Euro-Skepsis: Britisches Schulbuch ätzt über EWG-Beitritt

Getty ImagesWird den Briten die Europa-Skepsis schon in der Schule eingeimpft? In einem Geschichtsbuch teilt ein Historiker ordentlich gegen die Europäische Einigung aus, mit "Täuschung" seien die Briten in die Gemeinschaft gelockt worden. Der Verlag sieht kein Problem, Lehrer könnten die Darstellung relativieren.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/e...-a-884926.html
  1. #1

    Teils, teils

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wird den Briten die Europa-Skepsis schon in der Schule eingeimpft? In einem Geschichtsbuch teilt ein Historiker ordentlich gegen die Europäische Einigung aus, mit "Täuschung" seien die Briten in die Gemeinschaft gelockt worden. Der Verlag sieht kein Problem, Lehrer könnten die Darstellung relativieren.

    Euro-Skepsis - Britisches Schulbuch ätzt über EWG-Beitritt - SPIEGEL ONLINE
    Dass ein großer Teil der britischen Öffentlichkeit nie begriffen hat, dass die Einigung Europas mehr als nur ökonomische Ziele verfolgt, ist zweifellos richtig. Der europäische Gedanke wurde durch die Aufnahme Großbritanniens verwässert. Insofern ist die Darstellung des Schulbuchs vielleicht sogar richtig. Allerdings wäre es wünschenswert, wenn die anti-europäische Kampagne der britischen Reaktionäre und Spekulanten nicht auch noch in Schulbüchern ihren Niederschlag finden würde. Selbstmitleid ist ein schlechter Ratgeber.
  2. #2

    historischer Fehler

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wird den Briten die Europa-Skepsis schon in der Schule eingeimpft? In einem Geschichtsbuch teilt ein Historiker ordentlich gegen die Europäische Einigung aus, mit "Täuschung" seien die Briten in die Gemeinschaft gelockt worden. Der Verlag sieht kein Problem, Lehrer könnten die Darstellung relativieren.

    Euro-Skepsis - Britisches Schulbuch ätzt über EWG-Beitritt - SPIEGEL ONLINE
    Großbritanien hätte sich vor dem Beitritt zur EU in seine Staaten auflösen müssen, dann wäre dieses sinnlose Gezerre gar nicht entstanden.
    Schottland, Wales, Irland wären zufriedene Mitglieder,
    Hongkong, Falkland, Indien usw. hätten kein EU Hintertürchen
    und die euroskeptischen Engländer könnten sich mit den wadenbeissenden Kleinstaaten auf der Hinterbank balgen.
  3. #3

    Vielleicht sollte man einmal erklären, dass

    die Europäische Union schon immer als politische Union geplant war, um in Zukunft Kriege wie die beiden Weltkriege in Europa zu verhindern. Da aber ein politischer Konsens über so viele Staaten hinweg nicht oder noch nicht machbar schien (oder war und immer noch ist), wurde als Notbehlf der Weg über die wirtschaftliche Union gewählt. Und dort stecken wir jetzt fest mit allen Vorteilen und Nachteilen, die ein solches Vorgehen mit sich bringen kann. Wer in einen Karnevalsverein will und ein Kloster gründet, der sollte sich nicht wundern, wenn's anschließend nur wenig bis gar keinen Spaß macht und er nicht tanzen und feiern darf, sondern beten und fasten muss!
  4. #4

    Das Buch ist schlichtweg Müll, was diesen Punkt betrifft.

    Die Briten sind sehr bewusst einer politischen Gemeinschaft beigetreten, zumal die politische Dimension ja kaum zu übersehen war.

    Labour hat dann ein Referendum nach dem Beitritt versprochen (denn sie waren zum Zeitpunkt des Beitritts nicht an der Macht), welches 1975 (also 2 Jahre nach dem Beitritt) abgehalten wurde.

    In der Regierungsbroschüre zur Abstimmung wurden die politischen Aspekte zwar nicht unterschlagen, aber die Argumentation lief im wesentlichen auf die Vorteile eines gemeinsamen Marktes hinaus.

    Daraus nun eine Täuschung zu machen, ist wirklich übelste Propaganda.
  5. #5

    jou

    Der Satz "Den Briten wurde nie die ganze Wahrheit erzählt" ist sicher richtig und auch auf andere Bevölkerungen und auf anderen Kontext anzuwenden: Jedes Volk wird von seinen Politikern nach Strich und Faden belogen und betrogen.
  6. #6

    typisch

    der Spiegel hat etwas gegen Skepsis? typisch.
  7. #7

    Falsch ist natürlich die Behauptung UK sei in die EU (EWG) gelockt worden. Schon 1963 hat Großbritannien die Aufnahme beantragt, was aber durch Frankreich bis 1973 blockiert wurde. Locken geht schon etwas anders. Aber vielleicht ist die Diskussion vor dem Referentum gemeint, da wurden natürlich die wirtschaftlichen Vorteile herausgesellt.
    Seltsam ist, dass in einem Obserstufenbuch solche Wissenvermittlung stattfindet. Üblich sollte hier eigentlich sein, dass Geschichte anhand von Originalquellen erkennbar wird mit allen ihren Widersprüchen, so war es zumindest noch bei mir in der Schule.
  8. #8

    Zitat von nojoe Beitrag anzeigen
    der Spiegel hat etwas gegen Skepsis? typisch.
    Was hat diese ständige Nörgelerei und Stänkerei mit Sekpsis zu tun? Genau, NICHTS!!!

    NIEMAND zwang die Briten in die EU und NIEMAND hält die Briten in der EU! Wenn alles so zum kotzen ist, dann sollen sie verdammt nochmal die Konsequenzen ziehen und austreten!
  9. #9

    Zitat von eigene_meinung Beitrag anzeigen
    Der Satz "Den Briten wurde nie die ganze Wahrheit erzählt" ist sicher richtig und auch auf andere Bevölkerungen und auf anderen Kontext anzuwenden: Jedes Volk wird von seinen Politikern nach Strich und Faden belogen und betrogen.
    Das ist dann aber die Schuld der jeweiligen Regierung und nicht die, der EU!