Simenon-Romane: Sex ist nur ein anderes Wort für Verzweiflung

AFPRau, ungeschönt, körperlich: In seinen Romanen entwirft Georges Simenon ein ebenso finsteres wie mitreißendes Bild vom Verhältnis der Geschlechter. Diogenes veröffentlicht eine Auswahl von 50 seiner besten Bücher - die auch zeigt, wer das Vorbild für fast alle französischen Präsidenten ist.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...-a-881757.html
  1. #1

    optional

    Simenon ist tatsächlich ein Phänomen, denn er hat - abgesehen von einigen schwächeren Romanen - trotz seiner unfassbaren Produktivität nur hochklassige Literatur abgeliefert. Seine Werke sind tatsächlich zeitlos, und man muss dem Verlag dankbar sein, dass er die Romane neu auflegt. Ich kenne nur sehr wenige Schriftsteller, die über ein derartiges psychologisches Einfühlungsvermögen verfügen und zugleich die Gabe besitzen, sich auf das Wesentliche zu beschränken - W. Somerset Maugham zählt beispielsweise dazu.

    Was mich immer wieder an Simenon fasziniert ist sein unprätentiöser Stil. Er will nicht mit Fabulierkunst beeindrucken, nicht mit enzyklopädischem Wissen oder Poesie. In Simenons Romanen gibt es kein Geschwätz, und das Gerücht, dass er in seinen Romanen mit einem Vokabular von 1000 Worten auskommt, könnte durchaus war sein. Und man merkt, dass es sich hier jemand schwer gemacht hat, damit es der Leser leicht hat.
  2. #2

    Geburtstag

    Was Sie vergessen haben: Er hätte heute Geburtstag gehabt. Simenon wurde vor genau 110 Jahren in Lüttich geboren ... wahrhaft ein Zeitloser.