Neue Bildungsstudie: Hauptschüler tun Hauptschülern nicht gut

CorbisReformen sollen immer alles besser machen - aber gelingt das auch? In Bayern gab es früher die Realschule erst ab Klasse 7, dann teilte man die Kinder schon nach der Grundschule auf. Forscher zeigen jetzt: Die Schüler wurden dadurch schlechter.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-883704.html
  1. #60

    Zitat von epigone Beitrag anzeigen
    Ich fordere:

    # Lehrer, die nach Leistung (= Erfolg durch guten Unterricht) bezahlt werden
    # Lehrer, die bei schlechter Arbeit auch mal rausfliegen
    # Lehrer, die ihre Schüler coachen und nicht richten
    # ein Schulsystem, dass sich dem Erfolg der Schüler verschreibt
    # ein Schulsystem, dass nicht mittags endet
    # ein Schulsystem, dass nicht 1/3 der Lernleistung in die Elternhäuser verlagert
    # ein Schulsystem, das nicht 1,5 Mrd. € Nachhilfe-Ausgaben p.a. veranlasst
    # ein Schulsystem, dass Migrantenkinder erfolgreich integriert

    Klar, das können die Lehrer nicht allein leisten. Aber ein System, dass im Ergebniss viele Talente vergeudet, kleinstaatlich zersplittert ist wie im 19 Jhd. und im schlechtesten Fall wie in Berlin, Bremen, Hamburg oder NRW üblich desintegrierte Migranten entläßt, die kaum Chancen haben oder im Sozialsystem hängen bleiben, gehört zerschlagen.

    Und zwar mit der trotteligen Kultusministerkonferenz beginnend.
    Ich fordere:

    Schüler, die Respekt vor den Lehrern haben
    Schüler, die nicht meinen, dass DSDS wichtiger als Bildung ist
    Schüler, die ohne Handys im Unterricht sitzen
    Eltern, die die Schuld für Schulversagen nicht bei den Lehrern suchen
    Eltern, die sich eingestehen, dass die Sprößlinge u.U. einfach doof sind
    Eltern, die den Staat in dem Sie leben respektieren und den Kindern einen Weg in die Gesellschaft ermöglichen

    Komisch, dass das vor 20 Jahren noch geklappt hat.
  2. #61

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Reformen sollen immer alles besser machen - aber gelingt das auch? In Bayern gab es früher die Realschule erst ab Klasse 7, dann teilte man die Kinder schon nach der Grundschule auf. Forscher zeigen jetzt: Die Schüler wurden dadurch schlechter.

    Schulreform in Bayern: Getrennt lernen schadet der Leistung - SPIEGEL ONLINE
    Entscheidender als die Struktur sind die Pädagogen für den Erfolg von Schule. Allerdings fällt schon auf, dass in überwiegend unionsregierten Ländern die Pisa-Ergebnisse besser sind.
  3. #62

    -

    Zitat von Langkieler Beitrag anzeigen
    ...
    Solange Kinder - von der Politik bewußt auch so instrumentalisiert - als Störung eines schicken Lifestyles und Karriereknick-Auslöser angesehen werden und nicht als die, für die man arbeitet und für die man zu sorgen hat, bis sie groß sind, wird es diese katastrophale Fehlentwicklung in Richtung Vereinnahmung der Kinder durch den Staat und Entrechtung jedes Einzelnen, wie bei Frau Honecker und ihrem Mann, weiter geben.

    Da unsere Kanzlerin und ihre neue Bildungsministerin das nicht anders kennengelernt haben, besteht keine gute Perspektive.
    Hä?
    Da passt was nicht zusammen. In der DDR wurde nun wirklich nicht propagiert, dass Kinder eine "Störung eines schicken Lifestyles ..." wären.
    In unserem Staat krankt es vielmehr daran, dass es keinen Gemeinsinn mehr gibt. Stattdessen geht es nach "Erst komm ich!" Jeden Tag auch in deutschen Schulen zu beobachten. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass der Staat den Einzelnen entrechtet.
  4. #63

    Um mal etwas gerade zu rücken...

    gemessen an der Arbeitsbelastung (also Leistung/Zeit, Schülerzahlen, Verwaltung....) verdienen finnische und deutsche Lehrer vergleichbar. Dürfte vielen nicht ins Weltbild passen, ist aber so- mal ganz ideologiefrei betrachtet. Mal abgesehen davon, dass der Fin-De Vergleich immer noch Unsinn ist. LG
  5. #64

