Mythen der Arbeit: Ohne Leiharbeit wäre die Welt besser - stimmt's?

REUTERSLeiharbeit kostet feste Jobs und gehört deshalb verboten - eine verbreitete Meinung. Doch das Vermieten von Arbeitnehmern ist besser als sein Ruf, sagt Arbeitsforscher Joachim Möller. Für Berufseinsteiger wäre ihre Abschaffung eine schlechte Nachricht.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-883238.html
  1. #1

    "Von einer Abschaffung der Zeitarbeit wären zwei Gruppen besonders betroffen: Arbeitslose und Berufseinsteiger. Zwei Drittel aller Neuzugänge, die bei Zeitarbeitsfirmen anfangen, waren unmittelbar vorher nicht beschäftigt."

    Ist klar. Dementsprechend hätten vor Einführung der Zeitarbeit die meisten Berufseinsteiger niemals einen Job bekommen... was ist denn das für eine Begründung?

    Entscheidend ist: Früher konnten die Firmen konjunkturbedingt die Mitarbeiter nicht vor die Tür setzen. Die Unternehmen waren durch den Kündigungsschutz gezwungen verantwortlich mit ihren Mitarbeitern umzugehen.

    Das Freisetzen von Zeitarbeitern dient, zusammen mit der jahrelangen geringeren entlohnung nur der Gewinnmaximierung.

    Ursprünglich waren Zeitarbeiter Spezialisten die nicht viel günstiger waren als normale Mitarbeiter.
    Im Prinzip nichts anderes als eine der üblichen Consulting Firmen.

    Durch die Freigabe der Tarifbindung wurde dadurch nur eine perspektivlose Gesellschaftsgruppe aufgebaut. Ein Bekannter schleppt sich seid mehreren Jahren von einer Verlängerun in die Nächste... sorry... aber der kann seine Zukunft nicht wirklich planen. Klar besser als Arbeitslosigkeit... aber ernsthaft... so banalisierend wie in dem Artikel dargestellt... das tut schon weh und ist sehr realitätsfremd....
  2. #2

    Leiharbeit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Leiharbeit kostet feste Jobs und gehört deshalb verboten - eine verbreitete Meinung. Doch das Vermieten von Arbeitnehmern ist besser als sein Ruf, sagt Arbeitsforscher <i>Joachim Möller</i>. Für Berufseinsteiger wäre ihre Abschaffung eine schlechte Nachricht.

    Arbeits-Mythos: Ohne Leiharbeit wäre die Welt besser - stimmt's? - SPIEGEL ONLINE
    Recht wiedersprüchlich das ganze! Warum sollten unterehmen keine neuen leute einstellen wenn es keine zeitarbeit gäbe? Wenn diese nur in spitzenzeiten abgefragt werden, also die unternehmen viel verdienen, warum sind dann die löhne der leiharbeiter viel neidriger als die der festangestellten? Wer würde die arbeit machen wenn es die leiharbeit nicht gäbe bezogen darauf das das angeblich mehr arbeitslos wären? Würden die unternehmen die arbeit liegen lassen und auf gewinn verzichten?

    Wir sollten die zeitarbeit pro unternehmen begrenzen und dann auch nur zulsassen wenn die leiharbeite rmehr verdienen als der festangestellte.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Zeitarbeit ist dort kritisch zu sehen, wo ihr Einsatz in Betrieben nicht nur Nachfragespitzen ausgleicht, sondern zur Dauereinrichtung wird. Oft stehen Lohnsenkungsmotive dahinter. Hier gilt es gegenzusteuern. Die von den Tarifparteien jüngst ausgehandelten Vereinbarungen zur schrittweisen Angleichung der Bezahlung an die der Stammarbeitskräfte weisen in die richtige Richtung.
    Das ist jedoch in den meisten Fällen mittlerweile der Standard. Als doppelt betroffener (meine Frau und ich sind beide als Akademiker über Zeitarbeit bzw ANÜ beschäftigt) kann ich sagen, dass Unternehmen diese Situation mittlerweile schamlos ausnutzen. Seit 7 Jahren bin ich für ein Unternehmen tätig, eine Perspektive auf eine reguläre Anstellung gibt es nicht, da dies vom Unternehmen nicht gewünscht wird. Immer wieder werden Management-Fehler durch Abbau von Personal ausgeglichen, da dies bequemer ist und mit sehr wenig Aufwand möglich ist. Das ist mittlerweile wie bei den Amerikanern, Hire-and-Fire vom allerfeinsten. Der Einstieg für Berufseinsteiger ist selbst für Akademiker mittlerweile oft nur noch über Zeitarbeit/ANÜ möglich, die jedoch wenig bis keine Perspektive auf Übernahme haben.

