Zahlen zur Berufsausbildung: Erst Abi, dann Azubi

Getty ImagesEin Rekord an deutschen Hochschulen: Rund 2,5 Millionen Studenten sind derzeit immatrikuliert. Gleichzeitig zeigen aktuelle Zahlen, dass immer mehr Abiturienten sich gegen die Uni entscheiden - und lieber eine Ausbildung machen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-883159.html
  1. #10

    Warum soll das keinen Sinn machen? Ich hab lieber eine Ausbildung in der Tasche und damit einen besseren Abischnitt als ein abgebrochenes Studium oder den Bachelor in Kunstgeschichte... Aber zum Glück haben manche hier den perfekten Weg zu viel Gehalt nur über ein sofortiges Studium gefunden.
  2. #11

    Zitat von Zentralabitur Beitrag anzeigen
    Eine Ausbildung ist für Leute die nur einen Realschulabschluss haben. Wer Abitur hat sollte selbstverständlich studieren, auch wenn man keine reichen Eltern hat die einem alles finanzieren, längerfristig gesehen machen nur die Leute mit einem gut abgeschlossenem Studium Geld...
    Entschuldigung, aber das finde ich von einem ziemlich hohen Ross herab geurteilt.

    Ich selbst habe 1999 in Rheinland-Pfalz mein Abitur in Deutsch, Physik und Geschichte mit einem Schnitt von 2,1 gemacht. Dennoch war für mich klar, dass ich nach dem Zivildienst erst eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung mache. Ich hatte einfach keine Lust mehr jeden Tag in Büchern und Hausarbeiten zu versinken. Ich wollte auch mal endlich eigenes Geld in der Hand haben; nicht viel, aber wenigstens etwas. Nach meiner Ausbildung habe ich auch noch ein Jahr als Anwendungsentwickler gearbeitet und habe dann mein Studium der Informatik begonnen und auch abgeschlossen.
    Meine Eltern, beide Akademiker, wären nie auf die Idee gekommen, so herablassend zu urteilen, wie Sie es getan haben.

    Heute bin ich selbständiger Informatiker und erlebe Tag für Tag junge Leute, die kein Studium abgeschlossen haben, sondern sich nach dem Abi für eine Ausbildung in diesem Bereich entschieden haben. Und diese sind in keinster Weise dümmer, oder unfähiger, als jemand, der frisch aus der Uni oder FH gespült wurde - oft ist genau das Gegenteil der Fall. Diese Leute kennen sich vielleicht nicht super in Graphen-Theorie und Komplexitätsberechnung von Algorithmen aus, aber - ganz ehrlich? - das sind Randgebiete, die man nur alle Jubeljahre mal benötigt. Letzteres habe ich nach der entsprechenden Klausur nie mehr benötigt.
  3. #12

    Ausbildung

    es stimmt daß das duale System sehr viele Vorteile hat. Aber was soll man denken, wenn man das Abitur mit 1,9 macht, einen Studienplatz in Psychologie nur mit sechs Wartesemester bekommen würde, mehmals Sprachkurse im Ausland besucht hat, sechs Monate auf Sprachschule in Kanada war, dann Tourismus Management studiert, im Ausland teuer ( nur die Deutschen lassen auf Steuerzahler Kosten auch alle nicht EU Ausländer gratis studieren ) den Bachelor darin macht,sich bewirbt und dann von einem großen deutschen Reisekonzern gesagt bekommt : machen Sie zuerst mal den Master, dann können Sie sich um eine 15 monatige Praktikantenstelle bei uns bewerben ( 1000.- Euro brutto / Monat ). Da läuft etwas schief.
  4. #13

    deshalb

    Zitat von romaval Beitrag anzeigen
    es stimmt daß das duale System sehr viele Vorteile hat. Aber was soll man denken, wenn man das Abitur mit 1,9 macht, einen Studienplatz in Psychologie nur mit sechs Wartesemester bekommen würde, mehmals Sprachkurse im Ausland besucht hat, sechs Monate.....
    Augen auf bei der Wahl des Studiengangs!
  5. #14

