Streit zwischen Union und FDP: "Deutsche Staatsbürgerschaft nicht billig verscherbeln

Getty ImagesSoll die doppelte Staatsbürgerschaft erleichtert werden? Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger ist dafür, die Kanzlerin dagegen, die CSU kanzelt das Vorhaben ab. Die deutsche Staatsbürgerschaft sei "kein Ramschartikel", sagt CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt zu SPIEGEL ONLINE.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-884321.html
  1. #90

    Zitat von Eldegar Beitrag anzeigen
    Wo also sehen Sie meinen Irrtum?
    Sie haben in dem von mir beantworteten Post zwischen denjenigen Unterschieden, die eine Staatsangehörigkeit durch Geburt erwerben und den anderen. Aber es geht gerade um die unterschiedliche Behandlung von der mit Geburt erworbenen deutschen Staatsangehörigkeit.
  2. #91

    Der Vergleich mit den USA hinkt

    Die USA sind ca. 25-mal so groß wie Deutschland und haben rund 300 Mio. Einwohner. Verglichen mit unserem Land sind die USA ein sehr junges Land. Wie kann man zwei so unterschiedliche Länder überhaupt miteinander vergleichen?
  3. #92

    Zitat von derbergischelöwe Beitrag anzeigen
    Das ist eine wichtige Enscheidung mit Pflichten aber auch mit Rechten und Vorteilen verbunden. Eine Doppelstaasbürgerschaft führt zu rechtlichen Problemen und zu Loyalitätskonflikten.
    Das wurde nun schon mehrfach behauptet, ohne dass allerdings bisher angegeben wurde, welche konkreten unüberwindbaren rechtlichen Probleme dabei auftreten sollen und wie sich dieser Loyalitätskonflikt denn angeblich äussern soll? Könnten Sie das bitte mal konkret beschreiben?
  4. #93

    Zitat von derbergischelöwe Beitrag anzeigen
    Ich finde es integrativ, wichtig und selbstverständlich sich zu einem Land, einer Gesellschaft und ihren Werten zu bekennen. Eine Staatsbürgerschaf sollte nicht verramscht werden, motto: wer lange genug da ist, bekommt sie...sie sollte auch nicht durch eine doppelte Staatsbürgerschaft entwertet werden. Es muss es eine Feier sein, ein Bekenntnis zum GG usw., ähnlich den USA ("I pledge...").
    Hmm, aber gerade die USA lassen ja doppelte Staatsbürgerschaften problemlos zu! Ausserdem, worin genau besteht denn bei der doppelten Staatsbürgerschaft und dem Bekenntnis zum GG angeblich ein Konflikt?
  5. #94

    Das hat mit Rosinenpicken nichts zu tun

    Zitat von mischamai Beitrag anzeigen
    Warum kann man sich nicht für ein Land entscheiden? Überall die Rosinen auspicken ohne irgendwo Zuhause zu sein.
    Weil jemand der biologische Wurzeln in einem Land hat, aber in einem anderen sozialisiert wurde, eben fuer immer beide Identitaeten in sich tragen wird. Genauso wie jemand der Eltern aus zwei unterschiedlichen Kulturkreisen hat. Von Staatsseite zwanghaft so zu tun als waere diese Doppelidentitaet nicht da, oder eine der beiden Herkunftsidentitaeten muesse ausgemerzt werden, ist schlicht realitaetsfern und falsch. Und wo Gesetzgebung mit der Realitaet nicht Schritt haelt, gibt es am Ende nur Verdruss. Die Regierung sollte aufwachen und sich an die Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts anpassen, wo solche multikulturellen Identitaeten mehr und mehr zum Normalfall werden. Das hat mit Rosinenpicken wirklich nichts zu tun.
  6. #95

    Falsch verstanden

    Zitat von Justitia Beitrag anzeigen
    Hmm, aber gerade die USA lassen ja doppelte Staatsbürgerschaften problemlos zu! Ausserdem, worin genau besteht denn bei der doppelten Staatsbürgerschaft und dem Bekenntnis zum GG angeblich ein Konflikt?
    Mit ging es nicht darum ob es in den USA die doppelte Staatsbürgerschaf gibt oder nicht sondern um das feierliche Bekenntnis zur amerikanischen Nation und den entsprechenden Werten. Mit einem entsprechenden feierlichen Bekenntnis sollte meiner Ansicht nach die dt. staatsbürgerschaft verliehen werden
  7. #96

