Rede des Bundespräsidenten: Gauck wünscht sich europäischen Patriotismus

AFPBundespräsident Gauck beschwört in einer mit Spannung erwarteten Rede die "gemeinsame Identität" Europas. Im Schloss Bellevue spricht er aber auch von Fehlern bei der Erweiterung der EU und der Einführung des Euro.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-884935.html
  1. #550

    Mit Euro - die Varmung der Randstaaten

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Wir sind uns fast einig, denn den Euro sehe ich als das geringste Problem wenn man sich an den Maastricht Vertrag und die Nichtbeistands-Klausel halten würde.
    Innerhalb des Euros kann die Einhaltung der Maastrichtvertraege nur zur andauernden Verarmung der Randstaaten fuehren, denn die Bedurfnisse der Kernwirtschaften sind oft im Konflikt mit denen dieser Randstaaten. Nur in Zeiten der allgemeinen Eurolandweiten Rezessionen sind diese wirtschaftlichen Beduerfnisse im Einklang.

    Leider ist die langfristige Aussicht fuer Maastricht schlecht.
  2. #551

    Zitat von luny Beitrag anzeigen
    wenn die Maastricht-Verträge verbindlich gelten würden, wäre die Anzahl der EUR-Länder gering.

    Deutschland brach die Maastricht-Kriterien zuerst, danach gab es kein Halten mehr.
    Deswegen halte ich auch nicht den Euro für das Problem sondern das Verhalten der Politiker. Der Euro musste auch nie gerettet werden sondern einzelne überschuldete Staaten. Der Euro ist sowohl im Innenverhältnis (Inflation) als auch nach außen (Wechselkurse) sehr stabil.
  3. #552

    Europa mit einem unterworfenen

    Der BP nimmt eine niedere Position wie man das in Japan nennt wenn sich ein Untergebener vor seinem Chef verbeugt.

    Seine Vision ist ein europaeisches Veterland mit einem Rueckgratlosen Deutschland.

    In GB gibt die Koenigin das Programm ihrer Regierung bekannt. Ob wohl die Rede des BP die Zukunftsrede der Kanzlerin ist.

    ??????
  4. #553

    demokratisch-nicht-korrekt

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Das ist ein merkwürdiges Demokratieverständnis. Wenn man mit den Entscheidungen der Wähler nicht einverstanden ist sollte man sie gar nicht erst fragen.
    Scheinbar, ja!

    Es gibt schließlich Entscheidungen,
    die schwerer wiegen als die,
    ob CDU oder SPD ein Bundesland regieren!
    Europa-Plebiszite mit einer Wahl der Hamburger-Bürgerschaft zu vergleichen, scheint mir abwegig.

    Volkstümlich gesagt:
    Manchen Bürger muss man zu seinem Glück verhelfen
    - ich weiß, das ist demokratisch-nicht-korrekt,
    weshalb unverständlich.
  5. #554

    Dann verraten Sie mir ganz einfach

    Zitat von toskana2 Beitrag anzeigen
    Scheinbar, ja!

    Es gibt schließlich Entscheidungen,
    die schwerer wiegen als die,
    ob CDU oder SPD ein Bundesland regieren!
    Europa-Plebiszite mit einer Wahl der Hamburger-Bürgerschaft zu vergleichen, scheint mir abwegig.

    Volkstümlich gesagt:
    Manchen Bürger muss man zu seinem Glück verhelfen
    - ich weiß, das ist demokratisch-nicht-korrekt,
    weshalb unverständlich.
    zu welchem "Glück" man dem Bürger verhelfen muss? Halten Sie jeden Bürger für hirngewaschen? Da muss ich Ihnen sagen, das ist "demokratisch nicht korrekt".
  6. #555

    Zitat von toskana2 Beitrag anzeigen
    Volkstümlich gesagt: Manchen Bürger muss man zu seinem Glück verhelfen - ich weiß, das ist demokratisch - nicht - korrekt, weshalb unverständlich.
    Genau das muss man nicht. Freiheit bedeutet auch das Risiko falsche Entscheidungen zu treffen die einem eventuell ins Unglück stürzen. Von einer „gelenkten Demokratie“ wie in Russland halte ich wenig, obwohl ich immer gerne in Russland bin.

    Ob eine Entscheidung richtig oder falsch ist weiß man immer erst später. Viele hoffnungsvoll gestartete Projekte sind gescheitert und belächelte Projekte wurden zu großen Erfolgen.

    In einer Demokratie kommt es darauf an dass die Bürger entscheiden und nicht selbsternannte Eliten. Wenn man den Bürgern die Entscheidung überlässt funktioniert es auch ganz gut wie man an der Schweiz, der einzigen echten Demokratie, gut sehen kann.
  7. #556

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Wir haben uns doch schon öfter darüber unterhalten, daß ich Ihre geliebten Schweiz nicht zu nahe treten will und schon garnichts dagegen habe.
    Es wäre aber auch nicht schlecht, wenn Sie etwas Realismus annehmen würden und sich davon verabschieden würden, daß die Schweiz in irgendeiner Weise eine Rolle in den überegionalen Entscheidungsprozessen spielen würde.
    stimmt, wir haben uns schon oft darüber unterhalten. hab ihnen auch schon oft geschrieben; die schweiz will gar nicht eine überegionale rolle spielen.