    Schlafende Hunde

    Zitat von fördeanwohner Beitrag anzeigen
    Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass der Staat den Einzelnen entrechtet.
    Der erkennbar beste Wille steht der Erkenntnis vielleicht entgegen. Ich erinnere an Olaf Scholz berühmt gewordenen Satz, daß die "SPD die Lufthoheit über den Kinderbetten" bekommen muß. Und die Kita-Fast-Schon-Zwangseinweisung (symptomatisch erkennbar an der Panikreaktion gegenüber dem Erziehungsgeld) trägt die DDR-Kategorie Kindertageseinrichtung nicht nur dem Wortlaut nach in sich.
    Für die DDR ersetzen Sie bitte 'Lifestyle' durch 'Parteiwillen' -d en definierte in Sachen Jugend und Erziehung jahrzehntelang Margot Honecker. Aber Ihnen war ja schon klar, wie ich das gemeint hatte. Die Gleichschaltungsstrategen haben schon erkannt, daß man bei uns andere Begriffe neu besetzen muß (wie auch "Gerechtigkeit, die im linken Sprachgebrauch dem spröden "Umverteilung" entspricht), um Zugang zu Wählern zu erlangen.
    Mit Ihrem Außendifferenzierungskurs fahren sie ja eine exotische Variante im SH-Schulfriedenspark. Hoffentlich haben Sie nun mit Ihrem Outing nicht bei Frl. Wende einen schlafenden Hund wachgerüttelt! Das ist ihr einziger Freund! Ihre Kollegen könnten Ihnen schon bald böse werden.
  6. #65

    optional

    In Bayern machen jetzt also schon über 40 Prozent der Schüler das Abitur. Was ist das Abitur dann bitte noch wert? Wenn man sich die Leistungen einiger Gymnasiasten beim Nachhilfeunterricht in Englisch, Deutsch oder Mathematik so antun muss, dann kann man nur sagen, dass das Abitur nicht wirklich etwas über tatsächlich vorhandene Kenntnisse aussagen kann. Angehende Abiturienten, die trotz Englisch-Leistungskurses kaum in der Lage sind, fehlerfreie Sätze beim freien Sprechen zu bilden. Bei Mathematik gehen die Lichter teilweise schon bei einfachsten Infinitesimalaufgaben aus. Und fehlerfreies Deutsch spricht man in Bayern ohnehin nur selten. Von daher: Das Abitur passt sich den Schülern an, weil es die Politiker so wollen. Macht sich schließlich gut, wenn man viele "hochqualifizierte" Schüler aus den Schulen entlässt, die dann zur Hochschule gehen dürfen. Wo es dann auch wieder Weichspülernoten gibt, weil man im Seminar nicht eingeschlafen und ermattet zu Boden geglitten ist. Es ist halt ein Trauerspiel.
  7. #66

    Umgekehrt wird ein Schuh draus

    Zitat:
    "Weite Teile von CDU und CSU haben inzwischen eingesehen, dass Dreigliedrigkeit nicht mehr die Antwort auf Schulprobleme von heute sein kann. "

    Die Abkehr von der Dreigliedrigkeit hin zu Gesamtschulen hat doch in vielen Bundesländern überhaupt zu der Bildungsmisere geführt.
    In NRW erreichen die Gesamtschul-G-Kurse sogar nur unterstes NRW-Hauptschulniveau, die E-Kurse der Hauptschulen sind noch deutlich besser.
  8. #67

    Irrtum

    Zitat von A.Hello Beitrag anzeigen
    Vor dreißig Jahren gab es in Hamburg eine ideale Gesamtschule, die es heute leider in der Form nicht mehr gibt. Zu der Zeit herrschte Aufbruchsstimmung. Viele betuchte Linke, darunter Bürgerschaftsabgeornete, Ärzte, Richter und auch Leute aus der Wirtschaft schickten ihre Kinde auf diese Schule, weil sie an sie glaubten.
    Zudem ließen sich aus dem ganzen Bundesgebiet Lehrer an diese Schule versetzten weil sie dabei sein wollten.

    So wurde die in einem armen Stadtteil gelegene Schule ordentlich aufgemischt. Die aus dem Einzugsgebiet stammende Schülerschaft wurde durch Schüler bereichert, die eigentlich aufs Gymnasium gegangen wären.
    Und was soll ich Ihnen sagen - das funktionierte!
    Ich kann ihnen zahlreiche Beispiele nennen, bei denen die Biografien bilderbuchartige Verläufe genommen haben. Diese sind heute Ärzte, Anwälte oder Unternehmer. Obwohl sie Arbeiterkinder oder Ausländerkinder waren.

    Aber was für den Einen positiv ist, ist für den Anderen natürlich auch eine Bedrohung. Von daher gehen große Teile der Diskussion um eine bessere Schulausbildung in Deutschland am Problem vorbei.

