Adoptionsrecht für Homosexuelle: Merkels Regenbogen-Problem

dapdDas Bundesverfassungsgericht hat das Adoptionsrecht für Homosexuelle gestärkt - wieder einmal treiben die Richter die Regierung vor sich her. FDP und Teile der CDU rufen nun nach einer vollständigen Gleichstellung der Homo-Ehe. Doch die Kanzlerin bremst.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-884351.html
  1. #40

    Feigheit

    Man kann der CDU in diesen Fragen schlichtweg nur Feigheit vorwerfen und einfach nur zur Kenntnis nehmen, dass von der CDU überhaupt keine relevanten gesellschaftspolitischen Entwicklungen kommen, sondern man in festzementierten Vorstellungen verharrt - bis eben Gerichte diese Blockadehaltungen sprengen müssen. Wählen kann man sowas jedenfalls nicht.
  2. #41

    Merkels Makel

    Zitat von dongerdo Beitrag anzeigen
    Merkel hat sich nie wirklich negativ über eine vollständige Gleichstellung ausgesprochen und wird dieser auch nicht im Weg stehen aber "möchte" halt gezwungen werden.
    Doch, Frau Merkel hatte vor einigen Wochen ausdrücklich erklärt, sie sei gegen die "Homo-Ehe". Das ist umso bedeutender, da sie ja sonst kaum zu bestimmten Themen eine klare Stellung bezieht. Sich ausgerechnet zu dieser Thematik so eindeutig zu positionieren, wiegt schon sehr schwer und wird ihr in den Großstädten bei der nächsten Wahl entsprechend weniger Stimmen einbringen. Wie Niedersachsen gezeigt hat, kommt es manchmal eben nur auf ein paar mehr Stimmen an, um die Wahl zu gewinnen.
  3. #42

    Merkel und ein Problem?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Bundesverfassungsgericht hat das Adoptionsrecht für Homosexuelle gestärkt - wieder einmal treiben die Richter die Regierung vor sich her. FDP und Teile der CDU rufen nun nach einer vollständigen Gleichstellung der Homo-Ehe. Doch die Kanzlerin bremst.

    Urteil zum Adoptionsrecht: Koalition streitet über Homo-Ehe - SPIEGEL ONLINE
    Sie kennen diese Frau offenbar immer noch nicht. Merkel hat kein Regenbogen-Problem. Ihr sind die Menschen, und die Kinder sowieso, egal.

    Ihr ist es doch nur recht, kann sie den schwarzen Peter nach Karlsruhe weiterreichen.

    Sie wäscht dann, auch gegenüber den Ultras in den C-Parteien, ihre Hände in Unschuld.

    Sie ist sowas wie das Gegenstück zum Wahl-o-mat.
  4. #43

    Ich verstehe echt die Aufregung nicht. Selbst wenn man die "homosexuelle Ehe" mit all den in der realen Welt nun einmal vorkommenden Problemen und Problemchen vielleicht nicht fuer die "ideale" Familienform halten will (und welche ist schon ideal...) sollte man sich vielleicht einfach mal fragen, was denn die Alternativen so sind.

    Wir sollten froh sein, fuer jedes Kind das adoptiert wird. Wir sollten erst recht froh sein, wenn da gleich zwei Personen sind, die sich als Eltern verantwortlich fuehlen wollen. "Alleinerziehende" und alle moeglichen anderen Problemfaelle gibts auch so schon genug.

    Und aus ganz persoenlichen Beobachtungen habe ich ueberhaupt keine Vorbehalte gegen gleichgeschlechtliche Paare, die zusammen Kinder adoptieren. Das klappt augenscheinlich hervorragend und ohne irgendwelche Schaeden oder "Stoerungen" zu verursachen, falls das noch jemand glaubt. Und Christ-Sozialisten kann ich als liberaler und atheistischer Mensch sowieso nicht mehr helfen. Schoen, wenn da die Gerichte jetzt die Realitaeten anerkennen.
  5. #44

    Bedrohung? Welche Bedrohung?

    Zitat von Asirdahan Beitrag anzeigen
    Ich habe nie begreifen können, weshalb die Anhänger der traditionellen Ehe (CDU/CSU) in der gleichgeschlechtlichen Ehe eine Gefahr sehen. (...) Was für Nachteile erleidet ein heterosexuelles Ehepaar, wenn Homosexuellen die gleichen Rechte zugestanden werden?
    Darum geht es überhaupt nicht, das sind nur vorgeschobene Behauptungen, um das liebevoll gepflegte reaktionäre patriarchele Familienbild der Partei mit allen Mitteln zu verteidigen. Dabei wird diese Vorgabe - Papa kämpft wacker draußen im feindlichen Leben, Mama hütet artig Heim und Herd, ist umgeben von einer jauchzenden Schar glücklicher Kinderlein - von weiten Teilen der CDU/CSU nicht mal selbst gelebt, am wenigsten von Merkel und Seehofer selbst. Daß die Lebensrealitäten im Lande seit Jahrzehnten anders aussehen, interessiert die Ideologen allerdings nicht, die sind Meister im Zwiedenken. Fragt man übrigens die Leute, die das Bedrohungsszenario beschwören, wie sich die Bedrohung denn praktisch darstelle, kommt nie eine Antwort, nur Schweigen.

