Umstrittene Abfindung: Schweizer Pharmaboss verzichtet auf 72 Millionen Franken

REUTERSEs wäre die höchste Abfindung in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte gewesen: 72 Millionen Franken sollte der scheidende Novartis-Chef Daniel Vasella kassieren, wenn er nicht bei der Konkurrenz anheuert. Nun hat der Konzern den Vertrag annulliert. Der öffentliche Druck war zu groß geworden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-884302.html
  1. #50

    optional

    Zitat von trident Beitrag anzeigen
    6 Monate wäre richtig.
    Aktienbestand und Aktienhandel | bpb
    0,6 Jahre sind aber keine 6 Monate ;)
  2. #51

    Genauso sehe ich das auch ....

    Zitat von icesnake Beitrag anzeigen
    @makenish
    Diese "Spende" sprach der Herr Vasella erst aus, als der Druck grösser und grösser wurde. Wäre das nicht an die öffentlichkeit gelangt, wäre auch keine ach so grosszügige "Spende" geflossen......
    ... bin natürlich total aufgeschlossen, mir gegenteilige belastbare Fakten dazu anzuschauen. Wird's aber "leider" wohl nicht geben. Oder?
  3. #52

    Bringt doch nichts

    Vasella ist ein Einzelfall, was wir brauchen ist aber eine abstrakte Regelung für Boni und Gehälter in der Form, dass die Höhe der Beträge nicht begrenzt ist, diese aber auf jedenfall durch die Shareholder (nicht die Öffentlichkeit) genehmigt ist. Weil auch wenn die Summe gespendet worden wäre, wäre das Geld zu Leuten geflossen, welche darauf keinen Anspruch haben. So eine Spende befriedigt lediglich Neider.
  4. #53

    Zitat von geroi.truda Beitrag anzeigen
    Wenn die Hauptversammlung - die Eigentümer des Unternehmens und damit auch dieser Gelder - darüber abstimmt, ist das überhaupt kein Problem. Ganz anderes dagegen die absurd hohe Bezahlung von Berufsfußballspielern, die zu einem ganz erheblichen Teil aus Steuergeldern (nämlich den GEZ-"Gebühren") finanziert wird, weil die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten diesen Betrieb durch Lizenzvergütungen aufrechterhalten - diese stellt einen echten Skandal dar (zumal die meisten dieser Leute auch für EUR 2.500 im Monat kicken würden, da das immer noch deutlich mehr ist als sie als Lagerarbeiter o.ä. verdienen würden).


    Die Spieler bieten Dienstleistungen an. Die Vereine verdienen durch diese Dienstleistungen viel Geld (wir reden hier nicht von Spielzeug Vereinen von irgend einem Milliardär). Bedeutet grundsätzlich bringt ein Spieler seinem Arbeitgeber das Geld wieder ein. Im Gegensatz zu den meisten Top Managern. In über 90% aller Unternehmen könnte man den "Boss" wahrscheinlich austauschen und es würde kaum zu einer Änderung des Betriebsergebnisses führen. In diesem Fall gibt es wahrscheinlich hunderte von Alternativen für den Posten (zumindest die man auch entsprechend qualifizieren kann mit der Zeit). Bei Weltklassespielern wie z.B. Schweinsteiger u. Götze wirds da schon schwierig.

    Moralisch gesehen sind die Spielergehälter nicht vertretbar. Abfindungen wie in diesem Fall aber überhaupt nicht. Weder moralisch - noch betriebswirtschaftlich.

    Das ein ganz erheblicher Teil durch die Rundfunkgebühren entsteht ist schlichtweg nicht richtig. ARD, ZDF und Co. geben ne Menge aus für Programme die keinen interessieren, aber im Verhältnis zu dem was die Masse interessiert nichts.
  5. #54

    Zitat von criticalck Beitrag anzeigen
    Vasella ist ein Einzelfall, was wir brauchen ist aber eine abstrakte Regelung für Boni und Gehälter in der Form, dass die Höhe der Beträge nicht begrenzt ist, diese aber auf jedenfall durch die Shareholder (nicht die Öffentlichkeit) genehmigt ist. Weil auch wenn die Summe gespendet worden wäre, wäre das Geld zu Leuten geflossen, welche darauf keinen Anspruch haben. So eine Spende befriedigt lediglich Neider.
    Glauben sie ernsthaft das Geld wird jetzt für Lohnerhöhungen eingesetzt, welche nebenbei in der Schweiz sicher nicht nötig wären. Das geld haben jetzt die Aktionäre. Kann man gut finden, da meine, vermutlich auch ihre und die Rente der meisten Deutschen in solchen Aktien teilweise steckt. Aber glauben sie nicht dass es sozial gerechter wäre!
  6. #55

