Vorschlag zur Finanzsteuer: Elf EU-Staaten wollen Banken schröpfen

DPAIn Europa könnte schon bald ein Traum der Globalisierungskritiker in Erfüllung gehen: Die Finanztransaktionssteuer steht kurz vor der Einführung, die EU-Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt. Der Plan soll Milliarden in die Kassen spülen, doch noch sind viele Fragen offen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-883403.html
  1. #160

    Europa gegen London

    Zitat von wibo2 Beitrag anzeigen
    Die Höhe der einstigen Börsenumsatzsteuer war 0,01% (1 Promille)
    auf öffentliche Anleihen und 2,5 Promille vom Kurswert auf andere
    festverzinsliche Papiere und Aktien.....
    Alles richtig und nachvollziehbar was Sie schreiben Wibo,
    allerdings mit der Einschränkung das Deutschland alleine nicht Europa
    ist.Und Frankfurt schon mal gar nicht London.
    Die Angelsachsen und Schweden sind per se mal draussen und der
    Finanzumschlagsplatz London wird jede Menge neue Kundschaft be-
    kommen.
    Eine Kapitaltransaktionssteuer trifft dann in der Regel wohl eher die, die es nicht so dicke haben das es sich lohnt mit den Piepen den Ärmelkanal zu überqueren.
    Die young City-boys in London lassen jetzt schon die Korken knallen,und an handgedrehten Cohibas für 100 Pfund das Stück herrscht auch
    kein Mangel.

    Das Kapital ist wie scheues Reh.....

    Der gute Karl Marx lässt grüßen
  2. #161

    Zitat von wibo2 Beitrag anzeigen
    Wenn diese Ankündigungen einer EU-Finanztransaktionssteuer nicht wieder einmal nur heiße Luft und leere Versprechen gewesen wären?
    Es ist nicht einmal eine EU-Finanztransaktionssteuer sondern lediglich von 11 Ländern aus der EU die sich dabei ins eigene Fleisch schneiden. Gerade Deutschland mit dem wichtigen Finanzplatz Frankfurt wird Schaden erleiden. Ich hätte der Bundesregierung nicht so viel Dummheit zugetraut. Aber es ist halt Wahlkampf.

    Die nicht betroffenen Börsen und Länder werden sich freuen über das zusätzliche Geschäft und die hohen Einkommen der Händler die darauf dann in anderen Ländern Steuern zahlen.
  3. #162

    Zitat von wibo2 Beitrag anzeigen
    Aber:
    Warum werden nicht alle Einkommensarten gleich besteuert?
    Wozu haben die Neoliberalen es hingedreht, dass Arbeit
    am meisten und schlimmsten besteuert wird?
    Und nicht nur das: Das Arbeitseinkommen wird auch noch mit
    den Sozialabgaben zusätzlich belastet?

    Wer mehr als 25% EkSt. zahlt, kommt beim Kapitalertrag wegen der pauschalen Abgeltungssteuer 25% günstiger weg.
    Banken u.ä. sind in der Regel Körperschaften. Diese zahlen auf Ihre Wertpapierhandelsgewinnne keine Abgeltungssteuer oder Kirchensteuer, sondern Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Wenn diese Gewinne dann auf z.B. private Anteilseigner der Banken ausgeschüttet werden, fällt bei diesen auf die ausgeschütteten Gewinne nochmals Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer an.
    Ihre Vergleiche zwischen Abgeltungsteuer einerseits und Lohnsteuer andererseits gehen deshalb am Thema vorbei.

    Und meine Ausführungen wie die deutsche Umsatzsteuer auf Waren wirkt und warum sie mit der nun geplanten Finanztransaktionsteuer oder der früheren Börsenumsatzsteuer überhaupt nicht vergleichbar ist, haben Sie leider nicht verstanden.
    Was ich aber gut verstehen kann, weil das Thema auch nicht ganz einfach ist. Lesen Sie bitte noch meinen weiteren Beitrag #154 um 10:12 Uhr dazu. Vielleicht habe ich mich da noch etwas klarer ausgedrückt.

    Das sachlich falsche Argument, dass Wertpapiertransaktionen besteuert werden müssten, weil ja auch auf Warentransaktionen Umsatzsteuer erhoben wird, bringen im übrigen nicht nur die Linken, sondern hat selbst Wolfgang Schäuble schon einmal gesagt.

    Wer so argumentiert hat entweder keine Ahnung von der Funktionsweise der deutschen Umsatzsteuer oder er lügt bewusst Leute an.

    Nun, als Bundesfinanzminister sollte Herr Schäuble sich bei der Umsatzsteuer ja auskennen...
  4. #163

    Zitat von Meckermann Beitrag anzeigen
    Wer wegen 0,1% Steuern herumheult, mit dem habe ich kein Mitleid. sollen sie halt nach Russland auswandern, wenn sie göauben, dort besser Geschäfte machen zu können.
    Kein Anleger muss auswandern. Man schickt einfach das Geld dort hin wo diese Steuern nicht anfallen. Viele gut bezahlte Arbeitsplätze an den Börsen werden aber verlagert und die Einkommenssteuer aus diesen Stellen fließen dann in Staaten die diese Steuer nicht erheben. Deutschland und der Finanzplatz Frankfurt werden unter dieser Regelung leiden.
  5. #164

    k.T.

    Zitat von kado1 Beitrag anzeigen
    Es darf nicht sein das Bill. Gewinne privatisiert und Bill. Verluste solidarisiert werden. Diese Steuer ist zwar richtig, aber viel zu niedrig für die, die in Sekundenbruchteilen mit Mill. zocken.
    So ist es ja auch nicht. Gewinne werden vergesellschaftet (Abgeltungsteuer) und Verlust privatisiert. Die kann man nämlich nur begrenz mit positiven Einkommen verrechnen.
    Wer z.B. Aktien,... ein Jahr behält und so für Wachstum sorgt, könnte ja befreit werden und je kürzer man die Aktien,... behält, desto höher
    müsste sie anfallen, ideal wäre potenzial.
    Und mit welcher Begründun? Wen geht es was an, wie lange ich meine Aktien halte?

