Internationaler Schmähpreis: Kaufhof und Würth als Plagiatoren ausgezeichnet

Aktion PlagiariusStraßenlaternen, Porzellan-Geschirr, Kinderspielzeug: Es gibt kaum ein Produkt, das heute vor Fälschungen sicher ist. Die Aktion Plagiarius hat nun die dreistesten Dubletten mit einem Schmähpreis bedacht. Zwei deutsche Firmen landeten ganz vorne.

Plagiarius: Kaufhof und Würth als Produktfälscher gebrandmarkt - SPIEGEL ONLINE
  1. #40

    Typisch Rido Busse...

    Zitat von Florian L. Beitrag anzeigen
    Eine Gehrungsschere? Wirklich? Welch Frevel... Es gibt ausgezeichnete Produkte deren Kopie verboten sein sollte, ob jedoch eine Gehrungsschere und Porzellangeschirr dazugehören? Wenn sie mich fragen, dann nein weil Porzellan schon so ziemlich jede Form hatte und eine Gehrungsschere so individuell ist wie ein Schraubenzieher. Kompletter Schwachsinn aber scheinbar notwendig im internationalen Verteilungskampf.
    Typisch Rido Busse...
    dieser liebe wichtige Mann, hat sich irgendwann diesen Zwerg, mit der "Goldenen Nase" und dem Namen Plagiator, einfallen lassen.
    Busse ist und war, ein nicht nur von der Sonne verwöhnter, Designerbaron der Nachkriegszeit.
  2. #41

    Kein Kein-Design

    Zitat von bigteddy Beitrag anzeigen
    ... offenkundig war das Design so wichtig, dass man es schlichterweise kopiert hat. Wenn es nur um die Funktion gegangen wäre, gäbe es sicherlich günstigere und effizientere Methoden, eine Straßenbeleuchtung aufzubauen, nicht?
    Hmm, grundsätzlich würde ich nicht davon ausgehen, dass ein Design unbedingt wegen seiner Bedeutung, oder besonders gutem Verkaufserfolg, kopiert wird. Häufig wurde wohl eher irgendeine eine "gängige Form" gesucht, also mehr aus Verlegenheit.

    Bei Lampen ist ja sehr deutlich, dass es "kein-Design" nicht gibt, irgendeine (nicht rein funktionale) 'Idee' ist immer dabei.
    Wenn man eine materialsparende, einfache Gestaltung sucht, wird man womöglich erst beim japanischen Zen-Designer fündig, der dann wieder besonders exklusiv und teuer ist ;-)

    Aber Zen heisst ja eigentlich Chan und kommt nicht aus Japan, vielleicht besinnt sich die heranwachsende Generation der Produktgestalter in China ja auf diese Wurzeln; zumal wenn es um die Binnennachfrage geht, die dort nun sehr strategisch angekurbelt wird.
  3. #42

    Tatsächlich wird die Überlegenheit des Kapitalismus auch damit begründet, dass durch Nachahmung (und somit Konkurrenz) Monopole verhindert werden, die Preise sinken und letztendlich alle davon profitieren. Die Kriminalisierung von Nachahmung steht deshalb bei Lichte betrachtet im Widerspruch zu unserer Wirtschaftsordnung: Unternehmerische Freiheit bedeutet nämlich nicht zwingend Kreativität oder Originalität, sondern schlicht die Suche nach lukrativen Geschäftsfeldern.

    Nachahmung steht daher im Regelfall im Interesse des Konsumenten, weil es das ansonsten ungezügelte Streben nach Profit und Marktmacht von Unternehmern begrenzt.

    Davon zu trennen ist das Problem von minderwertigen Nachahmungen, die den Konsumenten in die Irre führen.
  4. #43

    Es läuft folgendermaßen:

    Bei den Produkten aus China ist es aber tatsächlich so, dass die Chinesen garnicht unbedingt wissen, dass es sich um Plagiate handelt, die sie produzieren, da der Auftrag aus dem Westen kommt.

    Es läuft folgendermaßen: Irgendjemand hier im Westen kauft ein Produkt, zerlegt es und lässt danach die Baupläne erstellen. Diese Pläne werden an eine chinesische Firma gegeben mit dem Auftrag das Produkt herzustellen. Die Chinesen liefern dann das fertige Produkt an die westlichen Auftraggeben. Für diese ist das ein Riesengeschäft. Sie haben keinerlei Entwicklungskosten und nur minimale Lohnkosten in China. Und das Risiko der Strafe ist längst nicht so hoch wie bei einem anderen Verbrechen.
  5. #44

    optional

    @KAWIDU
    Interessante These, aber ich glaube dies wuerde die gesamte westliche Denkfabrik in den Abgrund stuerzen. Wie wird denn die Entwicklung eines Produktes finanziert, wenn der Gewinn von Plagiat-herstellern abgegriffen wird weil Sie das Produkt guenstiger ohne Marketing,Entwicklungskosten usw. anbieten können? Im interesse des Konsumenten ist meines erachtens anch unter selben Marktbedingungen ein besseres Produkt angeboten zu bekommen. Die meisten deutschen Mittelstaendler leben von Innovationskraft, wenn diese Produkte munter kopiert werden, Gute Nacht! Es sei denn wir fuehren auch chinesische Loehne und Arbeitsverhaeltnisse ein und keiner Investiert mehr in neue Produkte, weil Sie eh gleich kopiert werden....das kann ja nur in unserem Interesse sein und so hat man sich sicher NICHT den Kapitalismus vorgestellt.
  6. #45

