Berlinale-Bilanz: Bär für 17.000 Euro und ein paar Laien

DPAEin rumänisches Familienporträt und ein bosnisches Sozialdrama mit Laiendarsteller sind die großen Gewinner der 63. Berlinale. Aufregendes Kino aus Osteuropa dominiert den Wettbewerb des Festivals - und sticht den enttäuschenden deutschen Film aus.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/be...-a-883872.html
  1. #1

    optional

    ich frage mich, was das ganze überhaupt soll, diese jährliche nabelschau. ich will nicht behaupten, dass die erwähnten und nicht erwähnten filme des festivals mist sind. aber es sind filme, die ein schockierend kleines, quasi unbedeutendes publikum erreichen, zumeist personen einer bequem lebenden mittelschicht, die ohnehin über die missstände bestens bescheid wissen.
  2. #2

    Berlin und Hof zusammenlegen,

    wobei in Hof mehr Qualität vorhanden ist. Berlin ist nur für schlecht gekleidete dt."Stars" ein Laufsteg zum gratis Essen und Trinken und dumme Interviews sowie Promo für Ami-Filme,welche teuer bezahlt werden.Es paßt zur Stadt Berlin keine Leistung,aber viel Rauch.
  3. #3

    gut

    gut geschrieben Herr Borcholte! Denn genau die Unterschiede zu den anderen Festivals sind es, die die Berlinale so wichtig machen. Ich finde auch die Jury-Entscheidungen gut. Leider reflektieren diese dann meistens nicht den verdienten finanziellen Erfolg, den die US-Marketing Maschine schlechteren Filmen ermöglicht.
  4. #4

    Focus Fehler Berlinale

    TV und Magazin Reportagen spiegeln seit Jahrzehnten Missstände weltweit. Das Format Kinofilm dient hingegen in erster Linie der Unterhaltung. Leider träumen die Berlinale Macher davon unglaubliche Filmperlen zu finden und zu präsentieren, nun aus Ostblock und Asien, weil diese ja so schön betroffen machende Inhalte habe. Uiiii die armen Armen, guckt ma wie die leben. . . . etc. Wer am Publikum vorbei Spartenreports liefert, sollte vielleicht den Hinweis Film abbauen, so nett das Ansinnen auch ist.
  5. #5

    Auch dieser Gewinner wird in die Reihe der letztjährigen Preisträger einreihen, an welche sich nach spätestens 2 Wochen niemand mehr erinnern kann.
    Außerhalb des Genres "Sozialdrama" scheint es keine Filme zu geben, welche in Berlin als preiswürdig erachtet werden. Die Liste der Gewinner (siehe z.B. Goldener Bär) spricht für sich selber.
    Dann sollte man jedoch auch so konsequent sein, den "Goldenen Bären" in "Preis für das beste Sozialdrama" umzubenennen.
    Berlin sollte sich eine große Scheibe von Cannes abschneiden. Dort werden Filme gezeigt und prämiert, welche die Filmzuschauer auch interessieren - abseits eines kleinen elitären Zirkels von Pseudo-Intellektuellen.
    Aber so ist es jedes Jahr das selbe Ritual. Deutsche "Stars" (welche außerhalb Deutschlands meist niemand kennt) präsentieren müde ihre neuesten "Werke". Das Wettbewerbsprogramm besteht hauptsächlich aus Problemfilmen zumeist vollkommen unbekannter Filmemacher. Der Gewinnerfilm verschwindet dann im Nachtprogramm von arte oder 3Sat (noch nicht einmal für eine Ausstrahlung zur Primetime reicht es).
  6. #6

    Einfach realistisch

    In einigen zurückgebliebenen postkommunistischen Staaten reicht es offensichtlich schon aus, für einen "Bären" das Alltagsleben abzufilmen. Verfall, Elend, Diskriminierung, Korruption, Kriminalität und Brutalität - die Originalzutaten für einen Beitrag, der dann die Zuschauer ungläubig und heuchlerisch fragen lässt: "Ob es tatsächlich wohl hier irgendwo in Europa so zugeht?"

    Und jeder weiss, das es dort Tag für Tag grausame unvermeidliche Realität ist.
  7. #7

    Hmmm...

    "Warum nicht auch hier mehr Mut zeigen und Outsider wie Klaus Lemke in den Wettbewerb einladen? "

    Vielleicht zeigt sich das Drama des deutschen Films auch an solchen Vorschlägen der deutschen Filmkritik. Lemke? Wirklich? Hat sich irgendwer mal einen seiner letzten Filme angesehen? Berlin für Helden? Nirgends auf der Welt würde dieser albern dahingestümperte Unsinn als so was wie "aufregendes Außenseiter-Kino" durchgehen (wird jedes Mal vom ZDF bezahlt, by the way). Und das jetzt in Sachen Berliner Schule plötzlich alle merken, dass der Kaiser meistens nackt ist, liegt doch wohl auch eher daran, dass bei der Premiere von "Gold" die ausländischen Kritiker-Kollegen so laut gelacht haben. Sonst hätte man den Quatsch wieder als "eindringlich" und "wahrhaftig" gepriesen.
  8. #8

    Enttäuschend?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein rumänisches Familienporträt und ein bosnisches Sozialdrama mit Laiendarsteller sind die großen Gewinner der 63. Berlinale. Aufregendes Kino aus Osteuropa dominiert den Wettbewerb des Festivals - und sticht den enttäuschenden deutschen Film aus.

    Berlinale-Bilanz: Die bärwürdigen Dramen des Ostens - SPIEGEL ONLINE
    Vielleicht wurden dem deutschen Film einfach alle Zähne gezogen und es wachsen keine mehr nach.
    Die kritische Auseinandersetzung mit der DDR und ihrem Erbe verschaffte dem bundesdeutschen Film Glanzzeiten.
    Diese Schiene kann man gut 20 Jahre nach der Wende nicht unendlich weiterreiten.
    Eine kritische Auseinandersetzung mit der Bundesrepublik, ihren Köpfen und den prägenden Vorgängen hat es nie gegeben und wird es auch nie geben.
    Eine Auseinandersetzung mit sich selbst gibt es nicht.
    Kein Wunder daß da irgendwann der Stoff ausgeht!
    Und man läßt eine bedeutende Mitgestaltungsmöglichkeit der Gesellschaft einfach so liegen.
  9. #9

    ...........

    oh wie böse sind doch hier die Kommentare, Film ist ein Wirtschaftszweig, das nur mal so nebenbei.