Selbstjustiz von mexikanischen Bürgerwehren: "Wir werden die Stadt komplett säubern"

APDrogenbanden verbreiten seit langem Angst und Schrecken in Mexiko. Im Bundesstaat Guerrero greifen Bürgerwehren nun zur Selbstjustiz: Sie gehen Streife, nehmen Verdächtige fest und lassen diese von eigenen Gerichten aburteilen. "Es gibt kein anderes Mittel", sagen sie.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-883795.html
  1. #1

    find ich gut

    Wenn auf Justiz und Polizei kein Verlass mehr ist,muss man sich selbst helfen. Vor allem gefällt mir,dass sie die Kriminellen zu Zwangsarbeit verurteilen und damit einem produktivem Zweck zuführen.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Drogenbanden verbreiten seit langem Angst und Schrecken in Mexiko. Im Bundesstaat Guerrero greifen Bürgerwehren nun zur Selbstjustiz: Sie gehen Streife, nehmen Verdächtige fest und lassen diese von eigenen Gerichten aburteilen. "Es gibt kein anderes Mittel", sagen sie.

    Drogenkrieg in Mexiko: Bürgerwehren greifen zur Selbsjustiz - SPIEGEL ONLINE
    Sehr schoen. Wenn die Politiker und Behoerden auf ihren dicken Wurstfingern sitzen, oder sogar bei der Mafia auf der Gehaltsliste stehen, dann bleibt wohl kein anderes Mittel als Selbstjustiz.

    Was man davon hat, wenn man sich auf seine Staatsorgane verlaesst, sieht man ja bei uns. Ich sage nur Ermittlungs"pannen" beim Verfassungsschutz.

    Ich wuensche den Mexikanern viel Glueck, auf dass sie das Gesocks ein fuer allemal loswerden. Jahrelange Zwangsarbeit scheint mir da ein probates Mittel. Allein das Wort "Arbeit" duerfte fuer die Mehrzahl der Verbrecher, dort wie bei uns, abschreckender sein als eine Gefaengnisstrafe.
  3. #3

    Selbstjustiz besser als keine Justiz

    in einen land in dem Entführungen, Mord und kartellkämpfe an der tagesordnung stehen und es 50000 soldaten über Jahre nicht schaffen Stabilität und Sicherheit zu gewähren, sehe ich kaum ne andere Lösung, muss man nur hoffen das sie nicht die selbe kriminelle Energie entwickeln, wie die, die sie bekämpfen.
  4. #4

    Wenn es nicht anders geht

    Wenn es nicht anders geht und das scheint in Mexiko tatsächlich der Fall zu sein, ist Selbsthilfe allemal besser als Nichtstun.

    Meiner Meinung nach müßte sogar für Drogendelikte das Standrecht eingeführt werden, wenn die Polizei und Justiz dieser Pest nicht mehr Herr werden.

    Die Gesellschaft hat das Recht, sich zu schützen. Wenn die Behörden dies nicht schaffen, muß man eben mit probaten Mitteln an die Sache rangehen. Das mußten schon die amerikanischen Pioniere, weil es keine Polizeibehörden gab. Besondere Verhältnisse erfordern eben besondere Maßnahmen.
  5. #5

    Richtigen Frieden hat man nicht,

    solange man Menschen als Schmutz betrachtet und glaubt, es sei Ziel irgendeines Menschen, endlich kriminell zu werden.
    So ein Artikel erzählt schon eine Menge über die Armut in Mexiko und auch über das dort propagierte Menschenbild.
  6. #6

    Selbstjustiz

    Ich bin nun wirklich kein großer Freund von Selbstjustiz, ber in diesem Fall scheint es ja wirklich keine andere Mglichkeit zu geben.
    Und solange Selbstjustiz nicht bedeutet, dass irgendwelche Verdächtigen hingerichtet werden (Lynchjustiz) ohne dass ihre Schuld ausreichend belegt ist, ist es noch im Rahmen, denke ich.
    Strafen, die die Wiedergutmachung an der Gesellschaft beinhalten sind sinnvoll.

    Noch besser wäre es natürlich, wenn die Behörden endlich die Korruption in den eigenen Reihen in den Griff bekommen würden.
  7. #7

    ich war zweimal in Guerrero,...

    Ich war zweimal in Guerrero, je drei Wochen, vor 10 und 9 Jahren. Ich hatte guten Kontakt mit Leuten der nordamerikanischen DEA, die mir etliches zeigten. Da zeichnete sich auch schon die Entwicklung in Richtung heutigem Zustand ab.
    Damals habe ich einen Thriller darüber geschrieben, der mir einfach nicht abgenommen wurde. Die Geschichte - ich nannte sie "Das Acapulco Dreieck" - führte zum Kopfschutteln und Kommentaren wie "komisches Setting" seitens von Lektoren. Wahrscheinlich sollte ich sie im eigenen Verlag als E-book herausbringen.
    Übrigens waren die deutschen Lektoren nicht die einzigen, die meine Geschichte für Humbug hielten. Auch ein mexikanischer Freund hier in Berlin sagte mir, ich hätte ein Zerrbild seiner Gesellschaft geschrieben. Zwei Jahre später zurück in Mexico City schrieb er mir: "Du hattest Recht, hier herrscht Krieg."
    Also noch ein Beispiel dafür, dass die Wirklichkeit stets die Fiktion übertrifft...:-)
  8. #8

    Leider werden bei Aktionen wie dieser regelmäßig Unschuldige verurteilt. Genau das ist der Grund warum Selbstjustiz hier nicht gedultet wird und niemals erstrebenswert ist.
    Allerdings kann ich die Reaktion der Mexikaner schon nachvollziehen. Die Zustände in Mexico sind mitlerweile so heftig, dass die Bürger sicherlich andere Bedürfnisse haben als die Prinzipien von Rechtsstaaten aufrecht zu erhalten. Wenn da mal jemand auf der Strecke bleibt, dann wird das eher akzeptiert. Wobei ich diese Aktionen damit nicht gutheißen will.
    Das wird sowieso nicht lange gut laufen. Spätestens wenn man der Armee die mitlerweile von vielen Experten als das größte Kartell überhaupt gesehen wird, zu sehr auf die Nerven geht. Dann wird man wohl wieder ein paar Massengräber finden.
    Mexiko wird niemals Frieden finden wenn man nicht endlich versucht das eigentliche Problem anzugehen.
    Es gibt da zwei Optionen wobei eine davon unrealistisch ist. Man müste die Nachfrage nach Drogen stoppen. Das versucht man weltweit seit mehr als 70 Jahren ohne den kleinsten Erfolg. Also muss das Angebot aus den Händen der Kriminellen genommen und in die der Staaten gelegt werden. Irgendwann wird man aber dazu nicht mal mehr die Möglichkeit haben, selbst wenn man es wollte. Mexiko steht kurz vor diesem Zeitpunkt.
  9. #9

    Irgendwann ist einmal der Punkt

    erreicht in dem eine Gesellschaft das Versagen das komplette Versagen des politischen Systems nicht mehr dulden kann. Dazu muss man sagen dass Mexiko ein gut entwickeltes Schwellenland ist und die Leute dort Steuern zahlen - bis auf die Drogenkartelle. Da der Staat bzgl. öffentlicher Sicherheit schon vor Jahren kapituliert hat ist sog. Selbstjustiz die einzige Lösung, vor allem weil es eine unabhängige Justiz in Mexico nicht mehr gibt. Jeder Staatsanwalt der versucht die vorhandenen Gesetze anzuwenden wird erschossen.