Südkorea: Mun-Sekte feiert wieder Massenhochzeit

APEs war die erste Massenhochzeit der südkoreanischen Vereinigungskirche nach dem Tod von Sektengründer San Myung Mun: Geleitet von seiner Witwe gaben sich rund 3500 Paare in Südkorea das Jawort. Zwischendurch war genug Zeit zum Nase pudern und Nickerchen machen.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...-a-883887.html
  1. #10

    Zitat von Greyjoy Beitrag anzeigen
    Was muss eine Gruppe eigentlich anstellen damit sie als Religion anerkannt und nicht mehr als Sekte bezeichnet wird?
    Gibts da ne gewisse Zahl von Mitgliedern die ich haben muss oder geht es da nach dem Gründungsdatum?
    Dieser Begriff "Sekte" wird bewusst von den Anhängern der großen Weltreligionen benutzt um die Konkurrenz in ein negatives Licht zu rücken. Letzten Endes haben aber alle eines gemeinsam sie glauben an irgendwelche irrwitzigen Geschichten und imaginäre Freunde.
  2. #11

    Zitat von Greyjoy Beitrag anzeigen
    Was muss eine Gruppe eigentlich anstellen damit sie als Religion anerkannt und nicht mehr als Sekte bezeichnet wird?
    Gibts da ne gewisse Zahl von Mitgliedern die ich haben muss oder geht es da nach dem Gründungsdatum?
    Gute Frage.
    Schreiben Sie doch spaßenshalber an die Spiegel-Redaktion und erfragen den Unterschied kleinerer Religionsgemeinschaften zu den "etablierten" Religionen.

    Kinderbücher werden zur Vermeidung vermeintlich diskriminierender Vokabeln überarbeitet - und ferne, kleine Religionsgemeinschaften werden als "Sekte" diffamiert und mit dieser gemeinhin unheimlichen und wenig neutralen, jedoch eindeutig diskriminierenden Bezeichnung abgewertet.

    Dieser Verein trifft sich öffentlich und verheiratet einander und hebt sich wohlwollend ab von wirklichen Sekten, die sich öffentlich in die Luft sprengen.
  3. #12

    "Religion" und "Cult"

    Zitat von max-mustermann Beitrag anzeigen
    Dieser Begriff "Sekte" wird bewusst von den Anhängern der großen Weltreligionen benutzt um die Konkurrenz in ein negatives Licht zu rücken. Letzten Endes haben aber alle eines gemeinsam sie glauben an irgendwelche irrwitzigen Geschichten und imaginäre Freunde.
    Ja, da ist schon was dran. Allerdings wird im englischen Sprachraum unterschieden zwischen "religion" und "cult" (Aussprache: "kalt").

    Die "Cults", die sogenannten "neuen religiösen Bewegungen", welche meist junge Leute im Alter von etwa 14-30 Jahren mit z.T. ausgeklügelten Psychotechniken erst in ihren Bann ziehen wie z.B. die schon genannte Vereinigungskirche (="Mun-Sekte"), Neo-Sannyas (="Baghwan-Sekte") oder die berüchtigten "Kinder Gottes" ("Children of God", CoG), und ihre Mitglieder dann eindeutig finanziell und manchmal sogar sexuell ausbeuten, bzw. deren jeweilige religiöse Begründer und Oberhäupter (Sun Myung Moon, David Berg, Bhagwan Shree Rajneesh-Osho usw.)
    oftmals für sich selbst finanzielle oder auch sexuelle, angeblich von Gott gewollte, Privilegien beanspruchen, werden als "cult" eingeordnet.

    Während der 1970er Jahre wurden die damals zunehmend populären "Cults" (oder "Jugendsekten", wie man sie damals in Deutschland nannte) zum großen Thema in den Medien, weil ihre fanatischen Mitglieder auf Geheiß ihres jeweiligen religiösen Führers sogar zum Selbstmord bereit waren!

    Die verzweifelten Angehörigen der jungen Leute, die einem "Cult" verfallen waren, sahen oft keine andere Möglichkeit, als ihre jeweiligen Söhne oder Töchter (manchmal auch Geschwister) entführen und sie von Spezialisten, sogeannten "Deprogrammierern", von der "Cult"-Gehirnwäsche befreien zu lassen.

