Verschuldete Jugendliche: Nach dem Auszug abgestürzt

TMNMehr als 10.000 Euro Schulden mit 23 Jahren: Kevin aus Kiel wuchsen die Ausgaben über den Kopf. Als er von zu Hause auszog, fing der Ärger an. Handy-Vertrag, Miete und Dispo-Kredit trieben ihn in die Privatinsolvenz. Hätte der doch nur seine Post gelesen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-883475.html
  1. #10

    Und was ist mit denen, die auf ihr Geld warten?

    Vielleicht sollte es in der Schule auch ein Fach Wirtschaft oder Finanzen geben, in dem den Jugendlichen die notwendigen Grundlagen vermittelt werden. Wenn es einmal soweit ist und die Privatinsolvenz nicht mehr vermieden werden kann, dann sind alle Parteien geschädigt. Denn es gibt noch andere Parteien, die auf ihr Geld warten und selbst in finanzielle Probleme geraten können. Das sind dann nicht nur Mobilfunkunternehmen, sondern schlicht die Vermieter, die anschließend meistens die Wohnung auch noch komplett neu renovieren dürfen. Mein Mitleid hält sich im Falle von überschuldeten Jugendlichen deshalb in Grenzen.
  2. #11

    Zitat von teufelsküche Beitrag anzeigen
    Wie altmodisch. Heute liest doch nicht einmal mehr jemand einen Vertrag oder die Nutzungsbedingungen durch, selbst wenn es nur drei Absätze sind.
    Aber genau das wird uns doch ständig von sogenannten „Verbraucherschützern“ empfohlen. Die sagen doch immer, wir könnten sowieso nicht verstehen, was da drinsteht. Also macht es gar keinen Sinn, sie zu lesen.
  3. #12

    Zitat von Hilfskraft Beitrag anzeigen
    ... und man ist fein raus!

    Warum sich heute noch einen Kopp machen, wegen Schulden?
    Klar, einfach kurz Privatinsolvenz anmelden, dann ist man Schuldenfrei und kann munter weiter kaufen. Ich glaube die Realität einer Insolvenz macht weitaus weniger Spaß. Da ist sechs Jahre lang nichts mit "fein raus".
  4. #13

    Eigenverantwortung

    Zitat von rulamann Beitrag anzeigen
    Und was sagt uns das? Diese Banalitäten zeigen doch nur eins: Unternehmen und Banken können ohne gesetzlichen Schutz Menschen ausnehmen wie Weihnachtsgänse. Astronomischer Zins, überteuerte Telefonkosten und Drückerkolonnen können wüten wie sie wollen. Oder eine Lehrstunde in: wie mache ich relativ leistungslos Geld.
    Sagt Ihnen der Begriff »Eigenverantwortung« etwas? – Einer dieser altmodischen Begriffe, you know.
    Als ich nach dem Studium nicht gleich einen Job bekam, musste es eben auch ein selbstgebasteltes Regal und Bett tun, und während des ersten Jobs habe ich am Samstag Supermarktregale eingeräumt. Da war auch meine Tochter unterwegs.
    Bei Kelvin mit seiner nächsten Herausforderung "Zwillinge" wird mir Angst und Bange – für die Kinder.
  5. #14

    So gewollt

    Das ganze, was in dem Artikel geschrieben ist, ist doch von den Bankern und der Industrie so gewollt. Aus eigener Erfahrung, einem 20 jährigem dreht man Kreditkarten an, einem Azubi dreht die Bank als erstes nen dispo an. Wohl Wissens der kann's net zahlen. Aber an den horrenden Zinsen, den horrenden Gebühren, daran verdient Dan die ganze Banken und Inkasso Industrie. So werden Geschäfte gemacht. Der deutsche Michel spielt geschmierter weise dann auch noch mit. Ich wurde mir wünschen, das alle, die deswegen eine private Insolvenz machen müssen, sich nen Job suchen, der nix hergibt. Dann wäre dieses ausnehmen der jungen Leute Geschichte.
  6. #15

    Name

    Wurde der Name "Kevin" mit Bedacht ausgewählt? Gibt es eine Statistik, welcher Vorname der am höchsten und meisten überschuldet ist?
    Da zu Hause solche Banalitaeten wie "Haushaltsplanung" und "Verträge lesen" nicht vermittelt werden, sollte es in der 7ten Klasse gelehrt werden. Da sind die meisten "Kevins", "Joeys" "Mandys" und "Chantals" noch schulpflichtig und können wahrscheinlich auch schon addieren und subtrahieren. Wenn das nicht fruchtet, hilft es auch nicht, Dschungelkönig zu werden.
  7. #16

    Zitat von thunderstorm305 Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte es in der Schule auch ein Fach Wirtschaft oder Finanzen geben, in dem den Jugendlichen die notwendigen Grundlagen vermittelt werden.
    „Grundlagen“ sind in diesem Fall Lesen, Rechnen und Denken. Dafür gibt es schon Schulfächer. Oder gab es jedenfalls einst.

