Neue Bildungsstudie: Hauptschüler tun Hauptschülern nicht gut

CorbisReformen sollen immer alles besser machen - aber gelingt das auch? In Bayern gab es früher die Realschule erst ab Klasse 7, dann teilte man die Kinder schon nach der Grundschule auf. Forscher zeigen jetzt: Die Schüler wurden dadurch schlechter.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-883704.html
  1. #1

    Hoert,hoert!

    Nach ca.50 Jahren schulpolitischer ideologischer Grabenkaempfe um die Gesamtschule haben endlich auch weite Teile von CDU und CSU begriffen dass das skandinavische Lernmodell alle Schueler bis einschliesslich.9. Jahrgangsstufe gemeinsam zu unterrichten enormeVorteile bringt.Schade nur ,dass der Sinneswandel nicht der Einsicht folgt, sondern der Ressourcenoptimierung im Deutschland der sinkenden Geburtenraten!
  2. #2

    Schulen sind doch das reinste Trauerspiel

    Wenn alle auf Pisa schielen und sich eifrig bemühen, irgendwelche Punktewerte zu verbessern, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten, dann muss es nicht verwundern, dass die Schulen mehr und mehr zum Spielplatz für profilierungswütige Bildungspolitiker verkommen. Eine echte Schulreform kann doch nur dann passieren, wenn endlich mal Einigkeit darüber herrscht, welche Ziele man überhaupt verfolgt - dummerweise ist das teuer. Und so lange man lieber in prestigeträchtige Großprojekte und unsinnige Herdprämien investiert, wird sich an der Flickschusterei zum Nachteil aller auch nie was ändern.
  3. #3

    Wer logisch denken kann, weiß,

    dass Menschen verschieden sind. Wenn man alle Schüler gleich unterrichtet, muss man sich nach dem Schwächsten richten, und die Leistungsstarken können ihr Potential nicht ausschöpfen.
    Tatsächlich sollte schon viel früher als in der vierten Klasse eine Auslese stattfinden - mit der Möglichkeit, später die Schulform zu wechseln (evtl. mit spezifischen Fördermaßnahmen verbunden). Das passt aber natürlich nicht zu der Ideologie, nach der alle Menschen gleich sind (ausgenommen natürlich die Wirtschafts- und Politik-Bonzen, die ihre Kinder auf teure Privatschulen schicken).
  4. #4

    *Räusper*

    Soweit ich mich erinnern kann, sind auch vor der Jahrtausendwende in Bayern Real- und Hauptschüler ab der 5. Klasse getrennt worden.
    Nur konnte man bis zur 7. Klasse "umsteigen", wenn die Noten gut genug waren.
    Die Grundschulen gingen nur bis zur 4. Klasse, allerdings waren manche Grundschulen auf dem selben Gebäude wie die Hauptschule und manchmal sogar Sonder-(heute: Förder-)schule.

    Wer will uns da einen Bären aufbinden?

    Und ist das ifo-Institut für so eine Studie und deren Deduktion überhaupt geeignet?
    Das sind doch Wirtschaftsforscher und keine Pädagogen.

    Ein Schelm...
  5. #5

    Soso. Die schwächsten 60% sind im Durchschnitt schwächer als die schwächsten 70%. Wer hätte das gedacht?
  6. #6

    Das grosse Ganze

    Natürlich tun Hauptschüler hauptschülern nicht gut. Hauptschüler tun niemanden gut, potenziellen Gymnasiasten z.B. die mit ihnen in eine Klasse müssen.

    Da muss man ABWÄGEN man kann doch globale Entscheidungen nicht von einzelnen Gruppen abhängig machen. das ist wie mit der Möwenpicksteuer für Hoteliers war das cool, für alle anderen nicht. Genauso muss Bildungspolitik gehen. Das grosse Ganze betrachten und die Entscheidung treffen, die uns alle am meisten voranbringt.
    Jede Entscheidung die bei so etwas herauskommt und mir erklärt wird, werde ich mittragen.
  7. #7

    Ergebnisse der Studie kaum interpretierbar

    Die Ergebnisse der Studie mögen rechnerisch richtig sein, die Interpretationen sind gewagt. Wenn man nur einen Faktor, nämlich die strukturelle Veränderung des Schulsystems, betrachtet, nicht jedoch die Wanderungsbewegungen zwischen den Schularten sowie andere Faktoren (z. B. Migrationszuflüsse), kann man keinen eindeutigen Schluss auf die Ursachen der beobachteten Phänomene ziehen. Schade, dass die Autorin zwar die Einwände von Klaus Klemm referiert, aber am Ende doch wieder zu der nicht wirklich gesicherten Schlussfolgerung von Marc Piopiunik zurückkehrt.
  8. #8

    Gleichmacherschulen

    Zitat von kolibri73 Beitrag anzeigen
    Nach ca.50 Jahren schulpolitischer ideologischer Grabenkaempfe um die Gesamtschule haben endlich auch weite Teile von CDU und CSU begriffen dass das skandinavische Lernmodell alle Schueler bis einschliesslich.9. Jahrgangsstufe gemeinsam zu unterrichten enormeVorteile bringt.Schade nur ,dass der Sinneswandel nicht der Einsicht folgt, sondern der Ressourcenoptimierung im Deutschland der sinkenden Geburtenraten!
    Gleichmacherschulen bringen die schlechtesten Ergebnisse. Damit das Gefälle zwischen dem erfolgreichen Süden und dem schwachen Westen und Norden nicht so groß bleibt, hat Baden-Württemberg dank Grün-Rot nun auch die Gleichmacherschule eingeführt. Lehrer Kretschmann muss es ja wissen, dass die Mischung aus Barolo und Wein aus dem Karton ein gutes Mittelmaß ergibt. Theoretisch klappt ja alles, nur in der Praxis klaffen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander.
  9. #9

    Blaue Fee

    Ihre Erinnerung trügt Sie!
    Die Regelung ist relativ neu (in der Ära M.Hohlmeier) und hat in Bayern damals zu breiten Diskussionen geführt, dass der Leistungsdruck nun schon vile früher einsetzen würde.

    grundsätzlich ist es schon ein Kreuz mit Korrelationen: Seit meine Jacke älter geworden ist, finde ich immer mehr Haare darauf, die vonm meinem Kopf abgefallen sind.
    Sollte ich mir also eine neue Jacke kaufen, um den Haarausfall zu stoppen??