Der Papst-Rücktritt - Sturz in die Krise oder Chance zur Öffnung?

Nach dem Rückzug des deutschen Papstes Benedikt XVI. begann sofort sich sofort die Kandidatenbörse zu regen, und die Spekulationen, wer wohl die besten Chancen hätte, begannen auch unter den Gesichtspunkten der Neuausrichtung der katholischen Kirche. Vielfältige Probleme stehen an, die Benedikt XVI. nicht lösen konnte. Stürzt der Rücktritt des Papstes die Katholische Kirche in eine Krise, oder gibt er vielmehr Anlass zur Hoffnung auf eine Öffnung?
  1. #40

    Zitat von Manukun Beitrag anzeigen
    Wenn eine Institution wie die katholische Kirche sich nicht aus der Politik heraushält und die Allgemeinheit mit zweifelhaften moralischen Vorstellungen zu beeinflussen versucht, kann hier auch jeder mitreden.
    Zumal die moralischen Vorstellungen auf der Idee der Sündenvergabe durch Menschenopfer beruhen und somit nicht mit unseren Gesetzen vereinbar sind.
    Das Thema könnte man ungefähr so umreißen: Die Mitgliederversammlung des XY-Vereins diskutiert, ob ihr nächster Vorsitzender aus einem Schwellenland kommen soll.
    Nichtmitglieder haben in dieser Diskussion nichts zu suchen und sind auch nicht stimmberechtigt. So ist das jedenfalls in Vereinen, die sich berchtigterweise dagegen verwahren, sich von denjenigen, die den Verein als solchen schon suspekt finden, in die "Vorsitzendenkür" hineinreden zu lassen.
  2. #41

    Zitat von werbe Beitrag anzeigen
    Das Thema könnte man ungefähr so umreißen: Die Mitgliederversammlung des XY-Vereins diskutiert, ob ihr nächster Vorsitzender aus einem Schwellenland kommen soll.
    Nichtmitglieder haben in dieser Diskussion nichts zu suchen und sind auch nicht stimmberechtigt. So ist das jedenfalls in Vereinen, die sich berchtigterweise dagegen verwahren, sich von denjenigen, die den Verein als solchen schon suspekt finden, in die "Vorsitzendenkür" hineinreden zu lassen.
    Man könnte es so umreißen, wenn denn die Voraussetzungen so wie bei den XY-Vereinen wären - sie sind es aber nicht.
    Nehmen wir 2 "XY-Vereine" und nennen sie HSV und FC Bayern München.
    Sie (das ist nur ein Beispiel) sind Anhänger von FC Bayern München. Mit dem HSV haben und wollen Sie absolut nichts zu tun haben - außer über sie zu lachen, wenn "Ihr" Verein sie mit einer Niederlage nach Hause schickt.
    Trotzdem werden Sie gezwungen, den Vorstand des Vereins, das Stadion und die Reisekosten des Vereins (mit) zu bezahlen.
    Außerdem müssen Sie sich jeden Tag -vor allem Sonntags- in jedem Ort Deutschlands das HSV-Lied anhören - von morgens bis tief in die Nacht. Ostern wird in dem von Ihnen mitfinanzierten öffentlich-rechtlichen TV auf allen Sendern die Weltanschauung von Uwe Seeler verbreitet.
    Sobald Sie sich darüber zu recht aufregen, sagen Ihnen die Anhänger des HSV: "Nichtmitglieder haben in dieser Diskussion nichts zu suchen und sind auch nicht stimmberechtigt".
    Wenn Sie also in Ruhe "Kirchenfan" sein wollen, setzen Sie sich (mit) dafür ein, dass "Nicht-Katholiken" zukünftig Ihren Verein nicht mehr unterstützen müssen - und dann wird es den (meisten) Atheisten völlig egal sein, ob Sie einen Vorstandsvorsitzenden aus Afrika, Lateinamerika oder vom Mars haben möchten.
  3. #42

    Zitat von meon Beitrag anzeigen
    Wenn Sie also in Ruhe "Kirchenfan" sein wollen, setzen Sie sich (mit) dafür ein, dass "Nicht-Katholiken" zukünftig Ihren Verein nicht mehr unterstützen müssen - und dann wird es den (meisten) Atheisten völlig egal sein, ob Sie einen Vorstandsvorsitzenden aus Afrika, Lateinamerika oder vom Mars haben möchten.
    Man kann aus der Kirche austreten bz. nicht eintreten und muss dann keine Kirchensteuer mehr bezahlen. Dann geht einen die Papstwahl nichts mehr an. Dort, wo Kirche anstelle staatlicher Stelle soziale Aufgaben übernimmt, muss man selbstverständlich ebenso bezahlen, wie man den Reifenwechsel in einer katholischen Werkstätte (wenn es sie gäbe) ebenso bezahlen müsste.
    Übrigens, woher der Papst kommt, ist mir gleich, weil ich Agnostiker bin.
    Im Unterschied zu "missionierenden" Atheisten maße ich mir aber nicht an, bei der Vorsitzendenwahl eines mir fremden Vereins mitbestimmen zu wollen- und mir sind überzeugte Katholiken deutlich weniger suspekt, als mit nahezu religiöser Inbrunst "schäumende" Atheisten, die dieses Thema als willkommenen Anlass nehmen, ihre Hasstiraden loszuwerden.
  4. #43

