Nahrungsmittel-Skandale: Hauptsache, was mit Fleisch

Der eigentliche Skandal ist nicht, dass jemand Pferd als Rind ausgibt, sondern dass der Verbraucher Betrügereien der Industrie geradezu fördert. Weil er erwartet, dass in einen Großteil der Lebensmittel Fleisch drin ist, das aber nichts kosten darf.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-883663.html
  1. #1

    Danke fuer diesen artikel! Ich kann diesen hype langsam nicht mehr ertragen... Es wird suggeriert, das pferdefleisch etwas schlechtes ist. Ueberall wird mit reisserischen ueberschriften um sich geschmissen. Viele vergessen, das pferdefleisch gesuender und teurer ist als das fleisch, was sie erwarten zu essen. Und wegen der medikamentenrueckstaende: wenn viele wuessten was gefluegel zb an antibiotika zugefuehrt wird... Einfach laecherlich das getue.
  2. #2

    optional

    also ich mag Pferdefleisch
  3. #3

    optional

    blöder kommentar. solange man sehen muß, wie man mit seinem geld zurecht kommen muß, wird halt auf den preis geschaut. für die standards, was angeboten wird, is die politik verantwortlich.
  4. #4

    Super Kommentar!

    Frau Burmester hat es begriffen, dass viele Menschen nicht aus Liebe zum Geschmack Fleisch essen, sondern Fleisch essen, damit sie Fleisch essen! Nicht mehr und nicht weniger.
    In vielen Produkten in denen Fleisch drin ist (Fertiggerichte vor allem) schmeckt man es eh nicht mehr raus! Man könnte es somit auch weglassen, wenn es dann noch gekauft werden würde. Wird es dann aber auch nicht mehr so viel.

    Tja was also tun? Da bin ich überfragt!
  5. #5

    Nichts hinzuzufügen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zumal die Menschen mit ihrem Hang in Supermärkten und Discountern einzukaufen - und das möglichst billig - einen bedenklichen Fleischschrott zu sich nehmen, gegen den sich ein gediegenes Stück Pferd geradezu als Leckerbissen ausnimmt.
    Dem ist nichts hinzuzufügen, genau so ist es. Ich bleibe bei meinem kleinen Metzger im Nachbarort und zahle für gute Qualität lieber das zwei- bis dreifache.
  6. #6

    Zeit gespart

    Frau Burmession ruft zur Diskussion auf und beantwortet alle zu stellenden Fragen im ersten Absatz gleich selbst? Danke für die gesparte Zeit.
  7. #7

    .

    Kurz zusammengefasst: Der Verbraucher ist selber schuld :-)
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der eigentliche Skandal ist nicht, dass jemand Pferd als Rind ausgibt, sondern dass der Verbraucher Betrügereien der Industrie geradezu fördert. Weil er erwartet, dass in einen Großteil der Lebensmittel Fleisch drin ist, das aber nichts kosten darf.
    Bisschen billig, das.

    Erstens ist durchaus nicht klar, dass teurere Lebensmittel immer so viel hochwertiger sind. Ich kaufe teurer beim Metzger meines Vertrauens, gewiss, aber letzten Endes kann ich auch ihm nur vertrauen, weil ich weder Zeit noch Lust habe, in der Landschaft herumzufahren und mich zu vergewissern, dass das Fleisch wirklich daher kommt, woher der Metzger meines Vertrauens behauptet, dass es kommt. Kontrolle der Lebensmittelsicherheit kann der einzelne Kunde überhaupt nicht leisten (Frau Burmeister, haben Sie zufällig ein Labor zuhause im Keller?), und er bezahlt mit seinen Steuergeldern unter anderem dafür, dass ihm das von kompetenter Seite abgenommen wird. Einmal ganz abgesehen davon, dass nicht jeder es sich leisten kann, mal eben 50% mehr als im Supermarkt zu bezahlen.

    Fleisch ist zu billig? Ja, mag schon sein. Aber wie soll ich - zweitens - als Einzelkunde die Preiskalkulation der Anbieter durchschauen können? Der DVD-Player, der vor ein paar Jahren 500 Euro kostete, kostet heute 99. Wie soll man da noch eine Vorstellung von einem angemessenen Preis entwickeln können? Wenn das Fleisch billiger wird, woher soll ich wissen, ob die Futtermittel billiger wurden, die Gewinnmargenkalkulation zurückgefahren wurde oder ob Beschiss im Spiel ist? Und wenn es teurer wird, woher soll ich wissen, ob es daran liegt, dass Tierschutzgesetze verschärft wurden, oder einfach daran, dass die einschlägigen Unternehmen sich geeinigt haben, einfach mal etwas mehr Gewinn machen zu wollen?

    Von mir aus darf der Gesetzgeber gerne einschreiten, verschärfte Vorschriften für Tierhaltung erlassen und kontrollieren auf Teufelkommraus. Wenn dann das Fleisch teurer wird - mir soll's recht sein. Zahle ich eben mehr oder esse weniger davon. Aber man soll bitte von mir nicht erwarten, Missstände, die sicher da sind, aber deren Verantwortliche ich unmöglich benennen kann, auf eigene Faust beheben zu sollen. Ach so, und Fertiglasagne habe ich noch nie gegessen.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der eigentliche Skandal ist nicht, dass jemand Pferd als Rind ausgibt, sondern dass der Verbraucher Betrügereien der Industrie geradezu fördert. Weil er erwartet, dass in einen Großteil der Lebensmittel Fleisch drin ist, das aber nichts kosten darf.

    Silke Burmester über den Skandal um das Pferdefleisch - SPIEGEL ONLINE
    Wer wie Frau Burmester dieses Muster in den Lebensmittelskandalen entdeckt, schränkt den Konsum auf den Sonntagsbraten ein, der natürlich beim Metzger gekauft wird, oder wird gleich Vegetarier. Wer hingegen jeden Tag sein Billigsteak braucht, dem kann man nur viel Glück wünschen, denn er wird es brauchen.