    Unsinn

    Zitat von derbergischelöwe Beitrag anzeigen
    Wo ist das Problem, sich entscheiden zu müssen??? Das ganze Leben besteht aus Entscheidungen! ich finde es gerade gut, dass sich die Betroffenen Gedanken über Deutschland machen müssen. Wer hier lebt und bleiben will, kann sich klar zu Deutschland bekennen und auch die Staatsangehörigkeit annehmen. Das ist eine wichtige Enscheidung mit Pflichten aber auch mit Rechten und Vorteilen verbunden. Eine Doppelstaasbürgerschaft führt zu rechtlichen Problemen und zu Loyalitätskonflikten. Ich finde es integrativ, wichtig und selbstverständlich sich zu einem Land, einer Gesellschaft und ihren Werten zu bekennen. Eine Staatsbürgerschaf sollte nicht verramscht werden, motto: wer lange genug da ist, bekommt sie...sie sollte auch nicht durch eine doppelte Staatsbürgerschaft entwertet werden. Es muss es eine Feier sein, ein Bekenntnis zum GG usw., ähnlich den USA ("I pledge..."). Keine Hintertürchen, keine Rosinenpickerei. Wer das alles nicht will: gerne. Er behält seine Staatsbürgerschaft und wird nicht Deutscher mit allen Konsequenzen.
    So ein Unsinn. Wer verramscht denn hier was? Sie wiederholen ja bloss was die CDU/CSU ihnen vorplappert. Das Gefasel von Loyaltaetskonflikten ist unsinnig - Wo sind die Belege, wo genau sind die Konflikte? Wir haben tausende Buerger in Deutschland die bereits Doppelstaatsbuergeschaft haben, ganz ohne Probleme.

    Wenn man Wurzeln in zwei Kulturen hat, hat maneben auch zwei Identitaeten, und zwei Paesse sind nur folgerichtig. Mit Rosinenpicken hat das rein gar nichts zu tun, weil man pickt ja eben nichts, sondern akzeptiert beide Laender mit allen Rechten und Pflichten als Teil seiner Identitaet.
  8. #97

    Danke

    Zitat von f.orenstöpsel Beitrag anzeigen
    Sie können allerdings auch nicht nur im gesegneten Alter wieder in die Heimat zurückkehren,wenn Ihnen z.B.bei einer Krebserkrankung und die daraus resultierende Erwerbslosigkeit und die nicht mehr finanzierbaren Behandlungskosten und Medikamente Sie vor den finanziellen Ruin Ihres "Auslandsaufenthalts"dazu zwingen.Auch eine Operation am Herzen oder 80.000,-Dollar sparen (zumindest in den frühen neunzigern) veranlaßt so manchen Rentner seinen vermeintlichen Altersruhesitz wieder mit den deutschen Gefilden zu tauschen.Allerdings nur mit der Auflage,sich dann aber nur noch für die Deutsche Staatsbürgerschaft zu entscheiden.
    Danke fuer die Antworten, an sie und die anderen zwei Foristen.

    Ohne Krankenversicherung gingen die nach Deutschland und wurden behandelt? Mussten die dazu ueberhaupt deutsch sein? Wuerde man einen Polen einfach sterben lassen? Sicher nicht.
    Ich musste mal in Deutschland im Urlaub einen Ultraschall (Milz) machen lassen. Ohne Versicherung bekommt man einfach eine Rechnung vom Arzt und bezahlt diese. Ganz einfach ohne Probleme, genauso wie in den angeblich so herzlosen USA.

    Na jedenfalls haben wir nicht vor in Deutschland zu schmarotzen und uns wegen nicht bezahlter Arzt-Rechnungen mit dem Gesetz anzulegen und evtl im Knast zu landen. Auch in den USA muss jetzt jeder eine Krankenversicherung haben, womit sich so ein (hoffentlich kleiner) Sozialtourismus durch Deutsche aus diesem Ausland verringern muesste.
  9. #98

    Absolut unfair!

