Qaida-Herrschaft in Mali: Die Scharia-Richter von Timbuktu

REUTERSIm Norden Malis herrschte bis zum Einmarsch der Franzosen das Terrornetzwerk al-Qaida. Jetzt entdeckte Dokumente aus dem Scharia-Gerichtshof in Timbuktu zeigen, was die Radikalislamisten unter Recht verstehen - und welche Anweisungen ihr Chef den Richtern erteilte.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-883677.html
  1. #40

    Es geht um Leute

    Zitat von trallala34 Beitrag anzeigen
    Mit dem kleinen aber nicht unbedeutenden Unterschied, dass die Guantanamo Insassen wegen des meist durchaus begründeten Vorwurfs des Terrorismus einsitzen. In Mali geht es um Leute die Musik hören, sich nicht in der Ehe vergewaltigen lassen wollen, Alkohol trinken oder Ehebrechen. Alle nach unserem Verständnis keinerlei Verbrechen.
    Nein, in Mali geht es um Leute, die sich gefallen lassen, von solchen Gestalten kontrolliert zu werden, und weil Allah es so will, ihr Schicksal nicht in ihre Hand nehmen wollen.

    Wie ich schon in einem früheren Beitrag erwähnte (ich wiederhole mich also leider): Es ist doch ein Unding, dass in einem 15-Millionen Volk die Einmischung von 4000 Franzosen einen Unterschied macht.

    Es gibt zwar Schlaumeier hier im Forum, die auf die triviale, und allen bekannte, traurige Tatsache hinweisen, dass die Europäer - allein schon durch die irren Grenzziehungen - die Grundlage zu diesem unreifen Verhalten gelegt haben, und ja das ist richtig.

    Das ist aber kein Grund nicht erwachsen zu werden, und immer auf Allah oder die Europäer zu hoffen.
  2. #41

    Die Realität

    Zitat von anmiru Beitrag anzeigen
    Sie haben im Prinzip ganz recht. Berücksichtigt man allerdings, dass Mohammed im Jahre 570 n.Chr. geboren wurde, wird einem klar, dass sich die Entwicklung des Islam aus Sicht des Christentums zwar tatsächlich irgendwo im Mittelalter befindet, es gibt allerdings keinerlei Beweis dafür, dass sie 'stecken geblieben' ist. Warten wir es ab, vielleicht brauchen die Islamisten ja nur noch 300 Jahre, bis man sie als 'zivilisiert' betrachten kann, dann hätten sie es immerhin rund 200 Jahre schneller geschafft als wir (wobei ich den Zeitpunkt unserer 'Zivilisierung' mal so eben auf das Ende der Barbarei des 2. Weltkrieges festgesetzt habe).
    Bei dem Fortschritt den die Menschheit insgesamt allein in den letzten 150 Jahren gemacht hat müsste theoretisch der Islam schon lange "zivilisiert" sein. Ist er aber nicht, da sich seit Mohammed weder im Kulturellen noch im Wissenschaftlichen im Isalm nichts, aber auch garnichts getan hat. Wenn der Isalm sich überall durchgesetzt hätte wären wir heute noch auf dem Stand zu Zeiten Mohammmeds.
  3. #42

    genau den selben 2000 jährigen Entwicklungszyklus

    Zitat von trallala34 Beitrag anzeigen
    Was für eine alberne Vorstellung, davon auszugehen dass alle Religionen genau den selben 2000 jährigen Entwicklungszyklus durchleben.
    Noch alberner ist es, dass Sie behaupten, dies aus meinem Betrag entnommen zu haben.
  4. #43

    Zitat von chris58 Beitrag anzeigen
    ist wohlfeil und herzerwärmend so zu argumentieren, ich führe das auf die kulturelle Leitidee des Selbsthasses zurück, die in Europa weit verbreitet ist.
    Wenn selbst der Bildungsminister von Tansania in einem Fernsehinterview sagt, wer weiss was aus uns geworden wäre und wo wir heute stehen würden, wenn die Deutschen ein paar Jahrzehnte länger geblieben wären, zeigt auf, wo wirklich die Wurzel des Übels zu suchen ist: Bad Governance, liebes Publikum!

    Die Kolonialzeit ist seit einem halben Jahrhundert Geschichte.
    Auch unsere Grenze wurde von den ehemaligen "Kolonialmächten" zweimal im letzten Jahrhundert willkürlich gezogen verbunden mit der größten ethnischen Säuberung der Menschheitsgeschichte, und?

    Pervez Hoodbhoy, Atomphysiker: "Es gibt rund 1,5 Milliarden Muslime in der ganzen Welt - aber sie können in keinem Bereich eine substanzielle Errungenschaft vorweisen.
    Nicht im politischen Bereich, nicht in gesellschaftlicher Hinsicht, weder in den Naturwissenschaften noch in der Kunst oder in der Literatur"

    Aber daran sind natürlich nur wir schuld, weil wir der Westen sind.
    Erschütternd, ich habe gerade mal "muslimische" Nobelpreise gegoogelt: 6x Friedensnobelpreis (darunter Arafat und der von Islamisten ermordete Sadat), 1x Literatur (Pamuk lebt wegen rechtsnationaler Morddrohungen wegen der Armenierfrage im Ausland) 2x Naturwissenschaften (Chemie und Physik). That's it.
  5. #44

    Falschheit..?