    Der "Spiegel" berichtete seinerzeit mehrfach darüber:

    DER SPIEGEL*45/1976 - Der Heilige Geist strömt in mich ein

    DER SPIEGEL 29/1978 - Jugendsekten - Die neue Droge

    DER SPIEGEL*28/1995 - Der ganze Mist ist raus

    Trotzdem ist es natürlich, vor allem unter dem Aspekt der Religionsfreiheit, nicht immer sauber und fair, das eine religiöse Bekenntnis, etwa den Katholizismus, als angeblich "gute, gesunde" Religion zu sehen, das andere Bekenntnis, wie Scientology und Konsorten, aber als "gefährlichen Cult". Man kommt da leicht in den Bereich von Doppelmoral. Die Frage: "Warum wird denn nicht jede Religion als "Cult" (bzw. Sekte) angesehen?" ist durchaus berechtigt.
  4. #13

    ARD übertroffen

    Ich glaube, sie wollen sich mit diesem Artkel selber vera***en. Wenn Sie mal richtige Recherche gemacht hätten, dann wüssten Sie, dass diese Menschen die ganze Nacht aufgeblieben sind, um zu proben, sich fertig zu machen, etc. Sie wüssten auch, dass diese Braut, die Kopfhörer trägt (so wie mindestens 50% dieser Masse!!!) sich die Übersetzung der Ansprache angehört hat. Sie würden auch nicht eine Massenhochzeit als Beweis für Geldeinnahmen nennen, denn offensichtlich gehen diese Menschen dorthin um mit ihrem Ehepartner gesegnet zu werden und nicht um irgendjemanden Geld zu spenden. Und auch die Frau mit Bild hätten sie ruhig befragen können. Es geht hier nicht um Verteidigung sondern um einen objektiven, wahrheitsgemässen Beitrag.
    Leider nicht geschafft. Kein Wunder, dass Menschen falsche Informationen einsammeln, wenn Medien nicht objectiv bleiben können. Schade eigentlich. Denn es fehlt eigentlich nicht viel für ein zufriedendes zusammenleben. Da spielt Religion keine Rolle, sondern Respekt
  5. #14

    Re: "Religion" und "Cult"

    Zitat von Jasro Beitrag anzeigen
    Trotzdem ist es natürlich, vor allem unter dem Aspekt der Religionsfreiheit, nicht immer sauber und fair, das eine religiöse Bekenntnis, etwa den Katholizismus, als angeblich "gute, gesunde" Religion zu sehen, das andere Bekenntnis, wie Scientology und Konsorten, aber als "gefährlichen Cult". Man kommt da leicht in den Bereich von Doppelmoral. Die Frage: "Warum wird denn nicht jede Religion als "Cult" (bzw. Sekte) angesehen?" ist durchaus berechtigt.
    Der Unterschied zwischen einer Religionsgemeinschaft und Organisationen wie Mun, Scientology, MLM-Schneeballsystemen usw. besteht darin, dass zweitere zum Zweck der Bereicherung psychisch labile Menschen mit Psycho-Tricks einfangen und ausbeuten wie eine Weihnachtsgans, während erstere sich damit zufrieden geben, dass - wer möchte - freiwillig Kirchensteuern zahlt oder spendet. Man kann der dreisten Lüge auf den Leim gehen, Scientology sei eine "Church", man sollte aber nicht glauben, dass man dann noch argumentativ allzu große Sprünge machen kann.
  6. #15

    So klar sind die Grenzen zwischen "Religion" und "Cult" nicht!

    Zitat von Hamberliner Beitrag anzeigen
    Der Unterschied zwischen einer Religionsgemeinschaft und Organisationen wie Mun, Scientology, MLM-Schneeballsystemen usw. besteht darin, dass zweitere zum Zweck der Bereicherung psychisch labile Menschen mit Psycho-Tricks einfangen und ausbeuten wie eine Weihnachtsgans, während erstere sich damit zufrieden geben, dass - wer möchte - freiwillig Kirchensteuern zahlt oder spendet. Man kann der dreisten Lüge auf den Leim gehen, Scientology sei eine "Church", man sollte aber nicht glauben, dass man dann noch argumentativ allzu große Sprünge machen kann.
    Die Grenzen zwischen (angeblich) "guter" Religion und "bösem" Cult bzw. "böser" Sekte sind keineswegs immer eindeutig - falls es diese Grenzen denn überhaupt gibt.

