Strafe für schlechte Doktorarbeiten: Nur Kopf-ab, Kopf-dran ist zu wenig

dapdSchavan hat geschlampt und nicht betrogen, meint der Düsseldorfer Erziehungswissenschaftler Hartmut Steuber. Die Ministerin hätte den Titel nicht verlieren müssen. Ein Plädoyer für einen Mittelweg zwischen Entzug und Titelschmuck: die nachträgliche Korrektur.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-882672.html
  1. #1

    Sonderegelung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schavan hat geschlampt und nicht betrogen, meint der Düsseldorfer Erziehungswissenschaftler Hartmut Steuber. Die Ministerin hätte den Titel nicht verlieren müssen. Ein Plädoyer für einen Mittelweg zwischen Entzug und Titelschmuck: die nachträgliche Korrektur.

    Gastbeitrag von Hartmut Steuber: Plädoyer für nachträgliche Korrektur - SPIEGEL ONLINE
    Nur zwei Fragen:
    Warum ist Frau Schavan mit ihrer Doktorarbeit ein Fall Stufe 2? Und wer legt denn fest, welche Stufe gewählt wird?
    Wird es zukünftig auch bei Diplom oder sonstigen Leistungsnachweisen, bei denen betrogen wurde die Möglichkleit geben, die Leistung zu korrigieren?
    Das alles sieht wieder nach einem Lex Politicus aus, Es ist halt so, wenn man bescheißt, dann fliegt man.
    Wenn ein Unternehmen einen Mitarbeiter los werden will, dann braucht man nur die Arbeitszeiterfassung oder die Spesenabrechnungen genau zu prüfen. Dann findet man immer was.
  2. #2

    Pech durch IT

    Die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens haben sich seit über hundert Jahren nicht geändert. Vor Einführung der Informationstechnik war es relativ leicht, Doktorväter/mütter zu hintergehen. Jedem Studenten war gegen Ende des Studiums klar, in welchem Literaturkanon sich die einzelnen Professoren bewegen. Für Examens- und Doktorarbeiten konnte man zum Abschreiben ganz andere Literatur zu Hilfe nehmen. Man konnte ziemlich sicher sein, dass die prüfenden Professoren nicht die gesamte in Frage kommende Literatur detailliert im Kopf hatten. Und so blieben Plagiate zwangsläufig unentdeckt. Durch die Einführung der modernen Informationstechnik konnten Plagiate auch alter Arbeiten relativ leicht aufgedeckt werden. Wat'n Pech!
  3. #3

    optional

    So ein Unsinn. Für Doktorarbeiten gelten die selben Spielregeln wie für ALLE wissenschaftlichen Arbeiten. Entweder, sie genügen den Standarts und man hat bestanden, oder eben nicht. Dissertationen im Nachhinein anders zu behandeln als bei der Abgabe entspricht keinem wissenschaftlichen Standart.

    Im übrigen wäre diese am Rande erwähnte "Verjährungsfrist" ein Schlag für jeden renommierten Wissenschaftler, der sich dann mit verjährten Betrügern auf einer Stufe sehen muss.
  4. #4

    Morbus Verwässerung nun auch beim SPIEGEL angekommen

    nachdem die Süddeutsche Zeitung schon dahingerafft wurde (Artikel von Denkler, Prantl und heute ein "Gastkommentar" von Winnacker). Wie das System dann noch funktionieren sollte, wenn alle Doktoranden (oder einige, welche sich Vorteile verschaffen wollen), zunächst einmal schlampig arbeiten dürfen, um dann Jahrzehnte später, nachdem andere schlampige Zitate entnehmende Doktorarbeiten verdorben wuden, läßt der Autor offen. Sancta simplicitas! Si tacuisses, Steuber!
  5. #5

    Das möchte ich auch für meine Abschlussarbeit

    Die hat mir damals ja immerhin meine berufliche Laufbahn nicht leichtgemacht. Da waren halt "handwerkliche Fehler, Flüchtigkeitsfehler usw." - zwar hab ich dadurch keinen Titel errungen, sondern leider leider eine schlechte Zensur im Abschlusszeugnis bekommen, aber warum sollte ich nicht auch solche Möglichkeiten haben? Ich geh einfach hin und geb eine korrigierte Version ab und das wird dann im Abschlusszeugnis vermerkt, dass ich halt da flüchtig gearbeitet habe bzw. getäuscht habe usw, kann ja mal vorkommen.
  6. #6

    Sehr gut

    Endlich mal ein durchdachter sinnvoller Beitrag zum Thema.
  7. #7

    Auch bei spon kann m.E. jeder,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schavan hat geschlampt und nicht betrogen, meint der Düsseldorfer Erziehungswissenschaftler Hartmut Steuber. Die Ministerin hätte den Titel nicht verlieren müssen. Ein Plädoyer für einen Mittelweg zwischen Entzug und Titelschmuck: die nachträgliche Korrektur.

    Gastbeitrag von Hartmut Steuber: Plädoyer für nachträgliche Korrektur - SPIEGEL ONLINE
    seine m.E. reine private oder wie immer, Meinung sagen,
    ohne Begründung, ohne, dank Filter, weitere Verantwortung,

    aber er müßte dann auch damit leben, daß er kritisiert würde,
    ihm ggf. attestiert würde, er sei nicht ganz bei Troste.
  8. #8

    wenn schon bei einer

    Dissertation "geschlammpt " wird, wie wird derjenige dann in der Praxis schlampen? So bitte nicht!! Die Dissertation soll den Nachweis etwas neuen und auch Sinnvollen sein, wer das nicht auf die Reihe kriegt, hat keinen akademischen Grad verdient .
  9. #9

    Wissenschaft vs. Federschmuck

    Wie albern. Promotionen sind wissenschaftliche Arbeiten und haben nur dort einen Platz. Wer fehlerhaft promoviert, um dann in seiner weiteren wissenschaftlichen Karriere korrekt zu veröffentlichen, heilt den Mangel - denn der Mangel heisst "fehlerhaftes wissenschaftliches Arbeiten".

    Wer seine Promotion als Kopfschmuck begreift und danach nicht wissenschaftlich tätig ist, bekommt sie zu Recht aberkannt, so sie die Anforderungen nicht erfüllt. Eitelkeit ist kein schützenswertes Gut.