    Das Problem mit solchen Forderungen nach immer wieder einem neuen Schulfach zum Zwecke der Beseitigung eines aktuellen Missstandes ist, dass genau das Gegenteil dabei rauskommt. In diesem Schulfach wird dann „gelernt“, dass man als gerade von zu Hause ausgezogener Azubi mit unsicherer Stelle keine teuren 24-Monate-Handyverträge abschließen sollte. Der moderne Pädagoge sagt: Der Schüler lernt problemorientiert in einem lebensweltlichen Kontext.

    Das Dumme an der Sache ist: Der Schüler lernt ohne Umwege über komplizierte abstrakte Tätigkeiten wie Lesen, Rechnen und Denken direkt das Lösen von konkreten, persönlichen Problemen. Aber dummerweise wird sein Leben dann an einem etwas andersen Problem scheitern, das so in der Schule nicht behandelt wurde, und für das er daher weder eine vorgegebene Lösung kennt, noch selbst eine finden kann, weil ihm die grundlegenden Fähigkeiten dazu fehlen.
  8. #17

    Zitat von thunderstorm305 Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte es in der Schule auch ein Fach Wirtschaft oder Finanzen geben, in dem den Jugendlichen die notwendigen Grundlagen vermittelt werden...
    Diesen Gedanken hatte ich auch schon mal gehabt.
    Warum wird in der Schule im Abschlussjahr nicht einfach eine Extrastunden oder auch eine Projektwoche angeboten, in denen man genau auf solche Situationen vorbereitet wird.

    Es ist doch klar, dass die Reizüberflutung vielen zu schaffen macht.
    Plötzlich muss man nicht mehr die Eltern fragen, die große und bunte Welt bietet alles und das für erstmal kleines Geld (Raten).
    Die meisten haben vorher nie mit Verträgen zu tun gehabt und haben nicht die geringste Ahnung, worauf sie achten müssen.
    Eltern will man nicht fragen, weil man ihnen und sich beweisen will, dass man erwachsen ist und seinen Kram selbst auf die Reihe bekommt.
    Und wenn dann noch ein netter und glaubwürdiger Berater einem gut zurät, hängen die meisten schon drin.
    Passiert oft auch älteren Menschen...

    Das soll keine Entschuldigung sein und auch kein Anlass, alles Verantwortung auf andere abzuwälzen.
    Aber ein kritischer Umgang mit dem Überangebot muss eben erlernt werden und das haben eben viele nicht begriffen.

    Dass sich jemand mit 23, einem Schuldenberg und ohne stabile berufliche Aussichten (Call-Center zähle ich mal nicht als beruflichen Werdegang, sondern als Lückenfüller, wenn gerade nicht besseres zu finden ist) Kinder anschafft, verstehe ich auch nicht, geht einen aber auch nichts an
  9. #18

    unverantwortlich...

    Ich bin selbst erst 22 und bin erstaunt, dass manche in meinem Alter immer noch nicht in der Lage sind mit Geld umzugehen. Dann auch noch Kinder auf die Welt zu setzen, wenn man nicht mal die erwachsene Reife und die Faehigkeit Finanzen zu fuehren besitzt, ist einfach unverantwortlich...
  10. #19

    Zitat von thunderstorm305 Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte es in der Schule auch ein Fach Wirtschaft oder Finanzen geben, in dem den Jugendlichen die notwendigen Grundlagen vermittelt werden...
    Diesen Gedanken hatte ich auch schon mal gehabt.
    Warum wird in der Schule im Abschlussjahr nicht einfach eine Extrastunden oder auch eine Projektwoche angeboten, in denen man genau auf solche Situationen vorbereitet wird.

    Es ist doch klar, dass die Reizüberflutung vielen zu schaffen macht.
    Plötzlich muss man nicht mehr die Eltern fragen, die große und bunte Welt bietet alles und das für erstmal kleines Geld (Raten).
    Die meisten haben vorher nie mit Verträgen zu tun gehabt und haben nicht die geringste Ahnung, worauf sie achten müssen.
    Eltern will man nicht fragen, weil man ihnen und sich beweisen will, dass man erwachsen ist und seinen Kram selbst auf die Reihe bekommt.
    Und wenn dann noch ein netter und glaubwürdiger Berater einem gut zurät, hängen die meisten schon drin.
    Passiert oft auch älteren Menschen...

    Das soll keine Entschuldigung sein und auch kein Anlass, alles Verantwortung auf andere abzuwälzen.
    Aber ein kritischer Umgang mit dem Überangebot muss eben erlernt werden und das haben eben viele nicht begriffen.

    Dass sich jemand mit 23, einem Schuldenberg und ohne stabile berufliche Aussichten (Call-Center zähle ich mal nicht als beruflichen Werdegang, sondern als Lückenfüller, wenn gerade nicht besseres zu finden ist) Kinder anschafft, verstehe ich auch nicht, geht einen aber auch nichts an