    Abzockerinitiative

    Zitat von criticalck Beitrag anzeigen
    Vasella ist ein Einzelfall, was wir brauchen ist aber eine abstrakte Regelung für Boni und Gehälter in der Form, dass die Höhe der Beträge nicht begrenzt ist, diese aber auf jedenfall durch die Shareholder (nicht die Öffentlichkeit) genehmigt ist. Weil auch wenn die Summe gespendet worden wäre, wäre das Geld zu Leuten geflossen, welche darauf keinen Anspruch haben. So eine Spende befriedigt lediglich Neider.
    Genau darüber wird am 3. März bei uns in der Schweiz abgestimmt. Es wird Sie allerdings überraschen wenn ich als eher links stehender Bürger einige Vorbehalte gegen diese Initiative habe. Natürlich muss solchen Auswüchse wie der von D. Vasella der Riegel geschoben werden. Die Frage ist nur, wen stärken wir damit? Der Aktionär. das wäre nicht weiter tragisch wenn es sich dabei um die Kleinaktionäre handelt, aber meistens ist das Gros des Aktienkapital in den Händen einiger weniger Grossanleger, Hedge Fonds usw.
    Wir müssen unheimlich aufpassen das mit diesem neuen Gesetz nicht den Heuschrecken Tür und Tor geöffnet wird.
    Ich werde am 3. März Ja zur Abzockerinitiative stimmen aber nur um um ein Zeichen gegen diese Exzesse zu setzen
  7. #56

    Zitat von patchwork73 Beitrag anzeigen
    Hallo KaWiDu
    Es handelt sich um das «Wunder» der direkten Demokratie. Ob dies nur immer Segen ist, sei dahingestellt. In den meisten Fällen jedoch hat es sich bewährt. Fraglich ist bloss, ob es auch in Deutschland anwendbar wäre. Die Entscheidungen werden gemächlicher gefällt. Wohl aber auch des öfteren etwas überlegter, als wenn alles schnell über den Tisch gezerrt wird. Zudem sind wir ein Volk der Kompromisse. Wahrscheinlich nur aus diesen beiden Gründen funktioniert dieses System ;o)
    Tja, diesen Verdacht habe ich schon länger. In Deutschland geht das aber nicht, weil hier ein prinzipielles Misstrauen gegenüber dem Volk herrscht. Und das hat dann doch wieder was mit dem Dritten Reich zu tun ...

    Egal, wohin man schaut, Deutschland wird von Technokraten (und in Folge dann von Lobbyisten) regiert. Weil das Volk das scheinbar nicht kann. Sogar die Institutionen, die wir Deutschen ganz besonders ins Herz geschlossen haben (z.B. das BVerfG), sind doch streng genommen ein demokratisch nur schwach legitimiertes Gremium von "Experten", die alles besser wissen und allenfalls aus Versehen im Sinne des Volkes sprechen. *seufz*
  8. #57

    richtig

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Falsch. Es gibt so etwas wie Sittenwidrigkeit. Eine Hauptversammlung bzw. ein Unternehmer kann ja auch sonst nicht einfach tun und lassen, was sie bzw. er wollen. Insbesondere nicht irgendwelche Beschlüsse fassen, die kriminell sind oder sich eindeutig gegen die Gemeinschaft richten. Anderenfalls sollte man jedes rechtliche Mittel ausschöpfen, wieso nicht einmal ein Unternehmen als kriminelle Vereinigung einstufen? Diese Form des Geldzusammenraffens zum Nachteil der Allgemeinheit verursacht unterm Strich vermutlich einen höheren Schaden als andere Formen des Terrorismus.

    Nein, Unternehmen muß mal radikal klar gemacht werden, daß sie nicht außerhalb demokratischer und rechtstaatlicher Prozesse stehen. Das Internet wird z.B. gerne als rechtsfreier Raum bezeichnet, in Wirklichkeit ist es aber die Realwirtschaft besonders im Hinblick auf Großkonzerne.
    aber manche Unternehmen machen eben gemeinsame Sache mit...denjenigen,die etwa gleiche Interessen haben.
    Herr Vasella hatte da keine Probleme.
    Alles Schall und Rauch: Benutzte die Polizei Vasellas Helikopter in St.Moritz?
    oder, Rechtsstaat ausser Kraft gesetzt?
  9. #58

    Zitat von okokberlin Beitrag anzeigen
    vasella wollte die summe im übrigen spenden, als bitte hier keine raffzahn-diskussion.
    ... Aber erst als er Gegenwind spürte! Also ein Windfähnchen!
  10. #59

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Das sind die Momente, in denen ich die Schweizer irgendwie beneide.

    Was genau ist in Deutschland so anders, dass das hier nicht klappt? Das kann doch nicht alles nur an dem vermaledeiten Dritten Reich liegen! Ne, ne, das ist irgend etwas anderes.
    Das war der Kaiser! Und die Obrigkeitshörigkeit. Mann weiss es ja: Eine deutsche Revolution kann durch eine rote Fussgängerampel oder durch eine Kanzlerin, die alles als "alternativlos" deklariert aufgehalten werden.