Pharmakonzern Novartis: Manager-Millionen empören Schweizer

REUTERSDie Wut über maßlose Bonuszahlungen ist laut Schweizer Justizministerin riesig: Der Verwaltungsratschef soll nach seinem Ausscheiden aus dem Pharmakonzern Novartis 72 Millionen Franken bekommen - als Berater. Die Ankündigung kommt nur zwei Woche vor der Volksabstimmung über Managerlöhne.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-883870.html
  1. #60

    Der Ausgang der Abstimmung ist gewiss

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Wut über maßlose Bonuszahlungen ist laut Schweizer Justizministerin riesig: Der Verwaltungsratschef soll nach seinem Ausscheiden aus dem Pharmakonzern Novartis 72 Millionen Franken bekommen - als Berater. Die Ankündigung kommt nur zwei Woche vor der Volksabstimmung über Managerlöhne.

    Pharmakonzern Novartis: Millionen-Gehalt für Vasella empört Schweizer - SPIEGEL ONLINE
    Dass merken nun auch die Gegner bei Economie Suisse, die Herrn Minder nicht gerade dankbar sind fuer die Abzocker-Initiative.

    Es gibt im Schweizerischen Obligationenrecht einen Artikel, wonach Vertraege wider die guten Sitten rechtswidrig sind. Meiner Meinung nach faellt Herr Vasellas Vertrag mit Novartis in diese Rubrik.

    Gleicher Meinung ist uebrigens auch Prof. Geiser von der HSG. Mal schauen, wie die Aktionaere von Novartis bei der naechsten GV reagieren.
  2. #61

    Zitat von gandhiforever Beitrag anzeigen
    ...

    Gleicher Meinung ist uebrigens auch Prof. Geiser von der HSG. Mal schauen, wie die Aktionaere von Novartis bei der naechsten GV reagieren.
    Da brauchen wir nicht lange zu warten, die nächste GV von Novartis ist am kommenden Freitag.
  3. #62

    Hängt alles vom Faktor ab

    Zitat von mitbestimmender wähler Beitrag anzeigen
    Ach ja ?

    Und dan arbeiten Sie als ......
    Wenn in einem Land, in einer Firma die Einkommen generell höher sind, will man auch als "kleiner Mitarbeiter" mehr.

    Der eigentliche Skandal ist immer ein zu hoher Faktor zwischen dem Aermsten und dem Reichsten. Wenn sich die Gesellschaft auf so etwas wie maximal 100 einigen könnte, und zwar ohne Gesetze, wäre schon viel gewonnen.
  4. #63

    Transparenz statt Zwang

    Zitat von ks82 Beitrag anzeigen
    Interessanter Vorschlag - nur einziges Problem ist die Definition was ein "Subkontrakt" ist. Ist dies bereits der Zulieferer von Schrauben und Druckerpapier? Weil dadurch hängt letzten Endes alles und jeder in dieser Kette.
    Ist schon klar. Wenn z.B. ein reiches Unternehmen Teile in Bangladesh herstellen liesse, sähe der Faktor schon recht bedrohlich aus. Soll aber so sein, denn sehr geringe Einkommen der "Sklaven" sagen ja immer zwei Dinge aus: 1) Der Manager kämpft mit allen Mitteln um hohen Profit 2) macht dies aber auf Kosten der Sozialverträglichkeit.

    Man kann in unserem System die Einkommen weder deckeln, noch einen Mindestlohn erzwingen (wird eben durch die Subkontrakte unterlaufen). Man sollte aber Transparenz erzwingen.
    Aber auf eine Idee bringt es mich ja schon: Könnte man nicht den Mittelwert des Vermögens in einem Teil des Wirtschaftssystems nehmen und anhand von diesem Mittelwert eine Besteuerung/Bezuschussung vornehmen. Und zwar so, dass je größer die Abweichung vom Mittelwert ist, desto stärker wird besteuert bzw. bezuschusst. Man kann das so anlegen, dass man einen vernünftigen Spielraum beim Einkommen hat um einfach Leistungs- und Wertunterschiede bei der Arbeit ausdrücken zu können, sich ab einem gewissen Level das Einkommen fast nicht mehr steigerungsfähig ist.
    Ist zwar theoretisch zu begrüssen, wäre aber Zwang und funktioniert deshalb nicht.

    Transparenz (wird ja auch über den Gini-Index angestrebt) ist das Einzige was man tun kann, aber selbst da werden die "Reichen" alles versuchen um sie zu verhindern.
  5. #64

    Na ja so einfach ist es nicht

    Zitat von tromsø Beitrag anzeigen
    Die Gegner haben schon resigniert. Und dies in einem der wirtschaftsfreundlichsten Länder Europas! Es lebe die direkte Demokratie. Übrigens, der Initiator der Abstimmung ist kein Linker, sondern selber ein erfolgreicher Untednehmer & deshalb glaubwürdig.
    Also da bin ich anderer Meinung. Der Minder leitet ein eigenes Unternehmen und war erst gerade in der Presse weil er eine völlig überteuerte Zahnpasta verkauft und diese aber viel schlechter ist als Zahnpasta von Aldi oder anderen Discountern.
    Zudem hat er die Intiative nur lanciert weil er beim damaligen Swissair Grounding auf Rechnungen sitzen blieb und der damalige Swissair Chef als er diesen Selbstmordjob übernahm bereits das Gehalt für 5 Jahre kassierte.