    Zitat von abcstudent Beitrag anzeigen
    weil die Gehälter sehr gesunken sind kann man von einer Ausbildung nicht mehr toll leben, bzw Familie gründen mit großem Auto kaufen.......außer man kommt in die Schichtjobs
    Zitat von Zentralabitur Beitrag anzeigen
    längerfristig gesehen machen nur die Leute mit einem gut abgeschlossenem Studium Geld...
    Dem kann ich als lebendes Beispiel wiedersprechen. Ich habe nach meinem Abitur klassisch den Zivildienst geleistet und habe dann eine Ausbildung zum Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung) begonnen. Nach 2,5 Jahren Ausbildung und 4 Jahren im Beruf (im gleichen Betrieb, der mich auch ausgebildet hat), habe ich meinen Arbeitgeber gewechselt und verdiene mehr als die meisten studierten Informatiker (und das bei einem 40-Stunden-Job mit Gleitzeit und Stundenkonto). Ich kann von dem Gehalt locker meine Familie mit drei Kindern ernähren, wobei meine Frau voll ihrem Vollzeitjob als Hausfrau und Mutter nachgehen kann. Wir genießen das beide sehr und unsere Kinder erst recht.

    Sicher, ich habe mich auch in einem Bereich ausbilden lassen, wo es großen Bedarf gibt. Mein Spezialgebiet ist ein Arbeitnehmermarkt und ich werde jede Woche mehrmals von Headhuntern kontaktiert. Was soll ich mich beschweren? Weil ich kein Akademiker bin? Never!
  6. #15

    dann haben Sie ja....

    Zitat von Tim81 Beitrag anzeigen
    Dem kann ich als lebendes Beispiel wiedersprechen. Ich habe nach meinem Abitur klassisch den Zivildienst geleistet und habe dann eine Ausbildung zum Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung) begonnen. Nach 2,5 Jahren Ausbildung und 4 Jahren.....
    alles richtig gemacht. Geht aber nicht allen Menschen so. Ein abgeschlossenes Studium in ihrem Fachbereich ist auch keine schlechte Grundlage für späteren Erfolg.
  7. #16

    Zitat von romaval Beitrag anzeigen
    Aber was soll man denken, wenn man das Abitur mit 1,9 macht, einen Studienplatz in Psychologie nur mit sechs Wartesemester bekommen würde,
    Dass man mit solch einem Abi-Schnitt Wartezeit in Kauf nehmen muss, weiß man vorher. Ähnlich bei Medizin.
    Zitat von romaval Beitrag anzeigen
    mehmals Sprachkurse im Ausland besucht hat, sechs Monate auf Sprachschule in Kanada war, dann Tourismus Management studiert,
    Was hat das nun mit Wartezeiten auf ein Psychologie-Studium zu tun?

    Zitat von romaval Beitrag anzeigen
    im Ausland teuer ( nur die Deutschen lassen auf Steuerzahler Kosten auch alle nicht EU Ausländer gratis studieren ) den Bachelor darin macht,
    Warum haben Sie dann nicht in D studiert? Gibt es für Tourismus-Management auch Zulassungsvoraussetzungen wie bei Psychologie?
    Zitat von romaval Beitrag anzeigen
    sich bewirbt und dann von einem großen deutschen Reisekonzern gesagt bekommt : machen Sie zuerst mal den Master, dann können Sie sich um eine 15 monatige Praktikantenstelle bei uns bewerben ( 1000.- Euro brutto / Monat ). Da läuft etwas schief.
    Auch hier gilt: vorher erkundigen!
    Da Sie offenbar in der Welt schon rumgekommen sind: warum bewerben Sie sich dann nicht im Ausland, wenn die Arbeitsbedingungen hier mies sein sollten?
  8. #17

    bei den Akademikergehältern kein Wunder

    Ist nicht unbedingt eine schlechte Entscheidung wenn man mal bedenkt wie wenig Ingenieure z.B. verdienen mag sein dass deren Gehälter höher sind als bei Handwerkern aber die Arbeitszeiten sind auch viel höher. Lohnt da noch ein Studium? Da kann ein Handwerker ja neben Hauptjob noch auf 400 Basis arbeiten dann hat er so viel Geld wie Ingenieure aber mehr Freizeit.
  9. #18

    Aufsteigen, schneller, höher, weiter

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Rekord an deutschen Hochschulen: Rund 2,5 Millionen Studenten sind derzeit immatrikuliert. Gleichzeitig zeigen aktuelle Zahlen, dass immer mehr Abiturienten sich gegen die Uni entscheiden - und lieber eine Ausbildung machen.

