Neue Bildungsstudie: Hauptschüler tun Hauptschülern nicht gut

CorbisReformen sollen immer alles besser machen - aber gelingt das auch? In Bayern gab es früher die Realschule erst ab Klasse 7, dann teilte man die Kinder schon nach der Grundschule auf. Forscher zeigen jetzt: Die Schüler wurden dadurch schlechter.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-883704.html
  1. #10

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    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Reformen sollen immer alles besser machen - aber gelingt das auch? In Bayern gab es früher die Realschule erst ab Klasse 7, dann teilte man die Kinder schon nach der Grundschule auf. Forscher zeigen jetzt: Die Schüler wurden dadurch schlechter.

    Schulreform in Bayern: Getrennt lernen schadet der Leistung - SPIEGEL ONLINE
    Schön, dass die Deutschen immer intelligenter werden. Die Abiturquote steigt von 30,8% auf 41,2%. Wenn es so weitergeht haben wir bald die 100% erreicht. Endlich!
    Ich bin dann aber mal gespannt, ob die, die das propagiert haben, sich auch von einem Arzt operieren lassen, den man über diesen Weg qualifiziert hat.
    Viele "unserer" Abiturienten können kaum richtig schreiben und rechnen,
    aber Hauptsache man hat ein Papier, dass einen hochwertigen Abschluß vorgaukelt.
    Auch wenn die menschliche Intelligenz langfristig steigt, ich glaube, hier hat man mit niedrigeren Anforderungen nachgeholfen.
    Leidtragende sind die Universitäten und die Unternehmen, die dann nachschulen müssen.
  2. #11

    Überraschend? Nicht wirklich.

    Ich habe als letzter Jahrgang in Niedersachsen noch mit der OS zur Schule gehen dürfen. Ein wahrer Segen, muss man im Nachhinein sagen. Nach der Grundschule wäre ich mit meinem Zeugnis ohne jeglichen Zweifel ein Schüler fürs Gymnasium gewesen. Nach der OS hatte ich zwar auch die Empfehlung, allerdings gaben die Lehrer auch den Hinweis, dass die Entscheidung nicht leicht war. Es klappte in den Folgejahren alles gut, war also richtig, aber es wurde klar, dass ich ohne sehr sehr viel Anstrengung kein super-Schüler werden würde. Nach der GS wäre das eine realistische Vermutung gewesen. - Heute geht es vielen nicht anders. Vielleicht kommen sie anfangs nicht so gut zurecht mit dem Lernen und werden zu schlecht eingeschätzt oder werden, wie es bei mir gewesen wäre, zu gut eingeschätzt. - Fazit: OS Flächendeckend, aber auch von der 5-7 Klasse (nicht wie vorher 5 6) und Abi wieder nach 13 Jahren!
  3. #12

    Zitat von wum1 Beitrag anzeigen
    Ihre Erinnerung trügt Sie!
    Die Regelung ist relativ neu (in der Ära M.Hohlmeier) und hat in Bayern damals zu breiten Diskussionen geführt, dass der Leistungsdruck nun schon vile früher einsetzen würde.
    Gut, dann mag das nur auf dem Land anders gewesen sein.

    Die Grundschulen gingen grundsätzlich nur bis zur 4. Klasse, dann musste man zum nächsten Marktflecken oder zur Kreisstadt und dann eben, je nach Durchschnitt auf die Hauptschule, Realschule oder das Gymnasium.
  4. #13

    So so ...

    Sie meinen also, dass Chancengleicheit nur so eine Phrase ist, keinen realen Hintergrund hat? Vor dem Eingangstest zur XY-Schule schlecht geschlafen, 6, ab auf die darunterliegende Schule, stellen Sie sich das so vor? Oder eher dass ein Stab von Psychologen und Pädagogen etc. jedes einezelne Kind mehrere Wochen beobachtet um es dann in passende 5er-Klasse der passenden Schule einzusortieren?

    Es steht jedem frei seine Kinder ab dem Grundschulalter (oder sogar schon im Kindergartenalter) in private "Experimentieranstalten" aller Art zu schicken. Dort bekommen die dann ganz sicher die richtige individuelle und optimale Förderung, die die Eltern für richtig halten.
    Leider leugnen immer noch viele Menschen, dass die bundesdeutsche Länderbildungspolitik das reinste Chaos auf qualitativ niedrigstem Niveau aus.
    Und es fällt natürlich niemandem ein, der in oder mit diesem Apparat sein Geld verdient, die ganze Sache ernsthaft zu hinterfragen.

    Man hat nie wahrgenommen, dass es auf deutschem Boden bis vor etwa 22 1/2 Jahren ein Land mit einem nahezu perfekten Bildungssystem gab. Aber das geht natürlich heute in der FDGO nicht mehr, dass es strenge/exakte zentrale Vorgaben zu Lehr- und Prüfungsinhalten sowie zu den Wegen zur Vermittlung des Wissens gab die 1:1 umzusetzen waren. Könnte man das heute von Beamten oder ö. Angestellten noch verlangen, geht es natürlich garnicht, Verlage (freie Wirtschaft) mit der Herstellung hervorragender durchdachter Lehrbücher zu beauftragen und die dann vielleicht auch noch über lange Jahre konstant und wegen der Stückzahleffekte extrem preiswert. Man vergisst, dass die soziale Trennung zumindest in der Schule nicht gefördert wurde. Man vergisst, dass nie Gejammer über ein sog. Turboabi geben musste, in 13 Jahren konnte man Abi+Beruf haben. Man vergisst, das fast alle Eltern Ihre Kinder perfekt unterstützen konnten, da sie sich auf perfekte Lehrmaterialien stützen konnte.