    Für alle Träumer, allein die Banken der GIIPS haben 9,2 Bill. Schulden, wie sollen da unsere vorerst 190 Mrd ESM je reichen?
    Das ist ja auch eine völlig unsinnige Betrachtung. Nehmen Sie doch einfach noch die Schulden der gesamten Wirtschaft mit rein und auch noch der Privatpersonen. Dann wird es noch unsinniger.
  6. #165

    k.T.

    Zitat von phaeno Beitrag anzeigen
    hätten Sie mal Ihre Worte (z.B. "schröpfen") wählen sollen, als die Finanzunternehmen den Bürger für ihre Krise in die Haftung genommen haben. Und für die Zukunft könnten Sie uns dann gleich mal mit erklären, warum der Bürgwer zwar für jeden Einkauf Steuern (Sie erinnern sie: Umsatzsteuer heisst das) zahlen soll, diejenigen aber, die sich beständig vom Steuerzahler aus der selbst verursachten Patsche helfen lassen oder den Bürger mit Trick die Gelder aus der Tasche ziehen (vgl. Riesterrente), sollen steuerbefreit sein. Für wen schreiben Sie?

    Erstmal müßten Sie erklären, warum jemand, der an der Börse Aktien handelt, an irgendwelchen Krisen Schuld sein soll. Weil Frau Wagenknecht das sagt?

    Hier wird nur wieder alles wild durcheinandergeschmissen. Es ist so leidig, mit Leuten zu diskutieren, die vom Thema einfach nichts verstehen.
  7. #166

    k.T.

    Zitat von uezegei Beitrag anzeigen
    Ich finde die Idee auch nicht zielführend.
    Eigentlich sollten alle Banken zuerst einmal verstaatlicht und dann zerschlagen werden, will sagen absolutes und konsequentes Trennbankensystem mit einem verfassungsrechtlichen Verbot in Zukunft die dann wieder rein privaten Zockerbanden jemals wieder zu retten.
    Die US-Banken, die die Krise ausgelöst haben, waren Trennbanken.

    Nächsten Vorschlag bitte...
  8. #167

    Parteien-Zustimmung

    Da heisst es im Artikel:
    "Während in Deutschland SPD und Grüne die Pläne begrüßen..."

    Und dass CDU, FDP und Linke sie auch begrüßen, ist irgendwie selbstverständlich?

    Warum schreibt man nicht einfach "alle im Bundestag vertretenen Parteien"?

    Auch die Überschrift, mit "geschröpft" und dem Weglassen der "transaktion" zeigt eine recht selektive Haltung des Autors.
  9. #168

    Zitat von kado1 Beitrag anzeigen
    Wer z.B. Aktien,... ein Jahr behält und so für Wachstum sorgt, könnte ja befreit werden und je kürzer man die Aktien,... behält, desto höher müsste sie anfallen, ideal wäre potenzial.
    Für alle Träumer, ....
    Die Haltefristen wurden in Deutschland 2009 (Steinbrück! / Koch) ersatzlos abgeschafft. Wer also auch die neue rein umsatzgebundene (also auch bei Verlust als Zusatzverlust fällige) "Transaktionssteuer" zahlen soll und als Stetsgleichwähler auch zahlen wird dürfte klar sein. Die Geschäftsbanken sind es nicht, die Spekulanten noch weniger und Fondsmanger sowie Zocker schon gar nicht. Aber für wen, an festen Wohnsitz gebundenen hat London kein Alternativangebot? Genau für den, der sich auf die Steuer für die angeblich anderen freut. Es darf bis zur Zahlung weiter geträumt werden ...
  10. #169

    Bremst vielleicht die Großen - schädigt aber auch die Kleinen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Europa könnte schon bald ein Traum der Globalisierungskritiker in Erfüllung gehen: Die Finanztransaktionssteuer steht kurz vor der Einführung, die EU-Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt. Der Plan soll Milliarden in die Kassen spülen, doch noch sind viele Fragen offen.

    EU-Kommission legt Vorschlag zur Finanztransaktionsteuer vor - SPIEGEL ONLINE
    Diese Steuermaßnahmen sind im Prinzip gut gedacht und ich erachte es auch als sinnvoll um die Börsen vor Ausschlägen nach oben oder unten wegen Spekulationen zu schützen. Dennoch schadet es auch sehr dem normalen Bürger, der versucht sein Erspartes vor der Inflation zu retten. Der Staat treibt bewusst lockere Geldpolitik, nimmt Inflation in Kauf, damit die Schulden an Wert verlieren, und lässt somit auch dem Kleinanleger eigentlich keine andere Wahl als Aktien... Bedenkt man auch die vom Staat geförderten Riester-Verträge (die dann auch betroffen wären - zumindest fondsbasierte) verliert man über 30-40 Jahre Laufzeit mehrere Tausend Euro nur durch die Steuer.
    Ich denke das Konzept sollte für die Steuer einen Art "Freibetrag" berücksichtigen (bspw. pro Transaktion sind x Euro steuerbefreit oder pro Anleger im Jahr Y Euro frei...) Damit würden Manipulationen durch Großinvestoren mit Spekulationsgeschäten gebremst, kleine Anleger aber auch nicht betrogen und um ihr Erspartes gebracht.
    Fakt ist es muss aus meiner Sicht noch sehr am Detail dieser Steuer gefeilt werden.