Katalonien: Abhöraffäre erschüttert Spanien

REUTERSSpanien sieht sich mit einem gigantischen Abhörskandal konfrontiert. Opfer sind Politiker, Prominente und Unternehmer in der Region Katalonien. Mehr als 500 Dossiers sollen angelegt worden sein, berichten spanische Zeitungen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-883690.html
  1. #1

    Iberien wird das Zerbrechen des spanischen Einheitsstaates überstehen

    Man sollte hierbei nicht vergessen, daß Iberien im Mittelalter ein halbes Dutzend Königreiche beherbergte, welche neben dem ständigen Abwehrkampf gegen die teuflischen Mauren sich auch immerzu untereinander zankten und schon heute in Portugal und Spanien zweigeteilt ist; und Spanien selbst ist die Heirat der kastilinischen Erbtochter Isabella mit Ferdinand von Aragon zustande gekommen, weshalb nun eine Trennung im Einvernehmen kein Unglück sein dürfte; eine bedeutende Schwächung Iberiens läßt sich daraus wohl nicht zwangsweise ableiten, da sich die zänkischen Reiche des Mittelalters auch immer zusammengetan haben, wenn die Bedrohung durch die teuflischen Mauren mal wieder zu groß geworden ist wie die große Befreiungsschlacht von Las Navas de Tolosa zeigt. Gefährlich wird es nur, wenn Aragonien unabhängig werden will, Kastilien ihm dies aber nicht erlaubt. Es bleibt daher zu hoffen, daß man hier den Weg der Vernunft beschreitet und nicht mutwillig ein Unglück über sich bringt.
  2. #2

    Südeuropa hat nicht nur wirtschaftliche Probleme

    Griechenland, Berlusconi-Italien, Spanien - man hat den Eindruck, diese "Staaten" sind moralisch zerfressen. Reformunfähig, korrupt, innovationsnfähig usw.. Da liegt einiges im Argen. Der Euro war eine schöne Idee aber diese Länder dafür offenbar nicht reif und wir sind nicht ihre Eltern, die sie erziehen, belehren und finanzieren...
  3. #3

    Spanien und Katalonien...

    Zitat von edmond_d._berggraf-christ Beitrag anzeigen
    Man sollte hierbei nicht vergessen, daß Iberien im Mittelalter ein halbes Dutzend Königreiche beherbergte, welche neben dem ständigen Abwehrkampf gegen die teuflischen Mauren sich auch immerzu untereinander zankten und schon heute in Portugal und Spanien zweigeteilt ist; und Spanien selbst ist die Heirat der kastilinischen Erbtochter Isabella mit Ferdinand von Aragon zustande gekommen, weshalb nun eine Trennung im Einvernehmen kein Unglück sein dürfte; eine bedeutende Schwächung Iberiens läßt sich daraus wohl nicht zwangsweise ableiten, da sich die zänkischen Reiche des Mittelalters auch immer zusammengetan haben, wenn die Bedrohung durch die teuflischen Mauren mal wieder zu groß geworden ist wie die große Befreiungsschlacht von Las Navas de Tolosa zeigt. Gefährlich wird es nur, wenn Aragonien unabhängig werden will, Kastilien ihm dies aber nicht erlaubt. Es bleibt daher zu hoffen, daß man hier den Weg der Vernunft beschreitet und nicht mutwillig ein Unglück über sich bringt.
    Nun gut; dann schauen wir uns aber auch Deutschland oder Italien im Mittelalter an. Beide Staaten wurden erst im 19. Jahrhundert von oben geschaffen; und weniger von unten erträumt. Die Spanischen Probleme werden sich auch nicht lösen lassen indem man die heutigen Staatswesen auflösen; mangelnder Reformwille, lahme Verwaltung, komplizierte staatliche Organisation und die sieche Wirtschaft würde durch Zerstückelung eher gefördert als abgestellt. Diese Staaten kommen nur durch Reformen weiter; nicht indem Teile von diesen Gebilden 'abhauen' wollen und die Lösung der Probleme lieber Brüssel überlassen; weil genau das ist im Kern das Wesen des Separatismus. Derweil ist und bleibt das Land noch ein Sumpf; nach den Affären um illegale Parteienfinanzierung und persönlicher Bereicherung kommt nun diese Abhöraffäre hinzu. Zuletzt; die die sich heute als Separatisten und Saubermänner gerieren stecken mit tief drin im katalanischen Abhör- und Korruptionssumpf...
    La red de espionaje realizó unos 500 informes sobre políticos
    Das Unglück des Versenkens Spaniens als heutiges Staatswesen halte ich zwar für unwahrscheinlich aber nicht für unmöglich. Klar ist dann aber daß die Kosten und Abschreibungen dann alle in Brüssel und bei den spanische Papiere haltenden Instituten landen; die dann wieder vom Steuerzahler oder von der EZB gerettet werden (müssen). Wir sind nicht mehr im Mittelalter wo es Einem in Mitteleuropa quasi egal sein konnte was weit entfernt geschieht. Wird Spanien versenkt hat das größte Auswirkungen auf uns alle...

