Steuersparmodelle: G20 wollen Schlupflöcher für Großkonzerne schließen

DPAApple tut es, Amazon tut es - und Facebook auch: Völlig legal schieben Großkonzerne ihre Gewinne ins Ausland und rechnen sich so arm. Das wollen sich einige G20-Staaten nun nicht mehr bieten lassen. Bei ihrem Treffen in Moskau kündigen sie harte Schritte gegen die Steuersparmodelle an.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-883774.html
  1. #70

    Zitat von Schweijk Beitrag anzeigen
    Völliger quatsch.
    Die ware kostet dann ja hier nicht mehr.
    nur das sie jetzt sämtliche steuern beinhaltet die sowieso schon drin enthalten ist.
    ende
    Selber Quatsch!

    Es geht darum, dass relativ gesehen Geringverdiener einen wesentlich höheren Teil ihres Einkommens verkonsumieren, also nach Ihrem Modell dafür Steuern zahlen als Großverdiener. Ein reines Verbrauchssteuermodell ist also sozial ungerecht.
  2. #71

    Zitat von der-denker Beitrag anzeigen
    Gut ist allerdings dass die größten Schmarotzer eher kleine Gebilde sind, wie eben Luxemburg, Schweiz, Lichtenstein, Monaco, baltische Staaten, Singapur, Kanalinseln, Irland, und weitere Inseln.
    Die werden zwar quietschen, aber sie müssen halt mal langsam mit dem abgesaugten Geld auf dem sie sitzen in neue Geschäftsmodelle investieren.
    auch sie müssen sich auch ein ganz komisch weltbild zurechtgeschustert haben...
    die grössten schmarotzer sind grossstaaten (oder möchtegerne wie DE) welche ihre vorschriften und ihr wohlergehen über das der kleinstaaten stellen.
  3. #72

    Fuer all Buchhandlungen?

    Zitat von wilee19 Beitrag anzeigen
    Die Firmen zahlen ja 19% Umsatzsteuer. Egal wo Sie Ihre Gewinnen hinschieben. Also 7,2 Milliarden Umsatz Amazon in der UK sind ja 1.5 Milliarden MwSt eingesackt. Unweigerlich. Warum reicht das nicht?
    Amazon vermeidet als internationales Grossunternehmen Steuern welche andere Buchhandlungen zahlen muessen.
    Die Verschiebung des Wettbewerbs wird in einigen Beitraegen bereits erwaehnt. Durch diesen prozess kann Amazon wachsen waehrend die Steuerzahler im Lande and die Wand gehen.

    Natuerlich koennte man eine Einheitsregelung fuer alle Buchhaendler einfuehren, wie z B einen Buchhandlungssteuersatz von einem halben Prozent.

    Dann klappt die Sache wieder und die kleineren Gesellschaften koennen wieder mithalten.
  4. #73

    Zitat von Allezy Beitrag anzeigen
    muss ich denjenigen zustimmen die sagen dass es das schon immer gab- die alte Beisheim Metro tat sich in D hier besonders hervor. Es gab auch schon immer Regeln seitens der Finanzaemter bezueglich der gerade noch angemessenen Verrechnungspreise. Natuerlich hat diese Problematik durch die Existenz und das Wachstum von globalen Online Geschaeftsmodellen noch zugenommen.
    M.E. gibt es zwei einfache Loesungsansaetze. Der erste ist eine Abschaffung der Unternehmensgewinnsteuern und ihr Ersatz durch eine hoehere Mehrwertsteuer- politisch wohl ein Selbstmordvorschlag. Der zweite basiert auf einem Recht fuer jeden Staat den Unternehmen am Jahresende eine Rechnung fuer die Unternehmensgewinnsteuer zu schicken die auf dem anteiligen, im betreffenden Land erwirtschafteten End-Umsatz basiert und mit der Geamtgewinnsteuer im Residenzland verrechnet wird.
    Deutschland kriegt dann sein Geld von den Amazon Profiten die in D erwirtschaftet wurden, muss aber den Chinesen das Geld zugestehen welches Daimler&co in China verdient und noch nicht abgefuehrt/verschoben haben- mal sehen ob das durchgeht...
    Aha, Sie wollen also die Unternehmensgewinne nicht besteuern und dafür die Normalbürger über die Mehrwertsteuer noch weiter abzocken. Das ist wahrlich eine soziale Idee und der sozialen Marktwirtschaft geschulded.
  5. #74