    Zitat von werbe Beitrag anzeigen
    Man kann aus der Kirche austreten bz. nicht eintreten und muss dann keine Kirchensteuer mehr bezahlen. Dann geht einen die Papstwahl nichts mehr an. Dort, wo Kirche anstelle staatlicher Stelle soziale Aufgaben übernimmt, muss man selbstverständlich ebenso bezahlen, wie man den Reifenwechsel in einer katholischen Werkstätte (wenn es sie gäbe) ebenso bezahlen müsste.
    Übrigens, woher der Papst kommt, ist mir gleich, weil ich Agnostiker bin.
    Im Unterschied zu "missionierenden" Atheisten maße ich mir aber nicht an, bei der Vorsitzendenwahl eines mir fremden Vereins mitbestimmen zu wollen- und mir sind überzeugte Katholiken deutlich weniger suspekt, als mit nahezu religiöser Inbrunst "schäumende" Atheisten, die dieses Thema als willkommenen Anlass nehmen, ihre Hasstiraden loszuwerden.
    Leider irren Sie. Führendes Personal, deren Residenzen, Dienstreisen, etc. werden in Deutschland aus Steuergeldern finanziert.
    Auch die sozialen Dienste (KiTa, Krankenhäuser, Schulen, etc.) werden zum überwiegenden Teil durch die Kommunen (also ebenfalls durch den Steuerzahler) bezahlt.
    Ein Austritt befreit Sie also lediglich vom "Mitgliedsbeitrag" - aus dem Rest können Sie nur austreten, wenn Sie Deutschland verlassen - oder keine Steuern / Abgaben zahlen.
    Solange das so ist, ist es m.E. auch völlig in Ordnung, wenn sich Nicht-Katholiken in genau diese "Vereinsmeierei" einmischen - und das hat weder etwas mit "missionierenden" noch "vor nahezu religiöser Inbrunst schäumenden" Atheisten zu tun.
  5. #44

    Jesus als Papst oder Glaube schlaegt Schwelle.

    'Jesus als Papst' ist ja mal ein avant-gardistischer Gedanke. (Aus dem Buch "Jesus Christus:Das Interview" zitiert) Also, was wuerde der naechste Papst an Jesus Stelle unternehmen? Wuerde er eine Paepstin zulassen? Vielleicht sogar eine, die vergewaltigt wurde? Welche Heilungen an Seele wuerde er - religionsuebergreifend - anbieten koennen? Welches Gottesbild wuerde er favorisieren? Wie wuerde er mit anderen Religionen am Frieden der Welt arbeiten? Und so weiter. Und was passiert? Da wird die Frage nach einem Papst aus einem Schwellenland debattiert. Auch das ein Zeichen wie die Katholische Kirche inzwischen im hochgetunten Banalen von Medien und politischer Strategie versackt.
  6. #45

    Kirchliche Einrichtungen sparen Geld

    Zitat von meon Beitrag anzeigen
    ........
    Auch die sozialen Dienste (KiTa, Krankenhäuser, Schulen, etc.) werden zum überwiegenden Teil durch die Kommunen (also ebenfalls durch den Steuerzahler) bezahlt.
    ......
    Diese kommunalen Einrichtungen stehen allen Bürgern zur Verfügung. Es ist also durchaus richtig, dass sie die Kosten mittragen.
    Die Gemeinden sind froh, wenn die Kirchen diese Einrichtungen verwalten. Dadurch spart die Kommune Geld, das sonst noch zusätzlich die Steuerzahler zählen würden.
  7. #46

