Titelentzug vor Gericht: Schavan hat Klage eingereicht

DPAAnnette Schavan hatte den Schritt Minuten nach ihrem Doktorentzug angekündigt, jetzt reichten ihre Anwälte Klage ein: Damit wehrt sich die Ex-Bildungsministerin juristisch gegen die Aberkennung ihres Uni-Abschlusses. Bis zu einem Urteil wird es lange dauern.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-884435.html
  1. #90

    Schlag ins Gesicht?

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Hier wurde es aber einwandfrei festgestellt.
    Ein solche Bundesgesetz wäre verfassungswidrig. Der Bund ist gar nicht zuständig, aber auch nicht die Länder, denn wir haben Hochschulautonomie
    Im übrigen ist die Tat von Frau Schavan sehr wohl verjährt. Wäre ihre Arbeit erst ein paar Jahre alt, hätte sie jetzt noch einen Strafrechtsprozess wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht am Hals. Das bleibt ihr erspart.

    Aber ein Recht auf die Früchte einer vorsätzlichen Täuschung, das kann es nicht geben. Es wäre ein Schlag ins Gesicht all derer, die ihre Arbeit ehrlich gemacht haben.
    ich behaupte mal rotzfrech - stellen Sie alle Doktorarbeiten auf den Prüfstand der modernen Investigation und sie können 90% der vor allem in den sog. Geisteswissenschaften erworbenen Grade, in die Tonne treten.
  2. #91

    Bestandschutz

    Zitat von Kurt Köster Beitrag anzeigen
    Herrn Prof. Dr. Löwer ist Dank abzustatten, daß er die "heilende Kraft der Zeit" angesprochen hat. Ob Schusseligkeit vorliegt oder Täuschung ist nach Jahren oft nicht mehr einwandfrei festzustellen. Daher ist m.E. dafür zu plädieren, eine Verjährungsfrist ....
    ... und der Facharbeiter, dem nach vier Jahren nachgewiesen wird, daß er sich seinen Gesellenbrief mit unlauteren Mitteln erschlichen hat, darf auch weiter in seinem Beruf arbeiten? ... und der Chirurg ...
  3. #92

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Annette Schavan hatte den Schritt Minuten nach ihrem Doktorentzug angekündigt, jetzt reichten ihre Anwälte Klage ein: Damit wehrt sich die Ex-Bildungsministerin juristisch gegen die Aberkennung ihres Uni-Abschlusses. Bis zu einem Urteil wird es lange dauern.

    Schavan reichte Klage gegen Entzug des Doktortitels ein - SPIEGEL ONLINE
    So oder so wird sie die, dank ihrer auf Lug und Betrug aufgebauten Karriere,bestversorgte Ungelernte sein.
    Schade das sie sich nicht in Harz 4 fällt um ihren Horizont zu erweitern.
  4. #93

    Alles ist relativ ...

    Zitat von ISTQB Beitrag anzeigen
    ich behaupte mal rotzfrech - stellen Sie alle Doktorarbeiten auf den Prüfstand der modernen Investigation und sie können 90% der vor allem in den sog. Geisteswissenschaften erworbenen Grade, in die Tonne treten.
    Wenn ich mir allerdings die Volumina von Dissertationen im naturwissenschaftlichen oder gar medizinischen Bereich ansehe, dann muss ICH mal rotzfrech behaupten, dass da - schon aufgrund der meist überaus "überschaubaren" Seitenzahl - gar kein Anlass zum Plagiat besteht.
    Ich habe in meinem - von Ihnen ach so geschmähten - geisteswissenschaftlichem Studium SEMINAR-Arbeiten geschrieben, in denen mehr Schriftgut enthalten war als in einer VIELZAHL mir bekannter "Dr. med's" ...
    Nun ist Quantität allein sicherlich noch kein Merkmal für Qualität, aber es besteht nun einmal leider nicht die Möglichkeit, einen philosophischen Diskurs "mit einem Gleichheitszeichen zu erschlagen" ... da muss man sich dann in der Tat schon mal GEDANKEN machen und diese auch zu Papier bringen. Ich kenne eine ganze Menge durchaus fähiger Mediziner und Naturwissenschaftler, denen allein schon beim Anliegen, eine fünfminütige, intellektuell und kulturell hochstehende Rede schreiben zu müssen, der kalte Angstschweiss auf die Stirn tritt.
    Ich will Frau Schavan in KEINER WEISE entschuldigen und ich habe ihren Rücktritt auch als zwingend notwendig erachtet ... aber die Einschätzung, dass Geisteswissenschaften nun "NUR Laberei" wären, ist AUCH schlicht falsch.
  5. #94

    hat damit rein gar nichts zu tun

    Zitat von ISTQB Beitrag anzeigen
    ich behaupte mal rotzfrech - stellen Sie alle Doktorarbeiten auf den Prüfstand der modernen Investigation und sie können 90% der vor allem in den sog. Geisteswissenschaften erworbenen Grade, in die Tonne treten.