    Schian Gruaß...
  4. #4

    Privatdetektive eingesetzt als Hammer gegen die Konservativen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Privatdetektive sollen in der Region Katalonien Politiker mehrerer
    Parteien, Unternehmer und Prominente abgehört und ausspioniert
    haben. Die Detekteien hätten im Auftrag verschiedener Kunden
    mehr als 500 Dossiers angelegt,
    Die Progressiven lassen nichts aus. Sie nutzen die Privatdetektive
    als Mittel im politischen Kampf. Das gab es in Deutschland auch
    schon. Private Ermittler forschen das Privatleben aus.
    Die Konservativen lassen sich zu viel gefallen. Die
    Progressiven hingegen fahren zu schnell und bei Rot über die Ampel.
    An der Wahlurne und nicht nur dort wird das abgerechnet werden.
  5. #5

    Zitat von derbergischelöwe Beitrag anzeigen
    Griechenland, Berlusconi-Italien, Spanien - man hat den Eindruck, diese "Staaten" sind moralisch zerfressen. Reformunfähig, korrupt, innovationsnfähig usw.. Da liegt einiges im Argen. Der Euro war eine schöne Idee aber diese Länder dafür offenbar nicht reif und wir sind nicht ihre Eltern, die sie erziehen, belehren und finanzieren...

    Sollte man wirklich so von oben herab urteilen?
    16 Jahre hatten wir einen Bundeskanzler, der sich seine Macht mit Geldern aus dubiosen Quellen gesichert hat. Der deutsche Finanzminister hat einen Umschlag mit 100000 Euro "vergessen". Was war das noch mit der Amigo Affäre in Bayern? Und Einladungen zu Reisen über die schon einige Politiker gestolpert sind?
    So ganz perfekt ist Deutschland in diesem Punkt auch nicht. Der grosse Unterschied ist, dass in Deutschland die Politiker wenigstens den Anstand haben zurückzutreten, wenn die Verfehlungen aufgedeckt wird. Nach einigen Jahren kommen sie vielleicht wieder, aber erstmal treten sie zurück. Das muss man ihnen zu Gute halten.
  6. #6

    Zitat von wibo2 Beitrag anzeigen
    Die Progressiven lassen nichts aus. Sie nutzen die Privatdetektive
    als Mittel im politischen Kampf. Das gab es in Deutschland auch
    schon. Private Ermittler forschen das Privatleben aus.
    Die Konservativen lassen sich zu viel gefallen. Die
    Progressiven hingegen fahren zu schnell und bei Rot über die Ampel.
    An der Wahlurne und nicht nur dort wird das abgerechnet werden.

