Finanzminister-Treffen: G-20-Staaten wollen Währungskrieg verhindern

APDie 20 führenden Industrie- und Schwellenländer wollen einen weltweiten Währungskrieg mit allen Mitteln verhindern. Darauf einigten sich die Finanzminister und Notenbankchefs in Moskau. Der transatlantische Streit um neue Sparziele wurde dagegen vertagt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-883835.html
  1. #20

    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    Stellen Sie sich eine Volkswirtschaft vor, die jedes Jahr jede Menge Waren und Dienstleistungen herstellt. Unter anderem 1 Million PKW. Nun kommt Ihr technischer Fortschritt: Bei gleichem Input werden 10.000 PKW mehr produziert. Wer soll die kaufen? Mit welchem Geld?
    Die Entwicklung der Wirtschaft verläuft nicht linear, sondern in Wellen. Es gab und gibt immer wieder Krisen, die zu einem Rückgang des Wohlstandes führen. Daher meinte ich auch die langfristige Tendenz.

    Die Revolution durch die Informationstechnologie steht erst am Anfang und wird Wirtschaft und Gesellschaft völlig verändern. Auch in anderen Wissenschaftsbereichen wird es dramatische Veränderungen durch Innovationen geben, die zu Wirtschaftswachstum und Erhöhung des Wohlstandes führen.
    Man vergleiche mal das Leben in Deutschland vor hundert Jahren und heute, um langfristige Veränderungen zu erkennen. Und in den nächsten 100 Jahren, sofern es Friedensjahre sind, wird sich der Fortschritt noch beschleunigen. Dass es auch negative und problematische Entwicklungen geben wird, muss nicht besonders erwähnt werden
  2. #21

    Schaeubles Aussagen haben keine Halbwertzeit mehr.

    Und keiner hoert auf ihn, da seine Analysen nicht eintreten, er vorher einknickt oder sie von Vornherein falsch und bewusst unvollstaendig waren.
    Noch letzte Woche hat Schaeuble davon geredet, dass sich die USA auf dem richtigen Weg befinden, nachdem Obama von Wirtschaftsfoerderungsausgaben in seiner Rede an die Nation gesprochen hat. Wohlgemerkt vor dem Hintergrund einer Staatsverschuldung von 16 $Trillionen und einem Leben jenseits der gesetzlich festgelegten Schuldengrenze.
    Schaeuble kriegt einfach nicht mehr die komplexen Fakten hintereinander. It is time to say good-bye! Und zwar noch vor der Bundestagswahl.
  3. #22

    Nein

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    ...
    Die Revolution durch die Informationstechnologie steht erst am Anfang und wird Wirtschaft und Gesellschaft völlig verändern. Auch in anderen Wissenschaftsbereichen wird es dramatische Veränderungen durch Innovationen geben, die zu Wirtschaftswachstum und Erhöhung des Wohlstandes führen.
    ...

    Innovation sind gut und schön, sie sind eine der Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum, aber keine hinreichende. Ohne Steigerung der nachfragewirksamen Geldmenge gibt es kein Wachstum.

    Vielleicht hilft Ihnen dieses Modell weiter: Stellen Sie sich eine geschlossene Volkswirtschaft ohne Banken mit Goldmünzenwährung vor. Ganz wichtige Prämisse ist dabei, dass die Anzahl der im Umlauf befindlichen Münzen nicht gesteigert wird.

    Und nun fragen Sie sich wie in einer solchen Volkswirtschaft ein Wirtschaftswachstum entstehen soll. Und bitte verwechseln Sie dies dabei nicht schon wieder mit Produktionssteigerungen.
  4. #23

    Wieder schöne Worte, denen keine Taten folgen werden!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer wollen einen weltweiten Währungskrieg mit allen Mitteln verhindern. Darauf einigten sich die Finanzminister und Notenbankchefs in Moskau. Der transatlantische Streit um neue Sparziele wurde dagegen vertagt.

    Finanzminister: G-20-Staaten wollen Währungskrieg verhindern - SPIEGEL ONLINE
    Wenn ich das richtig sehe, dann hat die Politik mal wieder das gemacht, was sie am besten kann. Fehlende Bereitschaft zum Handeln wurde durch große Vorankündigungen ersetzt.

    Die vielen durch Eurozone, Globalisierung usw. geschaffenen Steuer- und Sozialstaatsschlupflöcher, welche das dafür zur Kasse gebetene Wahlvolk immer kritischer sieht, sind für die Lobby des freien Marktes und der dem Markt unterworfenen Demokratien deren wichtigsten Errungenschaften. Auf diese moderiere und lukrative Form vom Piraterie zulasten der Gesellschaft werden sie sicher nicht verzichteten wollen, und dieses Recht auf straffreien Diebstahl mit unbegrenzter Lobbyarbeit verteidigen.
  5. #24

    Wir sind doch schon mittendrin!

