Finanzminister-Treffen: G-20-Staaten wollen Währungskrieg verhindern

APDie 20 führenden Industrie- und Schwellenländer wollen einen weltweiten Währungskrieg mit allen Mitteln verhindern. Darauf einigten sich die Finanzminister und Notenbankchefs in Moskau. Der transatlantische Streit um neue Sparziele wurde dagegen vertagt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-883835.html
  1. #1

    Thema Sparen - ganz enfach

    1. Es gibt weltweit kein Wirtschaftsmodell das ohne Wirtschaftswachstum auskommt.
    2. Es gibt nur zwei Wachstumsmodelle: Ständig steigende Staatsverschuldung oder Exportüberschüsse.
    3. Das Wachstumsmodell Exportüerschüsse kann nicht jedes Land auf dieser Erde haben. Exportüberschüsse des einen Landes sind nämlich das Defizt eines oder mehreren anderen Länder.
    4. Beide Wachstumsmodelle gehen sehr lange gut, wie man sieht 60 Jahre oder sogar noch länger.
    5. Dann kommen Exportüberschüsse als Verlustabschreibung zurück bzw. der Staat benötigt einen Schuldenschnitt.

    Wenn Schäuble also das Thema Sparen auf die globale Tagesordnung setzen will, dann bedeutet das, er hofft genügt Wirtschaftswachstum über Exportüberschüsse für D erzeugen zu können. Bei gleichzeitiger Rückführung der deutschen Staatsverschuldung wird ihm das aber nicht gelingen. Und wenn alle anderen Volkswirtschaften auch sparen, erst recht nicht.

    Es ist völlig unmöglich dass Schäuble, bzw. seine Berater das nicht wissen. Warum beharrt er dann trotzdem? Einfach um gegenüber den anderen Euro-Ländern denen ein harter Sparkurs abverlangt wird, noch glaubwürdig gegenüber zu stehen.
  2. #2

    Opa Schäuble (CDU) sagte

    er habe seine ziele beim schuldenabbau durchgesetzt... er scheint an realitaetsverlust zu leiden. alle westlichen laender werden sich weiter verschulden auch deutschland.. und keiner wird es zurueckzahlen koennen und wollen. durch die staatlichen zinsmanipulationen ist der waehringskrieg gesichert.. wenn deutschland und die eu nicht die zinsen manipuieren wuerden, waeren sie allesamt pleite.. auch ohne waehrungskrieg....
  3. #3

    Die

    ist gewollt. Den Politikern inkompetenz zu unterstellen, damit können sie sehr gut leben. Es ist einfach der Machterhalt bis zum Schluss.
  4. #4

    @Progressor

    "Es ist völlig unmöglich dass Schäuble, bzw. seine Berater das nicht wissen. Warum beharrt er dann trotzdem?"

    Wieso völlig unmöglich ?

    Sie überschätzen die geistige Kapitzität Ihrer Govermentsstrategen. Es sind Provinzler. Außer Spargeschwätz haben die seit Kohl doch nichts im Kopf. Echte Lösungen zum Erreichen eines stabilen Konjunkturbooms, inbesondere in Binnenmärkten der Eurozone, haben diese Witzbolde doch nicht. Seien Sie stolz, diese Provinzfritzen haben nicht mehr Ahnung von Ackerbau und Viehzucht als der Souverän.
  5. #5

    Bangemachen zählt nicht …

    … da muss man einfach mal einen Schritt weiter denken. Währungskrieg ist doch gar nicht das Thema, dies dient allenfalls zur Vorbereitung auf eine Weltregierung und eine Weltwährung, mit der man dann den Leuten weismachen möchte, dass alles besser wird.

    Wird es aber nicht, denn das eigentliche Problem wird nur nicht thematisiert. ES ist das Geldsystem in dieser Form höchst selbst. Da wo sich Geld von alleine exponentiell vermehrt, muss die Lücke zu den real geschaffenen Werten immer weiter auseinander klaffen. Dies würde auch so bleiben wenn es eine Weltwährung gäbe, die nach dem bisherigen Strickmuster funktioniert.

    Derzeit geht es darum das Wachstum der Geldberge sicherzustellen, indem man an den Menschen spart. Dies bedeutet, die Staatsverschuldung muss weiter zunehmen, weil die privaten Schuldner immer weniger Kredite aufnehmen können, muss hier der Staat einspringen um den Geldbergen ihre Renditen zu gewährleisten. Hier eine Spur sarkastischer aufbereitet, über die „Guthabenkrise“:
    Schuldenkrise eskaliert, jetzt auch noch Guthabenkrise

    Was wir jetzt sehen ist die beschleunigte Umverteilung von unten nach oben. Man kann jetzt einmal über die Gründe spekulieren, warum unsere Politiker hier nicht wirklich einschreiten. Entweder sind sie wirklich so saudumm, dass sie dieses Spiel nicht durchblicken, oder aber sie sind bis auf die Knochen korrumpiert und haben auch keine Skrupel ihre Völker gnadenlos der Ausbeutung preiszugeben. Dazwischen gibt es wohl kaum noch andere Gründe.
  6. #6

    optional

    Einfach um gegenüber den anderen Euro-Ländern denen ein harter Sparkurs abverlangt wird, noch glaubwürdig gegenüber zu stehen.
    und warum will er dann dass die die anderen sparen...?
  7. #7

