Milliardenschwerer Forschungsplan: Das teuerste Gehirn der Welt

CorbisUS-Präsident Obama plant ein gigantisches Forschungsprojekt: Das menschliche Gehirn soll komplett kartiert werden, es wäre das größte wissenschaftliche Vorhaben seit Jahrzehnten. Experten hoffen auf Therapien gegen Alzheimer und Parkinson - und auf Erkenntnisse über unser Denken und Fühlen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-884147.html
  1. #100

    Nur eine Wetterkarte

    Wir müssen stets bedenken: Eine vollständige Kartographierung des Hirns ist nicht viel mehr als die Wetterkarte im Verhältnis zum Wetter selbst.

    Das heißt, die Karte kann uns wenig bis nichts über die Ursachen und Methoden lehren - das Gehirn verstehen wir damit noch lange nicht.
  2. #101

    Wenn sich Herr Pugh da mal...

    Zitat von laubfrosch69 Beitrag anzeigen
    sonst wäre ihm das Pugh'sche Paradoxon bekannt: "Wenn das menschliche Gehirn so einfach wäre,
    dass wir es verstehen könnten, Wären wir so einfach, dass wir es nicht könnten." - Emerson M. Pugh - Nun dann forscht mal schön :))
    ...nicht irrt. Derartige Aussagen gehen immer davon aus, dass Einzelwesen komplett alles verstehen, während in der Realität Erkenntnisse schon lange über ein Netzwerk von sich damit beschäftigenden Menschen verteilt sind, von denen ein einzelner längst nicht mehr alles weiss oder versteht.

    Man muss nicht einmal in die Wissenschaft gehen - ein Blick in die Technik reicht. Komplexe Projekte werden von sehr vielen beteiligten Personen geplant, entworfen und realisiert. Keiner der Beteiligten kennt und versteht alle Details, vielmehr greifen verschiedene Wissens- und Könnensebenen ineinander. Wer mit solchen Sachen beruflich noch nichts zu tun hatte, kann ja mal nach Vorgehensmodelle in einer Suchmaschine seiner Wahl schauen.

    In der Wissenschaft und Technik gilt schon seit sehr langer Zeit, dass nicht die Ameise der Organismus ist, sondern der Ameisenstaat.
  3. #102

    Erschreckende Meldung

    Zitat von stanislaus2 Beitrag anzeigen
    #

    Ich glaube auch, es geht eher in Richtung totale Beherrschung des Wissens und des Willens der Staatssklaven. Das wäre die totale Herrschaft über den Menschen, von der alle Herrschsüchtigen der Welt träumen.
    Man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass die Herrschenden in der Welt zum größten Teil Soziapathen sind. Die würden sogar Atombomben auf Städte schmeißen. Oder Uranwaffen benutzen oder Foltercamps errichten oder per Joystick mit Drohnen morden oder oder oder. Wenn jemand solche Technologie nicht in die Finger bekommen sollte, dann sind es diese Leute. Von daher ist so eine Meldung erschreckend.
  4. #103

    Rofl

    Zitat von combobombo Beitrag anzeigen
    All das Geld in Homöopathieforschung stecken und die Menschen könnten wirklich geheilt werden!
    tut mir leid, aber wenn man tatsächlich mal viel Geld in die Homöopathieforschung stecken würde wäre das sicherlich das Ende der Homöopathie. Es wurde nämlich noch NIE (und ich habe bei Pubmed recherchiert) eine ernstzunehmende wissenschaftliche Arbeit publiziert die homöopathische Wirksamkeit nachweisen konnte. Sollte ja nicht so schwierig sein, großangelegter klinischer Test mit Placebo. Aber nix da, Fehlanzeige.

    Der letzte ernsthafte Versuch eines Beweises ist 1988 ziemlich peinlich gescheitert: Jacques Benveniste - Wikipedia, the free encyclopedia. Aber nehmt ruhig weiter Kügelchen. Die Homöopathie-Industrie freut sich nämlich, denn man kann ja super teuer Zuckerkügelchen verkaufen. Ist schon eine geniale Geschäftsidee.
  5. #104

    Gehirn und Ökonomie

    Bei dem Projekt geht es nicht um Anwendungen des Gehirns, um Psyche, soziales Lernen, auch nicht um Krankheiten - sondern um die mehr technische Arbeitsweise.
    Wer sich für das Thema interessiert, sollte die Vorgeschichte der KI studieren - hier gab es seit 1960ern etwa im Dekadenrhythmus neue Visionen von "intelligenten Maschinen", die dann immer nach ein paar Jahren verdunsteten.
    Seit den 1980er sind Neuronale Netze als Basis der Informations-Architektur von menschlichen und tierischen Nervensystemen identifiziert und mathematisch gut beschrieben - und können in Software simuliert werden:
    Neuronales Netz

    Dabei lernte man aber auch, dass das Lernen den Unterschied macht - es hat also seinen Grund, dass Mensch heute 20 und mehr Jahre braucht, bis er in der Gesellschaft "richtig mitspielen" kann.