    Die Bemühungen der Gewerkschaften in Ehren, aber sie greifen nicht, denn die Unternehmen, die dies derzeit machen, sind im Auffinden von Alternativen extrem kreativ.
  4. #4

    Das mag ja alles sein, aber letztendlich werden Leiharbeiter gerne eingestellt, während die Stammbelegschaft abgebaut wird! Warum? Weil sie untertariflich bezahlt werden können. Diesen Missbrauch der eigentlich guten Idee der Leiharbeit könnte man verhindern, wenn man Leiharbeiten verpflichtend übertariflich bezahlen müsste. Der höhere Lohn ist ein Ausgleich für die unsicheren Stellen.
  5. #5

    Zitat von Artikel
    Von einer Abschaffung der Zeitarbeit wären [...] besonders betroffen: [...] Berufseinsteiger.
    Das kann man so nicht stehen lassen. Gerade Berufsanfänger können so in einen Strudel langer Zeitarbeit geraten, bevor sie irgendwo feste unterkommen: Auf den „Klebeeffekt“ kommt es an - Zeitarbeit - FOCUS Online - Nachrichten
    Bewusst oder unbewusst setzen viele Zeitarbeitnehmer auf den sogenannten Klebeeffekt: Davon spricht man, wenn ein Leiharbeiter die Firma so sehr von sich überzeugen konnte, dass er bei ihr fest angestellt wurde. „Allerdings ist der Klebeeffekt bei Zeitarbeit nicht so hoch, wie häufig behauptet wird“, räumt Dombre ein.
    Selbst der Spiegel schrieb darüber: Erste Hilfe Karriere: Zurzeit nur Zeitarbeit - SPIEGEL ONLINE
    Das Killerargument pro Zeitarbeit: Die lose geknüpften Arbeitsverhältnisse wirken wie Leimruten. Ein Teil der Interimsmitarbeiter bleibt hängen. 14 Prozent der Zeitarbeitnehmer sollen von diesem Klebeeffekt profitieren. Heißt aber auch: 86 Prozent können ein Lied singen vom Jobpech, das hartnäckig an einem klebt, und von schofeligen Arbeitgebern, denen man eine kleben möchte.
  6. #6

    optional

    Vielleicht sollte man den Artikel lieber unter Mythen des Neoliberalismus führen.
  7. #7

    Komisch. Wenn ich Stellen zum Bsp. auf der Seite der Agentur für Arbeit suche, springen mir massenhaft Angebote für Zeitarbeit die ersten Seiten entgegen. Ordentliche Arbeit wird kaum noch angeboten. Für mich wird Zeitarbeit für Lohndumping eingesetzt.
  8. #8

    Abschaffung der Zeitarbeit

    Zitat von Tschirio Beitrag anzeigen
    "Von einer Abschaffung der Zeitarbeit wären zwei Gruppen besonders betroffen: Arbeitslose und Berufseinsteiger. Zwei Drittel aller Neuzugänge, die bei Zeitarbeitsfirmen anfangen, waren unmittelbar vorher nicht beschäftigt."

    Ist klar. Dementsprechend hätten vor Einführung der Zeitarbeit die meisten Berufseinsteiger niemals einen Job bekommen... was ist denn das für eine Begründung?

    Entscheidend ist: Früher konnten die Firmen konjunkturbedingt die Mitarbeiter nicht vor die Tür setzen. Die Unternehmen waren durch den Kündigungsschutz gezwungen verantwortlich mit ihren Mitarbeitern umzugehen.

    Das Freisetzen von Zeitarbeitern dient, zusammen mit der jahrelangen geringeren entlohnung nur der Gewinnmaximierung.

    Ursprünglich waren Zeitarbeiter Spezialisten die nicht viel günstiger waren als normale Mitarbeiter.
    Im Prinzip nichts anderes als eine der üblichen Consulting Firmen.

    Durch die Freigabe der Tarifbindung wurde dadurch nur eine perspektivlose Gesellschaftsgruppe aufgebaut. Ein Bekannter schleppt sich seid mehreren Jahren von einer Verlängerun in die Nächste... sorry... aber der kann seine Zukunft nicht wirklich planen. Klar besser als Arbeitslosigkeit... aber ernsthaft... so banalisierend wie in dem Artikel dargestellt... das tut schon weh und ist sehr realitätsfremd....
    So könnte man auch mal hinterfragen WO liegen die nachteile der leiharbeit?

    -weniger kinder wegen unsicherer arbeit/einkommen
    -stärkere belastung der mittelschicht bei den sozialzahlungen
    und anderes?!
  9. #9

    Dieser sog. 'Arbeitsforscher' hat..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Leiharbeit kostet feste Jobs und gehört deshalb verboten - eine verbreitete Meinung. Doch das Vermieten von Arbeitnehmern ist besser als sein Ruf, sagt Arbeitsforscher <i>Joachim Möller</i>. Für Berufseinsteiger wäre ihre Abschaffung eine schlechte Nachricht.

    Arbeits-Mythos: Ohne Leiharbeit wäre die Welt besser - stimmt's? - SPIEGEL ONLINE
    ... wahrscheinlich nie richtig gearbeitet, sonst würde er nicht diese
    dummen arm-chair-comments abgeben. In Zeiten des Wirtschaftswunders
    gab es in der breite meilenweit keine Leiharbeit (ausgenommen vielleicht wenige Spezialisten als Montagetrupps, die aber meistens anständig bezahlt wurden). Da stimmten die Reallöhne noch. Die Schleusen für die heutige Ausbeutung hat Rot/Grün geöffnet.