Spanische Pfleger in Deutschland: "Die Patienten nehmen auf uns Rücksicht"

Dort Krise, hier Mangel an Pflegekräften: An der Klinik im Tegernseer Tal arbeiten 17 spanische Pfleger. Ihre Vorstellungsgespräche hatten sie noch in Madrid und Sevilla, den Dezember über mussten sie Deutsch pauken. Inzwischen wechseln sie Verbände - und hoffen auf eine unbefristete Stelle.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-883576.html
  1. #10

    Lallinger und Laberer

    Es gibt keinen Fachkräftemangel in der Bundesrepublik. Das zu behaupten ist eine Unverschämt seitens der Politiker und Manager und eine Ohrfeige ins Gesicht gut ausgebildeter Menschen mit oder auch ohne Universitätsausbildung. Man will möglichst gut Qualifizierte für möglichst niedrige Gehälter oder Löhne haben. So sieht es wirklich aus. Und das Geschwurbel und Geschwätz ist unerträglich.
  2. #11

    ...

    Gerade im Radio gehört, dass das Land Hessen aktiv in Spanien Pflegekräfte abwirbt. Wenn man sich wundert, weshalb man in Deutschland einen Pflegekräftemangel hat, dann sollte man mal drüber nachdenken, was es bedeutet, trotz Examens, Wochenend- und Nachtarbeit 20% unterhalb des Durchschnittslohns zu bleiben.

    Die Gehaltssprünge in den Vorstandsetagen der DAX-Konzerne hat man damit begründet, dass man sonst nicht die Kräfte bekommt, die man braucht.

    Es kann doch nur Böswilligkeit sein, diese Analogie nicht auf andere Berufe zu übertragen.

    Jetzt setzt man die Löhne der Arbeitskräfte in Deutschland weiter unter Druck und gleichzeitig sorgt man in Spanien dafür, dass dort das nächste Problem erwächst.
  3. #12

    @trevi

    Sie wissen wohl wirklich nicht, was examinierte Pflegekräfte in diesem ach so sozialen Land (lol) verdienen, was? Klar, dass sich da keiner zu aufrappeln kann, auch noch warmherzig zu sein, wenn man z.B. als Alleinerziehende für einen im Vergleich zu anderen Gehältern Hungerlohn Wochenend- und Nachtdienste schieben muss und für das eigene Leben keine Zeit und kein Geld mehr findet. Da sind die verzweifelten Arbeitslosen aus Spanien doch willkommen, die machens lieber für wenig als für gar nix. An dieser scheiss deutschen Politik muss sich endlich was ändern...Abzocker-Verein!!!
  4. #13

    Soso. der Mangel...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dort Krise, hier Mangel an Pflegekräften: An der Klinik im Tegernseer Tal arbeiten 17 spanische Pfleger. Ihre Vorstellungsgespräche hatten sie noch in Madrid und Sevilla, den Dezember über mussten sie Deutsch pauken. Inzwischen wechseln sie Verbände - und hoffen auf eine unbefristete Stelle.

    Spanische Arbeitskräfte finden in deutscher Klinik Stellen - SPIEGEL ONLINE
    Wie läßt sich dann erklären, daß außer (immer die gleichen) Pflegeheime nund ambulante Diensten keiner mal ´ne Stellenanzeige schaltet??

    Daß das Arbeitsamt 20 Seiten Angebote hat, aber nur Zeitarbeitsfirmen???

    Wer ist denn der Verleiher, möchte man fragen. Das sind nämlich auch immer die selben. Die beuten die ZA-kräfte aus, anstatt mal wen richtig einzustellen

    Seit über 20 Jahren wird in mehr oder weniger großen Wellen der Pflegenotstand ausgerufen. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.
    Ergo: keiner hat Interesse, für´s A- Wischen und Händehygiene zu bezahlen...
  5. #14

    Hier hilft nur eine market solution: wer gute Leistungen will, der muß halt gut bezahlen. Ansonsten wandern qualifizierte Pflegekräfte lieber als Versicherungsdrücker über Land.
  6. #15

    Zitat von taubenvergifter Beitrag anzeigen
    Gerade im Radio gehört, dass das Land Hessen aktiv in Spanien Pflegekräfte abwirbt. Wenn man sich wundert, weshalb man in Deutschland einen Pflegekräftemangel hat, dann sollte man mal drüber nachdenken, was es bedeutet, trotz Examens, Wochenend- und Nachtarbeit 20% unterhalb des Durchschnittslohns zu bleiben.
    Dass man in der Altenpflege nicht gut verdient ist bekannt. In der Krankenpflege verdient man nicht schlecht und ihr Beispiel mit 20% unterm Durchschnittslohn müssten sie mal wirklich vorrechnen. Man verdient zweistellige Netto-Stundenlöhne, was für einen Ausbildungsberuf und für die Region (Ostdeutschland) sehr gut ist.
    Dennoch gehen etliche Kumpels lieber in einer Arbeit die sie nicht gelernt haben als Unausgebildete für 8,5EUR brutto arbeiten, anstatt die Ausbildung zum Pfleger zu machen.

