Streit zwischen Union und FDP: "Deutsche Staatsbürgerschaft nicht billig verscherbeln

Getty ImagesSoll die doppelte Staatsbürgerschaft erleichtert werden? Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger ist dafür, die Kanzlerin dagegen, die CSU kanzelt das Vorhaben ab. Die deutsche Staatsbürgerschaft sei "kein Ramschartikel", sagt CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt zu SPIEGEL ONLINE.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-884321.html
  1. #90

    Ja

    Zitat von Kommentator33 Beitrag anzeigen
    Nochmals, weil bisher nicht veröffentlicht: Ausgangspunkt der Diskussion sind diejenigen, die die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt in Deutschland erwerben (§ 4 Abs. 3 StAG). Diese müssen sich gegen die Herkunft ihrer Eltern entscheiden, wenn es nicht EU-Bürger, Schweizer u.ä. sind.

    Wer später eingebürgert wird und eine fremde Staatsangehörigkeit besitzt, darf die auch behalten.
    Da sind Sie im Recht, was die Gesetzeslage betrifft. Sehe aber dennoch keinen Irrtum meinerseits oder Widerspruch zu dem, was ich schrieb.

    Als Hinweis zitiere ich mich mal selber:

    Hier wird nicht selten für die Herkunft der Eltern entschieden, anstatt die eigene zu wählen, was ein Loyalitätskonflikt ist.
    Wo also sehen Sie meinen Irrtum?
  2. #91

    Eine Diskussion zu dem Thema ist in Ordnung ... aber die emotionale Wortwahl ("Ramsch", "verscherbeln") ist gänzlich unnötig. Wann hätte jemals der Appell an Emotionen statt an den nüchternen Verstand ein Streitgespräch beflügelt und seine Qualität erhöht?

    Diese Holzhammermethoden gehören nicht zum Handwerkzeug eines überzeugten Demokraten. Es ist sehr wohl möglich, Überzeugungen mit Herzblut zu vertreten, ohne auf der Klaviatur niederer Instinkte zu spielen.
  3. #92

    Zitat von Eldegar Beitrag anzeigen
    Wo also sehen Sie meinen Irrtum?
    Sie haben in dem von mir beantworteten Post zwischen denjenigen Unterschieden, die eine Staatsangehörigkeit durch Geburt erwerben und den anderen. Aber es geht gerade um die unterschiedliche Behandlung von der mit Geburt erworbenen deutschen Staatsangehörigkeit.
  4. #93

    Der Vergleich mit den USA hinkt

    Die USA sind ca. 25-mal so groß wie Deutschland und haben rund 300 Mio. Einwohner. Verglichen mit unserem Land sind die USA ein sehr junges Land. Wie kann man zwei so unterschiedliche Länder überhaupt miteinander vergleichen?
  5. #94

    Zitat von derbergischelöwe Beitrag anzeigen
    Das ist eine wichtige Enscheidung mit Pflichten aber auch mit Rechten und Vorteilen verbunden. Eine Doppelstaasbürgerschaft führt zu rechtlichen Problemen und zu Loyalitätskonflikten.
    Das wurde nun schon mehrfach behauptet, ohne dass allerdings bisher angegeben wurde, welche konkreten unüberwindbaren rechtlichen Probleme dabei auftreten sollen und wie sich dieser Loyalitätskonflikt denn angeblich äussern soll? Könnten Sie das bitte mal konkret beschreiben?
  6. #95

    Zitat von derbergischelöwe Beitrag anzeigen
    Ich finde es integrativ, wichtig und selbstverständlich sich zu einem Land, einer Gesellschaft und ihren Werten zu bekennen. Eine Staatsbürgerschaf sollte nicht verramscht werden, motto: wer lange genug da ist, bekommt sie...sie sollte auch nicht durch eine doppelte Staatsbürgerschaft entwertet werden. Es muss es eine Feier sein, ein Bekenntnis zum GG usw., ähnlich den USA ("I pledge...").
    Hmm, aber gerade die USA lassen ja doppelte Staatsbürgerschaften problemlos zu! Ausserdem, worin genau besteht denn bei der doppelten Staatsbürgerschaft und dem Bekenntnis zum GG angeblich ein Konflikt?
  7. #96

    Das hat mit Rosinenpicken nichts zu tun

    Zitat von mischamai Beitrag anzeigen
    Warum kann man sich nicht für ein Land entscheiden? Überall die Rosinen auspicken ohne irgendwo Zuhause zu sein.
    Weil jemand der biologische Wurzeln in einem Land hat, aber in einem anderen sozialisiert wurde, eben fuer immer beide Identitaeten in sich tragen wird. Genauso wie jemand der Eltern aus zwei unterschiedlichen Kulturkreisen hat. Von Staatsseite zwanghaft so zu tun als waere diese Doppelidentitaet nicht da, oder eine der beiden Herkunftsidentitaeten muesse ausgemerzt werden, ist schlicht realitaetsfern und falsch. Und wo Gesetzgebung mit der Realitaet nicht Schritt haelt, gibt es am Ende nur Verdruss. Die Regierung sollte aufwachen und sich an die Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts anpassen, wo solche multikulturellen Identitaeten mehr und mehr zum Normalfall werden. Das hat mit Rosinenpicken wirklich nichts zu tun.
  8. #97