    Zitat von Eldegar Beitrag anzeigen
    Er hat beide Staatsbürgerschaften von Geburt an, das ist ein Riesenunterschied in der aktuellen Debatte. Erkennen Sie das an?
    Wenn ein in Deutschland geborener Türke, der durch jus sanguinis von Geburt an die türkische Staatsbürgerschaft erhielt, weil seine Eltern Türken waren, irgendwann im Laufe seines Lebens die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt, MUSS er die türkische Staatsbürgerschaft zwingend ablegen, bevor er eingebürgert werden kann! Diese Ausnahme gilt nicht konsequenterweise für alle Nationalitäten und Lebenssituationen. So muss ein Kind eines deutsch/türkischen Paares (vgl. mit McAllister) sich ja mit Vollendung des 23. Lebensjahres ja auch entweder für die deutsche oder die türkische Staatsbürgerschaft entscheiden. Erkennen Sie die Diskriminierung von Rechts wegen an?
  10. #99

    Zur Meinung: "Deutschland muss Einwanderungsland nach dem Vorbild der USA werden."

    Ganz grundsätzlich muss man zur Forderung "Deutschland muss Einwanderungsland nach dem Vorbild der USA werden” sagen: Die USA sind ein Land mit einer gänzlich anderen Geschichte, einer anderen Dimension und einem völlig anderen gesellschaftlichen Selbstverständnis als Deutschland (oder auch Schweden, Holland etc.) es sind.

    Auch Heiner Geissler , der ja schon seit Jahrzehnten nicht müde wird, auf die "amerikanischen Nobelpreisträger, die nicht in den USA geboren wurden" hinzuweisen, fällt das offenbar schwer zu verstehen.

    Schon 1996 schrieb Cora Stephan in ihrem Buch "Der Betroffenheitskult":


    (…)

    Wer, worauf Dan Diner hingewiesen hat, der Bundesrepublik empfiehlt, eine Einwanderungsgesellschaft nach dem Muster der USA zu werden, muss wenigstens zweierlei dazu sagen: Auch die USA macht keineswegs die Grenzen auf. Auch eine multikulturelle Gesellschaft nimmt sich das Recht zu bestimmen, wer zu ihr gehören soll.
    Vor allem aber: “It’s a free country.” Der Einwanderunsgsgesellschaft Nordamerikas entspricht ein sozialer Konkurrenzkampf, ein Überlebenskampf ohne Netz und doppelten Boden, den wir hier nicht kennen und an den sich manche auch nicht mehr würden gewöhnen können.
    Die alte Bundesrepublik hatte jedem, der zu ihr gehörte, das Angebot auf Teilhabe an einem einmaligen sozialen Sicherungssystem gemacht. Sie kann dieses Versprechen schon jetzt nicht mehr halten. Unsere ebenso alarm- wie kommunikationsbereite Öffentlichkeit bezieht ausgerechnet jene ins Gespräch nicht mehr ein, die sich von der stetig größer werdenden Zahl von Migranten, den Problemen der deutschen Einheit und anderen kulturellen Stressfaktoren besonders beeindrucken lassen. Dass es gelungen ist, diese Problematik unter der Rubrik “Rassismus und Ausländerfeindlichkeit” zu tabuieren, wird sich auf Dauer als Unglück erweisen.

    (…)



    (Cora Stephan, "Der Betroffenheitskult. Eine politische Sittengeschichte." Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1996, S.171)

    In den USA werden Neueinwanderer i.d.R. durch das, nach deutschen Maßstäben, extrem harte und auch "grausam" erscheinende radikal-liberale US-Wirtschaftssystem regelrecht "verdaut". Einige Neueinwanderer schaffen es in den USA nach ganz oben, sicher, aber viele bleiben auch auf der Strecke uns landen auf der Straße, im Gefängnis oder in der US-Army. Im Übrigen kann man sich gegenüber US-Cops und US-Justiz kaum 10 Prozent von dem herausnehmen, was sich mancher Polizist in Deutschand gefallen lassen muss, bevor es für den Täter "spürbare" Folgen gibt. Auch nach deutschen Justizmaßstäben "harmlose" Straftaten wie "Abziehen" oder "einfache" Körperverletzung werden von US-Richtern extrem hart bestraft, abgesehen davon, dass in so einem Fall jedem US-Bürger, der auch nur Opfer eines einfachen Anpöbelns wird, der sofortige gezielte Schusswaffengebrauch ohne Vorwarnung ausdrücklich zugestanden wird.

    Man muss also denjenigen, die sagen, "Deutschland muss in Punkto Einwanderung sich die USA zum Vorbild nehmen", entgegnen: Man kann das Eine nicht ohne das Andere haben.