    Zitat von Pandora0611 Beitrag anzeigen
    Schäuble plant schon die nächsten Steuererhöhungen, rot-grün zeigt gerade in Niedersachsen wieder sein wahres Gesicht und Hollande will seine Reichensteuer.
    Alle brauchen das Geld, um es an den ClubMed (incl. Zypern) umzuverteilen.


    Diese Unternehmen haben eben noch die Freiheit der Steueroptimierung, welche der gemeine Arbeitnehmer nicht hat! Der wird gnadenlos "ausgesaugt"!

    Und Steuersenkungen sind in bestimmten Kreisen Gift! Diese sind auch gegen einen Abbau der heimlichen/stillen Progession!
    Pandora0611, das haben Sie sehr klar rübergebracht. Aber das will keiner hören, der so ideologisiert ist, dass nur noch vernebelndes Parteiengewäsch und mediale Verdummung zu ihm vordringen, aber kein Wissen- und Erkennenwollen oder -können mehr vorhanden ist.

    Danke.
  6. #75

    Na,

    Zitat von shy_212 Beitrag anzeigen
    Das ist wieder der pure Egoismus der Politiker, unsozial und unsinnig diese Idee!

    Wenn das Unternehmen mehr Steuern zahlen MUSS, werden die Löhne vor allem in Niedriglohnsektor NICHT steigen! Hier bekommen Firmen wieder Argumente wieso sie die Löhne nicht anheben KÖNNTEN!

    Die Staaten sollen lieber dafür sorgen, dass die Löhne im Niedriglohn-Sektor angehoben werden!
    glauben Sie denn allen Ernstes, dass ansonsten jetzt plötzlich die Löhne stiegen? Dass ansonsten die Firmen jetzt plötzlich ihre soziale Ader entdeckten?
    Das "sozial" im Begriff "Soziale Marktwirtschaft" ist mit Mauerfall verschwunden - zwar auf never come back. Und wohin die Zurückhaltung der Arbeitnehmer bei den Tarifabschlüssen der letzten 20 Jahre geführt hat, haben wir ja gesehen.
    Es wird höchste Zeit für mehr Steuergerechtigkeit!
  7. #76

    .

    Zitat von kollerspeter Beitrag anzeigen
    Selber Quatsch!

    Es geht darum, dass relativ gesehen Geringverdiener einen wesentlich höheren Teil ihres Einkommens verkonsumieren, also nach Ihrem Modell dafür Steuern zahlen als Großverdiener. Ein reines Verbrauchssteuermodell ist also sozial ungerecht.
    Seh' ich anders. Obwohl Besserverdiener in der Regel eine höhere Sparquote als Niedrigverdiener aufweisen, dürfte der absolute Betrag, der für den Konsum ausgegeben wird, bei Besserverdienern höher sein. Zudem kommt noch eine andere Mischung des Verhältnisses derer Produkte/Dienstleistungen, die mit 7% bzw. mit 19% besteuert werden.
    In der Summe zahlt der Besserverdiener auch bei der indirekten Steuer mehr Steuern als der Niedrigverdiener.
  8. #77

    .

