Euro-Skepsis: Britisches Schulbuch ätzt über EWG-Beitritt

Getty ImagesWird den Briten die Europa-Skepsis schon in der Schule eingeimpft? In einem Geschichtsbuch teilt ein Historiker ordentlich gegen die Europäische Einigung aus, mit "Täuschung" seien die Briten in die Gemeinschaft gelockt worden. Der Verlag sieht kein Problem, Lehrer könnten die Darstellung relativieren.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/e...-a-884926.html
  1. #20

    Die EU-Bürger wurden getäuscht

    Die Briten und mit Ihnen auch alle übrigen EU-Bürger wurden tatsächlich hinsichtlich der politischen Implikationen getäuscht. Stets wurde vom Europa der Vaterländer gesprochen. Stets wurde die Eigenverantwortlichkeit der einzelnen Mitgliedsstaaten betont. Und heute wird plötzlich ganz offen die Notwendigkeit einer Transferunion und einer europäischen Nation proklamiert. Hätte man bereits für 50 Jahren die Fakten auf den Tisch gelegt, dann wären die Briten nie beigetreten, und auch die Bürger vieler anderer Staaten hätten sich einer tieferen Integration widersetzt.
  2. #21

    wozu britannien

    die Briten sollen endlich aus der EU austreten. Europa braucht nur Laender, die an einer europäischen Idee interessiert sind. GB gehört nicht dazu.
  3. #22

    Zitat von domgrigg Beitrag anzeigen
    Ich bin Brite und lese täglich Guardian, Spiegel, FAZ, SZ sogar Le Monde. Irgendwie ist es mir immerhin gelungen Euroskeptisch zu bleiben da Ich ein Gerhirn im Kopf habe. Diese ständig verbreitete arrogante Einschätzung dass jeder für die EU wäre nur wenn sie nur besser ausgebildet wären macht mir Uebel. Die EU gleicht nicht Fortschritt.
    In Wirklichkeit ist ja die Mehrheit der deutschen Bürger ebenfalls zutiefst EU-skeptisch. Wenn es nach den von Demoskopen erhobenen Stimmungsbildern ginge, wäre seit Jahrzehnten jede weitere Vertiefung der europäischen Integration gnadenlos abgelehnt worden. Dies ist auch der Grund, warum es in Deutschland nie eine Volksabstimmung zu derartigen Fragestellungen geben wird: Die politische Elite weiß genau, dass die Mehrheit der deutschen Bürger kein Interesse an einem europäischen Superstaat hat.
  4. #23

    Zitat von oliver.reintjes Beitrag anzeigen
    die Briten sollen endlich aus der EU austreten. Europa braucht nur Laender, die an einer europäischen Idee interessiert sind. GB gehört nicht dazu.
    Sie haben das schon fast richtig formuliert: Die EU braucht LÄNDER, deren politische Führung an einem europäischen Superstaat interessiert sind. Was sich die Bürger wünschen, ist dabei zweitrangig.
  5. #24

    Nun

    es war eine freiwillige Entscheidung. Da sollte man hinterher nicht so tun, als wärn die andern Schuld. Ich würde es begrüßen, wenn Großbritannien die EU wieder verlässt, so wie Cameron das vorhat. Und Deutschland sollte am besten gleich hinterher. Eine Freigandelszone sollte es aber geben. Aber dazu braucht man die EU mit ihren bürokratischen Monsterapparaten nicht.
  6. #25

    Selber Denken

    In bundesdeutschen Schulbüchern wird dagegen in Euro-Euphorie gebadet. Wie wäre es dagegen mal wieder zu versuchen die Schüler zu eigenständig denkenden, kritischen Menschen zu bilden?
  7. #26

    Zitat von beschwingt Beitrag anzeigen
    In bundesdeutschen Schulbüchern wird dagegen in Euro-Euphorie gebadet.
    Klar. Nach der Logik der EU-Apologeten bewahrt uns ja allein die EU vor dem Ausbruch des dritten Weltkriegs. Somit ist die EU natürlich alternativlos.
  8. #27

    Thatcherism

    Nachdem die Euroskepsis der Briten ja eher ein geriatrisches Phänomen ist, gegen das naturgemäß die Zeit arbeitet, hat sich vielleicht jemand bemüßigt gefühlt einzugreifen.
  9. #28

    Zitat von geo_48 Beitrag anzeigen
    Die Probleme mit der EU werden wohl aus der Geschichte herrühren. Mit der EU assozieren die Engländer Deutschland als führendes Mitglied. England ist einer von vielen.
    Mit allen anderen Nachbarn haben die Deutschen die Geschichte aufgearbeitet.. sogar mit den USA (man denke Kohl und Reagan in Bitburg) hat man gesprochen. So etwas gab es mit den Engländern nicht. Die Engländer fühlen sich um den Sieg im WK2 betrogen.
    Der Deutschen würde es gut zu Gesicht stehen, das Verhältnis zu England zu verbessern:
    -Mal bei den Engländer bedanken, dass sie in einem freien, demokratischen und friedlichen Land leben.
    - Ein Zeichen für Versöhnung wie zu anderen Nachbarstaaten setzen.. auch wenn es wegen dem Bombenkrieg schwer fällt
    Wenn die Engländer dann nicht mehr das Gefühl haben betrogen worden zu sein, dann werden sie sich auch mit der EU anfreunden
    Ein für mich sehr interessanter Beitrag. Die Notwendigkeit der Zuwendung zu Frankreich und deren Intensität bis heute hat wohl viele Briten desavouiert. Die prinzipielle britische Zuneigung zur deutschen Kultur und das wohlwollende Einwirken als Besatzungsmacht nach 45 wurde möglicherweise im Eifer der deutsch-französischen Aussöhnung offiziell zu wenig gewürdigt um im krisengeplagten GB jener Zeit wahrgenommen zu werden. Die hier ja vorhandene, große Sympathie für die Briten ist vielen deshalb nicht bewusst.
  10. #29

    Zitat von taglöhner Beitrag anzeigen
    Die Notwendigkeit der Zuwendung zu Frankreich und deren Intensität bis heute hat wohl viele Briten desavouiert.
    Die Skepsis und Abgrenzung der Briten gegen Hegemoniebestrebungen auf dem europäischen Festland ist doch viel älter als der zweite Weltkrieg.

    EU-Befürworter behaupten ja gerne, dass nur die EU den europäischen Nationalstaaten die notwendige Stärke verschaffen könne, um mit den heutigen Global Players auf Augenhöhe zu verhandeln. Dies sehen britische Politiker aber naturgemäß anders. Man darf nie vergessen, dass das britische Empire bis weit in das 20. Jhdt. hinein DIE Kolonialmacht schlechthin war. Bekanntlich ist der britische König in vielen Commonwealth-Staaten noch immer das Staatsoberhaupt. Auch deshalb sind die politischen Beziehungen Großbritanniens zu den Commonwealth-Staaten bis heute oftmals enger als seine Beziehungen zu den übrigen EU-Staaten.

    Vor diesem geschichtlichen Hintergrund lassen sich die Briten ganz sicher nicht einreden, dass sie nur im Verbund mit Kontinentaleuropa erfolgreich sein können.