Streitthema Ehrenrunde: "Sitzenbleiben ist peinlich"

CorbisWenn Schüler Glück haben, schadet ihnen Sitzenbleiben nicht. Aber sinnvoll ist das einfache Wiederholen einer Klassenstufe nicht, sagt Bildungsforscher Ingmar Hosenfeld. Man könne Kindern und Jugendlichen auch anders klarmachen, dass sie im Unterricht mehr Gas geben müssen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-884286.html
  1. #1

    ok

    Worte bringen heute wenig. sitzenbleiben ist ein mögliches Instrument. wenn wir ueber Scharia in deutschen Gerichten nachdenken können wir auch wieder die Prügelstrafe einführen.
    oder sollen wir extra Bonus und ein Verdienstorden verteilen?
  2. #2

    Die Sitzenbleiberquote geht zurück

    Zitat: "Die Sitzenbleiberquote geht in Nordrhein-Westfalen zwar zurück, aber das tut sie auch an Schulen, die nicht am Projekt teilnehmen". Dann ist ja alles in Butter. Vielleicht geht die Quote ja auch zurück, weil sich die Lehrer nicht mehr für ihre Noten rechtfertigen wollen und einfach jeden durchwinken und somit ihre Ruhe haben? Würde ich mit irgendwelchen Totalverweigerern auch so machen. Und was passiert in der 10. Klasse? Wird dann die 4 zur schlechtesten Note, damit der Schulabschluss nicht gefährdet wird? Mit der rot-grünen Bildungspolitik wird Deutschland bald zu den Nehmerländern in der EU gehören.
  3. #3

    Schwachsinn

    Ich musste die 4. klasse wiederholen, da ich die aufnahmeprüfung auf das gymnasium nicht geschafft habe. Davor musste ich einen test machen ob das wiederholen einen erfolg verspricht und bei diesem test kam das negative ergebnis heraus d.h kein erfolg. Meine eltern haben sich nichts gedacht und mich trotzdem wiederholen lassen. Ich konnte mich durch das wiederholen von 3.33 auf 1.5 verbessern und habe es auf das gymnasium geschafft. Ich habe mit dem wiederholen kein problem und finde es ganz ehrlich sinnvoll. Natürlich ist es einerseits nervig wenn man immer gefragt wird warum man wiederholen musste, aber diese kurze zeit des ausfragens kann man gut verkraften. Man hat durch das wiederholen einfach die chance sich in jeden fach zu verbessern. Ich für meine seite betrachte das wiederholen als sinnvoll an. Wenn man in De. Eine art sommer school einführen würde, wird warscheinlich der schüler der art belastet da er sich nicht erholen kann von der schule und ständig unter druck steht. Ob ein derartiger ökonomischer schaden entsteht wenn jemand 1 bzw. 2 jahre wiederholt bezweifle ich. Lieber die lücken aufgefüllt und sich in den anderen fächern verbessern als trotz gravierender lücken weiter lassen und warum muss man altbewertes abschaffen?? Muss die jeweilige regierung akzente setzen um aufmerksamkeit zu erregen nur um nicht beschäftigungslos zu wirken?? Es hat so viele jahre funktioniert!!
  4. #4

    Kastration des Lehrers

    Die Bildungsforscher sind häufig Forscher geworden, weil sie sich entweder zu schlau fanden, um Lehrer zu werden oder weil sie wussten, dass sie es vor einer Klasse nicht aushalten würden.
    Wie ein Lehrer die Wilde Klasse disziplinieren soll beim Krach, den Kifs heute im Unterricht machen, wenn er nicht einmal mehr mit dem Sitzenbleiben drohen kann..
  5. #5

    Über das Sitzenbleiben kann man streiten

    Zu meiner Zeit gab es da in Sachsen- Anhalt ein waghalsiges "Hauptschule und Realschule mischen"- Projekt. Mit dem Resultat das es in unserer 7. Klasse 2 15- jährige Dauersitzenbleiber gab, aus denen ist auch bis heute nix geworden, die sind jetzt Transferempfänger und wohnen immer noch in Sachsen- Trostlos. Ich fände es sinnvoller Schüler die notenmäßig versetzungsgefährdet stehen in den Sommerferien in spezielle Lerncamps zu schicken. Klar würde das Geld kosten. Aber seien wir mal ehrlich, es ist doch nicht so wie die Grünen jetzt behupten, die meisten Sitzenbleiber wären Musterschüler mit zwei Fünfern. Die meisten haben doch eher ein generelles familiäres und schulisches Problem und höchstens mal ein oder zwei Lichtblicke im Zeugnis (der obligatorische Sport- Zweier für Mathe- Nullen...) Aber sitzen bleiben hilft doch nichts, wenn es den Eltern des Schülers eh wurscht ist was aus ihrem Kind wird. So käme das Kind/ der Jugendliche mal raus (aufs Land, ans Meer) aber mit einem hohen Unterrichtsanteil abgestimmt auf die Probleme. So viel Lernen ist immer noch eine vermeintliche "Strafe" aber man nimmt den Kids die Möglichkeit wie jetzt einfach desinteressiert die Zeit "abzusitzen" und vielleicht bekommt man ja so den Dreh vom Bildungsversager zum (zumindest) Durchschnittschüler hin.
  6. #6