    Obama lobt Berufsausbildung: Neue Zahlen über deutsche Azubis - SPIEGEL ONLINE
    Vor ca. 4 Jahren, ein paar Monate vorm Abi, hat meine Tochter richtig durchgehangen, kannte ich so gar nicht von ihr, die sonst ein fröhlicher, ausgeglichener, freundlicher Mensch immer war.
    Da das offensichtlich keine kurz Verstimmtheit war, sich echt hinzog über Wochen, hab ich sie angesprochen, mir "geschnappt".
    Tja, sie wusste nicht, was sie will, was sie soll, letztlich stand sie wohl vor dem Druck, dass irgendwie wohl erwartet wird oder es üblich ist, dass "man" studiert nach dem Abi.
    Biologie, Veterinärmedizin, das wäre so ihre Richtung gewesen, sie hatte dann nen gutes Abi aber dafür hätte es wohl oder vielleicht nicht gereicht, vielleicht hat sie das geahnt oder gewusst, vielleicht schreckte sie auch irgendwas anderes.
    Ich möchte, dass sie glücklich wird im Leben und ich weiß, dass man Glück, Zufriedenheit und Ausgefülltsein nicht unbedingt im "Schneller, Höher, Weiter, Aufsteigen und Karriere machen" findet oder finden muss.
    Hab ich ihr also gesagt "nun, dann schau doch mal, ob Du erst ne Ausbildung machen willst, studieren kannst Du immer noch, wenn Du das denn möchtest"; "in ner Berufsausbildung kannst Du Praxis kennenlernen und vielleicht dann besser entscheiden später, musst Dich nicht verschulden, verdienst sogar schon ein bisschen dein Geld."
    Da fiel offensichtlich eine riesige Last von ihr ab, der Druck war weg, sie war wieder so entspannt wie ich sie kannte sonst und sie hat sich richtig ins Zeug gelegt was zu finden, Richtung Bio.
    Hat verschiedene Bewerbungen geschrieben, eine Traumstelle war dabei, hier in Berlin, wo sie ja am liebsten auch bleiben wollte.
    Es hat geklappt, sie hat ihre Traumausbildungsstelle bekommen als eine von wenigen unter sehr vielen Bewerbern.
    Sie bekommt ein wirklich gute Azubi-geld, das ist wohl nicht die Regel, muss ich zugeben.
    Aber, insgesamt und rückblickend, es war genau die richtige Entscheidung in dem Falle, meine Tochter ist glücklich, liebt ihren Beruf, hofft jetzt, dass sie nach der Ausbildung übernommen wird, falls nicht, hat sie schon Alternativen ausgekundschaftet. Auf jedenfall will sie in diesem "Beruf" bleiben.
    Die Frage "Studieren?" brauch ich ihr nicht stellen im Moment, da kommt ein "hmm, nö ;-)".
    Im nächsten Leben wird sie Tierarzt sagte sie kürzlich. Ich frage darauf "Warum im nächsten...?"
    Antwort: " In diesem Leben schaff ich das nicht mehr"....sie ist jetzt 22 ;-)
  10. #19

    Ich arbeite in diesem Bereich. Generell ist die Anzahl Imigranten etwas höher als der der Deutschen.
    "Daher ist es meiner Meinung nach sinnvoll bei Ausländern andere Maßstäbe bei den Prüfungskriterien anzuwenden. Immerhin haben sie es ja schwerer und trotzdem geschafft. Na? Sollte das den 95% Linken hier nicht entgegen kommen?[/QUOTE]"
    Falsch! Da sie später die selben Anforderungen erfüllen müssen um im Beruf zu bestehen, müssen sie auch gleich geprüft werden.
    Probleme der Jugendlichen sind anderer Art. Mangelnde Spachkenntnisse, Wissenslücke trotz Abschluß, mangelndes Interesse zum Arbeiten oder sich zu Bilden, Familienprobleme durch andere Regelerziehung die nicht mit den in Deutschenland gültigen Regeln vereinbar sind, allgemeines Anspruchsdenken ( Zuerst muß mir was geboten werden bevor ich mich entscheide was ich machen möchte o. ich habe Anspruch auf ...)
    Dies sind einige der Probleme die ständig in meiner Arbeit auftauchen.
    Es gibt aber auch welche die nur auf den Arbeitsmarkt nichts gefunden haben weil es nur Ausbildungen gerade gibt von denen man später nicht Leben kann.