    Lieber ein spanischer Kollege als gar kein Kollege und die Arbeit mit übernehmen. Spanische Pflegekräfte werden im universitären Bereich ausgebildet. Das ist auch qualitativ ein Schritt nach vorne.
    Selbst wenn es keinen Fachkräftemangel gäbe, stelle ich doch zum gleichen Lohn lieber eine Pflegekraft mit universitärer Ausbildung an.
  7. #16

    Was ist nach dem befristeten Arbeitsverhältnis?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dort Krise, hier Mangel an Pflegekräften: An der Klinik im Tegernseer Tal arbeiten 17 spanische Pfleger. Ihre Vorstellungsgespräche hatten sie noch in Madrid und Sevilla, den Dezember über mussten sie Deutsch pauken. Inzwischen wechseln sie Verbände - und hoffen auf eine unbefristete Stelle.

    Spanische Arbeitskräfte finden in deutscher Klinik Stellen - SPIEGEL ONLINE
    In der Theorie hört sich das ja ganz gut an. Mich würde allerdings interessieren wie viele der 17 Pfleger/innen nach den 8 Monaten wirklich mit Tarifgehalt übernommen werden. Oder rücken dann doch wieder nur neue befristete Pflegehilfskräfte nach?
  8. #17

    Im Westen nichts Neues!

    Kürzlich habe ich mitbekommen, dass ein Pflegeheim für Demenzkranke an der Mosel geschlossen wurde. Dabei ist der Bedarf an Pflegepersonal in dieser Region sehr groß. In den Lokalzeitungen wird sehr viel Werbung für die Pflegeberufe unternommen.

    In einer strukturschwachen Region ist Pflege schon Luxus. Da finde ich as Beispiel in Oberbayern schon eher unpassend. Da sich Pflege durch Kapital bezahlbar macht.
  9. #18

    optional

    Bei uns in der Region haben wir das Problem, dass die qualifizierten Leute nach Luxemburg wechseln, weil sie dort weitaus besser verdienen. Und sie handeln damit nach ein Grundprinzip des freien Marktes, das allenthalben doch so sehr geschätzt wird: Sie wandern dorthin, wo sie die besten Erträge erzielen. Das sollte doch gerade Managern bestens bekannt sein. Eine seltsame Welt.
    Mit "Herz und Liebe" kann ich mein Häuschen nicht bezahlen. Und die Bank, die schert sich einen Dreck um diese Begriffe.
    Meine Freundin ist Altenpflegerin mit Leib und Seele. Und sie verdient sogar recht passabel. Dennoch bringen Wechselschichten im 2-3 Tagestakt, Arbeitszeiträume von 12 Tagen am Stück, Wochenend- sowie Feiertagsdienste, sterbende Menschen und undankbare Angehörige sie manchmal an den Rand der Erschöpfung. Dennoch erfüllt sie ihren Beruf mit Liebe, Anstand und Pflichtgefühl. Dafür bewundere ich sie Tag für Tag aufs neue. Alle Manager dieser Welt könnten von ihr noch eine Menge lernen...
    Alle möchten ewig leben, aber keiner möchte dafür bezahlen.
  10. #19

    Es ist nicht zu fassen,...

    ...was hier in den Kommentaren geschrieben bzw. verlangt wird.

    1. Warum wird nicht mehr ausgebildet?
    Weil die Ausbildungseinrichtungen auch auf gute Lehrer/Dozenten angewiesen sind. Dies wird meist oft vergessen. Zudem gibt es sowieso zu wenig fähige und gute Bewerber. Wer möchte auch für einen geringen Lohne massive Überstunden in einer körperlich anstrengenden Arbeit investieren?

    2. Mischverhältnis Fachkräfte - Hilfskräfte
    In der Krankenpflege/Erziehung etc. hat man schon als Fachkraft eine Riesenverantwortung! Wenn noch mehr ungelernte Hilfskräfte eingestellt werden: Wer leitet diese an? Wer überwacht diese? Da hängen Menschenleben dran! Das macht den Fachkräften noch mehr Arbeit und diese Forderung ist Wahnsinn! "Herz und Liebe" reicht nicht aus, da steckt Fachwissen dahinter. Wer das schreibt hat keine Ahnung vom Fach.


    3. universitäre Ausbildung in Spanien/anderen Ländern.
    Das mag sein, aber vergessen wird oft, dass wir in Deutschland ein sehr erfolgreiches Ausbildungssystem gibt. In anderen Ländern sind sehr oft Berufe, die hier "Ausbildung" sind, an Universitäten, die aber das gleiche Niveau verlangen. Wie erklärt man sich sonst "Akademikerquoten" von mehr als 50% in anderen Ländern? Das duale System in Deutschland ist ein gutes und sollte nicht "kaputt-bachelorisiert" werden und die Ausbildung heruntergewürdigt werden, nur weil man sich in anderen Ländern "Akademiker" schimpft.