Globale Muttermilch-Studie: Warum zu wenig Frauen stillen

Save the ChildrenIhr schwaches Immunsystem macht Babys direkt nach der Geburt anfällig für Infektionen. Stillen könnte die Neugeborenen schützen, doch viele junge Mütter in Entwicklungsländern enthalten ihnen die Muttermilch vor - aus Unwissenheit und wegen aggressiver Werbekampagnen der Nahrungsmittelkonzerne.

http://www.spiegel.de/gesundheit/sch...-a-884020.html
  1. #1

    ""Durch aggressives Marketing, wie die Abbildung von wohlgenährten weißen Babys auf Werbeanzeigen, vermitteln die Säuglingsnahrungshersteller, dass ihre künstliche Babymilch der Muttermilch gleichwertig ist", so Gresens."

    Nicht bloß gleichwertig, sondern besser. Das war hier mit Einführung von Fertigmilch doch nicht anders. Es hieß damals, die Muttermilch könne aufgrund der Ernährung und Schadstoffbelastung des mütterlichen Körpers niemals so wertvoll, ausgewogen und belastungsarm sein, wie das unter perfekten Bedingungen hergestellte und optimal zusammengesetzte Pulver.

    Dann hat es sich wieder durchgesetzt, dass Kinder am besten gestillt werden, wenn es geht 6 Monate lang. Also war sie wohl doch nicht so optimal, die Fertigmilch.
    Bei vielen Lebensmitteln für Säuglinge wurden die Angaben, ab welchem Monat sie geeignet sind, vor nicht allzu langer Zeit (ohne viel Presse-Tamtam) nach oben korrigiert (also stand auf einem Obstglas früher ab dem 4. Monat, steht heute ab dem 6. Monat drauf), und jetzt heißt es wieder, bei uns können sie auch schon früher normal essen, weil unsere Nahrungsmittelqualität so hoch ist? Das klingt doch nach der gleichen Propaganda, wie damals die Behauptung, dass die Pulvermilch so hochwertig sei.

    Vielleicht ist es in Entwicklungsländern wichtiger, dass das Kind so lange wie möglich von Muttermilch lebt, statt von minderwertigen Lebensmitteln und unzureichend gereinigtem Trinkwasser - aber deshalb schadet es sicher auch den Erste-Welt-Kindern nicht, zwei Monate länger Muttermilch zu bekommen.

    Unter manchen Müttern herrscht doch ohnehin schon ein regelrechter Konkurrenzkampf, wer seinem Wicht am schnellsten Schweinsbraten mit Spätzle reindrücken konnte. Aber dann wundern, dass das Kind dauernd speit, schreit und einen wunden Po hat. Ich hab genug gesehen, die fragen, ob sie mit zwei Wochen schon Vanilleeis geben können, denn Joghurt geht ja auch schon.

    Achja, den dritten Absatz kann ich auch nur bestätigen. Mir wurde auch nach 30h Wehen nachts um 3, als ich kaum noch wusste, wie ich heiße, gesagt, dass mein Sohn unbedingt Zusatznahrung bräuchte. Das wars dann mit dem Stillen, denn er hat sich nach der ersten Dosis mit dem bisschen Milch, was am Anfang kommt, nicht mehr zufrieden gegeben, und mich in seinem Bemühen nach mehr fast zerfleischt, bis ich wegen hartnäckiger Dauerentzündung aufgeben musste. Den zweiten haben sie dann im ersten Lebensmonat bei einem einwöchigen Krankenhausaufenthalt um ein ganzes Kilo mit Fertigmilch gemästet, wo 150-200g Zuwachs normal gewesen wäre. Das belastete seine Entwicklung bis zum ersten Geburtstag.
  2. #2

    Krippe

    Wenn es nach dem Spiegel, der SPD und den Konzern-Managern geht, sollen die Mütter ihre Kinder ja am besten gleich nach der Geburt in staatliche Aufbewahrungsanstalten geben und wieder als Lohnsklave arbeiten. Da ist dann nichts mehr mit Stillen!
  3. #3

    Die Broschüre

    ...hatte sich genau dieses Thema vorgenommen - das Thema ist also offenbar ein "alter Hut" - um so bedauerlicher, dass sich in 39!! Jahren weder an der Vorgehensweise der Konzerne noch an der Thematik etwas geändert hat!!
  4. #4

    Die Broschüre

    ...hatte sich genau dieses Thema vorgenommen - das Thema ist also offenbar ein "alter Hut" - um so bedauerlicher, dass sich in 39!! Jahren weder an der Vorgehensweise der Konzerne noch an der Thematik etwas geändert hat!
  5. #5

    Die Broschüre

    ...hatte sich genau dieses Thema vorgenommen - das Thema ist also offenbar ein "alter Hut" - um so bedauerlicher, dass sich in 39!! Jahren weder an der Vorgehensweise der Konzerne noch an der Thematik etwas geändert hat!!
  6. #6

    ?

