Klage gegen Nutzenbewertung: Pharmaindustrie demontiert den Kostendämpfer für Pillen

DPAEs geht um alles, sogar eine Verfassungsbeschwerde scheint möglich: Der Streit um einzelne Diabetesmedikamente blockiert längst alle wichtigen Prozesse zur Preisfindung von Arzneimitteln. Geplante Milliardeneinsparungen für Verbraucher stehen auf der Kippe.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-884787.html
  1. #1

    Pseudowissenschaftliches Geschwätz

    Bis der (heute entscheidende) Zusatznutzen von Aspirin, nämlich die Thrombozytenaggregationshemmung, klar wurde, vergingen rund 80 Jahre. Bis der Zusatznutzen von Metformin in England belegt wurde vergingen 30 Jahre, in denen deutsche "Experten" dringendst von seiner Anwendung abrieten.
    Jetzt sitzt dieselbe "Experten"-Band in Berlin, studiert Zeitschriften und postuliert dann einen "Zusatznutzen" für Medikamente, die noch gar nicht oder erst kurze Zeit zugelassen sind. Wenn das Medikament mehr kostet als die patentfreien Oldtimer, hat es in der Regel per se keinen Zusatznutzen. Die "Experten" wissen das, denn das ist die Vorgabe. Die Maintenance Industry Gesunheitswesen hat die Aufgabe, möglichst billig die Arbeitsfähigkeit der Bevölkerung zu erhalten und hochdotierte Arbeitsplätze für eine Riesenarmada parasitärer "Berater" und "Experten" zu schaffen, die niemandem nützen außer sich selber, und die alle von den Zwangbeiträgen der Kassenmitglieder bezahlt werden. Das ist der ganze Hintergrund dieser sensationellen Meldung.
  2. #2

    Arzneimitteltests

    Könnte hier dazupassen:

    EU will Arzneimitteltests an Menschen erleichtern?

    http://www.kenfm.de/wordpress/2013/02/20/medikamentenversuche/
  3. #3

    Dann kann man doch den einzg wahren Kostendämpfer starten:

    die europaweite Ausschreibung für Medikamentenlieferungen.

    Wenn man sieht, wie wenig auch deutsche Medikamente im Ausland kosten, dann geht man halt diesen Weg, wenn die Pharmaindustrie unkooperativ ist.
  4. #4

    So ganz erschließt sich mir der Inhalt des Beitrags nicht. Tatsache ist doch, daß der GBA durch das IQWIG sog. "neue" Medikamente auf nach heute möglichen wissentschaftlichen Standarts auf Zusatznutzen überprüfen lässt. Das ist gut so, denn diese "neuen" Medikamente werden in der Regel viel teurer verkauft, als bereits auf dem Markt existierende. Wenn kein Zusatznutzen vorhanden ist, gibt es auch keinen Grund für einen besseren Preis. Das der Pharmaindustrie dieses nicht passt und sie versucht mit allen rechtlichen Tricks dagegen zu schiessen, beweist nur deren Marktmacht. Sicher wird sie sich auch diesmal durchsetzen.
  5. #5

    Diät ist billiger

    Würde man Typ-2-Diabetikern stattdessen eine Diät zumuten, könnte man auf Milliardenausgaben verzichten. Niemand ist gezwungen, sich "normal" zu ernähren, das heißt mit relativ hohem Kohlenhydratanteil. Die besten Diäten sind ohnehin die, in denen man sowohl wenig Fett als auch wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt. Und ja, dabei kann man sich trotzdem sehr gesund ernähren (zum Beispiel indem man hauptsächlich Gemüse und ein wenig Obst isst).

    Kohlenhydrate sind der einzige nichtessentielle Nahrungsbestandteil (nur bestimmte Proteine und Fettsäuren sind essentiell, können also nicht vom Körper aus anderen Proteinen und Fetten selbst hergestellt werden). Selbst wenn man gar keine Kohlenhydrate mehr isst, kann der Körper für die wenigen Hirnareale, die ausschließlich Glukose verstoffwechseln können, Glukose selbst aus Proteinen synthetisieren. Deshalb sind Diäten wie Atikins auch nicht gesundheitsschädlich (wobei ich dort die These, dass man bewusst besonders viel Fett zu sich nehmen soll, nicht unterstütze).
  6. #6

