Skandinavien: Steinzeitfrauen starben bei blutigen Fehden

Greven/ DFG Projekt BlätterhöhleGewalt war in der skandinavischen Jungsteinzeit weit verbreitet - und machte auch vor Frauen nicht halt. Eine Forschergruppe hat die blutigen Auseinandersetzungen anhand der Schädelverletzungen analysiert.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...-a-884034.html
  1. #1

    Einen über die Rübe

    Zitat: „Frauen dagegen starben meist durch Schläge auf die rechte Seite. Stehen sich zwei Gegner im Kampf gegenüber, so halten sie in den meisten Fällen die Waffe in der rechten Hand. Ein Schlag auf den Kopf des Kontrahenten trifft dann mit großer Wahrscheinlichkeit dessen linke Seite. Dieses Szenario ist eine plausible Erklärung für die Verletzungen der Männer. Schwingt ein Rechtshänder aber seine Schlagwaffe gegen ein Opfer, das sich von ihm abwendet, so wird er in der Regel dessen rechte Kopfseite treffen - wie es meist bei den Verletzungen der Frauenschädel der Fall war.“

    Hmh... und ich dachte immer, dass ich mich dem logischen Denken zumindest angenähert hätte – warum wendete sich die Steinzeit-Kämpferin denn von ihrer Gegnerin ab? Weíl sie eine Frau war und weil sich eine Frau immer wieder mal abwendet und dann für kurze Zeit nicht aufpasst? Mag sein, aber das überzeugt mich nicht. Ich habe vielmehr den starken Verdacht, dass die zahlreichen Kopfverletzungen der Frauen entstanden, weil sie von den Männer einen über die Rübe bekamen – die Steinzeit-Männer waren Wüstlinge, die Ehestreitigkeiten entweder aus dem Weg gingen oder sie auf ihre Weise ultimativ beendeten.
  2. #2

    Und?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gewalt war in der skandinavischen Jungsteinzeit weit verbreitet - und machte auch vor Frauen nicht halt. Eine Forschergruppe hat die blutigen Auseinandersetzungen anhand der Schädelverletzungen analysiert.

    Frauen in der Steinzeit starben bei Fehden sagen Anthropologen - SPIEGEL ONLINE
    Und was ist daran so "bahnbrechend"?
    Frauen sollen beim US Militär auch in vorderster front kämpfen und ich hege gewisse Zweifel das ein Gegner sagt "Och Jööhhh die arme kleine Frau mit dem Gewehr in der Hand, auf die schieße ich mal lieber nicht!"
    Darf der garnicht denn die Frau an forderster Front hat das gleiche Recht erschossen zu werden wie ihr männlicher Kollge alles andere wäre ja diskriminierend und wenn das raus kommt kann auch der traditionellste Taliban einpacken!
    Interessant das wir uns immer mehr der Steinzeit anpassen desto "moderner" wir in unserem denken angeblich werden.
  3. #3

    Oje

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gewalt war in der skandinavischen Jungsteinzeit weit verbreitet - und machte auch vor Frauen nicht halt.
    Wird das jetzt eine neue Sexismus-Debatte ?
    Die Skandinavier der Jungsteinzeit wussten halt damals schon:
    Mit Gewalt gegen Männer schafft man es nie auf SPON ;-)
  4. #4

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Hmh... und ich dachte immer, dass ich mich dem logischen Denken zumindest angenähert hätte – warum wendete sich die Steinzeit-Kämpferin denn von ihrer Gegnerin ab?
    Wer sagt denn, dass es eine Gegnerin war? Angesichts der Beschreibung scheint es trivialer, dass die Frauen vor einem stärkeren, potentiell männlichen Angreifer flüchtend niedergestreckt wurden. Mitten im Kampf mal eben wegzusehen macht effektiv eher wenig Sinn, ausser man geht von einem Getümmel aus, in dem man einen Angreifer von hinten nicht kommen sieht bzw dadurch abgelenkt wird.
  5. #5

    Wie wäre es mit der These, dass Menschen im Neolithikum sich viel öfter auf nicht so gut ausgebauten Wegen und in nicht sturzsicherer Infrastruktur bewegten, auch öfter vor "tiereischen" Gefahren in unwegsamem Gelände schnell flüchten (und hoch kletternd) flüchten mussten, so dass sie öfter stürzten - und sich hierbei mitunter Verletzungen zuzogen?
    Auf den Verletzungen wird wohl kaum draufstehen "ich rühre von einer Waffe / menschlichen Faust her" oder "ich bin durch einen Sturz auf einen Gegenstand / den Boden entstanden"...
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gewalt war in der skandinavischen Jungsteinzeit weit verbreitet - und machte auch vor Frauen nicht halt. Eine Forschergruppe hat die blutigen Auseinandersetzungen anhand der Schädelverletzungen analysiert.