    Im Währungskrieg. Die Amis drucken ohne Rücksicht auf Verluste, die Europäer müssen selbst nachlegen und die Chinesen kaufen wie blöd physische Edelmetalle bzw. attraktive Unternehmen und Dritte-Weltstaaten und freuen sich, dass sie ihre Fremdwährungen loswerden.Bis dann die Währungsblase platzt, die Sparbücher, Lebensversicherungen, Immobilien und Aktien nichts oder fast nichts mehr wert sind. Wacht doch endlich auf!
  6. #25

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Hätte Griechenland die Drachmen behalten, wären dort die Zinsen niemals auf Euroniveau gesunken, sondern Griechenland hätte deutlich höhere Zinsen zahlen müssen. Um diese Zahlen zu können, hätten sie sich nicht so hoch verschulden können. Die Kapitalanleger wären wesentlich vorsichtiger bei der Kreditvergabe gewesen, eine Verschuldung, wie wir sie jetzt sehen, wäre nicht erfolgt. Dafür wäre allerdings auch der mit einer Kreditblase finanzierte Lebensstandard in Griechenland nicht so stark gewachsen.
    Und wenn es Finanzierungsprobleme gegeben hätte (passierte ja auch in EU-Staaten außerhalb des Euroraumes), wäre der Steuerzahler in D nicht in der Mithaftung, sondern der IWF gemeinsam mit allen EU-Staaten (auch GB, DK und S) würden helfen müssen. Das wäre für uns schon ein sehr großer Unterschied
    Ich kann diese Logik nicht vollständig nachvollziehen, denn der Schuldner GR bleibt doch der gleiche, ob er nun Drachme oder € aufnimmt und die Zinsen richten sich doch nach dem Ausfallrisiko und nicht nach der Währung. Den einzigen Unterschied den ich sehe, ist, das GR sich nicht einfach so über Inflation entschulden kann, sondern ganz offiziell Insolvenz eingestehen muss. Und wie gesagt, der eigentliche Grund für die ESM & Co ist doch den Großkapital zu helfen und sonst niemandem. Letzten Endes hätten wir so oder so gezahlt, das eigentliche Problem ist doch eher, das einige, Zocken und den Gewinn, unter Hinweis das man ja so schlau ist, gerne behalten (steuerfrei versteht sich) aber wenns mal schiefgeht dann die Verluste vom Steuerzahler einfordern und, das ist das allerschlimmste daran, es auch bekommen. Sozusagen eine kostenlose Zockversicherung.
  7. #26

    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    Stellen Sie sich eine Volkswirtschaft vor, die jedes Jahr jede Menge Waren und Dienstleistungen herstellt. Unter anderem 1 Million PKW. Nun kommt Ihr technischer Fortschritt: Bei gleichem Input werden 10.000 PKW mehr produziert. Wer soll die kaufen? Mit welchem Geld?

    Es gibt u.a folgende Möglichkeiten:

    A) Der PKW-Hersteller macht alle Autos so günstig, dass die 1.010.000 nicht mehr kosten als die 1 Million vorher, selbst wenn wir annehmen, er könnte alle dann verkaufen = kein Wirtschaftswachstum.
    Das beim Kauf gesparte Geld, kann in andere Dinge investiert werden
    Folge: Wirtschaftswachstum
    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    B) Der Hersteller lässt die Preise gleich. Trotzdem verkauft er alle 10.000 zusätzliche. Dafür sparen die Käufer der Volkswirtschaft genau die aufgewendete Summe an anderen Produkten ein = kein Wirtschaftswachstum.
    Nicht zwangslaüfig, da ja irgendjemand den Mehrgewinn (idealerweise "gerecht" aufgeteilt zwischen AN und Kapital) erhält und diesen idealerweise in andere Güter investiert. Folge: Wirtschaftswachstum
    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    C) Die zusätzlich produzierten PKW verrotten auf der Halde = kein Wirtschaftswachstum.
    Man konnte aber auch die Arbeitszeit senken. Dann hätte man zwar kein Wachstum, aber der Aufwand wäre geringer und mehr Lebenszeit ist doch auch ganz schön.

    Vielleicht als Hinweis (wenn ich sie falsch verstanden habe, pardon): Ein Euro kann mehrmals im Jahr ausgegeben werden. Was sich bei Wachstum eigentlich erhöht ist die Geldumlaugeschwindigkeit und nicht (unbedingt) die Geldmenge.
  8. #27

    Natürlich gibt es ein Wirtschaftsmodell was ohne Zwangswachstum auskommt!