    Zitat von snafu-d Beitrag anzeigen
    Dann kann man doch den einzg wahren Kostendämpfer starten:
    die europaweite Ausschreibung für Medikamentenlieferungen.
    Wenn man sieht, wie wenig auch deutsche Medikamente im Ausland kosten, dann geht man halt diesen Weg, wenn die Pharmaindustrie unkooperativ ist.
    Ich würde einfach eine Preisbindung einführen, der sich aus dem EU-weiten Durchschnittspreis errechnet. Oder einen identischen Preis für die Euro-Zone gesetzlich vorschreiben. Beides ist eigentlich mit wenig Aufwand umzusetzen und wäre mal etwas im Sinne der Bürger, aber die Hoffnung, dass die EU oder die deutschen Regierung etwas im Sinne der Bürger macht, habe ich schon lange aufgegeben.
  7. #7

    tja

    Dann gibt es dieses Mittel und andere in Zukunft nicht in Deutschland. Wir können ja die billigen Sulfonylharnstoffe nehmen, die sind ja so toll und sparen bis der Arzt kommt. Die übrige Kohle nehmen wir dann um die Solidarsysteme und Versorgung in anderen europäischen Staaten zu unterstützen. Wie wäre dann noch ein Re-Import moderner Substanzen mit Grosshandelsaufschlag natürlich oder gleich ganz privat bezahlt z.B. aus Portugal? Wer am Ende der Dumme sein wird ist klar, oder? Schade für alle dass man es offensichtlich nicht schafft sich auf einen vernünftigen Preis zu einigen...ein Hersteller muss ein Produkt nicht verkaufen wenn er mit dem Preis nicht einverstanden ist. Genauso wenig muss natürlich die Vertretung der Kunden (der gba) einen Preis des Herstellers akzeptieren. Fragt sich nur wer am Ende mehr zu verlieren hat...
  8. #8

    GB-A bremst Innovationen

    Zitat von hejasverige Beitrag anzeigen
    So ganz erschließt sich mir der Inhalt des Beitrags nicht. Tatsache ist doch, daß der GBA durch das IQWIG sog. "neue" Medikamente auf nach heute möglichen wissentschaftlichen Standarts auf Zusatznutzen überprüfen lässt. Das ist gut so, denn diese "neuen" Medikamente werden in der Regel viel teurer verkauft, als bereits auf dem Markt existierende. Wenn kein Zusatznutzen vorhanden ist, gibt es auch keinen Grund für einen besseren Preis. Das der Pharmaindustrie dieses nicht passt und sie versucht mit allen rechtlichen Tricks dagegen zu schiessen, beweist nur deren Marktmacht. Sicher wird sie sich auch diesmal durchsetzen.
    Ganz so einfach isses ja nicht. Der GB-A ist von den Kassen dominiert. Deren Strategie ist es, neue Medikamente zu verhindern, weil diese - auch durch die Entwicklung - mehr kosten. Gerade eine Volkskrankheit wie Diabetes bietet da viele Möglichkeiten zum sparen , denn in diesem Bereich gibt es zahlreiche neue Medikamente (klar, ist ja auch ein guter Markt) ABER diese Medikamente hatten bisher immer Vorteile. Gerade beim Insulin könnte man glauben, die bestehenden Produkte reichen aus, weil die Vorteile der neueren Insuline nicht unbedingt bahnbrechend sind. Aber eine gesteigerte Verträglichkeit, eine verlängerte Wirkdauer oder ein verändertes Wirkprofil bedeuten für Diabetiker eine enorme Steigerung der Lebensqualität und vor allem bessere eigentherapeutische Möglichkeiten und somit auch auch eine Möglichkeit, Folgeschäden der Erkrankung (Dialyse, Erblindung etc. zu vermeiden). Der GB-A versucht hingegen, selbst bereits auf dem Markt befindliche Insuline von der Kostenübernahme der Kassen auszunehmen. Dies würde bedeuten, dass ich das veträglichere Insulin, mit dem ich gute Werte erreiche, nicht mehr bezahlt bekomme, auf ein älteres Produkt ausweichen müsste und meine gute Blutzuckereinstellung dahin wäre. Ich will für meine Gesundheit das Beste und die Überschuss-Kassen haben das gefälligst zu bezahlen, dafür gibt es die Solidargemeinschaft.

    INfo: Ich bin nicht von der Pharmaindustrie, arbeite aber im Qesundheitssystem und habe regelmäßig mit dem GB-A zu tun. Die Erfahrungen mit den Insulinen habe ich aks Diabetiker selbst gemacht.
  9. #9

    Was ein Glück für uns...

    ... daß die pharamzeutische Industrie Lobbyisten und Gerichte nutzen kann, um ihre Interessen durchzusetzen. Nicht auszudenken, sie könnten diesen Weg nicht gehen und müßten uns ein Angebot machen, welches wir nicht ablehnen können. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, daß sich solche Firmen Mrd. Profite entgehen lassen?