Akademische Hochstapler: "Frankreich ist ein Plagiatoren-Paradies"

Helene maurel-IndartDie französische Literaturprofessorin Hélène Maurel-Indart kämpft seit langem gegen Plagiate. In ihrem Land treten Eliten nicht zurück, wenn sie ihren Titel verlieren. Im Interview spricht sie über skrupellose Abschreiber und über ihre beste Waffe: Humor.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-882692.html
  1. #10

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    Zitat von sehrwichtig Beitrag anzeigen
    Was sind das bitte für "Eliten," die skrupellos betrügen und selbst nichts gebacken kriegen. Der Begriff Elite ist anscheinend nicht mehr zu gebrauchen. Auf den Müllhaufen damit.
    Im Prinzip haben Sie recht. Es gilt aber zu bedenken das Doktorarbeiten, mit der Ausnahme sehr weniger Fachbereiche, längst ohne jeden wissenschaftlichen oder gar praktischen Wert sind. Außer der Kommission liest sie niemand, braucht sie niemand und haben sie keinen zweck über den Titel hinaus. Der Dokrtortitel an sich ist bei weitem überbewertet. Vor allem in der Medizin. Wenn sie bei Ihrer Arztwahl darauf wert legen können Sie ebenso gut bei einem praktisch vollkommen unfähigen Theorietrottel landen der aber eine grandiose Doktorarbeit geschrieben hat, wie sie bei einem copy and paste Filou landen können, der aber ein toller Chirug ist. Bei Leuten wie Frau Schavan, denen mit Ihrem Doktortitel eigentlich gleich der ganze Studienabschluß aberkannt werden müsste, sieht dies anders aus. Dieser Unsinn ist zum Glück Geschichte!
  2. #11

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die französische Literaturprofessorin Hélène Maurel-Indart kämpft seit langem gegen Plagiate. In ihrem Land treten Eliten nicht zurück, wenn sie ihren Titel verlieren. Im Interview spricht sie über skrupellose Abschreiber und über ihre beste Waffe: Humor.

    Französische Professorin Maurel-Indart im Interview über Plagiate - SPIEGEL ONLINE
    Wenn Frankreich ein "Plagiatoren-Paradies" ist, ist Deutschland eine Gutmenschen-Diktatur mit überhöhten Moralinmaßstäben, dank Rot-Grün.
  3. #12

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    Zitat von xanathos1st Beitrag anzeigen
    Nur wir in Deutschland sind so dämlich jeden Quatsch auf die Goldwage zu legen. Gemogelt wurde bei jedem. Batchelor, Diblom oder Doktor, jede Arbeit die vor dem internet geschrieben wurde hat abgeschriebene Passagen. Nur intressiert es keinen wenns irgend eine kleine Lampe in der .....
    Und oft genug klappt nicht einmal die Orthographie...
  4. #13

    Wenn wir bedenken, dass das Gehalt mit dem akademischen Titel steigt,

    so ist das doch Betrug. Fragen sie doch einmal da nach. Wenn wir darüber lachen, vergessen wir auch nicht die vernichteten Arbeitsplätze die durch solche Betrüger verursacht wurden. Hier gibt es nichts mehr zum Lachen.
  5. #14

    geht nur in den Erzählwisenschaften

    Zitat von xanathos1st Beitrag anzeigen
    Nur wir in Deutschland sind so dämlich jeden Quatsch auf die Goldwage zu legen. Gemogelt wurde bei jedem. Batchelor, Diblom oder Doktor, jede Arbeit die vor dem internet geschrieben wurde hat abgeschriebene Passagen. Nur intressiert es keinen wenns irgend eine kleine Lampe in der Politik gemacht hat, da ist keine Partei dahinter die das intresse hat den abzuschiessen. Damals wusste auch keiner das es in naher Zukunft die Technologie geben wird um die Plagiate zu finden. Das ist die Schwierigkeit der momentanen Generation und von uns scheinheiligen Deutschen.
    Das ist grober Unfug. Was Sie beschreiben ging und geht nur in den Erzählwissenschaften. In den technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen war und ist das schlicht unmöglich. Dort müssen Sie für eine Graduierung ein Ergebnis und keine schönen Formulierungen, die Sie woanders abschreiben können, abliefern. Wenn Sie - wie in den exakten Wissenschaften gefordert - einen Zusammenhang experimentell untersuchen oder bekannte Zusammenhänge mit einem neuen Ansatz erklären müssen, können Sie das nicht abschreiben. Das würden der Betreuer und die Gutachter sofort bemerken. Natürlich gibt es unter Technikern und Naturwissenschaftlern auch Betrüger. Die fälschen z.B. Ergebnisse, wie ja auch hin und wieder an prominenten Beispielen öffentlich gemacht wird. Nur Abschreiben geht nicht, weil das nichts bringt.
  6. #15

