Nach YouTube-Verbot: Ägyptisches Gericht will Bauchtanz-Sender sperren lassen

REUTERSWegen einer Werbung für potenzfördernde Getränke und strittige Szenen ordnet ein ägyptisches Gericht die Sperrung eines Bauchtanz-Fernsehsenders an. Erst kürzlich hatte ein Gericht die Regierung aufgefordert, YouTube für einen Monat zu sperren - wegen islamfeindlicher Inhalte.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/aegy...-a-883820.html
  1. #10

    Tja. Aus dem Arabischen Frühling wird so langsam der Arabische Winter.
    Und ich befürchte, daß dieser sehr sehr lang wird.

    Mubarak war vielleicht nicht der beste Staatschef, aber er war kein idiotischer Islamist.
  2. #11

    Zitat von qwert44 Beitrag anzeigen
    Wenn ich mich nicht recht täusche wird es dort bald nochmal gewaltig krachen. Am Aufstand gegen Mubarak war zu großen Teilen die miserable wirtschaftliche Lage der Ägypter schuld. Die Muslimbrüder geben sich gerade mächtig Mühe das Land weiter unattraktiver für Investoren/Touristen werden zu lassen.
    Wenn sie es aber schaffen, das Volk so lange hinzuhalten bis die Mehrheit zu religiösen Maskottchen mutiert ist, ist es vorbei und es wird sich erst etwas ändern, wenn Ägypten unter islamistischer Führung in einen Krieg gegen Ungläubige zieht.

    Man sieht ja an anderen Ländern, was Religionen anrichten und wie sie normale Menschen zu Sklaven machen.
  3. #12

    Zitat von abraxas63 Beitrag anzeigen
    Jetzt beginnt Stück für Stück die Umerziehung des ägyptischen Volkes von konservativ zu stockkonservativ und schließlich fundamentalistisch. Nichts anderes ist der Plan der Muslimbrüder/Salafisten.
    Aber natürlich sind sie schlauer als ihre Brüder in Mali: da wurde ja schon beklagt, dass man nicht gleich mit dem Frauen auspeitschen hätte begingen sollen, schließlich könnten so die Umzuerziehenden einen schlechten Eindruck vom "Islam" bekommen.
    So was macht man Stück für Stück nach der bewährten Salami-Taktik....
    Da muss man aufpassen. Würde man Umfragen machen, wären bestimmt eine Mehrheit der Ägypter für solche Maßnahmen, weil das ein konservatives, religiöses Land ist. Im Prinzip müssen wir uns nur ein paar Jahrzehnte zurück erinnern, wo auch bei uns das gesunde Volksempfinden das Leben ziemlich eng machte. Und ich meine natürlich nicht das 3. Reich sondern die 50+60 Jahre.
    Will sagen, der Spalt zwischen einem faschistischen Staat und einer Demokratie, die von einer konservativen Mehrheit in Regierung und Gesellschaft und damit auch bei Polizei, Gericht und Pressegeprägt ist, ist gar nicht so groß. Entscheident sind dann Punkte, wie beisepielsweise mit Minderheiten umgegangen wird oder mit den Konflikten innerhalb der Gesellschaft.
  4. #13

    Beim Bauche des Propheten ...

    Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit noch mal ganz herzlich bei Präsident Obama für die flammende Rede bedanken, mit der er damals den Ägyptern den Gedanken von Freiheit und Selbstbestimmung ins Köpfchen gepflanzt hat.

    Genau das richtige Brain-Food für Angehörige einer Religion, die auf unbedingter Unterwerfung basiert - Menschen, die schon froh sind, wenn sie sich aussuchen können, an welcher Tankstelle sie nach Diesel anstehen dürfen.

    Nicht die allerhellste Entscheidung, Mr. President, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt und an dem Ort die Free-World-Nummer abzuziehen. Aber welche außen- und weltpolitische Kompetenz will man auch von einem Land erwarten, das Botschafterposten traditionell an finanzstarke Parteigänger und Spendensammler vergibt.

