Spanische Pfleger in Deutschland: "Die Patienten nehmen auf uns Rücksicht"

Dort Krise, hier Mangel an Pflegekräften: An der Klinik im Tegernseer Tal arbeiten 17 spanische Pfleger. Ihre Vorstellungsgespräche hatten sie noch in Madrid und Sevilla, den Dezember über mussten sie Deutsch pauken. Inzwischen wechseln sie Verbände - und hoffen auf eine unbefristete Stelle.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-883576.html
  1. #1

    dafür gibt es von mir keinen Beifall

    Das ist Symptomhuscherei statt Ursachbekämpfung! Und auch noch politisch gewollt.
  2. #2

    Win-Win

    ... es ist schön von dieser reibungslosen Integration zu lesen. Spanier können sich leichter in Deutschland integrieren und umgekehrt - wg. des gleichen christl.- kulturellen abendländischen Hintergrundes. Mehr Spanier nach Deutschland! Herzlich Willkommen!
  3. #3

    Ist das denn so schwer?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dort Krise, hier Mangel an Pflegekräften: An der Klinik im Tegernseer Tal arbeiten 17 spanische Pfleger. Ihre Vorstellungsgespräche hatten sie noch in Madrid und Sevilla, den Dezember über mussten sie Deutsch pauken. Inzwischen wechseln sie Verbände - und hoffen auf eine unbefristete Stelle.

    Spanische Arbeitskräfte finden in deutscher Klinik Stellen - SPIEGEL ONLINE
    Ich habe in meinem Bekanntenkreis 2 Pflegekräfte, die arbeitslos sind. Eine hat sich extra auf altenpflegerin umschulen lassen und findet keinen Job!!!

    Womöglich, weil sie für einen so harten und wichtigen Job auch ein normales Gehalt erwartet.

    Zudem, wenn hier so ein Mangel herrscht, warum werden nicht mehr Pflegekräfte ausgebildet???
    Die meisten Pflegekräfte auf dem Markt wurden in staatlichen Umschulungen herangezogen.

    Es ist wie überall in Deutschland. Die Wirtschaft, mit seinen unfähigen, aber überbezahlten Managern bildet nicht aus und jammert dann über Fachkräftemangel. Im Gegenzug finden jährlich 150.000 Schulabgänger keine Ausbildungsstelle.

    Stattdessen holt man Ausländer rein, weil diese für einen Hungerlohn arbeiten und so die Löhne gedrückt werden können und so liegen dann Leute auf der Straße, in Branchen, die angeblich keine Fachkräfte finden.

    Eine kleine Schreinerei in meiner Nachbarschaft hatte noch nie "Fachkräftemangel". Seit Generationen bilden sie sich ihre Leute selber aus. Und sie leistet gute Arbeit, ohne Pfusch!

    Warum kann dieser Chef, mit seinen 8 Jahren Volksschulbildung das, was hochbezahlte Wirtschafsbosse nichtmal ansatzweise gebacken bekommen???

    Ist das denn so schwer? NEIN IST ES NICHT!
  4. #4

    Bravo

    Und wieder werden Arbeitnehmerrechte beschnitten, willfähige Billigarbeiter werden gegen
    Alte ausgespielt. Und die Gewerkschaft guckt
    wieder dusselig zu!!
    Aber der alllgemeine Leser glaubt wieder an die
    neoliberale Mär vom Fachkräftemangel...
  5. #5

    Aha.

    3000 Stellen unbesetzt. Aha. Harter Job mit vielen Überstunden, Doppelschichten etc., und das so schlecht bezahlt das man kaum von leben kann. Da wird sich kurz gewundert warum man die Stellen nicht besetzen kann und macht sich dann auf die Suche nach Menschen, die so verzweifelt sind das sie diese Lücke füllen. Gratuliere.
  6. #6

    an AusVersehen

    deine zwei pflegekraft-bekannte sollen einfach in den süden umziehen etwa nach bayern dann ist das mit dem arbeitsplatz kein problem! (außer sie sind nicht mehr arbeitsfähig durch zb. burnout, psychotisch usw.)
  7. #7

    Ein schönes Beispiel, dass der Fachkräftemangel überhaupt kein Problem mehr ist, wenn sich die Bosse etwas Gedanken machen und EU-weit denken. Was mir allerdings nicht gefällt, ist die anfangs miese Bezahlung der in ihrer Heimat fertig ausgebildeten Krankenpflegerinnen. Bei 30 Wochenstunden wird als Pflegehilfskraft kein annehmbares Gehalt dabei herauskommen. Dadurch soll wohl der Sprachkurs finanziert werden - oder müssen die Spanier den auch noch selbst bezahlen? Kein Wunder, dass bei solchen Bedingungen wieder Leute abspringen. Auch Spanier müssen sich nicht alles gefallen lassen.

    Den Sprachkurs sehe ich dagegen als positives Beispiel. Es ist zwar schön, wenn die Patienten Rücksicht nehmen, aber sie sollten eben nicht dazu gezwungen sein, Rücksicht zu nehmen. Es wäre schön, wenn solche Sprachkurse allgemein gefördert oder vorgeschrieben würden, da es hier wohl hauptsächlich auf die Einzelinitiative des Arbeitgebers zurückgeht. Nicht alle Chefs haben leider diesen Weitblick, sondern erwarten oft, dass die Mitarbeiter von sich aus die Sprache lernen. Hier muss ich aus Erfahrung allerdings sagen, dass dies besonders in Berufen, in denen man mit Englisch durchkommt, oft eine vergebliche Hoffnung ist.
  8. #8

    richtiger Weg -

    Warum nicht arbeitswillige, warmherzige und freundliche Spanierinnen, wenn derart veranlagte Mitarbeiter hierzulande nicht ausreichend zu finden sind. Mit fällt auf, daß hiesige Bewerber immer nur nach besserer Bezahlung rufen. -Das gilt doch in vielen Arbeitsbereichen in D (außer den hl.Kühen im ÖD). Auch in D sollte man die Einstellungskriterien nicht so hoch hängen. Ein Mischverhältnis von zB.5:1 für ausgeb.Fachkräfte und Hilfskräfte mit Herz wäre für die unterversorgten alten Menschen dienlicher als nur Fachkräfte die zu 90%Papierkram erledigen, während die Heimbewohner alleine dahin dämmern. Warum werden wohl in D Millionen alte Menschen von ihren -unausgebildeten-Angehörigen erfolgreich gepflegt ? -weil dort mit Herz und Liebe gearbeitet wird.
  9. #9

    richtiger Weg -

    Warum nicht arbeitswillige, warmherzige und freundliche Spanierinnen, wenn derart veranlagte Mitarbeiter hierzulande nicht ausreichend zu finden sind. Mit fällt auf, daß hiesige Bewerber immer nur nach besserer Bezahlung rufen. -Das gilt doch in vielen Arbeitsbereichen in D (außer den hl.Kühen im ÖD). Auch in D sollte man die Einstellungskriterien nicht so hoch hängen. Ein Mischverhältnis von zB.5:1 für ausgeb.Fachkräfte und Hilfskräfte mit Herz wäre für die unterversorgten alten Menschen dienlicher als nur Fachkräfte die zu 90%Papierkram erledigen, während die Heimbewohner alleine dahin dämmern. Warum werden wohl in D Millionen alte Menschen von ihren -unausgebildeten-Angehörigen erfolgreich gepflegt ? -weil dort mit Herz und Liebe gearbeitet wird.