Sekten-Drama "The Master": Von Schergen und Scharlatanen

Senator Großes Kino? Oder verkorkster Kunstfilm über den Scientology-Gründer? Bildgewaltig illustriert P. T. Anderson in "The Master" Amerikas Nachkriegswirren. Joaquin Phoenix und Philip Seymour Hoffman brillieren als verstörter GI und als charismatischer Guru.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/fi...-a-884386.html
  1. #1

    schade

    schade. sehr guter film -- sehr schlechte besprechung, weil beliebig anwendbar (polit-klatsch über kleinmut etc.). eine bessere besprechung: http://www.guardian.co.uk/film/2012/sep/02/the-master-review
  2. #2

    Zitat von r.wawer Beitrag anzeigen
    schade. sehr guter film -- sehr schlechte besprechung, weil beliebig anwendbar (polit-klatsch über kleinmut etc.). eine bessere besprechung: The Master
    Sehr schlecht? Ich würde sagen, der Versuch der Neutralität seitens des Autors kommt etwas trocken rüber. Oder vielleicht brauchen Sie bei dem Film eine Jubelkritik?

    Und als Ausgleich eine andere, nicht so begeisterte Kritik, die allerdings Lesewille erfordert:

    The Master | Film Review | Slant Magazine
  3. #3

    Wow.

    Muss mich r.wawer leider anschließen: In meinen Augen keine besonders gute Review, die einige wichtige Punkte des Films übersieht/übertüncht/nicht zur Sprache bringt. Muss leider sagen, dass dies inzwischen die Norm scheint für Film/TV/Gamers-Besprechungen auf SPON.
  4. #4

    Schlecht

    Der Film ist schmerzhaft langweilig und ertrinkt in irgendwelchen Symboliken. Aussage hat er keine und nachdem man sich bis ans Ende durchgequält hat, ist man nur froh, dass es endlich vorbei ist. Wenn der Film etwas mit Scientology zu tun hat dann nur, dass er zeigt wie feige man in Hollywood dem Thema immer noch gegenübersteht. Einen Film wie "Bis nichts mehr bleibt" traut sich in Hollywood keiner zu machen!
  5. #5

    Ich weiß nicht

    Ich hab den Film vor vielen Wochen mal gesehen, und habs kaum zu Ende ertragen.

    Ich denke der Film versucht zu stark Kunstfilm und zu sehr abseits vom Mainstream zu sein. Bei dieser Kritik wird einem ja schnell vorgeworfen, dass man zu sehr an Hollywood-Kino gewöhnt wäre, das ist hier nicht der Fall, allerdings erinnerte mich "The Master" primär an "Melancholia", denn eines haben sie gemeinsam:
    Man braucht ein großes Maß an Geduld. Die Geschwindigkeit ist sehr langsam, über lange strecken passiert garnichts, und viele Elemente werden immer wieder aufgearbeitet, bis an die Schmerzangrenze. Die ersten 15 mins des Films sind da schon halbwegs entsprechend für das ganze Stück.

    Es gibt sicher viele gute künstlerische Filme die für den Zuschauer "anstrengend sein müssen", aber bei "The Master" kriegt man im Gegenzug dafür nichts zurück. Keine Emotion, keine neuen Ansichten, Perspektiven, nichts was man nicht schon vorher wusste. Ansich kennt man die Handlung schon bevor man wirklich anfängt zu schauen, und dabei wird man dann auch nicht mehr überrascht.
  6. #6

    Kein Citizen Kane

    Citizen Kane ist ein furioses Drama. Dieser Film ist Selbstquälerei der Macher. Wie immer bei Anderson gibt es ein paar sensationelle Szenen und Momente, aber das ganze wird spätestens aber der Hälfte unerträglich.
  7. #7

    Zitat von doppelblind Beitrag anzeigen
    Sehr schlecht? Ich würde sagen, der Versuch der Neutralität seitens des Autors kommt etwas trocken rüber. Oder vielleicht brauchen Sie bei dem Film eine Jubelkritik?

    Und als Ausgleich eine andere, nicht so begeisterte Kritik, die allerdings Lesewille erfordert:

    The Master | Film Review | Slant Magazine
    Es gab unzählige schlechte und skeptische Besprechungen. Das Publikum ist auch im ganz grossen Stil weggeblieben. Ich habe es mit 5 Leuten im legendären Mann's Theater gesehen an einem Wochenende abends.
    Es sind leider solche Filme die dazu führen, dass der Mainstream siegt und das Publikum sich von anspruchsvollen Werken abwendet.
  8. #8

    etwas mühsam

    Zitat von CitizenTM Beitrag anzeigen
    Es gab unzählige schlechte und skeptische Besprechungen. Das Publikum ist auch im ganz grossen Stil weggeblieben. Ich habe es mit 5 Leuten im legendären Mann's Theater gesehen an einem Wochenende abends.
    Es sind leider solche Filme die dazu führen, dass der Mainstream siegt und das Publikum sich von anspruchsvollen Werken abwendet.
    Der Film hat seine Längen. Vielleicht zeigt er auch in Ansätzen wie sich Lieschen Müller eine Sekte vorstellt, trotzdem vereinfacht er in vielen Teilen. Dass in dem Zusammenhang immer wieder Scientology erwähnt wird, ist wohl auch ein Marketinggag um etwas Aktualität zu suggerieren.
    Ist denn nicht auch ein Fussballcoach, ein Theatermacher, ein Politiker etc ein Master für seine "Jünger"?
  9. #9

    Kontroverse Gruppen können durchschaut werden

    Natürlich ist die Verbindung zu Scientology-Gründer L. Ron Hubbard nicht wegzuleugnen. Charismatischer Anführer, leichtgläubige Menschen, Druck, übermäßige soziale Beeinflussung, Absolutheitsanspruch, persönliche Geständnisse für die Manipulation.

    Man muss schon sehr verblendet sein, wenn man die Parallelen zu Scientology nicht erkennt ... oder selbst ein Scientologe, wenn man diese Tatsachen nicht mehr wahrnimmt bzw. sich nicht wahrzunehmen erlaubt.

    Nach "destruktive gruppen erkennen" googeln, reinklicken und sich informieren.