    Zitat von Gerdtrader50 Beitrag anzeigen
    Echte Lösungen zum Erreichen eines stabilen Konjunkturbooms, inbesondere in Binnenmärkten der Eurozone, haben diese Witzbolde doch nicht.
    Ein stabiler Konjunkturboom? Natürlich haben sie dafür keine Lösungen, weil es solche Lösungen überhaupt nicht gibt. Aber vielleicht werden Sie Kandidat für den Nobelpreis für Wirtschaft und verraten mal eine solche Lösung.
  8. #8

    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    2. Es gibt nur zwei Wachstumsmodelle: Ständig steigende Staatsverschuldung oder Exportüberschüsse.
    Seit es Menschen gibt, gibt es über längere Zeiträume hinweg Wirtschaftswachstum. Daran wird sich auch nichts ändern. Und der beruht vor allem auf technischem und ökonomischem Fortschritt.

    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    3. Das Wachstumsmodell Exportüerschüsse kann nicht jedes Land auf dieser Erde haben. Exportüberschüsse des einen Landes sind nämlich das Defizt eines oder mehreren anderen Länder.
    Und für alle schädlich, was leider bei den deutschen Stammtischen noch nicht angekommen ist. Ziel muss ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht sein.

    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    5. Dann kommen Exportüberschüsse als Verlustabschreibung zurück bzw. der Staat benötigt einen Schuldenschnitt.
    Richtig

    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    Wenn Schäuble also das Thema Sparen auf die globale Tagesordnung setzen will, dann bedeutet das, er hofft genügt Wirtschaftswachstum über Exportüberschüsse für D erzeugen zu können. Bei gleichzeitiger Rückführung der deutschen Staatsverschuldung wird ihm das aber nicht gelingen....Einfach um gegenüber den anderen Euro-Ländern denen ein harter Sparkurs abverlangt wird, noch glaubwürdig gegenüber zu stehen.
    Deutschland hat mit Einführung des Euro den Währungskrieg gewonnen, ohne überhaupt Krieg führen zu müssen. Denn der Außenwert des Euro spiegelt den Durchschnitt der Wirtschaftskraft des Euroraumes, ist also für D deutlich unterbewertet (müsste vielleicht bei 1,60 liegen). Manche glauben dann fälschlicherweise, wir hätten vom Euro profitiert.
    Das führt logischerweise zu einer Wirtschaftskrise in den wettbewerbsschwächeren Staaten. Die wollten aber den Euro, jetzt müssen sie dafür den Gürtel enger, teilweise äußerst eng schnallen und richtig hart malochen. So sind die Gesetze der Ökonomie. Nach der Party kommt der Kater.
  9. #9

    Ursachen und Bilanz der Überschuldung im €uroraum...

    Zitat von analysatorveritas Beitrag anzeigen
    Währungskriege, man sollte in diesem Fall auch einmal nach den
    Ursachen für diese Währungsturbulenzen fragen. Überschuldungen,
    eine mangelnde Haushaltsdisziplin, eine verfehlte Wirtschafts- und
    Investitionspolitik, eine falsche Steuer- und Abgabenpolitik, eine nicht oder gar nicht vorhandene eigene Leistungs- und
    Wettbewerbsfähigkeit, eine mangelnde Banken-, Versicherungs- und
    Kapitalmarktaufsicht, eine Wirtschafts-, Banken- und Währungskrise
    hat ja viele Ursachen und diese haben einen jahrelangen Vorlauf..

    Einige wichtige volkswirtschaftliche Fakten, die diese Entwicklungen
    und Zusammenhänge besser veranschaulichen und verdeutlichen
    können:

    Euro-Krise: Eurozone vor dem großen Knall - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
    Schuldenberg voraus: Warum die
    Mayers Weltwirtschaft: Euro abwerten - Mayers Weltwirtschaft - FAZ
    Gastbeitrag: Die Eurokrise ist noch nicht gelöst - Europas Schuldenkrise - FAZ
    Da haben Sie absolut recht.
    Hauptübel ist die verfehlte Einheitswährung €uro für dieses zu stark wirtschaftlich fragmentierte Europa..
    Als bildliches Metapher stelle man sich eine Zirkusmanege vor, in der
    schwere Ackergäule mit Zirkusponys in ein Gespann gelegt werden...

    Kohl, Delors, Genscher, Waigel & Co haben durch zu kurz gedachtes "Europa"-Wunschdenken, uns durch den wirtschaftlich zu weit auseinanderklaffenden, nicht zusammenpassenden Euroraum in eine finanziell unsichere überschuldete, gefährliche Lage gebracht.

    Eine sehr aufschlussreiche Quelle über die aktuelle Befindlichkeit der €urozone findet man auf Internet abrufbar unter; cesifo-group, Hans-Werner Sinn, "Die Logik der Targetfalle", Vortrag vom 17.12.2012.

    Da wird eine Gesamtverschuldung (Banken- und Staatsverschuldung) allein im südl. €uroraum (ohne Frankreich, Belgien und Slowenien..!!) von fast 12 Billionen €. festgestellt...
    Zusammen mit Frankreich, Belgien, Slowenien und dem €-Norden
    könnte die Gesamtverschuldung Eurolands die der USA (ca. 16 Billionen US-$) übertreffen...!