    Ich erspare mir die Ausführungen darüber, wie das heute so ist.


    Zitat von eigene_meinung Beitrag anzeigen
    dass Menschen verschieden sind. Wenn man alle Schüler gleich unterrichtet, muss man sich nach dem Schwächsten richten, und die Leistungsstarken können ihr Potential nicht ausschöpfen.
    Tatsächlich sollte schon viel früher als in der vierten Klasse eine Auslese stattfinden - mit der Möglichkeit, später die Schulform zu wechseln (evtl. mit spezifischen Fördermaßnahmen verbunden). Das passt aber natürlich nicht zu der Ideologie, nach der alle Menschen gleich sind (ausgenommen natürlich die Wirtschafts- und Politik-Bonzen, die ihre Kinder auf teure Privatschulen schicken).
  5. #14

    Gewagt...

    ... ist die Schlußfolgerung schon. Ich würde schlußfolgern, daß die Kinder ausdifferenzierten Unterricht benötigen, je früher je besser. Das kann man auch in einer gemeinsamen Stufe erledigen, wenn die Ressourcen dafür bereitgestellt werden würden. Aber leider ist unsere Bildungspolitik nicht an den Kindern, sondern am Ego der Bilungspolitiker orientiert und dazu noch kurzfristig angelegt. Von Weitblick und Strategie keine Spur, schon gar nicht von den langfristigen Notwendigkeiten an Bildung für unsere Wirtschaft.
  6. #15

    Was für eine Überraschung!

    "So haben Finnland, Schweden und Norwegen ihre Schulsysteme schon vor Jahrzehnten so reformiert, dass Schüler länger gemeinsam lernen. Davon haben vor allem Schüler aus nichtakademischen Elternhäusern profitiert."
    Dass diese Staaten das Schulsystem der DDR kopierten, darf man nicht mal nach zwanzig Jahren sagen, da ja dieser Unrechtsstaat von vorne bis hinten schlecht war.
    Ich habe die Kommentare der Helfer aus dem Westen nach 1990 im Rundfunk gehört, wie sie sich über das DDR-Bildungssystem aufregten. Die Praxis sah so aus: da kamen die Kinder dieser Eltern in die Klasse, hatten die große Klappe und beeindruckten durch tolles Reden. Nach spätestens 5 Monaten waren diese Schüler allerdings verschwunden. Die Alteingesessenen sagten lächelnd: die schrieben nur 5 in Mathe, Physik, Chemie - also hat man das Gymnasium eingeführt. Das ist die Realität.
  7. #16

    Es wäre schön und vor allem sachlich...

    ...wenn nicht gleich immer in jedem thread zu diesem Thema schwedische und finnische Verhältnisse propagiert würden. Ein Blick in sozial weitaus besser vergleichbare Länder wie Großbritannien und Frankreich zeigt, was bei der Abschaffung des gegliederten Schulsystems käme: Bildungssoziale Segregation gemäß Wohnort und Eliteschulen. Ein Gewinn?
  8. #17

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    Zitat von kolibri73 Beitrag anzeigen
    Nach ca.50 Jahren schulpolitischer ideologischer Grabenkaempfe um die Gesamtschule haben endlich auch weite Teile von CDU und CSU begriffen dass das skandinavische Lernmodell alle Schueler bis einschliesslich.9. Jahrgangsstufe gemeinsam zu unterrichten enormeVorteile bringt.Schade nur ,dass der Sinneswandel nicht der Einsicht folgt, sondern der Ressourcenoptimierung im Deutschland der sinkenden Geburtenraten!
    Na ja, bei 2% Ausländeranteil in Finnland (von denen viele schon wegen klimatischer und linguistischer Herausforderungen wohl erheblich motivierter sein dürften als der deutsche Durchschnittstürke) schadet das gemeinsame Lernen eher wenig. Die hohe protestantische Ethik und die rigide Sozialkontrolle der Fenno-Skandinavier sollte man auch nicht vergessen.

    Sooo einfach kann man Modelle dann doch nicht übertragen.
    Ich sage immer, dass man in Deutschland trotz Schule einen hohen Bildungsstand erreichen kann.
  9. #18

    Testojekte?!?

    Die Kommentare im Forum spiegelt die Probleme, die wir in Deutschland haben deutlich wieder. Jeder meint den Stein der Weisheit gefundenen zu haben. Unsere Kinder werden mehr oder weniger zum Testojekt degradiert. da wird mal was ausprobiert und wenn es nicht klappt, dann macht man es eben wieder anders. Zurück bleiben Kinder den man in den Betrieben das Lesen und Schreiben beibringen muss. Hauptsache sie können ihren Namen tanzen.....Armes Deutschland
  10. #19

    Zitat von kolibri73 Beitrag anzeigen
    dass das skandinavische Lernmodell alle Schueler bis einschliesslich.9. Jahrgangsstufe gemeinsam zu unterrichten enormeVorteile bringt.
    Na ja. Saab ist pleite, BMW floriert. Das skandinavische Modell ist kuschelig und schneidet bei von Bürokraten am grünen Tisch ausgedachten Tests ganz gut ab. In der Realität sehe ich in Sachen Innovation, Technik, Forschung, Patente etc. pp. aus Skandinavien nicht viel.
    Da müsste man sich an ganz anderen Systemen orientieren, die hätten aber etwas mit Leistung und Fordern zu tun und dann ist es gar nicht mehr kuschelig...
    Aber nett ist's, klar...