Berlinale: In deutschen Adern Eiswasser

Kalt wird es, wenn Deutsche sich an Kunst versuchen, das zeigt sich wieder auf der Berlinale. In den Beiträgen des Gastgeberlandes werden Langeweile als Triumph der höheren Kunst und schlechte Laune als tieferer Sinn gefeiert. In solchen Werken wohnt die Angst einer traumatisierten Generation.

Berlinale: Georg Diez über die Kälte der deutschen Kunst - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Ach ja!

    Und wenn ich diese komplizierte, vermeintlich inhaltsschwere Kritik lese, die auch noch die fertige Diagnose "Angst" gleich mitliefert, dann ahne ich, dass die eigentlichen Kreativen in diesem Land Kritiker geworden sind.
  2. #2

    Röhler?

    Kicher. "Der alte Affe Angst" - Röhler? Gefühls-Torture Porn für Hornbrillenträger jenseits der 40 in der zweiten Lebenssinnkrise. Das ist einfach die deutsche Version von Trash-Kino. Ich kann da immer herzhaft drüber lachen.
  3. #3

    Genau, Herr Diez!

    Der Mann hat absolut Recht!
  4. #4

    Gut beobachtet

    MIr scheint das - gesellschaftliche - Phänomen, weit über die Filmbesprechung hinaus, sehr präzise beobachtet zu sein, Herr Diez. Das scheint mir auch viel weiter zu greifen. Gut zu beobachten an der weit um sich greifenden Unfähigkeit, teils auch dem Unwillen, sich mit dem Partner (der Partnerin) auseinanderzusetzen. Allem wortreichen Gerede, aller vordergründigen Gefühlsduselei zum Trotz. Dahinter steckt Kälte und als Resultat oft Einsamkeit. Heraus kommen ganze Städte voller Single-Wohnungen, voller alleinerziehender Mütter, voller Menschen, die glauben alleine alles besser zu können. Und sich deswegen auch gar nicht mehr die Mühe machen wollen, sich mit einem Gegenüber auseinanderzusetzen. Da werden lieber die eigenen Vorurteile, auch die eigene Besserwisserei, gepaart mit Überheblichkeit, mit denjenigen gepflegt, die eh der eigenen Meinung sind. PartnerInnen, die möglicherweise eine eigene, abweichende Meinung haben könnten, sind und werden schon vorsichtshalber nicht gefragt. Gibt übrigens auch kuriose Felder auf denen das deutlich wird: bestimmte erotische Filme z.B. (keine dumpfPornos, bitte) Legen sie einen britischen, amerikanischen und einen deutschen Film nebeneinander, sie brauchen nur ein paar Sekunden, manchmal Minuten um den deutschen - ganz ohne Ton - herauszufinden: er zeichnet sich durch eins aus: Kälte!
  5. #5

    Deutsche Filme ...

    Deutsche Filme ... mit wenigen Ausnahmen...sind halt langweilig. Langweilig weil wahrscheinlich wirklich Eiswasser in den Adern, die Angst nicht ernstgenommen zu werden und der Hang zum Mitschwimmen so tief sitzt, dass Emotionen schlichtweg keinen Platz haben. Dabei könnte das Leben so schön sein, auch trotz des historischen Dünkels! ;-)
  6. #6

    von

    den vielen deutschen A oder B- Filmeb finde ich bloß zwei bis drei sehenswert.

    Irgendwie haben die Brüder es nicht drauf, gute Filme zu machen.
  7. #7

    Deutsche sind so...

    Wer hat denn da einen Knacks weg. Filmemacher, die für sich Filme machen, die eigentlich kaum jemanden interessieren (außer kreativen Kritikern) oder Schreiber, die meinen wenige schlechte Filme "allen" Deutschen anlasten zu müssen. Man könnte auch den Kopf einschalten und dabei erkennen, wie viele Kreative in Deutschland mit bewegten Bildern arbeiten, dass ist aber wohl undiezig...
  8. #8

    Ja, das stimmt ...

    ... der Mann hat recht! ...
  9. #9

    Regisseure und Buchautoren in Deutschland...

    können nicht das drehen oder schreiben was sie möchten. Wenn bei allen ernsteren Werken immer wieder auf "Auschwitz" Rücksicht genommen werden muß, leidet natürlich die Freiheit der Kunst. In Deutschland muß man sich entscheiden: entweder der Regisseur dreht einen geistig unterbelichteten Blödelfilm oder, wenn es ein etwas "ernsterer" Film werden soll, darf dem Unterbewusstsein der Hinweis auf unsere Menschheitsschuld nicht entgehen. So entsteht dann diese politisch gewollte Schwermut die fast jeden deutschen Film ausserhalb der Kokowäähs beseelt.