Preußler und die Kinderbuchdebatte: Sprachkampf um die "Hexe"

Thienemann VerlagDarf man das Wort "Negerlein" heute noch drucken? Der Name des nun verstorbenen Autors Otfried Preußer stand im Mittelpunkt einer Debatte um veraltete Sprache im Kinderbuch. Leidenschaftlich geführt wurde die Auseinandersetzung vor allem aus einem Grund: Alle lieben "Die kleine Hexe".

Otfried Preußler und die Debatte über veraltete Sprache im Kinderbuch - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Warum kommt mir bei den Aussagen...

    des Leiters des Referates "Diversity" (was für ein schöner Neologismus!) bloß das genaue Gegenteil in den Sinn: Monokultur...
  2. #2

    darf

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Darf man das Wort "Negerlein" heute noch drucken?
    Ist doch ganz einfach: "darf man Negerlein drucken?", ja. "muss man Negerlein drucken?", nein.

    Fuer sich zu entscheiden, diese Lauthuelse nicht mehr zu benutzen, ist gut. Drama kann man weglassen.
  3. #3

    ... Naturheilwissen." Eher nein. Vielleicht: "Die andersgewachsene Naturheilkundende".
  4. #4

    Ich konnte nie nachvollziehen,

    was daran so schlimm so schein soll, einige wenige Punkte sprachlich an das 21. Jahrhundert anzupassen. Für Kinder verlieren die Geschichten, die sie im Gegensatz zu uns Erwachsenen zum ersten Mal in ihrem Leben hören, in keinster Weise an Bedeutung, nur weil man aus berechtigten Gründen eine Hand voll Wörter bzw. Bezeichnungen ändert.

    Interessant finde ich dagegen, wie sehr der Mensch an sich in der Lage ist, sich über wirklich jeden "Firlefanz" aufzuregen und zu empören.
  5. #5

    "Freiwilligkeit"

    Meiner Anscht wurde Herr Preußler vom Verlag genötigt, den Änderungen in seinen Büchern zuzustimmen.


    Diskriminierende Sprache bei Preußler: Die Kleine Hexe, ohne Rassismus - taz.de


    Hinterher wurde dann extra auf die Freiwilligkeit in Herrn Preußlers Handeln hingewiesen. Wahrscheinlich konnte der alte Herr sich kaum noch wehren.
  6. #6

    Zitat von Matthias Künzer Beitrag anzeigen
    ... Naturheilwissen." Eher nein. Vielleicht: "Die andersgewachsene Naturheilkundende".
    Nein, eben nicht. Die kleine Hexe ist eine Hexe im eigentlichen Wortsinn, also eine Frau mit magischen Kräften und keine Kräuterkundige oder ähnliches. Weshalb sollte man sie also nicht Hexe nennen?
  7. #7

    Blöd

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Darf man das Wort "Negerlein" heute noch drucken? Der Name des nun verstorbenen Autors Otfried Preußer stand im Mittelpunkt einer Debatte um veraltete Sprache im Kinderbuch. Leidenschaftlich geführt wurde die Auseinandersetzung vor allem aus einem Grund: Alle lieben "Die kleine Hexe".

    Otfried Preußler und die Debatte über veraltete Sprache im Kinderbuch - SPIEGEL ONLINE
    Völliger Schwachsinn, literarische Texte und auch andere dem jeweiligen Zeigeist anzupassen, selbstverständlich ist das Zensur, wenn dies nicht der Autor selbst macht. Jeder Text, jedes Buch gehört in den historischen Kontext.
    Und für Mama und Papa eine hervorragende Aufklärungschance, dem Nachwuchs beim Vorlesen dann eben auch zu erläutern, welche Begriffe früher verwendet wurden und warum und welche man heute verwendet. Aber wahrscheinlich ist genau dies eine geistige Herausforderung zuviel für manche Eltern.
  8. #8

    James Krüss

    Ein anderer Kinderbuchklassiker aus Mitte der 50er Jahre, "Der Leuchtturm auf den Hummerklippen" beinhaltet ein Kapitel "Die Geschichte vom Neger Martin". Zugegeben, als ich dies meiner Tochter vorgelesen habe war ich etwas erschrocken. Allerdings habe ich dies zum Anlass genommen, mit ihr über das Wort zu reden. Gerade auch weil sie eine dunkelhäutige Freundin hatte. Der Verlag geht in der Kurzbiografie des Autors auf die "veraltete" Formulierung ein, hat sie aber glücklicherweise nicht geändert. Letztendlich war ich über den Anlass, darüber zu reden froh.
  9. #9

    Vielleicht nicht schlimm,

    Zitat von OlLö Beitrag anzeigen
    was daran so schlimm so schein soll, einige wenige Punkte sprachlich an das 21. Jahrhundert anzupassen.
    aber möglicherweise recht arbeitsintensiv: "black" wurde in den USA von "person of colour" abelöst, was dann (wie ich heute vom Mekonnen Mesghena, Referatsleiter für Migration und Diversity an der Heinrich Böll Stiftung lernern durfte) von "african american" ersetzt wurde...