    Zitat von hdudeck Beitrag anzeigen
    Darauf geht der Artikel ueberhaupt nicht ein. Und ob sich die Baubehörde von Katar daran juckt, diesen "Preis" erhalten zu haben, na, ich weiss nicht.
    einach mal googeln:

    Aktion Plagiarius

    Impressum:
    Aktion Plagiarius e.V.
    Vorstandsvorsitzender:
    Prof. Rido Busse
    Nersinger Str. 18
    D-89275 Elchingen, Germany
    Tel: +49 (0)7308/922 422
    Fax: +49 (0)7308/922 423
    info(@)plagiarius.com
    Amtsgericht Memmingen
    VR 20562
  7. #46

    Zwergenplagiat...

    Also wenn ich mir den Preis so anschaue...sieht für mich aus wie das PLagiat eines gemeinen Gartenzwergs, dem man lediglich eine goldene Nase angepappt hat.
    Btw., wer ist eigentlich der ursprüngliche Erfinder des Maulschlüssels oder des Ringschlüssels ? Das wäre doch bestimmt auch mal lohnend, da nachzuforschen, wer das Design des Maulschlüssels alles kopiert hat, oder ?
  8. #47

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Tatsächlich wird die Überlegenheit des Kapitalismus auch damit begründet, dass durch Nachahmung (und somit Konkurrenz) Monopole verhindert werden, die Preise sinken und letztendlich alle davon profitieren.
    sehe ich nicht so. kapitalismus bedeutet wettbewerb. das funktioniert nur, wenn man schneller laufen moechte als der andere und nicht bloss folgen. konsequent weitergedacht fuehrt dies sonst zum stillstand, vom dem letztlich niemand profitiert.

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Die Kriminalisierung von Nachahmung steht deshalb bei Lichte betrachtet im Widerspruch zu unserer Wirtschaftsordnung: Unternehmerische Freiheit bedeutet nämlich nicht zwingend Kreativität oder Originalität, sondern schlicht die Suche nach lukrativen Geschäftsfeldern.
    unternehmerische freiheit darf sich jedoch trotzdem immer nur im rahmen der legalitaet bewegen. die natur der nachahmung besteht in der ungeprueften und unverstandenen uebernahme der kreativen entwicklung/idee eines anderen. da sie, wenn keine lizenz dazu vorliegt, ungefragt oder sog. unerlaubt erfolgt, ist es diebstahl.

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Nachahmung steht daher im Regelfall im Interesse des Konsumenten, weil es das ansonsten ungezügelte Streben nach Profit und Marktmacht von Unternehmern begrenzt.
    nachahmung steht nie im interesse des konsumenten, sondern immer im interesse des nachahmers. er moechte nichtnur die kostspielige produktentwicklung ueberspringen, sondern auch von dem image des originals profitieren. damit betruegt er nicht nur den konsumenten, sondern erschwert es dem original, die ressourcen fuer zukuenftige entwicklungen zu generieren.

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Davon zu trennen ist das Problem von minderwertigen Nachahmungen, die den Konsumenten in die Irre führen.
    nachahmungen sind konzeptionell bedingt minderwertig, da sie ohne verstaendnis der materie/originalidee entstehen.
  9. #48

    Zitat von redrat69 Beitrag anzeigen
    Oh ich kenne da noch eine dt Autobaufirma mit den 4 Ringen und ehemals auf Horch hörte, die von anderen dt Autobaufirmen gut geklaut hat - Technik wie Design - aber vorher groß darüber gelästert hat... Vor allem bei dem bayerischen Motorenwerken ;))
    Ich habe noch nie einen Audi mit einem Bmw oder anderen Herstellern verwechselt. Man geht nunmal mit der Zeit und passt sich der Technik an und ausserdem kaufen sowieso fast alle bei den gleichen zulieferern ein.
  10. #49

    Zitat von chrissey Beitrag anzeigen
    @KAWIDU
    Interessante These, aber ich glaube dies wuerde die gesamte westliche Denkfabrik in den Abgrund stuerzen. Wie wird denn die Entwicklung eines Produktes finanziert, wenn der Gewinn von Plagiat-herstellern abgegriffen wird weil Sie das Produkt guenstiger ohne Marketing,Entwicklungskosten usw. anbieten können? Im interesse des Konsumenten ist meines erachtens anch unter selben Marktbedingungen ein besseres Produkt angeboten zu bekommen. Die meisten deutschen Mittelstaendler leben von Innovationskraft, wenn diese Produkte munter kopiert werden, Gute Nacht! Es sei denn wir fuehren auch chinesische Loehne und Arbeitsverhaeltnisse ein und keiner Investiert mehr in neue Produkte, weil Sie eh gleich kopiert werden....das kann ja nur in unserem Interesse sein und so hat man sich sicher NICHT den Kapitalismus vorgestellt.
    Ihr Einwand ist vollkommen richtig. Meine "These" ist jedoch keine These, sondern ein simpler Hinweis und als solcher zu 100% richtig. Meines Erachtens müsste die Frage lauten: Wer entscheidet eigentlich in wessen Interesse, was verboten ist und was nicht?