Mieser Absatz im Januar: Europas Pkw-Verkauf fällt auf historisches Tief

DPAEuropas Automarkt rutscht tiefer in die Krise: Im Januar sind so wenige Pkw verkauft worden wie noch nie in diesem Monat. Vor allem Frankreich und Italien verzeichnen drastische Absatzeinbrüche. Viele deutsche Hersteller ficht die Krise nicht an: Sie konnten trotzdem zulegen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-884172.html
  1. #30

    Kann sich jemand daran erinnern,

    dass 2009 durch die abwrackprämie enorm viele neufahrzeuge gekauft wurden?
    da ein kfz nunmal mehr als drei jahre hält, war diese entwicklung doch schon zu diesem zeitpunkt abzusehen. da muss man sich doch heute nicht drüber wundern.
  2. #31

    Dreckschleuder

    Zitat von echo0815 Beitrag anzeigen
    würde aber auch bedeuten, dass man sich von den ständig neu aufkommenden EU-Ideen- und Vorschriften distanziert.
    Was mich in dem Zusammenhang auch immer wieder stört: Ich habe den Eindruck, dass man kaufen kann, was man will. Nach wenigen Jahren wird einem signalisiert, dass man wieder "falsch" liegt, weil wieder die bisherigen Autos z.B. als Dreckschleuder diffamiert werden. Und die Zeiträume, in denen die Daumenschrauben immer weiter angezogen werden, scheinen immer kürzer zu werden. Euro 1, Euro 2, Euro 3, Euro 4, Euro 5, Euro 6 usw. usw. Was immer man kauft, in ein paar Jahren ist das auch wieder falsch. Und Autos kosten einfach zu viel Geld. Da muss ich mich auf den Bestandsschutz verlassen können. Das kann ich aber heutzutage nicht mehr. Meinen Wagen fahre ich jetzt im 23. Jahr. Der Wagen hatte von Anfang an einen geregelten Katalysator. Und damals hieß es, dass solch ein Katalysator bereits ca. 90% der giftigen Abgase in ungiftige umwandelt. Beim letzten TÜV-Termin vor einem Jahr tat er dies auch noch. Trotzdem muss ich schon seit Jahren wesentlich mehr Kfz-Steuern bezahlen. Auch diese Unsicherheit hat bei mir ganz klar zu der langen Kaufzurückhaltung geführt.
  3. #32

    Willkommen in der Wirklichkeit

    Der Autoabsatz spiegelt die antisoziale Politik der letzten 20 Jahre wieder. Arbeitnehmergehälter stagnieren oder sinken, stabile Beschäftigungsverhältnisse werden durch Zeitarbeit ersetzt. Statt Wohlstand und Vertrauen herrscht Notstand und Resignation. Wer nichts hat, kann auch nichts ausgeben. Die wenigen fettgefütterten Bonzen können sich dagegen gut und gerne den dritten oder vierten Benz/Audi/BMW mit allen Sperenzchen in die Garage stellen. Nur immer weiter so, dann können die verbliebenen Autohersteller auch bald gepanzerte Limousinen an den Mann bringen...
  4. #33

    Zitat von uezegei Beitrag anzeigen
    Es gibt längst Studien darüber, dass bei der jungen Bevölkerung das Auto kein Muss oder gar ein Statussymbol ist.
    Macht nix.
    Die junge Bevölkerung wird schließlich auch 'mal älter.
  5. #34

    Zitat von FreieWelt Beitrag anzeigen
    Ich kann ihnen da nur völlig zustimmen. Bei uns verläuft eine Straße, die seit ungefähr 5 Jahren dringend neu geteert werden müsste. Stattdessen hat die Gemeinde ein Schild mit "Vorsicht Straßenschäden" aufstellen lassen. Die 50 cm Löcher werden jetzt im Frühling wieder aufgefüllt, was natürlich nur 6 Monate hält. Die Straße beginnt sich an allen Ecken und Enden aufzulösen, während überall sonst in der EU neue Autobahnen gebaut werden. Wer in letzter Zeit mal in Spnien war, wird mir da zustimmen müssen.
    Teer seit den 1970er Jahren in Deutschland (in den neuen Bundesländern seit 1990) für den Einsatz im öffentlichen Straßen- und Wegebau verboten und vollständig durch Bitumen ersetzt.
  6. #35

    Mein Einkommen würde für zwei Autos reichen...

    ... habe aber seit acht Jahren keins. Wozu auch? Ich lebe in der Großstadt, und es gibt doch Mietwagen und Carsharing. Auch für meinen Sohn, Student, 22, mit gut dotiertem Nebenjob, ist der Gedanke an eigenen PKW eher abwegig. Ist für ihn doch Mobilität dank NRW-Studi-Ticket fast geschenkt. Selbst Geschaftsreisende fahren zunehmend Bahn und steigen am Zielort in Taxi, Carsharing-, oder Mietwagen.
  7. #36

    Mehrere Gründe

    Wie bei allem: Es ist liegt kein monokausaler Verlauf vor, sondern die Absatzkrise hat viele Ursachen.

    Richtig ist, dass die Einkommensstruktur (stagnierende Löhne) auf der einen Seite, die Kostenstruktur (steigende Unterhaltskosten und Energiekosten) auf der anderen Seite Ursachen sind. Für viele Privatpersonen ist es unattraktiv, einen Neuwagen zu kaufen. Bspw. sind die Beamtengehälter weitestgehend stagnierend. Wenn nun ein Polizei-, Justizbeamter oder Lehrer, die häufig Berufspendler sind, allein für Kraftstoff 30 €/Monat mehr, Heizung/Strom 40 €/Monat mehr ausgeben muss, dazu der Anschaffungspreis für einen Neuwagen einige Tausend Euro gestiegen ist, dann lässt zwangsläufig die Nachfrage nach. Ganz zu schweigen von denjenigen Personen, die in prekären Verhältnissen leben---die gab es aber auch schon immer.

    Aus der anderen Seite gibt es aber auch viele Akademiker, die ausgesprochen gut verdienen. Für die sind Autos schlicht erschwinglich. Auch die Firmenwagenregelung bzw. die Hereinnahme eines Fahrzeugs in Betriebsvermögen bei Selbständigen, insbesondere Leasing etc., ist

    Hinzutritt, dass genau diese Mittelschicht weniger bereit ist, bspw. auf Urlaub, Hobbys und Freizeitgestaltung zu verzichten und das Kfz daher der Posten ist, wo Neuanschaffungen vermieden werden oder verzögert werden, um sein Niveau halten zu können.

    Weiter befinden sich in dieser Mittelschicht vermehrt Personen, für die - anders noch als in den 70ern - das Kfz tatsächlich kein Status Symbol mehr ist und das Kfz viel an "Magie" verloren hat. Das merke ich auch an mir selbst. Dieser ganze elektronische Schnickschnack, der als Revolution angepriesen wird, hat für mich, der seit 25 Jahren eigene Kfz besitzt, wirklich gar keinen Mehrwert mehr; ich finde das alles nur noch albern.