Werkverträge: SPD startet Offensive gegen Lohn-Dumping

dpaDie Sozialdemokraten preschen beim Thema Billigarbeit vor: Laut "Handelsblatt" hat die SPD einen Gesetzentwurf zur strengeren Kontrolle sogenannter Werksverträge ausgearbeitet. Mit diesen lagern Unternehmen Arbeiten an Fremdfirmen aus - und drücken so die Löhne.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-884218.html
  1. #1

    Das ist doch so

    erst schafft sie die "Liberalisierung" des Arbeitsmarktes unter Schröder, und jetzt macht sie das zum Wahlkampfthema ?
  2. #2

    Wow, was würden die deutschen Arbeitnehmer nur ohne die SPD machen.
    Statt sich dem Problem wirklich mit festen rechtlichen Maßnahmen zu nähern, werden den Betriebsräten irgendwelche diffusen Rechte zur Mitsprache eingeräumt, die das Problem zwar kurzfristig abmildern könnten, mittel- und langfristig aber keinerlei Veränderung hervor rufen.
  3. #3

    Es ist Wahlkampf!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Sozialdemokraten preschen beim Thema Billigarbeit vor: Laut "Handelsblatt" hat die SPD einen Gesetzentwurf zur strengeren Kontrolle sogenannter Werksverträge ausgearbeitet. Mit diesen lagern Unternehmen Arbeiten an Fremdfirmen aus - und drücken so die Löhne.
    Man merkt spätestens dann, dass es Wahlkampf ist, wenn die SPD (scheinbar) gegen ihre eigene Arbeitsmarktpolitik vorgeht.

    Leider ist das nicht sehr glaubwürdig.

    Nur eine echte Abwendung vom Hartz IV Regime, könnte die Lage für die Bürger verbessern, aber die SPD hat nur "Kosmetik" im Sinn.
  4. #4

    Wie wärs mit noch mehr davon?

    Denn irgendwann schwingt das Pendel zurück und das wird unangenehm für den Auftraggeber: Mitarbeiter die sich nicht mehr mit der Firma identifizieren sind oftmals nicht in der Form motiviert und leistungsbereit wie die Stammbelegschaft (woher soll der Ansporn auch kommen) - auf Dauer leidet darunter die Qualität und somit das Produkt (auch wenn es Kontrollen der Gewerke gibt) - und schlechte Produkte bestehen am Markt nur eine gewisse Zeit (bis alle merken, dass die Marke nichts mehr wert ist, oder ein Prozess wegen mangelhafter Qualität oder Garantieprobleme oder oder oder) - dann hat es sich sehr schnell ausgespart und es wird über die mangelnde Fachkompetenz und fehlendes Engagement geklagt - man bekommt was man bezahlt.
  5. #5

    SPD ist unglaubwürdig

    Es ist immer wieder interessant, wie die SPD durch populistische Aktionen versucht, vom eigenen Unvermögen abzulenken. War es nicht die SPD, die beispielsweise den 1€-Jobber eingeführt hat? In der Opposition kann man immer herrlich kritisieren, das eigene Regierungshandeln ist doch dann äußerst ernüchtern bzw. blamabel. Die SPD ist unglaubwürdig geworden.
  6. #6

    Was eine Loesung

    So da moechte die SPD also den Betriebsraeten mehr Macht geben, die dann -so die Hoffnung- dem Werkvertragswesen ein Ende bereiten. Ich weiss nicht wieviel Prozent aller Unternehmen einen BR haben, aber es wird die Minderheit sein. Dann darf man auch nicht vergessen, es ist ja nicht so, als das man Betriebsraete nicht kaufen kann, bspw. einen netten Dienstwagen auch zur privaten Nutzung bereitstellen. Oder man erinnere sich an Herrn Volkers von VW und seine Brasilien Fluege, war da nicht neulich auch was mit Thyssen-Krupp, Herr Birske fliegt mit Frau 1. Klasse nach Hawaii auf Lufthansakosten? Die Mehrheit der Betriebsraete lassen sich waehlen, weil sie dann selbst Kuendigungsschutz geniessen, aber doch nicht um ernsthafte Konflikte mit Arbeitgebern einzugehen, langfristig sitzt der naemlich immer am laengeren Hebel. Ich weiss wovon ich rede ich war selbst ueber 10 Jahre in einem Betriebsrat taetig. Man glaubt nicht wie kaeuflich Menschen sind.
  7. #7

    Zu: Wie wärs mit noch mehr davon?

    Natürlich ist es dann aus Qualitätsmangel dann vorbei mit der Produktion. Aber bis dahin ist der Betreiber reich geworden, lässt den Laden in die Insolvenz ziehen, kauft die Insolvenzmasse auf und das Ding noch mal durch. Eigentlich ganz einfach. Man darf nur kein Mitgefühl haben, aber das ist ja eh was für Schwächlinge.
  8. #8

    Spezialdemokraten

    Prima, die Spezialdemokraten haben also ein Problem erkannt, dass sie durch ihre eigenen "Reformen" erst geschaffen haben. Wie soll man eine Partei ernst nehmen, die sich rühmt, den "besten Niedriglohnsektor Europas" geschaffen zu haben und dann eine "Offensive gegen Lohndumping" startet?

    Na gut. Die Betriebsräte sollen nun also bei der Einstellung von Beschäftigten mit Werkvertrag ein Wörtchen mitreden dürfen. Mal abgesehn davon, dass jemand mit Werkvertrag nicht "eingestellt" wird (dies macht gerade den Unterschied zum Arbeitsvertrag aus), sticht hier die Frage nach den Interessen ins Auge. Betriebsräte vertreten die Interessen von denjenigen, von denen sie gewählt werden (so sollte es jedenfalls sein). Solange Beschäftigte mit Werkvertrag nicht stimmberechtigt sind (und werden sie auch weiterhin nicht sein), werden die Betriebsräte auch nicht die Interessenvertreter der Werkvertragsarbeiter sein. So einfach.Trotzdem nicht verständlich für Spezialdemokraten.
  9. #9

    Viel(zuviel)frontenkriege

    wurden noch nie gewonnen und Geschichte machen die anderen.