    Frauen in der Steinzeit starben bei Fehden sagen Anthropologen - SPIEGEL ONLINE
    Auch damals schon haben die Männer ihrer Ollen mal eins auf die Omme gegeben...
  7. #7

    Logik?

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Zitat: „Frauen dagegen starben meist durch Schläge auf die rechte Seite. Stehen sich zwei Gegner im Kampf gegenüber, so halten sie in den meisten Fällen die Waffe in der rechten Hand. Ein Schlag auf den Kopf des Kontrahenten trifft dann mit großer Wahrscheinlichkeit dessen linke Seite. Dieses Szenario ist eine plausible Erklärung für die.....
    Woher nehmen Sie bitte Ihre Überzeugung, daß Steinzeit-Männer Wüstlinge waren? Aus Karikaturen? Ich denke eher, daß diese Männer ihre Gefährtinnen, die ja die Mütter ihrer Kinder waren und große Erfahrungen und Geschick bei Nahrungssuche und -zubereitung sowie Handwerk hatten, bis aufs Blut verteidigten. In den damaligen Clans war jeder auf den anderen angewiesen.
  8. #8

    Analyse vor Hypothese, bitte

    1) die These, dass "der Steinzeitmann" ein Wüstling war ist, gelinde gesagt, gewagt. Außerdem schlicht und einfach ein pauschalisierendes Vorurteil, das sich schon dadurch logisch disqualifiziert.
    Die Gegenthese, dass "die Männer" damals ihre Frauen sicher besonders verteidigt hätten, ist etwas plausibler, aber immer noch sehr steil. Ob unter den Angreifern auch Frauen waren, wissen wir nicht, denn das steht mit Sicherheit nicht auf der Wunde. Der Unfall- oder Tathergang lässt sich aber
    2) durchaus in vielen Fällen aus den überlieferten Verletzungen und Fundumständen abschätzen. Bei einigen völkerwanderungszeitlichen Kriegerbestattungen (zu besichtigen im Landesmuseum Stuttgart) ließen sich sogar etliche Sekunden des letalen Gefechtes, also ganze Folgen von Angriffs- und Parierbewegungen, rekonstruieren, genauso wie die beteiligten Waffen.

    Dabei denke ich im vorliegenden Fall z.B. daran, dass unbewaffnete oder klar unterlegene Gegner sich oft abwenden, um Gesicht, Brust und Kehle zu Lasten von Rücken und Hinterkopf zu schützen. Ähnliches, wenn Kinder oder sonstige hilfsbedürftigen Personen geschützt werden sollen, indem das spätere Opfer sie in den Arm nimmt, oder sich zwischen sie und den Angreifer wendet. Ferner die Furcht vor einem Hieb, dem man ansieht, dass er letal sein wird. Ferner der Unterschied, ob aktive Kontrahenten oder Fliehende getötet werden.
    Interessant wäre für mich im vorliegenden Fall zusätzlich eine Statistik über die klassischen Parierfrakturen am linken Unterarm
    [http://de.wikipedia.org/wiki/Parierfraktur], wenn denn welche diagnostiziert wurden.

    Außerdem sind die Fundumstände nicht auf Skandinavien beschränkt:
    z.B.:
    []Gemeinde Talheim | Massengrab aus der Jungsteinzeit
    [http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Talheim]
  9. #9

    .

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Hmh... und ich dachte immer, dass ich mich dem logischen Denken zumindest angenähert hätte – warum wendete sich die Steinzeit-Kämpferin denn von ihrer Gegnerin ab?
    Dann wollen wir mal dem logischen Denken etwas auf die Sprüge helfen: Welche Kopfseite wird wohl getroffen werden wenn sich das Opfer vor dem Täter zur Flucht abwendet und dieser dem Opfer nachstellt?