    Und diese Zeit ist wiederum mehr durch soziale Dynamik und Kommunikation bedingt, als mit Technik. Das bedeutet auch mit schnellerem Prozessieren (als ein Menschenhirn) wird ein künstliches Hirn trotzdem Jahrzehnte brauchen, um an Menschen überhaupt gemessen werden zu können; und dabei entsprechende Kosten verursachen.
    Angesichts der Vielzahl echter Menschen ist und bleibt das sicherlich ein schlechtes Geschäft.

    Das Kalkül bei dem Forschungsplan liegt dann wohl auch mehr in der Etatpolitik, der Frage wie man Eliten fördert usw.
    Die Ängste oder auch Visionen vom Golem, der seinen Schöpfer übertrumpft, sind unbegründet.
  6. #105

    Literatur

    Zitat von kabian Beitrag anzeigen
    Ihre Vermutungen und die von User @goinz sind zwar wunderschön, aber eigentlich wollte ich mit meiner Bemerkung @goinz dazu auffordern seine angeblichen Fakten mit nachvollziebaren Zahlen zu untermauern.
    Und woher nehmen sie ihre 30:70 Erfahrung?
    Ich hab einen Artikel darüber in Nature gelesen (mit Zahlen) aber find ihn nicht mehr. Trotzdem, hier sind ein paar andere Links (die frei zugänglich sind):
    http://www.molbiolcell.org/content/23/21/4160.full.pdf
    http://www.molbiolcell.org/content/23/21/4171.full.pdf

    Nicht zur Sache: Ich finde es wirklich erstaunlich wie viele Menschen in DLand eine sehr starke Meinung zum Thema Forschung haben obwohl sie offensichtlich ÜBERHAUPT keinen Schimmer haben wie Forschung abläuft. Echt schockierend. Es wird eindeutig zu viel CSI geschaut und Frank Schätzing gelesen.
  7. #106

    Shinya yamanaka brian paegel

    Bevor Sie sich äussern, sollten Sie folgende Videos auf You Tube ansehen. Die Professoren Shinya Yamanaka und Brian Paegel zeigen Ihnen, was wirklich Forschung ist. Hier sind die beiden Links:

    http://www.youtube.com/watch?v=J3XGsZqW5_o

    http://www.youtube.com/watch?v=Oi5XEmjcpHE

    Sie werden sich dann vorsichtiger formulieren. Viel Erfolg beim Lernen. Crigs
  8. #107

    Platons Höhlengleichnis und ethischer Abgrund

    Welche Rechte hat ein simuliertes menschliches Gehirn
    im Unterschied zu einem physischen?
    'Mal wieder "Bladerunner" gucken - oder dem Film "Source Code"..
  9. #108

    4,5 Fehler von 5 - 6 setzen!

    Zitat von gerald246 Beitrag anzeigen
    I... Von den Erfolgen der mlitaerischen Forschung profitieren wir uebrigens alle, auch sie (Teflon, Duesentriebwerk, internet, Radar, integrierte Schaltkreise / chips usw. usf.).
    Diese Klischees lassen sich genau so wenig erschlagen wie eine Kakerlake mit einem Teelöffel in einem dunklen Lagerhaus. Fühlst du dich nicht im Bildungsnotstand? Mag ja persönlich klingen - sorry. Aber sowas erwarte ich auf dem Schulhof einer Grundschule.

    Polytetrafluorethylen
    Radar
    Strahltriebwerk
    Integrierter Schaltkreis
    Einen halben Fehler gibt es nur für das Internet, weil der Forschungsauftrag vom US-Verteidigungsministerium kam und sicher auch finanziert wurde.
    Arpanet

    Nichts, aber auch gar nichts wird in akzeptabler Zeit aus der Militärforschung und -entwicklung ins Zivile übertragen. Es werden unmengen an Geld gebunden. Noch schlimmer, das Binden von Facharbeitern, Ingeneuren und Wissenschaftlern, die im Zivilen Sektor fehlen.

    Die von Lockheed entwickelte F117 hatte ihren ersten offiziellen Flug am 18. Juni 1981. Frag mal nach, ob du die Zeichnungen der Bugradaufhängung kaufen kannst. Du möchtest ein Räumfahrzeug mit Kettenantrieb bauen? Frag mal nach, ob die die Konstruktionsunterlagen des Antriebsstrang des M1 Abrams Panzer mit Entwicklungsstand von 1980 (erste Auslieferung) käuflich erwerben kannst.

    Brauchst du noch mehr Beispiele?
  10. #109

    Zitat von eichenbohle Beitrag anzeigen
    Nichts, aber auch gar nichts wird in akzeptabler Zeit aus der Militärforschung und -entwicklung ins Zivile übertragen.
    Diese Behauptung ist definitiv falsch. Man darf sich nicht auf Fertigprodukte beschränken, sondern muss auch viele Techniken, Werkstoffe, Instrumente, Werkzeuge, Verfahren, Know-how usw. berücksichtigen.