn man beim Zeitungslesen drübergeschmierte, piepsende und blinkende Tamagotchi-style Werbung ertragen soll, wird man es aus Ekel sein lassen.
    Wer eine faire, erkennbare und oderntliche Linkliste bringt anstelle des üblichen Terrors, ist langfristig auf der sicheren Seite.
  9. #68

    Schade eigentlich

    Der Artikel hebt sich wohltuend von der Masse auf SPON veröffentlichten Tante-Emma-Meldungen ab. Zum Thema Finanzierung ordentlicher journalistischer Arbeit möchte ich bemerken:

    Für mich spricht nichts gegen eine Bezahlung, analog zum Printmedium. Wenn auch die Qualität vergleichbar ist. Auch Werbung ist für mich, ebenso wie in der gedruckten Ausgabe des Spiegel akzeptabel, wenn sie nicht das Lesevergnügen schmälert. Eine ruhige Anzeige am Rand ist doch ok und wenn die Werbenden sich dann auch noch etwas einfallen lassen, wird diese Anzeige wohl möglich auch noch angeklickt. Ein netter Clip, lockt am Ende auch noch Oldtimer wie mich.

    Und warum das Printmedium nicht im epub Format verfügbar machen - dann haben wir zwar kaum Innovation, aber auch keine ärgerlich, aufdringliche Werbung (halt wie im Printmedium, überblätterbar). Und Papier, Druckkosten und Logistik (und viele Arbeitsplätze, das ist ärgerlich) fallen weg. Ein Reader ist auch für Menschen jenseits der 50 bedien- und lesbar, braucht kaum Strom, passt in die Jackentasche, wiegt nichts und kann Unterhaltung (epub) und geschäftliche Information (pdf) transportieren. Der Briefkasten läuft nicht über, wenn man länger unterwegs ist und die "Zeitung/Zeitschrift" ist stets verfügbar - ob "on demand" oder als Abo (W-Lan vorausgesetzt).

    Fazit: Ja macht es online, aber nutzt auch die Möglichkeiten (Verlage ebenso, wie Werbeagenturen), Zeitungen ersetzten irgendwann den Bänkelsänger und den Büttel auf dem Marktplatz. Die Entwicklung sollte weitergehen - und sich nicht nur an den Möglichkeiten Werbeplätze zu verkaufen orientieren.

    p.s. Ich benutze keinen Blocker, vergrößere aber die Anzeige, zwecks besserer Lesbarkeit. Durch verschieben des Ausschnitts bleibt mir einiges erspart.
  10. #69

    Der Artikel beleuchtet sehr gut die Werbeseite des Geschäftsmodells, kommt aber nicht zum zugrundeliegenden Problem zu sprechen. Dem allen zugrunde liegen die freien Newsportale von ARD und ZDF, die es einem privaten Verlag unmöglich machen, ein vernünftiges Bezahlangebot zu etablieren. Sie werden dadurch in die Abhängigkeit der Werbung getrieben. Will man das Problem beseitigen, muss man bei den Öffentlich-rechtlichen anfangen. Danach gibt es kein Werbeprolem mehr.