Transparenzkodex: Pharmabranche will Geldflüsse an Ärzte veröffentlichen

CorbisWarum und wie viel Geld zahlt die Industrie an Ärzte? Künftig soll hier offenbar mehr Klarheit herrschen. Die Pharmalobby verspricht: Die Zuwendungen an Mediziner werden offengelegt - allerdings erst ab 2016 und nur freiwillig.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-883966.html
  1. #1

    Freiwillig - feb. 2013

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Warum und wie viel Geld zahlt die Industrie an Ärzte? Künftig soll hier offenbar mehr Klarheit herrschen. Die Pharmalobby verspricht: Die Zuwendungen an Mediziner werden offengelegt - allerdings erst ab 2016 und nur freiwillig.

    Pharmabranche will Geldflüsse an Ärzte veröffentlichen - SPIEGEL ONLINE
    Ich gehe in ein Kaufhaus und nimm eine Rolex mit, ohne zu bezahlen. Beim Ausgang steht ein Schild: Sie können freiwillig die Uhr bezahlen oder nicht. Weil es freiwillig ist, gehe ich, ohne zu bezahlen. Das ganze ist nicht einmal strafbar, weil das Gesetz mir erlaubt, die Uhr mitzunehmen, ohne zu bezahlen.

    Bei jedem 10ten Besuch im Kaufhaus, wenn ich z.B. Tempo-Taschentücher mitnehme, bezahle ich Ware ausnahmsweise, damit mein Image aufpoliert wird. Die Tempo-Taschentücher sind nicht so teuer, daß mir die Zahlung ein Riesenloch in meinen Budget reißt.
  2. #2

    Transparenz

    haha, am frühen Morgen und schon so ein Megaklopfer, die totale Transparenzoffensive, aber erst in ein paar Jahren und dann auch nur freiwillig. Man sollte das Kind beim Namen nennen, die "Gesundheitsindustrie" funktioniert nur vernünftig, wenn alle Beteiligten hübsch mitspielen und es genügend "unheilbare" Kranke gibt, die man wenn möglich ihr ganzes Leben therapieren kann. Meine über 70jährige Mutter konnte Dank alternativer Medizin nach einen Schlaganfall ihren Cocktail von 16 verschiedenen Medikamenten, die meisten davon machen süchtig, auf eine einziges Medikament reduzieren, der allgemeine Zustand hat sich unglaublich verbessert, obwohl die "Mediziner" sagten, sie müsse bis zum Lebensende diese "Medikamente" einnehmen und bevor sie Geld für alternative Heilmittel ausgibt, könne sie es für Tiere spenden... Eine einfache Rechnung das Pharma, Kassensystem hat dadurch bis jetzt schon einige tausend Euro verloren und jeden Monat wird der Verlust größer. Man stelle sich mal vor das würde Schule machen und Ärzte im Sinne der Patienten handeln. Das BSP würde einbrechen und wir hätten doch glatt die nächste Wirtschaftskrise. Mal ehrlich dieses System ist zum größten Teil das Geld nicht wert.
  3. #3

    Schwarzbuch Pharmaindustrie - FEB. 2013

    Fünf Prozent der Deutschen nehmen regelmäßig Medikamente gegen Depressionen. Deutsche Ärzte* verschreiben inzwischen doppelt so viele Antidepressiva wie noch vor zehn Jahren. 2010 waren es 1,1 Milliarden Tagesdosen. Weltweit gehören Antidepressiva mittlerweile zu den fünf am häufigsten verkauften Medikamentengruppen. Ein Riesenerfolg für die Pharmaindustrie - auch in Deutschland.

    Vielen Patienten ist jedoch nicht bewusst, dass es sich um Medikamente mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen handelt. Antidepressiva können Aggressionen auslösen oder verstärken und das Suizid-Risiko erhöhen.

    Das Erste online - Programm - Gefährliche Glückspillen

    *Warum verschreiben Ärzte AD ? Weils einfacher ist, als die Ursache der Depression in aufwendigen Gesprächen anzugehen und dann zu beseitigen ? Weils Geld bringt mittels Zuwendung der Pharmaindustrie ?

    Fazit:
    Keiner macht etwas. Manchmals gibt es Nebelkerzen wie den Transparenzkodex. Dann schläft alles wieder ein und es bleibt so wie es ist.
  4. #4

    Nuetzliche Aufwendungen

    Die als Sonderspesen (SOSPE) ausgewiesenen Zahlungen waren jbis Ende des 20. Jahrhunderts fuer die Firmen steuerlich absetzbar.
    So waren im Kreise der Empfaenger nicht nur bedeutende Aerzte, sondern in verschiedenen Laendern sogar mal ein Gesundheitsminister vertreten.
    Die direkten Zuwendungen an Aerzte standen meistens mit der Verschreibung hochpreisiger Produkte in Verbindung und richtete sich nach der Menge verschriebener Packungen. Eine positive Beeinflussung der Aerzteschaft fand auf Kongressen an Orten mit hohem Freizeitwert statt.

