S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: "Ich habe das alles nicht gewollt"

Wer hat eigentlich den inflationär genutzten Begriff Shitstorm unter die Leute gebracht? Sascha Lobo wagt sich aus der Deckung und bittet um Verzeihung. Er sieht bei sich zumindest eine Mitschuld.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/s...-a-884199.html
  1. #1

    ...

    Ist es wirklich so schlecht, wenn berechtigte Wut auch manchmal ins Übersteigerte abgleitet? Wir sind doch alle inzwischen so verweichlicht und nett und höflich, daß berechtigte Kritik in einer Soße des Konsens ertränkt wird, bevor sie richtig hochkommt. Man denke mal an die politischen Äußerungen von Leuten wie Herbert Wehner, der zwar als Einzelperson aufgetreten ist, aber letztlich doch auch die Meinung einer größeren Gruppe artikulierte. Oder an vormals stattfindende Kämpfe zwischen philosophischen Schulen, Schopenhauer z.B.

    Ich finde die Existenz des "shitstorms" befreiend, weil sich dadurch endlich einmal große Teile der Bevölkerung unmittelbar ausdrücken können, ohne moderierenden "Repräsentanten", so wie sie es in der Situation empfinden, ungefiltert, ungeschönt, oft nicht sehr differenziert oder reflektiert, aber in gewisser Weise sehr authentisch.

    Oder anders herum gesagt...die Mächtigen können sich nicht mehr länger von den Konsequenzen ihrer Entscheidungen drücken. Das ist besser, als die ganze Verlogenheit und Heuchelei, die man sonst hat.
  2. #2

    lieber Sascha

    Entschuldigung ist angenommen. Für das nächste Mal weisst du es ja dann besser ;)
  3. #3

    optional

    Ich bin gespannt, wann sich die Erfinderin des Candystroms outet.
  4. #4

    Wenn ...

    das so ist,
    Dann sind Sie doch ein ganz bedeutender Mensch.
    Was halten Sie davon, diesen storm ab jetzt Sascha-Lobo-Storm zu nennen?
    Nein, nur keine üblen Hintergedanken. Außerdem ist dies Geschäft ganz menschlich.
  5. #5

    *mampf*

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer hat eigentlich den inflationär genutzten Begriff Shitstorm unter die Leute gebracht? <i>Sascha Lobo</i> wagt sich aus der Deckung und bittet um Verzeihung. Er sieht bei sich zumindest eine Mitschuld.

    Sascha Lobo über die Entstehung des Begriffs Shitstorm - SPIEGEL ONLINE
    Die Revolution frisst ihre Kinder! ;)
  6. #6

    hmmm

    das waren jetzt 926 Worte darüber was für ein tolles kreatives Kerlchen du doch bist.... ungeschickt verpackt....

    Aber Eigenlob stinkt noch immer - daran hat sich nichts geändert.
  7. #7

    geht mir auch so

    nie will man was und macht es dann doch oder kann so was zumindest dann hinterher sagen
  8. #8

    Glückwunsch, S. Lobo

    tl;dr, aber immerhin das

    Für meine Beteiligung an der Verbreitung des doofen Worts Shitstorm bitte ich um Verzeihung.
    na dann haben ja auch Sie Ihre 15 minutes of fame.

    Glaub's ja nicht das es so gewesen ist, aber immerhin könnten Sie Ihre Enkel damit beeindrucken.
  9. #9

    Ich sehe die Schuld eher bei den Medien und dem selbstgerechten Berufsjournalismus. Im letzten Jahr war der "Shitstorm" wirklich inflationär missbraucht worden. Nahezu jeder netzpolitische Bürgerprotest wurde in den Zeitungen und deren Webseiten als Shitstorm niedergeschrieben, ganz gleich was für ein Anliegen das auch immer war.
    Dagegen war bei den journalistischen Fäkalstürmen gegen Sarrazin oder Grass das Wort "Shitstorm" nur von kleineren Ausnahmen und äußerst zögerlich verwendet worden. Die Journalisten wollten wohl sich nicht eingestehen, daß ihre Berufskaste genauso gut shitstormen kann.
    Shitstorms machen halt nur die anderen, nicht man selbst. Da hat eine Berufsgruppe in diesem Land ihre Macht auf Meinungsgestaltung ausgenutzt und deswegen ist Shitstorm als Begriff für politische Diffamierungen geendet.

    So sehe ich die Geschichte jedenfalls :)