    Zitat von sehrwichtig Beitrag anzeigen
    Was sind das bitte für "Eliten," die skrupellos betrügen und selbst nichts gebacken kriegen. Der Begriff Elite ist anscheinend nicht mehr zu gebrauchen. Auf den Müllhaufen damit.
    In Dland hat sich "die" Elite im zürück liegenden Jahrhundert sowieso nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert...
    Geändert von ( um Uhr)
    Mit schönen Grüssen aus Hamburg/Barmbek
    falls diese Nachricht ins Forum gelangt
  7. #16

    Alles gesagt

    Zitat von j.e.r. Beitrag anzeigen
    Im Gegensatz zu Deutschland hat der „Doktor“ auch in Frankreich wenig Bedeutung, wird auch nicht Bestandteil des Namens. Der "docteur“ wird praktisch nur für Arzte verwendet, eigentlich fast ein Synonym.
    Damit ist der Kern getroffen, ein "PhD" ist kein Muss für eine Karriere. Nach die Österreicher (Herr Ingenieur, Herr Magister) sind noch "Titelgeiler" als die Deutschen. Ohne den Prestigefaktor in D hätten wir die Rücktritte nicht und würden Leute mehr an direkter Leistung beurteilen als an der Tatsache, was sie zwischen dem 25. und 27. Lebensjahr getan haben.
  8. #17

    als Vergleich unbrauchbar

    Keine Ahnung, was dieser Artikel nun soll: kopiert wird ja wohl überall, aber wenn's die deutsche Seele beruhigt, warum nicht?! Der alles entscheidende Unterschied ist die soziale Bedeutung. In Deutschland wird sich da hinter einer bildungsbürgerlichen Fassade ein Stück Karriere, und ein entsprechender Lebensstandard, erschlichen. Das ist bei den hier gennanten Beispielen in Frankreich nicht der Fall: Hier geht es schlicht um Publikationen (bis auf eine Ausnahme), bei denen die Allgemeinheit sowieso davon ausgeht, dass sie der "Autor" nicht selbst geschrieben hat. Das regelmäßige Veröffentlichen von irgendwelchen Essays (oder manchmal auch von kleinen Romanen) gehört zu einer Art sozialen Pose - die aber auch einer rellen Erwartung entspricht - die es aber so in Deutschland gar nicht gibt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass irgendjemand ernsthaft von Merkel oder Steinbrück irgendwelche intellektuellen oder literarischen Ergüsse erwartet. Als Vergleich mit den Affairen in Deutschland jedenfalls vollkommen unbrauchbar.
    (@pappa_lapapp) Dass hier mal wieder Frankreich dran ist, dürfte wahrscheinlich ein Zufall sein. Dass der SPIEGEL sich aber damit begnügt, die zwei, drei Klischees zu bedienen, die der deutsche BILD-Bürger so drauf hat, ist nichts neues. Das hat hier leider Tradition.
  9. #18

    Doktortitel? Wozu eigentlich?

    Zitat von satissa Beitrag anzeigen
    Damit ist der Kern getroffen, ein "PhD" ist kein Muss für eine Karriere. Nach die Österreicher (Herr Ingenieur, Herr Magister) sind noch "Titelgeiler" als die Deutschen. Ohne den Prestigefaktor in D hätten wir die Rücktritte nicht und würden Leute mehr an direkter Leistung beurteilen als an der Tatsache, was sie zwischen dem 25. und 27. Lebensjahr getan haben.
    Wie Sie schon schreiben - der Doktortitel in Deutschland dient lediglich der Überkompensation eines Minderwertigkeitskomplexes. Für eine rein akademische Laufbahn ist dieser Titel ja akzeptabel, ansonsten ist er für eine Laufbahn in der freien Wirtschaft oder Politik absolut sinnfrei. In den letzten Jahrzehnten ist dieser Titel ohnehin inflationär und schon allein dadurch gewaltig entwertet worden.
  10. #19

    Aha...

    Zitat von hsiebold Beitrag anzeigen
    Schaut man sich die Qualität in Industrie und Politik an, weiß man, wie das Niveau in Frankreich ist. Unsere Nachbarn nehmen's gerne mit Humor? - nur wenn's an Eingemachte wie Agrarsubventionen, Atomstrom, etc. geht, verstehen die keinen Pass...
    Sag ich´s doch: frankophob...
    Schlage aber für Frankreich - meinetwegen - sowas wie "Crème brûlée Republik" vor.
    Denn, Freund Siebold, "Bananenrepublik" ist bereits exclusiv für Schland vergeben und auch bereits flächendeckend von seinen Bewohnern akzeptiert und im Sprachgebrauch fest verankert.
    Vermutlich waren Sie länger im Ausland - vielleicht in Frankreich? Ihre intime Kenntnis der Verhältnisse dort legt es nahe , lol.
    Also, à la prochaine: gleicher Ort, gleiche Zeit.