    Merkwürdiger Artikel:
    (1) Die Vorzüge des Stillens sind m.E. vollkommen unbestritten.
    (2) ""Bereits in den Geburtskliniken wird Müttern zum Zufüttern von Säuglingsnahrung geraten, wenn es beim Stillbeginn Schwierigkeiten gibt"
    Das scheint mir nicht an sich unvernünftig zu sein, wenn es Schwierigkeiten beim Stillen gibt, kann die Zufütterung sinnvoll und notwendig sein. Die Frage ist, ob die Zufütterung schon bei Problemen bei STillbeginn ratsam ist.

    (3) "Durch aggressives Marketing, wie die Abbildung von wohlgenährten weißen Babys auf Werbeanzeigen, vermitteln die Säuglingsnahrungshersteller, dass ihre künstliche Babymilch der Muttermilch gleichwertig ist."

    Die Abbildung wohlgenährter (weißer) Babys soll "agressives Marketing" sein? Was sollen die denn sonst abbilden, wenn die Babynahrung verkaufen wollen? Kranke Babys? Unterernährte Babys?
    (4) "Softdrinks, Kaffee, Tee, Asche oder Sheabutter würden aufgrund kultureller Tradition mitunter die Ernährung von Kindern ausmachen, die nicht einmal sechs Jahre alt sind."
    Würde mich mal interessieren, welche Kultur eine TRadition hat, Kinder utner 6 Jahren mit Softdrinks, Kaffee oder Asche zu ernähren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass z.B. die angesprochenen indigenen Völker eine "kulturelle Tradition" haben, Kindern Kaffee und Softdrinks zu geben. Klingt für mich ziemlich merkwürdig.
  7. #7

    Zitat von eigene_meinung Beitrag anzeigen
    Wenn es nach dem Spiegel, der SPD und den Konzern-Managern geht, sollen die Mütter ihre Kinder ja am besten gleich nach der Geburt in staatliche Aufbewahrungsanstalten geben und wieder als Lohnsklave arbeiten. Da ist dann nichts mehr mit Stillen!
    ja, genau dieses ganze linke Pack, das unser Deutschland ruinieren möchte....

    Sie glauben also, die SPD möchte Kinder direkt nach der Geburt in eine Krippe geben? Oder möchten Sie, dass Kinder bis ins KiTa-Alter gestillt werden?
  8. #8

    Entwicklungshilfe ist gescheitert

    Mit einer besseren Aufklaerung wuerde es auch nicht zu Bevoelkerungsexplosionen in diesen Laendern kommen.
    Ein Nebeneffekt sehr langer Stillzeiten: Die meisten Frauen haben Probleme, schwanger zu werden, solange sie Stillen.
    Was zaehlt also in einem Land, in dem Kinder die Altersversorgung (direktm und auch nur die eigenen) sind?
    Je mehr, desto groesser die Chance, welche durchzubringen und spaeter versorgt zu sein
    Unsere Entwicklungshilfe, die aus 'Wir geben euch Geld, damit ihr (was ihr wollt) bei uns einkaufen koennt. Auch die Mercedes Limos fuer die Regierungsmitglieder' ist numal weder gut gemeint, noch gut gemacht.
    Wer zahlt, bestimt die Musik.
    Entwicklungshilfe nur fuer Entwicklung, nicht fuer Konsum!
    Und gar nicht fuer China!
  9. #9

    Immer dabei,

    immer warm, frisch und hygienisch und ausserdem in attraktiver Verpackung... so hat man vor Jahren hier in Peru für das Stillen geworben, nachdem durch massive Werbung von Nestle und Co. (wohl auch durch Bestechung von Kinderärzten und Hebammen) immer mehr Frauen nicht mehr stillten. Die Muttermilch-Ersatzpulver sind aber so teuer, dass viele nur Kondensmilch mit Zucker gaben, die Folgen kann man sich ausmalen. Wir haben unserem Sohn die ersten 6 Monate nur Brust gebeben, das war nicht nur finanziell eine Erleichterung, sondern auch einfach praktisch: Auf Reisen musste man keine Tasche mit Thermoskanne usw. mitschleppen... Danach dann Obst u. Gemüsebrei mit Gries und dann das, was für alle auf den Tisch kam. Schlimmer noch finde ich, dass die Lebensmittelkonzerne jetzt die Kinder bis 5 Jahre entdeckt haben, hier wird agressiv geworben für Kindermilch, da die Kinder ja oft kein Gemüse essen wollten... Gefährlicher und teurer Blödsinn... Unser Sohn wurde über ein Jahr gestillt, bis er nicht mehr wollte. Übrigens: die "Verpackung" hat darunter nicht gelitten...