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Als kleines Land praktiziert die Schweiz - zumeist durchaus erfogreich - eine Politik, sich an die EU anzulehnen bzw. den USA nicht auf die Füße zu treten.
    Man sorgt dafür - dies läßt sich leicht nachprüfen- das man die Interessen der gößeren Partner erfüllt.
    genau so wie deutschland und jedes andere land auch. lässt sich auch jederzeit nachprüfen. klar schaut die schweiz darauf möglichst erfolgreich zu sein.

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Kopplung des Franken an den Euro, Zahlungen in EU Haushalte, Übernahme der EU Standards und Normierungen, Akzeptanz der Forderungen der USA sind hier nur die Spitze des Eisbergs.
    kopplung: nein, das wissen sie genau... oder muss ich es ihnen noch einmal erklären.
    übernahme der eu standards: klar da wo es sinnvoll ist, warum auch nicht. die meisten normierungen gab es es schon vor der eu.. die ergaben sich logischerweise. und es giebt noch so viele unterschiedliche normen, ob sinnvoll oder nicht.
    übrigens ist die eu ein leuchtendes beispiel, wenn es darum geht wie man dem ami sämtliche wünsche erfüllt. nicht, dass da unsere politiker anders wären. nein überhaupt nicht. hab ihnen auch schon oft geschrieben, dass ich dies nicht verstehen kann, da die usa ein schnell sinkendes schiff ist.
    übrigens, die schweiz zahlt keinen müden rappen in den eu haushalt. auch wenn dies immer wieder behauptet wird.

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Ich halte diese Politik ja duchaus für sinnvoll für die Schweiz, aber es wirkt lächerlich, wenn man dan so tut, als könnte man noch frei und unabhängig entscheiden.
    so frei und unabhängig wie dies deutschland kann.
    aber im gegensatz zu ihnen, entscheidet bei uns das volk. und das volk entscheidet pragmatisch und kann auch mit den konsequenzen umgehen.
    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Davon ist die Schweiz weiter entfernt als je zuvor
    von wegen.. das gegenteil ist der fall
  8. #557

    Zitat von toskana2 Beitrag anzeigen
    Glückwunsch!
    Eine durch und durch gesunde Einstellung.
    Allerdings müssen Sie dabei aufpassen,
    dass nichts über Kleinstwelt hereinbricht
    - nicht mal ein Hauseinbruch.
    Dann ist es mit dem Kleinglück vorbei.

    Nichts für ungut:
    Die Welt ist größer geworden als einem "Stadtteilpatriot" je lieb sein könnte.

    Stellen Sie sich vor, ich weiß das die Welt größer geworden ist, denn ich habe auch schon in England und in den USA gelebt.
    Ich brauche aber auch eigentlich meinen kleinen Vorort gar nicht verlassen, da die Welt in unseren kleinen Vorort kommt.

    Und mal am Rande, warum wird eigentlich jeder Kommentar immer so Bierernst genommen ? schon mal etwas von " Überspitzung " gehört ?
  9. #558

    Zitat von heidi1-preiss Beitrag anzeigen
    Zitat von Zitat von toskana2
    Zitat von toskana2

    Volkstümlich gesagt:
    Manchen Bürger muss man zu seinem Glück verhelfen
    - ich weiß, das ist demokratisch-nicht-korrekt,
    weshalb unverständlich.".
    Dann verraten Sie mir ganz einfach zu welchem "Glück" man dem Bürger verhelfen muss? Halten Sie jeden Bürger für hirngewaschen? Da muss ich Ihnen sagen, das ist "demokratisch nicht korrekt".
    Erinnert mich irgendwie an Schopenhauers Aussage:

    "In der Natur herrsche Gewalt, auch zwischen den Menschen, was die „Masse“ in Vorteil bringe; aber da das Volk ein „ewig unmündiger Souverain“ sei, „unwissend, dumm und unrechtlich“, so müsse dessen „physische Gewalt der Intelligenz, der geistigen Überlegenheit“ unterworfen werden. Zweck des Staates sei es, dass „möglichst wenig Unrecht im Gemeinwesen“ herrsche, zugunsten des Gemeinwohls dürfe der Staat auch Unrechtes tun."
  10. #559

    Viel Dichtung, viel Wahrheit

    Die ganze Welt nur nehmen hin,
    doch nicht sie so zu lassen,
    noch einfacher ist Lebenssinn
    in Worte nicht zu fassen.

    Die Gestaltung Europas gleicht einem Geicht -- wie die bewusste Gestaltung der ganzen Welt (oder einer Familie). Das geistig-geistliche Element der Europarede Gaucks ist sehr wertvoll.