    Falsche Signale

    Zitat aus Artikel oben: „Es gibt kaum ein wissenschaftliches Indiz dafür, dass das Wiederholen den Schülern etwas bringt. Bestenfalls zeigen sie in dem Jahr, das sie wiederholen, bessere Leistungen. Aber im Vergleich zu anderen ähn-lich schwachen Schülern, die versetzt wurden, hängen sie in der nächsten Klassenstufe trotzdem zurück.“

    In so einem Fall sind die Kinder in der Regel auf der falschen, nämlich zu hohen Schulform. Hier wäre Abschulen sinnvoll. Nicht der Wunsch der Eltern, sondern das wirkliche Leistungsvermögen der Kinder sollte im Vordergrund stehen. Bei objektiv sinkendem Niveau fühlen sich doch subjektiv immer mehr Kinder gestresst.

    Hat dagegen ein früher leistungsstarker Schüler aufgrund von Faulheit, Schicksalsschlägen oder Krankheit so viel im Unterricht verpasst, dass er im auch nicht gelingt, bis zum Beginn des neuen Schuljahres den Stoff wieder aufzuholen (was durch strenge Nachprüfungen zu testen wäre) ist wiederholen sinnvoll.

    Sitzenbleiben generell abzuschaffen, fördert besonders die Haltung, dass man auch durch Nichtstun belohnt wird. Leider wird diese Haltung durch die rot/grünen Bildungspolitik immer mehr gefördert. Jeder soll möglichst zum Abitur geführt werden. Dafür wird konsequent das Leistungsniveau auf jeder Schulform abgesenkt.
  7. #7

    Peinlich, aber was die Alternative?

    Ich verbrachte ein Jahr als Austausschueler in den USA. Im folgenden Jahr waren (fast) alle meiner Klassenkamerade im dritten Semester der Studienstufe und ich im Ersten. Ich wusste im Vorherein, dass das Jahr in den USA nicht anerkannt wurde. Englisch Leistungskurs war Klasse, aber es fuehlte sich trotzdem nicht gut an. Andererseits gibt es Faelle in Nordamerika, wo Schueler immer versetzt werden, einen Schulabschluss bekommen und fast Analphabeten sind. Alternativen?
  8. #8

    Elbphilharmonie des Bildungssystems

    Zitat von Hosenfeld
    Es ist sehr bequem zu sagen: Der Schüler ist schuld und muss sich besinnen. Aber dafür verliert er gleich ein ganzes Jahr - und was, wenn er sich dann nicht besinnt? Außerdem kostet das Sitzenbleiben sehr viel. Das ist verschwendetes Steuergeld für eine Maßnahme, die wissenschaftlich gesehen bestenfalls nicht schadet
    Herr Hosenfeld bewegt sich aalglatt im politischen Mainstream und treibt die Ökonimiserung weiter in den Bildungsbereich hinein. Aus der Erkenntniss, daß er keine Erkentnisse hat leitet er seine Zielformulierungen ab. Ein weiterer Beitrag das Bildungsystem in Deutschland in eine ständige Bauruine zu verwandeln, die Elbphilharmonie ist überall. Warum bezieht niemand Fachleute in die Diskussion ein, z.B. erfahrenen Lehrer? Das Sitzenbleiben wird von den Fachleuten, den Lehrern, unter Hinzuziehung pädagogischer Betrachtungen sorgfältig geprüft und durchgeführt und nicht einfach durchgewunken. Lasst die Schulen einfach mal in Ruhe arbeiten!
  9. #9

    Es kann doch nicht sein, dass die Schulen immer leichter werden. Demnächst muss man bis zur 12. Klasse nichts mehr machen und dann zwei Jahre Gas geben und ein 1er-Abi (was einem 3er-Abi von damals entspricht) schreiben.

    Kein Wunder, dass die Chinesen aufholen, denn diese haben den Wert von guter Bildung erkannt und fördern nur die Besten.