    Denn Eines hat die denkwürdige Auseinandersetzung über die Primarschule in Hamburg gezeigt. Viele Argumente für die Separierung von Schülern sind einfach nur von der Angst der Mittelschicht vor dem Abstieg motiviert.
    Wie kommen Sie darauf, dass nur Kinder von Ärzten, Anwälten und Unternehmern die Gymnasien besuchen ? Da interliegen Sie einem vielleicht politisch gewolltem Irtum.
    Die hamburger Gesamtschule, jetzt zur Stadtteilschule verkommen, bildete Kinder weiter, die in der Regel keine Gymnasialempfehlung hatten und die durch die Kursangebote verschiedene Lerngeschwindigkeiten anbot, jetzt auch vorbei.
    Dennochkann ich aus eigener Anschauung sagen, dass die Noten um etwa eine Zensur besser gegeben wurden auf dem Gymnasium, dies konnte man an der Weiterbildung durch Lehre erkennen.
    Das auch auf der Gesamtschule sehr intelligente Kinder Ihren Weg durch die Uni gemacht haben, natürlich.
    Warum dies nun eine Bedrohung darstellt, verstehe ich nicht. Sie sollten sich von Ihrem klassendenken befreien, wichtig war immer, dass ein System durchlässig ist und dass man auch im Laufe seiner Weiterbildung alle gesteckten Ziele erreichen kann, wenn man sich dafür anstrengt.Diese Anstrengung, die früher durch Wechsel von Realschule auf Gymnasium, Abendschule mit Abi, diese Anstrengung vermisse ich. Die Verantwortung wird beim Schulsystem, den Lehrern oder sonstwo gesucht aber nicht ( als Heranwachsender ) bei sich selbst.
  9. #68

    Ha!

    Man könnte viel früher und nicht nur drei- sondern 5 oder 7-gliedrig trennen! Meine Tochter könnte schon mit 10 Monaten laufen und klettern und mit zwei Jahren in ganzen Sätzen sprechen... Manche können erst mit 18 Monaten laufen und nicht mal mit drei Jahren sprechen!
    Ich hoffe man merkt, dass das Quatsch ist! Schließlich sollen alle Kinder bis etwa ihrem 14. Lebensjahr sicher rechnen, lesen und schreiben und Grundlagen allen Schulfächern wie Musik, Sport, Chemie, Physik, Erdkunde, Biologie usw. haben! Danach kann man die Kinder ruhig trennen und nach Neigung fördern: manche vlt. praktisch, musisch, sportlich mathematisch, humanistisch, wie auch immer.!
  10. #69

    Finnland

    Zitat von Langkieler Beitrag anzeigen
    Klemm ist kein renommierter Bildungsforscher, sondern ein Bertelsmann-Lohnschreiber. Der veröffentlicht nur im Namen und auf Kasse der Bertelsmann-Stiftung und taugt als Referenz nur im Sinne einer Faktenumkehr.

    Der Artikel schwallert im Übrigen nur die gewagten Thesen Piopuniks nach.

    Nur ein paar Beispiele: 90% aller finnischen Schüler sehen in ihrer gesamten Schulkarriere keinen ausländischen Mitschüler, der des Finnischen oder Schwedischen nicht mächtig ist. Wieviel Unterrichtszeit wird bei uns damit verbracht, nicht deutsch sprechenden Kindern - die freilich jedes Recht auf Bildung haben! - etwas nahezubringen? In Finnland kommen die erst in Regelschulen, wenn sie vorher in Extrakursen die Landessprache hinlänglich gut gelernt haben.

    Außerdem gibt Finnland pro Schüler etwa doppelt so viel Geld aus wie wir.

    Und: Finnische Lehrer sind mit rund 2/3 des hiesigen Lehrergehalts zufrieden. Dafür klagen sie nicht laufend über die bösen Kinder und bösen Eltern, sondern erteilen selbst in den Sommerferien gerne Förderunterricht. Beim finnischen Lehrergehaltsniveau könnten wir 50% mehr Lehrer haben als jetzt.

    Letztlich ist die Rot-Grün-GEW-These von einer Bildungs-Benachteiligung sozial schwächer gestellter Kinder ein ganz böses Lügenmärchen.

    Kein Kind wird bei uns nach dem Familienvermögen beurteilt. Allerdings betrachten es viele Eltern - unabhängig von ihrem sozialen Status - nicht mehr als ihre Aufgabe, sich um ihre Kinder zu kümmern.

    Solange Kinder - von der Politik bewußt auch so instrumentalisiert - als Störung eines schicken Lifestyles und Karriereknick-Auslöser angesehen werden und nicht als die, für die man arbeitet und für die man zu sorgen hat, bis sie groß sind, wird es diese katastrophale Fehlentwicklung in Richtung Vereinnahmung der Kinder durch den Staat und Entrechtung jedes Einzelnen, wie bei Frau Honecker und ihrem Mann, weiter geben.

    Da unsere Kanzlerin und ihre neue Bildungsministerin das nicht anders kennengelernt haben, besteht keine gute Perspektive.