Akademische Hochstapler: "Frankreich ist ein Plagiatoren-Paradies"

Helene maurel-IndartDie französische Literaturprofessorin Hélène Maurel-Indart kämpft seit langem gegen Plagiate. In ihrem Land treten Eliten nicht zurück, wenn sie ihren Titel verlieren. Im Interview spricht sie über skrupellose Abschreiber und über ihre beste Waffe: Humor.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-882692.html
  1. #60

    Erzkatholischer Umgang mit Sünden...

    Kleine Sünden (Plagiat) darf man beichten, Reue zeigen und Vergebung erwarten. Nur für ernste Sünden (Ehebruch) wird ein Rücktritt als Buße erwartet. Das erklärt auch das Schavan'sche Selbstverständnis.
  2. #61

    99 % ehrliche Dokoranden in Frankreich

    Die Vorwürfe betreffen nur die sogenannte, sowieso korrupte "Elite". Zigtausende Doktoranden quälen sich in Frankreich über Jahre hinweg rechtschaffen und bis zum Nervenzusammenbruch zum Dr.-Titel, so auch mein Sohn, der es nach 6 Jahren, mit 1250 selbst recherchierten Seiten und nach einer knallharten Verteidigung vor fünf professoralen Juroren endlich geschafft hat. Für ein Doktorat in Frankreich sind die Anforderungen ungleich höher als in Deutschland. Nur 30 Prozent der Kandidaten halten duch. Der Artikel ist einseitig, unfair und ein Schlag ins Gesicht aller ehrlichen Dokoranden (geschätzte 99 % in Frankreich) und sollte in dieser Form und vor allem mit dieser Headline sofort vom Netz genommen werden. Da vor allem die Headline ehrenrührig ist, wären sogar rechtliche Schritte denkbar.
  3. #62

    .

    Zitat von falaise Beitrag anzeigen
    Die Vorwürfe betreffen nur die sogenannte, sowieso korrupte "Elite". Zigtausende Doktoranden quälen sich in Frankreich über Jahre hinweg rechtschaffen und bis zum Nervenzusammenbruch zum Dr.-Titel, so auch mein Sohn, der es nach 6 Jahren, mit 1250 selbst .....
    Wenn die Fachwelt sich nicht für das Ergebnis einer Doktorarbeit interessiert, dann ist die Doktorarbeit wissenschaftlich wertlos. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Seiten geschrieben worden sind.

    Es gibt viel zu viele Doktorarbeiten, aus denen nicht eine einzige wissenschaftliche Veröffentlichung entstanden ist, die ausgereicht hat für eine gutklassige Fachkonferenz oder eine angesehene Fachzeitschrift. Solche Doktorarbeiten sind, auch wenn formal alles richtig gemacht worden ist, keinen Doktor wert.
  4. #63

    Vielleicht kommt das Interesse ja später

    Warum sollte eine Arbeit "wissenschaftlich wertlos" sein, bloß weil sie aktuell nicht von der "Fachwelt" wahrgenommen wird? Es geht bei Abschlüssen in erster Linie sowieso um die subjektive Arbeitsleistung. Außerdem sind viele Ansätze erst nach einiger Zeit anerkannt worden...

    Ich kann dieses ganze anti-intellektuelle Gequatsche ohnehin nicht mehr hören. Es gibt weder eine "Inflation" noch massenweise "wertlose Doktorarbeiten." Glauben Sie mir; ich habe eine ganze Sammlung von VWL-Arbeiten aus den 30er Jahren. Schon die waren nicht schlecht; heute ist das Niveau noch ungleich höher.
  5. #64

    Nein

    Zitat von spon-facebook-1021497957 Beitrag anzeigen
    Bei der Arbeitseinstellung die die Franzosen haben wundert mich nichts. Wer einmal versucht hat mit Franzosen Professionell zu arbeiten wird wissen was ich meine.
    Also ich weiss es nicht. Ich habe jahrelang mit Franzosen zusammengearbeitet und im allgemeinen hat es genauso funktioniert wie mit den Deutschen. Manchmal auch besser. Was meinen Sie konkret?
  6. #65

    ...

    Zitat von Nörgelkopf Beitrag anzeigen
    so ist das doch Betrug. Fragen sie doch einmal da nach. Wenn wir darüber lachen, vergessen wir auch nicht die vernichteten Arbeitsplätze die durch solche Betrüger verursacht wurden. Hier gibt es nichts mehr zum Lachen.
    Arbeiten Sie an sich! Ein Doktortitel ist in der Wirtschaft eine gute Eintrittskarte, keine Garantie! Ich habe keinen Studienabschluss und verdiene nicht weniger, als meine Kollegen mit Doktortitel. Studium ist nicht alles. Haben Sie einfach mal wieder Freude daran, Leistung und Kreativität zu zeigen.
  7. #66

    @ostap

    Wenn Sie damit ernsthaft (!) meinen, dass man in den "Erzählwissenschaften" einfach abschreiben könne und es nicht um Ergebnisse gehe, haben Sie sich ganz schön geschnitten... und zwar ziemlich tief. Es empfiehlt sich, wirklich zu wissen, was andere tun (und dabei zu kapieren, dass sie sich mit etwas von völlig anderer Natur befassen als MINT-Fächer), bevor man auf sie herabsieht.
  8. #67

    ...

    Zitat von LondoMollari Beitrag anzeigen
    ... ersten Herzschrittmacher bekommen und dann von Dr. plag. statt Dr. med. operiert werden.
    So er seinen Facharzt richtig gemacht hat, habe ich damit kein Problem. Chirurgie ist erst mal Handwerk. Und auf dem OP-Tisch ist es mir egal, ob da einer den Dr. Titel hat oder nicht. Gerade bei Ärzten gehört es eben dazu. Über die eigentliche Qualifikation als Arzt sagt der Titel nichts. Es sei denn, sie sind gerne Mitglied einer Gruppe von Probanden und sehen es als Glück an, von einem kompetenten Wissenschaftler ausgewertet zu werden.
  9. #68

    Querdenker sagt:

    auf soeine Elitetruppe ist regelrecht geschissen.
  10. #69

    Zitat von j.e.r. Beitrag anzeigen
    Im Gegensatz zu Deutschland hat der „Doktor“ auch in Frankreich wenig Bedeutung, wird auch nicht Bestandteil des Namens.
    In Deutschland wird er auch nicht Bestandteil des Namens (googeln danach hilft). Ansonsten müsste man ihn in den Perso zwingend eintragen lassen, aber so ist dies nur eine "Kann"-Bestimmung. Übrigens sollte dieses Recht, den akademischen Doktorgrad einzutragen, schon einmal im Bundestag gekippt werden. Dies scheiterte aber. Warum bloß? ;)