    Zitat von Lektorat Berlin Beitrag anzeigen
    glauben Sie denn allen Ernstes, dass ansonsten jetzt plötzlich die Löhne stiegen? Dass ansonsten die Firmen jetzt plötzlich ihre soziale Ader entdeckten?
    Das "sozial" im Begriff "Soziale Marktwirtschaft" ist mit Mauerfall verschwunden - zwar auf never come back. Und wohin die Zurückhaltung der Arbeitnehmer bei den Tarifabschlüssen der letzten 20 Jahre geführt hat, haben wir ja gesehen.
    Es wird höchste Zeit für mehr Steuergerechtigkeit!
    Soziale Marktwirtschaft hat zu keinem Zeitpunkt bedeutet, dass Unternehmen Gelder an Angestellte und Arbeiter zu verschenken haben, weil sie sich an die Caritas erinnern.
    Soziale Marktwirtschaft impliziert auch nicht jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 10% und mehr.
    Mehr Steuergerechtigkeit? Na dann mal los. Das AStG ist mittlerweile einer der wesentlichen Aufhänger einer jeden Betriebsprüfung international agierender Unternehmen. Die Finanzämter haben hier viel Interpretationsspielraum und setzen meist viel zu hohe Nachforderungen an, die dann in Prozessen und Vergleichen enden. Man muss als Unternehmer bei Aufnahme einer zusätzlichen Tätigkeit im Vorwege schon prüfen ob man die einzelnen Prozessschritte in Deutschland oder im Ausland erledigen lässt. Eine Verlagerung zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund von Nachfrageverschiebungen hält in den meisten Fällen keiner Betriebsprüfung mehr stand.
    Verrechnungspreise und deren Dokumentation für Steuerzwecke verschlingen einen unglaublichen Verwaltungsaufwand/Ressourcen.
    Beispiel: Über eine Tochtergesellschaft in den Niederlanden wird zentral ein Rohstoff für die Unternehmensgruppe XY eingekauft und zur Weiterverarbeitung an die Produktionsstandorte in Deutschland und Frankreich weiterveräußert. Der Weltmarktpreis für den Rohstoff sinkt für einen Zeitraum von 6 Monaten um 20%, der Verrechnungspreis wird aus Gründen der Planung und Kostenrechnung nicht angepasst.
    Bei einer Betriebsprüfung muss der deutsche Produktionsstandort dann mit einer Steuernachzahlung rechnen, da es zu einer Gewinnverschiebung zu Lasten des deutschen Unternehmens gekommen ist. Auf die 20% sind dann KSt + Soli + GewSt fällig. Der Steuerbescheid in NL wird ggf. nicht korrigiert.
  9. #78

    Wenn ...

    Zitat von kollerspeter Beitrag anzeigen
    Ein Wirtschaftsunternehmen ist weder die Caritas noch die Heilsarmee. Ein Wirtschaftsunternehmen will Gewinne machen. Und natürlich nutzt ein Großunternehmen legale Steuertricks aus. Sie wären ja blöd, wenn sie es nicht täten. Das ist weder assozial, noch parasitär, sondern einfach wirtschaftliches Handeln. Das Problem ist, aber dass die Staaten und Regierungen solche Vorgehensweisen ermöglichen. Darin liegt der eigentliche Skandal. Und das ist nicht nur assozial sondern auch dumm und gemeingefährlich.
    ... Sie meinen Beitrag richtig gelesen hätten, wäre Ihnen aufgefallen, dass ich im Kontext das Gleiche geschrieben habe.
  10. #79

    Das

    Zitat von zero-bond Beitrag anzeigen
    Soziale Marktwirtschaft hat zu keinem Zeitpunkt bedeutet, dass Unternehmen Gelder an Angestellte und Arbeiter zu verschenken haben, weil sie sich an die Caritas erinnern.
    Soziale Marktwirtschaft impliziert auch nicht jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 10% und mehr.
    habe ich auch an keiner Stelle behauptet. Ich votiere für fair play, das es in der alten Bundesrepublik durchaus gab: Faire Leistung gegen faire Konditionen. Ein Miteinander, das dem Land wohlgetan hat. Und dies ist nun nicht mehr der Fall, somit ist dringend die Politik, die ja angeblich unser aller Interessen vertritt, am Zuge.