    Innerhalb der katholischen Kirche gibt es z.B. das sogenannte "Engelswerk", eine Gruppierung, die offiziell vom Vatikan ausdrücklich als Teil der römisch-katholischen Kirche akzeptiert wird:


    Erzkonservativer Geheimbund: Vatikan erteilt Engelwerk seinen Segen - SPIEGEL ONLINE

    Katholische Sekte Engelwerk: "Die haben unsere Tochter kaputtgemacht" - SPIEGEL ONLINE
  7. #16

    @Hamberliner
    die etablierten Kirchen führen sich genau so auf. Was ist denn die Beichte anderes als den Gläubigen daran zu erinnern, das er seine Situation nach seinem Ableben schon zu Lebzeiten verbessern kann. Der Fuß ist in der Tür und stets wird man an seine Sünden erinnert, so das als nächster Schritt gespendet wird; Kirchen wurden gebaut (Kölner Dom), vererbt wird.
    Es geht doch JEDER Religion darum, aus dem schlechten Gewissen der Gläubigen, man will auch nicht als Ratte wiedergeboren werden, Einfluss zu gewinnen.
    Oder sehe ich was falsch?
  8. #17

    Berechtigt vielleicht

    Zitat von Jasro Beitrag anzeigen
    Die Frage: "Warum wird denn nicht jede Religion als "Cult" (bzw. Sekte) angesehen?" ist durchaus berechtigt.
    Wenn man das Raster nur grob genug anlegt, kann man sicher jede "Religion" in einen Topf werfen. Ähnlich machen es manche Religiöse auch, wenn sie den Atheismus eines Bertrand Russel mit dem eines Stalin gleichsetzen und zum Schluss kommen: Der Atheismus ist böse.

    Im Übrigen wird seit einigen Jahrzehnten auch in der - zumindest evangelischen - Theologie der Begriff "Sekte" vermieden. Man spricht heute von "Religiösen Sondergemeinschaften". Es ist der Versuch, den diskriminierenden Klang von "Sekte" zu vermeiden.

    Und ich vermute mal, dass dieser Begriff ebenfalls verschwinden wird, wenn die bisher großen Kirchen von den Mitgliedern her mit den "religiösen Sondergemeinschaften" gleichziehen.
  9. #18

    sehr kritisierend

    Ich persönlich finde es nicht richtig eine Bewegung als Sekte zu bezeichnen wo alle nur Gehirn gewaschen werden. So etwas zu schreiben ist weder neutral noch korrekt! Wenn man sich damit nicht beschäftigt sollte man sich erst schlau machen bevor es einfach so veröffentlicht wird.. Was ist denn gegen glückliche junge Paare auszusetzen, die einen Glauben haben?? Jeder könnte durch den Spiegel blättern und sich auch so lustig machen über unrecherchierte Artikel - sowie es spöttisch dargestellt wird währenddessen Musik zu hören, wobei in Wahrheit nunmal für die Übersetzung Kopfhörer gebraucht werden?!! -.- sorry, aber wer austeilt muss auch mal einstecken können..
  10. #19

    sehr kritisierend

    Ich persönlich finde es nicht richtig eine Bewegung als Sekte zu bezeichnen wo alle nur Gehirn gewaschen werden. So etwas zu schreiben ist weder neutral noch korrekt! Wenn man sich damit nicht beschäftigt sollte man sich erst schlau machen bevor es einfach so veröffentlicht wird.. Was ist denn gegen glückliche junge Paare auszusetzen, die einen Glauben haben?? Jeder könnte durch den Spiegel blättern und sich auch so lustig machen über unrecherchierte Artikel - sowie es spöttisch dargestellt wird währenddessen Musik zu hören, wobei in Wahrheit nunmal für die Übersetzung Kopfhörer gebraucht werden?!! -.- sorry, aber wer austeilt muss auch mal einstecken können..