    wie kommen sie zu einem solchen vorurteil? promovierte geisteswissenschaftler machen alle nur blabla, oder bezieht sich das auf alle akademiker?
    gerade in den letzten 15 jahren hat sich der fokus der prüfer immer weiter auch in richtung plagiate verschoben, leider verschieben müssen.
    wir sind also in dieser hinsicht so weit wie nie zuvor. technische hilfsmittel gibt es dazu mittlerweile ebenfalls.
    sieht man einmal von guttenplag & co. ab, die vor allem politiker im visier hatten, sind die letzten prominenten fälle wohl viel eher im naturwissenschaftlichen bereich zu finden, man denke nur etwa an einen der bekanntesten stammzellenforscher aus südostasien.
    oder an den deutschen physiker, der sich in amerika einen namen machen wollte, dann aber mit gefälschten versuchsergebnissen aufflog.
    recherchieren sie das doch mal, dann sprechen wir über geisteswissenschaften.
    und gehen sie ruhig davon aus, dass die betreuer wissenschaftlicher arbeiten dieselben durchaus auch mal lesen.
  6. #95

    Zitat von ISTQB Beitrag anzeigen
    ich behaupte mal rotzfrech - stellen Sie alle Doktorarbeiten auf den Prüfstand der modernen Investigation und sie können 90% der vor allem in den sog. Geisteswissenschaften erworbenen Grade, in die Tonne treten.
    Wenn Sie es wüssten, müssten Sie es nicht behaupten.
  7. #96

    Zitat von ISTQB Beitrag anzeigen
    ich behaupte mal rotzfrech - stellen Sie alle Doktorarbeiten auf den Prüfstand der modernen Investigation und sie können 90% der vor allem in den sog. Geisteswissenschaften erworbenen Grade, in die Tonne treten.
    Dann investigieren Sie mal! Hoffentlich haben Sie auch eine DNA-Analyse und Fingerabdrücke bei der Hand!? Als Historiker, der mit dem
    Computerprogramm SPSS gearbeitet hat, ignoriere ich ihre Behauptung.
  8. #97

    Zitat von coyote38 Beitrag anzeigen
    Nun ist Quantität allein sicherlich noch kein Merkmal für Qualität, aber es besteht nun einmal leider nicht die Möglichkeit, einen philosophischen Diskurs "mit einem Gleichheitszeichen zu erschlagen" ... da muss man sich dann in der Tat schon mal GEDANKEN machen und diese auch zu Papier bringen.
    Dem könnte man entgegenhalten, dass das „Gleichheitszeichen“, hier als Stellvetreter für die mathematische Formelsprache stehend, gerade das Ergebnis vieler tiefschürfender Gedanken ist, die sich Wissenschaftler seit dem Altertum gemacht haben, und zwar genau zu dem Zweck, ihre Gedanken so klar, so präzise und so verständlich wie möglich, aber zugleich ohne unnötige Redundanz zu Papier zu bringen. Warum ist es den Philosophen nicht gelungen, eine solche Sprache zu entwickeln, obwohl sie doch für sich in Anspruch nehmen, quasi das Denken selbst zum Gegenstand ihrer Wissenschaft zu machen?

    Ich kenne eine ganze Menge durchaus fähiger Mediziner und Naturwissenschaftler, denen allein schon beim Anliegen, eine fünfminütige, intellektuell und kulturell hochstehende Rede schreiben zu müssen, der kalte Angstschweiss auf die Stirn tritt.
    Und ich kenne mindestens ebensoviele Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler, denen derselbe bei der Vorstellung hervortritt, eine Gleichung lösen zu müssen. Was die ein Gruppe von der anderen unterscheidet, ist allein der Umgang mit der jeweiligen persönlichen Schwäche: Wo die einen das als Schwäche akzeptieren und kein großes Aufsehen erregen, posaunen es die anderen voller Stolz heraus, mit der unterschwelligen Aufforderung zum Applaus.
  9. #98

    Schavan hat eine Chance !

    Zitat von MHD77 Beitrag anzeigen
    Was für einen Zweck soll das haben? Das Gericht kann und wird nur die Rechtmäßigkeit des Verfahrens beurteilen, das zur Aberkennung führte - nicht die Doktorarbeit.
    Deutsche Gerichte sind unabhängig - was immer das heißen mag. Deswegen kann das Gericht diejenigen Gründe heranziehen, die ihm gefallen - egal welche es sind und was im Gesetz steht. Es darf diese Gründe dann nur in der offiziellen Begründung nicht angeben, sondern muß erlaubte Gründe den apokryphen Gründen vorschieben.

    Zitat von MHD77 Beitrag anzeigen
    Ob die Klage der ehemaligen Ministerin Schavan überhaupt Aussichten auf Erfolg hat, ist strittig. Wolfgang Löwer, DFG-Experte für wissenschaftliches Fehlverhalten, sagte im SPIEGEL-ONLINE-Interview, er kenne kein Verwaltungsgericht, das in einem Plagiatsverfahren gegen eine Fakultät entschieden hätte.
    Gemäß der Gaußchen Normalverteilung läßt sich bei der deutschen Zufallsjustiz immer eine Restwahrscheinlichkeit für jedweden Prozeßausgang berechnen, die echt größer als Null ist.
  10. #99

    @mhd77

    Sorry MHD77, kleiner Fehler auf meiner Seite:

    Zitat von Artikel
    Ob die Klage der ehemaligen Ministerin Schavan überhaupt Aussichten auf Erfolg hat, ist strittig. Wolfgang Löwer, DFG-Experte für wissenschaftliches Fehlverhalten, sagte im SPIEGEL-ONLINE-Interview, er kenne kein Verwaltungsgericht, das in einem Plagiatsverfahren gegen eine Fakultät entschieden hätte.
    stammt nicht von Ihnen, sondern aus dem Spiegel-Artikel.