    Na ja, mit dem Schwarzgeld der PP, die von Barcenas in der Schweiz verwaltet werden, werden sie sicherlich einen guten Anwalt leisten können.
    Davon abgesehen, ist schon sicher, dass lediglich Konservative ausspioniert wurden. Bis jetzt war nur zu lesen von einer großen Anzahl von Politikern, Unternehmer, Richter, etc.
  7. #7

    Zitat von wibo2 Beitrag anzeigen
    Die Progressiven lassen nichts aus. Sie nutzen die Privatdetektive
    als Mittel im politischen Kampf. Das gab es in Deutschland auch
    schon. Private Ermittler forschen das Privatleben aus.
    Die Konservativen lassen sich zu viel gefallen. Die
    Progressiven hingegen fahren zu schnell und bei Rot über die Ampel.
    An der Wahlurne und nicht nur dort wird das abgerechnet werden.
    Die sogenannten "Progressiven" sind in der Mehrheit nichts weiter als umlackierte Konservative, die auch nur lediglich um die Erhaltung ihrer Pfründe und Privilegien kämpfen.
  8. #8

    Zitat von glücklicher südtiroler Beitrag anzeigen
    Nun gut; dann schauen wir uns aber auch Deutschland oder Italien im Mittelalter an. Beide Staaten wurden erst im 19. Jahrhundert von oben geschaffen; und weniger von unten erträumt. Die Spanischen Probleme werden sich auch nicht lösen lassen indem man die heutigen Staatswesen auflösen; mangelnder Reformwille, lahme Verwaltung, komplizierte staatliche Organisation und die sieche Wirtschaft würde durch Zerstückelung eher gefördert als abgestellt. Diese Staaten kommen nur durch Reformen weiter; nicht indem Teile von diesen Gebilden 'abhauen' wollen und die Lösung der Probleme lieber Brüssel überlassen; weil genau das ist im Kern das Wesen des Separatismus. Derweil ist und bleibt das Land noch ein Sumpf; nach den Affären um illegale Parteienfinanzierung und persönlicher Bereicherung kommt nun diese Abhöraffäre hinzu. Zuletzt; die die sich heute als Separatisten und Saubermänner gerieren stecken mit tief drin im katalanischen Abhör- und Korruptionssumpf...
    ...
    Schian Gruaß...
    Kann Ihrem Beitrag zustimmen, im Grunde ist es eine politische Volte um die Privilegien der unterschiedlichen spanischen Eliten zu erhalten.

    Das spanische Gemeinwesen ist in der Vergangenheit durch die Durchsetzung der Partikularinteressen dieser Eliten und ihrer Machenschaften geschädigt und geschwächt worden. Wenn sie nun Gefahr laufen ihre Macht und Einfluss im Staats- und Finanzwesen zu verlieren, bedient man sich der Sezessionskrise und ist durchaus bereit das Staatswesen zu zerschlagen wenn es ihnen dient ihre Privilegien und Pfründe zu erhalten.

    Bin der Meinung, dass es wichtig ist diese alte Auseinandersetzung, Sezession ja oder nein zuzuspitzen und die Parteien zum Schwur zu zwingen. Vielleicht sogar durch einen Volksentscheid, obwohl dies von der Verfassung ausgeschlossen wird, da die Integrität des spanischen Staates unveräusserlicher Bestandteil der Verfassung ist.

    Glaube, dass es den Sezessionisten nicht gelingen wird irgend was Grösseres zu bewegen. Kenne diese Diskussion aus dem südlichen Galicien. Alle fluchen über die Zentralregierung, bei der Frage der Abspaltung wird man einsilbiger.
  9. #9

    xxx

    [QUOTE=glücklicher südtiroler;12029210]Nun gut; dann schauen wir uns aber auch Deutschland oder Italien im Mittelalter an. Beide Staaten wurden erst im 19. Jahrhundert von oben geschaffen; und weniger von unten erträumt.

    Das stimmt einfach nicht. Zumal bis 1861 Süditalien noch Spanische Kolonie war.
    Was meinen Sie wodurch die erste große Flüchtlingswelle 1849 -1860 in die USA verursacht wurde? Und die sind fast alle nach Nordamerika abgehauen.