Doku "The Act of Killing": "Wir sind Gäste eines kannibalischen Gelages"

Berlinale / WOLFWie tötet man Menschen? In der Berlinale-Dokumentation "The Act of Killing", prahlen Ex-Paramilitärs aus Singapur mit Massenmorden in den sechziger Jahren. Regisseur Joshua Oppenheimer erklärt im Interview, warum wir alle den Mördern viel näher sind, als wir glauben.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/jo...-a-883335.html
  1. #1

    Das ist leider wahr, "der Mensch ist des Menschen Wolf", oft mit den allerbesten Absichten.
  2. #2

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    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie tötet man Menschen? In der Berlinale-Dokumentation "The Act of Killing", prahlen Ex-Paramilitärs aus Singapur mit Massenmorden in den sechziger Jahren. Regisseur Joshua Oppenheimer erklärt im Interview, warum wir alle den Mördern viel näher sind, als wir glauben.

    Joshua Oppenheimer über seinen Film The Act of Killing - SPIEGEL ONLINE
    Ein kluger Mensch, der die richtigen Schlussfolgerungen gezogen hat. "Wir sind alle Gäste eines kannibalischen Festgelages...den Tätern näher, als wir denken"...

    So ist es.
  3. #3

    Wie wahr

    Der Heldenmythos ist die Grundlage einer moralfreien Geschichtsschreibung, in der Massenmörder Privilegien genießen. Massenmord als etwas Heldenhaftes zu feiern, ist der Grundstein für Straffreiheit.
    Alle Gesellschaften sind auf Massengewalt aufgebaut. Amerika, Großbritannien, Holland, Russland, China. In der Regel werden die Täter nicht zur Verantwortung gezogen.
    Wir sind alle sind Gäste eines kannibalischen Festgelages. Und wir wissen das und wir fühlen uns schlecht deswegen, aber wir funktionieren weiter, leben, kaufen ein, konsumieren. Sind wir damit nicht den Tätern viel näher als wir glauben?
    Das sind ein paar bemerkenswerte Sätze.
  4. #4

    Nie gehört

    Zitat von duk2500 Beitrag anzeigen
    Das ist leider wahr, "der Mensch ist des Menschen Wolf", oft mit den allerbesten Absichten.
    Ich bin auch entsetzt, dass ich noch nie zuvor von DIESEN Massenmorden gehört habe zuvor. Dabei dachte ich, dass ich so einigermaßen informiert und allgemein gebildet bin. War wohl selten Thema in den Medien.
  5. #5

    Aufgabe

    Wenn wir die Starffreiheit für solche Menschenüberall abschaffen und wenn wir verstehen das es diese Gewalt überall gibt, dann werden wir das Grauen es 20 Jhd überwinden
  6. #6

    ...

    Dieses Interview ist für mich ein Highlight unter den Artikeln der letzten Jahre.
  7. #7

    Jean Rostand:

    "Kill one man, and you are a murderer. Kill millions of men, and you are a conqueror. Kill them all, and you are a god." Oder auf gut Deutsch.. im Westen nichts neues, inklusive wie langweilig Deutscher Film ist.
  8. #8

    Es gibt zu wenige Menschen ...

    .. die unsere strukturelle Verstrickung in die globale Realität von Unterdrückung und Ausbeutung so unverstellt anschauen, wie H. Oppenheimer. Es gibt praktisch niemanden, der bereit wäre, von den Privilgien und dem Wohlstand, den wir dadurch genießen, Abstand zu nehmen, ganz egel wieviel Grauen das andernorts in der Welt (vielleicht) verhindern würde. Mir geht es bei solchen Themen immer wieder so, dass ich erschrocken denke: Vielleicht sind nicht die Schlächter die widerlichsten Gestalten....
  9. #9

    ...was die "Guten" nur denken....Immerhin, diese können sich kontrollieren...wenn es die Umstände zulassen. Wir sind nun mal immernoch "Steinzeitjäger" im Spätkapitalismus.