    Fazit: Ägypten muss (und wird) sich mal wieder selbst helfen. Dabei arbeitet eigentlich derzeit alles für die gute Sache. Denn je mehr Wampentanzkanäle abgeklemmt werden und je mehr kleine Alltagsfreuden (Ägyptenkenner wissen, was ich meine) das Regime beschneidet, desto eher ist Meister Murxi wieder da, wo er hin gehört. Wo war das noch gleich ...?
  5. #14

    Moderner Islam müsste nichts kopieren

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wegen einer Werbung für potenzfördernde Getränke und strittige Szenen ordnet ein ägyptisches Gericht die Sperrung eines Bauchtanz-Fernsehsenders an. Erst kürzlich hatte ein Gericht die Regierung aufgefordert, YouTube für einen Monat zu sperren - wegen islamfeindlicher Inhalte.

    Ägyptisches Gericht will Bauchtanz-Fernsehen sperren lassen - SPIEGEL ONLINE
    Ich habe vor einigen Tagen eine Fotoreportage gesehen mit Straßenszenen aus Afghanistan, Ägypten, Iran, dort sah man Familien mit Kindern, das Gewimmel auf einem Marktplatz, Szenen auf dem Uni-Campus. ... verglichen wurden jeweils die 60er Jahre mit dem Heute, an jeweils identischen Orten.

    Die Tendenz, die sich dort zeigt, ist mehr als bedrückend, ... allerdings müssen wir auch feststellen, dass die Bilder aus den 60er Jahren Gesellschaften abbilden, die aufgrund des damals gerade überwundenen Kolonialismus noch teilweise westlich geprägt waren. Es scheint im Nachhinein so zu sein, dass dieses westliche Weltbild bei der einfachen Bevölkerung und der konservativen Eliten keine Vorbildwirkung hat.

    Wenn sich der Islam mäßigen will, dann darf er sich nicht die westlichen Demokratien zum Vorbild nehmen, sondern muss in der eigenen Geschichte nach Beispielen suchen, wo Toleranz und Fortschritt nicht im Widerspruch zum Glauben standen. Und da werden wir natürlich im späten Mittelalter fündig, .... die toleranten moslemischen Herrscher in Granada standen z.B. in ihrem Handeln im schrillen Kontrast zum intoleranten Katholizismus des christlichen Spaniens. An diese wertvollen Traditionen muss der moderne Islam anknüpfen, dann braucht er auch nicht die westlichen Demokratien zu kopieren.
  6. #15

    Ceterum censeo

    Zitat von kannmanauchsosehen Beitrag anzeigen
    Ich habe vor einigen Tagen eine Fotoreportage gesehen mit Straßenszenen aus Afghanistan, Ägypten, Iran, dort sah man Familien mit Kindern, das Gewimmel auf einem Marktplatz, Szenen auf dem Uni-Campus. ... verglichen wurden jeweils die 60er Jahre mit dem Heute, an jeweils identischen Orten.

    Die Tendenz, die sich dort zeigt, ist mehr als bedrückend, ... allerdings müssen wir auch feststellen, dass die Bilder aus den 60er Jahren Gesellschaften abbilden, die aufgrund des damals gerade überwundenen Kolonialismus noch teilweise westlich geprägt waren. Es scheint im Nachhinein so zu sein, dass dieses westliche Weltbild bei der einfachen Bevölkerung und der konservativen Eliten keine Vorbildwirkung hat.

    Wenn sich der Islam mäßigen will, dann darf er sich nicht die westlichen Demokratien zum Vorbild nehmen, sondern muss in der eigenen Geschichte nach Beispielen suchen, wo Toleranz und Fortschritt nicht im Widerspruch zum Glauben standen. Und da werden wir natürlich im späten Mittelalter fündig, .... die toleranten moslemischen Herrscher in Granada standen z.B. in ihrem Handeln im schrillen Kontrast zum intoleranten Katholizismus des christlichen Spaniens. An diese wertvollen Traditionen muss der moderne Islam anknüpfen, dann braucht er auch nicht die westlichen Demokratien zu kopieren.
    Die viele Milliarden schwere saudische wahabitische Mission bis in den entlegensten Winkel der Erde hinein ist die Quelle des Problems. Ohne die daraus resultierende Bildungsfeindlichkeit und religiöse Verblendung lassen sich archaische Stammesstrukturen im Sinne einer Aufklärung zermürben.
    Wie Sie Toleranz ohne Demokratie institutionalisieren wollen, müssen Sie erklären. Ebenso was denn eine nicht westliche Demokratie auszeichnet.