    Zitat von meon Beitrag anzeigen
    Leider irren Sie. Führendes Personal, deren Residenzen, Dienstreisen, etc. werden in Deutschland aus Steuergeldern finanziert.
    Auch die sozialen Dienste (KiTa, Krankenhäuser, Schulen, etc.) werden zum überwiegenden Teil durch die Kommunen (also ebenfalls durch den Steuerzahler) bezahlt.
    Ein Austritt befreit Sie also lediglich vom "Mitgliedsbeitrag" - aus dem Rest können Sie nur austreten, wenn Sie Deutschland verlassen - oder keine Steuern / Abgaben zahlen.
    Solange das so ist, ist es m.E. auch völlig in Ordnung, wenn sich Nicht-Katholiken in genau diese "Vereinsmeierei" einmischen - und das hat weder etwas mit "missionierenden" noch "vor nahezu religiöser Inbrunst schäumenden" Atheisten zu tun.
    Nun ja, die leisten aber was Gemeinnutziges, oder? Und soweit ich es weiß, der Gedanke dabei ist, dass es das Personal dort, aus Nächstenliebe, oder wie man es auch immer nennt, für weniger Geld etwas leistet. Oder stört Sie dann, dass diese Schulen, Krankenhäuser etc..von der Kirche mit geführt werden, oder wäre es besser von Jemandem anderen geführt zu werden? Wo wäre dann der Unterschied? Wenn diese Schulen, Krankenhäuser, etc.. von Jemanden anderen geführt würden? Dann müsste man ja auch Steuer zahlen. Das heisst also, diese ganzen Einrichtungen sind so oder so von dem Staat mit geführt und die Steuer zahlt man so oder so.
    Soweit ich weiß, sind gerade die kirchlichen Schulen und Kitas (und zwar von den beiden Kirchen) bei den Menschen viel begehrter als die üblichen staatlichen Schulen und Kitas. Und sind immer, sozusagen voll gebucht. Also die Leute reißen sich eher um die kirchlichen Einrichtungen als um die nichtkirchlichen.
    Und, wie ich es neulich im Fernsehen aus einem Bericht irgendwo aus NRW gesehen habe, in einer katholischen Schule, sind weniger als 30% der Schüler katholisch. Die meisten sind es nicht, es gibt atheistische Kinder und auch muslimische. Wo ist also das Problem? Ich sehe keins.
  8. #47

    Kommt Zeit, kommt Rat

    Zitat von berlin-bangkok Beitrag anzeigen
    'Jesus als Papst' ist ja mal ein avant-gardistischer Gedanke. (Aus dem Buch "Jesus Christus:Das Interview" zitiert) Also, was wuerde der naechste Papst an Jesus Stelle unternehmen? Wuerde er eine Paepstin zulassen? Vielleicht sogar eine, die vergewaltigt wurde? Welche Heilungen an Seele wuerde er - religionsuebergreifend - anbieten koennen? Welches Gottesbild wuerde er favorisieren? Wie wuerde er mit anderen Religionen am Frieden der Welt arbeiten? Und so weiter. Und was passiert? Da wird die Frage nach einem Papst aus einem Schwellenland debattiert. Auch das ein Zeichen wie die Katholische Kirche inzwischen im hochgetunten Banalen von Medien und politischer Strategie versackt.
    Wilde Spekulationen über die Person des neuen Papstes sind unangebracht. Die Wahl eines neuen Papstes findet nicht auf dem Markt statt. An der nichtöffentlichen Wahl nehmen nur Kardinäle teil, die die Altersgrenze nicht überschritten haben.
    Da jeder amtierende Papst einige Kardinäle ernannt hat, ist zu vermuten, dass diese Menschen eine ähnliche Meinung wie der Papst haben.
    Auch deshalb sind Neuerungen eher langfristig zu erwarten.
  9. #48

    ...

    Zitat von ObackoBarama Beitrag anzeigen
    Nun ja, die leisten aber was Gemeinnutziges, oder? Und soweit ich es weiß, der Gedanke dabei ist, dass es das Personal dort, aus Nächstenliebe, oder wie man es auch immer nennt, für weniger Geld etwas leistet. Oder stört Sie dann, dass diese .....
    Seltsamerweise wird auf die Bezahlung der Bischöfe, etc. nicht eingegangen.
    Die "sozialen" Einrichtungen werden ja nicht umsonst betrieben - die RKK verdient damit Geld. Oder meinen Sie, das Gehalt der Ärzte und KiTa-Angestellten kommt aus Rom?
    Mit Gemeinnutz hat das nichts zu tun.
    Übrigens: Das Outsourcing von Mitarbeitern an Zeitarbeitsfirmen und deren außertariflicher "Rückkauf" für weniger Geld wird von den meisten als Frechheit empfunden - Sie nennen das "Nächstenliebe".

    Ja - es wäre besser, wenn solche Einrichtungen vom Staat geführt würden - das ist seine Aufgabe. Was würden Sie sagen, wenn der Polizeidienst zukünftig vom "Rambo INC" aus den USA übernommen würde?
  10. #49

    Neue Fragestellung

    Wir haben die Fragestellung zum Papstrücktritt etwas modifiziert und thematisch erweitert - vielleicht ergeben sich daraus weiter Aspekte für eine Debatte.