    So agiert der Islam immer.
    Man nennt es auch den "moderaten Islam"..:In dem Brief entwarf Droukdel auch die Strategie von al-Qaida in Nordafrika und warnte, dass ihre Macht in Timbuktu noch nicht gefestigt sei.
    *
    Man solle sich selbst zurückhalten und verbündeten Gruppen wie den separatistischen Tuareg-Rebellen den Vortritt lassen.
    *
    Kurzfristige Zugeständnisse seien notwendig für langfristige Erfolge.
    *
    darauf >muss< man sich auch in Deutschland einstellen... Wetten das!
    *
    Siehe die friedlichen Salafisten, Messerstiche auf einen Polizisten...
  6. #45

    Zitat von kumi-ori Beitrag anzeigen
    Ich sehe es so: dass wir heute im Umfeld des Christentums weitgehende persönliche Freiheiten geniesen, verdanken wir nicht der christlichen Religion an sich sondern einem zweihundertjährigen Kampf der Menschenum ihre Bürgerrechte (von der französischen Revolution bis noch vor ganz Kurzem). Hätten die Menschen die Klerikalen immer gewähren lassen, wie sie wollten, dann sähe es heute bei uns noch so aus wie im Mittelalter oder so wie in Afghanistan heute. Es ist nicht das historische Verdienst des Christentums, dass Kirche und Menschen heute friedlich nebeneinander leben, so wie es auch nicht die Schuld des Christentums ist, dass in der Vergangenheit vom Klerus Terror ausgegangen ist (Inquisition, Hexenverfolgung, Conquista,...). In den islamischen Staaten hat es dieser Prozess der Bürgerrechtsbewegung erst vor zwei Jahren eingesetzt. Teilweise endete er trotz erfolgreicher Revolutionen sogar mit gesellschaftlichen Rückschlägen. Aber das hat nicht primär mit der Religion des Islam zu tun sondern damit, dass die gesellschaftliche Emanzipation noch nicht so weit ist. Es gibt ja noicht wirklich einen grundsätzulichen Unterschied zwischen Islam und Christentum (außer theologischen Details betreffend die Heilsbotschaft und die Hormonzyklen der Gottesmutter). Aber ich sehe für die islamischen Staaten große Hofffnung durch die Informationsgesellschaft. Als mal während des Arabischen Frühlings ein Demonstrant interviewt wurde, antwortete der: "In Europa verdienen die Leute 3.000 Euro. Ich verstehe nicht, warum ich mich hier mit 300 Euro zufriedengeben soll." Wie Recht er hat und wie einfach es ist! Dasselbe Bewusstsein muss auch auf die religiöse Bevormundung übertragen werden, dann ist es schnell vorbei mit Taliban und Al Quaida.
    bedauerlicherweise kennen sie sich überhaupt nicht im islam aus, sonst würden sie diesen nicht mit dem christentum gleichsetzen.

    nur ein beispiel: der islam kennt keine trennung von politik und religion. im christentum hat es immer die zweischwertertheorie gegeben: papst einerseits, kaiser und könig andererseits.
  7. #46

    Zitat von spon-facebook-10000283853 Beitrag anzeigen
    Die Regeln nach denen dort geurteilt wird, sind doch nicht ausgedacht.
    Die kann jeder im Koran nachlesen - und von dem gibt es nur einen. Selbst in der Übersetzung, die auf der Seite des Zentralrat der Muslime in Deutschland zu finden ist.
    Es geht hier nicht um irgendeine absurde, orthodoxe Ausprägung des Islam.
    DAS sind die Regeln des Islam, an die sich ein gläubiger Muslim zu halten hat.
    Was überrascht denn da jetzt?
    Ich kann Ihnen Regeln aus der (offiziellen!) Bibel vorlegen, da schlackert der islamistische Muslim nur noch mit den Ohren vor Erschrecken, und der Hardcore-Mullah klatscht begeistert in die Hände.
    Und glauben Sie nicht, dass unsere Kirchenoberen zu einem großen Teil voller Neid auf die Macht islamistischer Mullahs sieht? Wenn es nach dem ginge, was die insgeheim denken, hätte es nie eine Aufklärung gegeben und bei uns sähe es nicht anders aus als im Iran. Die (und viele ihrer Anhänger auch heute noch) sind mit Gewalt tolerant gemacht worden. Und dazu hatten wir hier mehr Zeit.

    Also stecken Sie sich lieber Ihre christlich-abendländische Überlegenheit irgendwo hin, wo sie keiner sieht, und pappen Sie sich die nicht überall sichtbar offen auf die Stirn.