    Sie sehen also, die Intiative wurde aufgrund des persönlichen Hasses dieses Mannes lanciert.
  6. #65

    Jemand muss den Anfang machen

    Zitat von criticalck Beitrag anzeigen
    Leider lässt sich auf nationaler Ebene kein abstraktes Gesetz gegen überrissene Bonusgehälter und Managerlöhne etablieren, ohne dass Firmen diesen in andere Länder ausweichen würden. Wenn man gegen sowas vorgehen will, dann auf .....
    Die deutsche Regierung oder auch die SPD könnte innerhalb der EU einen gleichlautenden Vorstoss lancieren. Es erstaunt mich, dass von Peer, dem Spezialisten für alles und gar nichts, bisher nichts derartiges zu vernehmen war. Wenn man nur immer jammert,man könne nichts machen, wird nie was geändert werden. Für die Politiker in den EU-Staaten sollte es jetzt eigentlich leicht sein, auch was zustande zu bringen. Sie brauchen ja nur abzuschreiben bzw. zu kopieren und einzufügen. Das sollte ja noch verlangt werden dürfen. Bei den Dissertationen haben viele das ja auch hingekriegt. Also wo liegt das Problem? Der deutsche Wähler könnte natürlcih seinen Abgeordneten auch darauf hinweisen.
  7. #66

    Zitat von maxbee Beitrag anzeigen
    Wir Schweizer interessieren uns eben primär für schweizerische Belange und nicht für das, was Deutsche in ihrem Lande so treiben, z. B. ihren Staat bescheissen. Kümmert Euch doch selbst um Eure Steuerhinterzieher incl. Schwarzarbeiter und halst Euere Probleme nicht ständig uns auf, kapiert?!
    Das schließt natürlich auch die Bekämpfung derer ein, die die Steuerhinterziehung mittels organisierter Verschleierung begünstigen, namentlich mehrere große Schweizer Banken. Und das ist selbst den USA nicht entgangen, deren Druck aber natürlich deutlich größer war als der, den man aus Deutschland ausüben könnte.

    Die Probleme sind eben nicht nur in Deutschland zu lösen. Oder glauben Sie an das Märchen, dass das Geld nur deshalb in die Schweiz wandert, weil es dort einen schöneren Ausblick auf die Alpen hat?

    Die Gretchenfrage ist ja, ob das Schweizer Banksystem noch international wettbewerbsfähig wäre, wenn die Banken der Verschleierung von Kriminalität NICHT so oft Vorschub leisten würden. Wobei mir natürlich bewusst ist, dass die Schweizer Banken wahrlich keine Monopolstellung beim Thema Steuerbetrug und Geldwäsche einnehmen. Da sind auch deutsche oder US-Banken recht gut mit dabei.
  8. #67

    Zitat von TheBear Beitrag anzeigen
    Man kann in unserem System die Einkommen weder deckeln, noch einen Mindestlohn erzwingen (wird eben durch die Subkontrakte unterlaufen).
    Da bin ich nicht überzeugt. Jeglicher solcher Kontrakt wäre dann illegal. Klar, Kriminalität wird man niemals vollständig verhindern können, aber das kann kein Argument gegen den Erlass von Gesetzen sein.

    Transparenz (wird ja auch über den Gini-Index angestrebt) ist das Einzige was man tun kann, aber selbst da werden die "Reichen" alles versuchen um sie zu verhindern.
    Was würde Transparenz denn ändern? VW-Chef Martin Winterkorn hat letztes Jahr etwa 17 Mio. € verdient. Ein angestellter Friseur in Sachsen verdient tariflich pro Stunde 3,50€, macht bei Vollzeit im Jahr etwa 6000-7000 €. Winterkorn verdient also ungefähr soviel wie alle Friseure in Sachsen zusammen. Das ist alles bekannt und transparent. Und jetzt?
  9. #68

    Zitat von spon-facebook-10000283853 Beitrag anzeigen
    Sind die staatlich?
    Oder warum "empören" sich alle Schweizer?
    Empören können sich Aktienhalter, Angestellte - Kunden auch, aber die können sich auch ein anderes Medikament nehmen, um ihren Protest auszudrücken. So wie es im .....
    Bei dieser Abstimmung geht es vereinfacht gesagt darum, den Aktionären die Möglichkeit zu geben, an der Generalversammlung über die Höhe der Gehälter von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung abzustimmen. Die Empörung der Mitarbeiter wird sehr wahrscheinlich wenig Einfluss haben. N. B.: Die sexuelle Ausrichtung des Nachbarn ist in diesem Zusammenhang auch nicht von Belang.
  10. #69

    Sie haben scheinbar den Artikel nicht verstanden

    Zitat von BoMoUAE Beitrag anzeigen
    Ach, wenn schweizer Manager Millionenabfindungen bekommen, sind die Eidgenossen empoert. Wenn aber deutsche Manager und Gutverdiener ihre Millionen am Finanzamt vorbei in die Schweiz schaffen, sind die Schweizer zufrieden und lehnen jede Strafverfolgung in ihrem Land ab. Welch egoistische Doppelmoral...
    Bei dieser Initiative geht es darum, dass die Aktionäre über die Gehälter der Geschäftsleitung un des Verwaltungsrates bestimmen können. Ich verstehe ihren Frust, dass sie in Deutschland sehr wahrscheinlich keine derartigen Initiativen starten können. Wenn sie nun ihren Frust abreagiert haben, war das wenigstens gut für die Gesundheit. Mehr möchte ich zu ihrem Beitrag nicht mehr sagen.