    An Minister im Ausland wurde gezahlt wenn es um die Zulassung neuer Produkte ging. Und da stand meistens nicht die Zulassung infrage, sondern die Zeitspanne von der Einreichung bis zur Freigabe - und der Preis.
    Und dann noch eine wichtige Frage, ob und wie hoch sich der Verantwortliche selbst bediente?
  5. #5

    Erst ab 2016, wohl, damit man vorher noch schnell das Geld in andere Kanäle und auf Umwege schicken kann, um hernach, und das auch nur freiwillig, auf trockene Bachläufe zeigen zu können, während die Zuwendungen dann durch eine eigens geschaffene Kanalisation fliessen.
  6. #6

    Zitat von klausote Beitrag anzeigen
    Die als Sonderspesen (SOSPE) ausgewiesenen Zahlungen waren jbis Ende des 20. Jahrhunderts fuer die Firmen steuerlich absetzbar.
    So waren im Kreise der Empfaenger nicht nur bedeutende Aerzte, sondern in verschiedenen Laendern sogar mal ein Gesundheitsminister vertreten.
    Die direkten Zuwendungen an Aerzte standen meistens mit der Verschreibung hochpreisiger Produkte in Verbindung und richtete sich nach der Menge verschriebener Packungen. Eine positive Beeinflussung der Aerzteschaft fand auf Kongressen an Orten mit hohem Freizeitwert statt.

    An Minister im Ausland wurde gezahlt wenn es um die Zulassung neuer Produkte ging. Und da stand meistens nicht die Zulassung infrage, sondern die Zeitspanne von der Einreichung bis zur Freigabe - und der Preis.
    Und dann noch eine wichtige Frage, ob und wie hoch sich der Verantwortliche selbst bediente?
    Olle Kamellen, die schon seit Jahren von der Pharmaindustrie selbst abgeschafft wurden.

    Es geht hier bei der gegenwärtigen Diskussion um die Bezahlung der Teilnahme an wissenschaftlichen Fachtagungen der Fachgesellschaften, um die Bezahlung als Redner oder als Teilnehmer eines Advisory Boards, mit dem sich das Unternehmen Expertise aus der medizinischen Praxis erhofft.
  7. #7

    "FDP" - Gesundheitsminister muss handeln!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Warum und wie viel Geld zahlt die Industrie an Ärzte? Künftig soll hier offenbar mehr Klarheit herrschen. Die Pharmalobby verspricht: Die Zuwendungen an Mediziner werden offengelegt - allerdings erst ab 2016 und nur freiwillig.

    Pharmabranche will Geldflüsse an Ärzte veröffentlichen - SPIEGEL ONLINE
    Da wird der Bock zum Gärtner gemacht.
    Es ist doch Sache des "FDP"-Gesundheitsministers, endlich die schärferen Gesetze auf den Weg zu bringen, damit staatliche Gerichtsbarkeit diese Bestechungen verfolgen und ahnden können.
    Aber "FDP" reimt sich eben am meisten auf "Lobbyismus".
    Und die ärztlichen Berufsverbände reissen sich in dieser Sache auch kein Bein aus.
  8. #8

    optional

    Hoffentlich macht die Pharmaindustrie auch transparent, wieviel Geld sie für Lobbyisten ausgeben und wieviel Geld und welche Positionen ehemalige Politiker und frühere Amtsinhaber bei ihnen erhalten haben (Beraterverträge, Aufsichtrsratposten etc.). Das wäre dann Transparenz!
  9. #9

    Alle Angaben, zu Zahlungen, die die Unabhängigkeit gefährden

    Das ist ja mal klasse, dass die alle Zuwendungen veröffentlichen.
    Un dann wird tatsächlich bekanntgegeben wo die Ergebnisse der Forschung und Lehre unterstützt werden? Damit man endlich einen Eindruck davon bekommen kann, wie unabhängig Forschung und Lehre tatsächlich sind.
    Und es wird veröffentlicht welche Studien mit welchem Betrag gefördert werden? Damit man einen umfassenden Eindruck davon gewinnen kann, welchen Forschungs-/Studienergebnisse man trauen kann und welchen weniger.
    Und es wird auch bekanntegegeben, welche Ärzte sogenannte Gutachtenaufträge bekommen? Damit man beurteilen, kann wo Mediziner ihr Zweit- oder Dritteinkommen herbekommen?
    Toll. Das wurde ja auch mal allerhöcgste Zeit, dass da endlich mal was vernünftiges passiert. Denn die Politik bekommt den Themenkreis überhaupt nicht in den Griff. Möglichwerweise weil die einfach nicht kapieren was da läuft oder weil die zu tief mit drin stecken.
    Endlich mal ein Lösungsansatz. Und da die Volksvertreter ohnehin nur lamentieren, mal gleich ganz ohne die. Sind ja ohnehin überflüssig.