    Falsch verstanden

    Zitat von Justitia Beitrag anzeigen
    Hmm, aber gerade die USA lassen ja doppelte Staatsbürgerschaften problemlos zu! Ausserdem, worin genau besteht denn bei der doppelten Staatsbürgerschaft und dem Bekenntnis zum GG angeblich ein Konflikt?
    Mit ging es nicht darum ob es in den USA die doppelte Staatsbürgerschaf gibt oder nicht sondern um das feierliche Bekenntnis zur amerikanischen Nation und den entsprechenden Werten. Mit einem entsprechenden feierlichen Bekenntnis sollte meiner Ansicht nach die dt. staatsbürgerschaft verliehen werden
  9. #98

    Unsinn

    Zitat von derbergischelöwe Beitrag anzeigen
    Wo ist das Problem, sich entscheiden zu müssen??? Das ganze Leben besteht aus Entscheidungen! ich finde es gerade gut, dass sich die Betroffenen Gedanken über Deutschland machen müssen. Wer hier lebt und bleiben will, kann sich klar zu Deutschland bekennen und auch die Staatsangehörigkeit annehmen. Das ist eine wichtige Enscheidung mit Pflichten aber auch mit Rechten und Vorteilen verbunden. Eine Doppelstaasbürgerschaft führt zu rechtlichen Problemen und zu Loyalitätskonflikten. Ich finde es integrativ, wichtig und selbstverständlich sich zu einem Land, einer Gesellschaft und ihren Werten zu bekennen. Eine Staatsbürgerschaf sollte nicht verramscht werden, motto: wer lange genug da ist, bekommt sie...sie sollte auch nicht durch eine doppelte Staatsbürgerschaft entwertet werden. Es muss es eine Feier sein, ein Bekenntnis zum GG usw., ähnlich den USA ("I pledge..."). Keine Hintertürchen, keine Rosinenpickerei. Wer das alles nicht will: gerne. Er behält seine Staatsbürgerschaft und wird nicht Deutscher mit allen Konsequenzen.
    So ein Unsinn. Wer verramscht denn hier was? Sie wiederholen ja bloss was die CDU/CSU ihnen vorplappert. Das Gefasel von Loyaltaetskonflikten ist unsinnig - Wo sind die Belege, wo genau sind die Konflikte? Wir haben tausende Buerger in Deutschland die bereits Doppelstaatsbuergeschaft haben, ganz ohne Probleme.

    Wenn man Wurzeln in zwei Kulturen hat, hat maneben auch zwei Identitaeten, und zwei Paesse sind nur folgerichtig. Mit Rosinenpicken hat das rein gar nichts zu tun, weil man pickt ja eben nichts, sondern akzeptiert beide Laender mit allen Rechten und Pflichten als Teil seiner Identitaet.
  10. #99

    Danke

    Zitat von f.orenstöpsel Beitrag anzeigen
    Sie können allerdings auch nicht nur im gesegneten Alter wieder in die Heimat zurückkehren,wenn Ihnen z.B.bei einer Krebserkrankung und die daraus resultierende Erwerbslosigkeit und die nicht mehr finanzierbaren Behandlungskosten und Medikamente Sie vor den finanziellen Ruin Ihres "Auslandsaufenthalts"dazu zwingen.Auch eine Operation am Herzen oder 80.000,-Dollar sparen (zumindest in den frühen neunzigern) veranlaßt so manchen Rentner seinen vermeintlichen Altersruhesitz wieder mit den deutschen Gefilden zu tauschen.Allerdings nur mit der Auflage,sich dann aber nur noch für die Deutsche Staatsbürgerschaft zu entscheiden.
    Danke fuer die Antworten, an sie und die anderen zwei Foristen.

    Ohne Krankenversicherung gingen die nach Deutschland und wurden behandelt? Mussten die dazu ueberhaupt deutsch sein? Wuerde man einen Polen einfach sterben lassen? Sicher nicht.
    Ich musste mal in Deutschland im Urlaub einen Ultraschall (Milz) machen lassen. Ohne Versicherung bekommt man einfach eine Rechnung vom Arzt und bezahlt diese. Ganz einfach ohne Probleme, genauso wie in den angeblich so herzlosen USA.

    Na jedenfalls haben wir nicht vor in Deutschland zu schmarotzen und uns wegen nicht bezahlter Arzt-Rechnungen mit dem Gesetz anzulegen und evtl im Knast zu landen. Auch in den USA muss jetzt jeder eine Krankenversicherung haben, womit sich so ein (hoffentlich kleiner) Sozialtourismus durch Deutsche aus diesem Ausland verringern muesste.