    Merkels nutzt das Verfassungsgericht mit ihrer Taktiererei um die Wählerschaft rechtsaußen geradezu verfassungswidrig. Sie sitzt die Sache aus und kann sich nach einem Urteil entspannt zurücklehnen und sagen Ich wollte ja nicht, aber seht her, das Gericht hat mich gezwungen. Die Gewaltenteilung wird auf den Kopf gestellt und die Verfassung verdreht, wenn Gesetze per Rechtsprechung aus Karlsruhe erzwungen werden. Wir haben aber eine parlamentarische Demokratie und keine Richterdemokratie, wir wählen für die Gesetzgebung Parlamente und Regierungen, nicht Gerichte und Richter.

    Wie verärgert das Gericht über diese Verdrehung ist, mißt sich deutlich daran, daß es dem Gesetzgeber einen unmißverständlichen Auftrag mit Fristsetzung erteilt hat. Merkel hat sich bereits einmal eine entsprechende Watsche aus Karlsruhe eingefangen, aber sie hält gerne auch nocht die andere Wange hin Taktieren um Wählerstimmen ist eben wichtiger als die Grundsätze der Verfassung zu wahren.
  6. #45

    Wegweisende Entscheidung

    An der Praxis wird sie nur im Einzelfall etwas ändern. Denn über diese neue Richtline hinaus sind vor allem die Jugendämter (und bei Auslandsadoptionen das dortige Pendant sowie der gesetzliche Rahmen) entscheidend. Es wird also schwierig bleiben - leider.
  7. #46

    Problematisch ist, dass innerhalb der CDU nicht wenige an der konservativen Haltung Fr. Merkels zweifeln - deshalb kann sie sich ein Entgegenkommen weniger leisten als so mancher andere.

    Zum Inhalt:

    Für das Kindeswohl entscheidend ist liebevolle Fürsorge und nicht das traditionelle Familienbild (auch wenn das gerne behauptet wird). Ob das Elternteil alleinerziehend ist oder die Eltern unverheiratet, nicht die leiblichen Eltern oder gleichgeschlechtlich, ist zweitrangig.

    Schwierig könnte es für Kinder in gleichgeschlechtlichen Ehen werden, wenn sie stigmatisiert werden ... so ähnlich wie früher sog. "Bastarde" von unverheirateten Eltern. Allerdings liegt dieses Problem genauso wie früher in der sozialen Umwelt begründet und nicht in den Eltern.
  8. #47

    Falsche Diskussion, richtiges Urteil

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Bundesverfassungsgericht hat das Adoptionsrecht für Homosexuelle gestärkt - wieder einmal treiben die Richter die Regierung vor sich her. FDP und Teile der CDU rufen nun nach einer vollständigen Gleichstellung der Homo-Ehe. Doch die Kanzlerin bremst.

    Urteil zum Adoptionsrecht: Koalition streitet über Homo-Ehe - SPIEGEL ONLINE
    Es ist Quark die Homoehe mit Privilegien auszustatten. Es ist auch falsch die Heteroehe mit Privilegien auszustatten. Korrekt wäre es Kinder direkt finanziell und strukturell zu begünstigen. Aber das wäre ja logisch und sinnvoll, aber konzeptionell so verschieden von dem was der Deutsche Politiker sich so vorstellen kann, dass es unmöglich umgesetzt werden kann.
  9. #48

    Zitat von stefansaa Beitrag anzeigen
    Es ist also die typisch-merkelsche Salami-Taktik. Erstmal nichts sagen und letztendlich das Bverfg loben...

    Wann begreift dieses Volk endlich, dass die Frau keinerlei Regierungskompetenz besitzt? Statt dessen steigt die Beliebtheit kontinuierlich an...
    Wieso?
    Rein machttaktisch hat sie doch alles richtig gemacht. Die nach wie vor vorhandenen konservativen Wähler der CDU wurden nicht noch weiter verprellt, dennoch wurde bzw. wird letztendlich das "Richtige" gemacht.
    Merkel beherrscht diese Mechanismen wie fast kein Anderer
    Sowohl eine klare Positionierung "pro" als auch eine klare Positionierung "contra" hätte sie Stimmen gekostet. Merkel konnte bei diesem Thema nichts gewinnen, jedoch einiges verlieren.
  10. #49

    Quark?

    Zitat von prefec2 Beitrag anzeigen
    Es ist Quark die Homoehe mit Privilegien auszustatten. Es ist auch falsch die Heteroehe mit Privilegien auszustatten. Korrekt wäre es Kinder direkt finanziell und strukturell zu begünstigen. Aber das wäre ja logisch und sinnvoll, aber konzeptionell so verschieden von dem was der Deutsche Politiker sich so vorstellen kann, dass es unmöglich umgesetzt werden kann.
    Das sehe ich anders. Hetro-Paare sollten priviligiert sein, denn irgendwoher müssen die Kinder ja kommen. Homo-Paare können das nicht.