    Auch wenn das Gegenteil stetig wiederholt wird. Dazu braucht man ein Geldsystem ohne Zwangswachstum und Zinseszins, und ein gutes Buch was einem eine Marktwirtschaft ohne natürliche Monopole erklärt, frei nach Silvio Gesell. Eine Währung muß auch nicht frei handelbar sein, Zölle können intelligente Filter sein. Eine umlaufgesteuerte Währung besäße genau nicht die Eigenschaften, die heute im Negativen uns überollen.
  9. #28

    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    Innovation sind gut und schön, sie sind eine der Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum, aber keine hinreichende. Ohne Steigerung der nachfragewirksamen Geldmenge gibt es kein Wachstum.

    Vielleicht hilft Ihnen dieses Modell weiter: Stellen Sie sich eine geschlossene Volkswirtschaft ohne Banken mit Goldmünzenwährung vor. Ganz wichtige Prämisse ist dabei, dass die Anzahl der im Umlauf befindlichen Münzen nicht gesteigert wird.

    Und nun fragen Sie sich wie in einer solchen Volkswirtschaft ein Wirtschaftswachstum entstehen soll. Und bitte verwechseln Sie dies dabei nicht schon wieder mit Produktionssteigerungen.
    Nun ja, theorestisch wäre auch in diesem Modell Wachstum möglich, sie könnten es nur nominell nicht erfassen, denn Produktionsteigeungen würden idealerweise zu Preissenkungen führen. Das hieße dann Deflation, da sie für die gleiche Geldeinheit immer mehr Waren bekämen. Leider wäre ein solches Modell praktisch nicht denkbar, da es leider in der menschlichen Natur zu scheinen liegt, dann das Geld zu horten und nicht mehr in die Nachfrage zu stecken, was dann zu Problemen führt. Wie der Volksmund schon sagte: "Taler, Taler, du musst wandern, von der einen Hand zur andern".
    Mit Inflation können sie die Neigung zu horten vermindern, da es ja ein Verlust wäre.
  10. #29

    Der größte Schmäh in der Menschheitsgeschichte: "Geht's der Wirtschaft gut,...

    ...geht's auch den Menschen gut".

    Genau umgekehrt ist es wahr. Denn wenn es der Wirtschaft gut geht, und da zählt man hoffentlich auch bitte die Finanzwirtschaft dazu, ist das keineswegs eine Garantie dafür, dass es auch den Menschen gut geht.

    Welche profitoptimierenden Produktions- und Finanzwirtschaften wollen denn wirklich die Bevölkerungen an ihren Einnahmen und Gewinnen teilhaben lassen? An erster Stelle beim Abkassieren stehen immer die Macher und Oberabsahner sowie die Großaktionäre. Und allen ist zusätzlich gemeinsam, dass sie lieber mit unglaublichen Summen brotlose Spielchen an den Börsen oder sonst im Finanzsektor betreiben, statt ihr Geld in Wirtschaften zu stecken, wo die gesamte Bevölkerung profitieren würde.

    Von den meisten Finanzgeschäften bzw. Finanzjongleuren profitieren die Produktions- und Dienstleistungswirtschaft überhaupt nicht. Im Gegenteil, diese Wirtschaften werden sogar unter Druck gesetzt, um möglichst große Profite für die Absahner abzuwerfen. Während die Einkommen der Macher und Absahner seit Jahrzehnten förmlich explodieren, stagnieren ja die Einkommen der Normalbürger. Oder sind sogar rückläufig!

    Aber wenn es denn Menschen allgemein gut ginge, wie sollte es dann möglich sein, dass es dann nicht auch der Wirtschaft gut ginge? Seit wann schaden zahlungskräftige Verbraucher und Konsumenten einer Wirtschaft? Doch wohl eher Verbraucher und Konsumenten, die wenig oder nichts in der Tasche haben.

    Es wäre auch völlig egal, ob man alle(!) Wirtschaften völlig schuldenfrei machen würde. Wenn die Konsumenten dann wieder nicht die Produkte und Dienstleistungen der Wirtschaft kaufen bzw. in Anspruch nehmen könnten, würde die Wirtschaft wieder pleite gehen.

    Es müsste daher richtig heißen: Geht's den Menschen gut, geht's auch der Wirtschaft gut! Und auch dem Sozialstaat. Denn der würde selbstverständlich sprudelnde Steuern von allen(!) Seiten bekommen.