Widerstand in Weißrussland: Abi an der Untergrundschule

Mascha StahlbergSie verstecken sich in einem Vorort, denn Diktator Lukaschenko hat ihre Schule verboten: Oppositionelle Lehrer und Schüler betreiben in der Nähe von Minsk ein konspiratives Gymnasium. Hier wird gelehrt, was Freiheit bedeutet.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...-a-879024.html
  1. #30

    Das sind immerhin Aussagen der Schüler. Die Menschen, die in dem Artikel zu Wort kommen, werden es wohl besser wissen, als ein Deutscher, der ab und zu nach Belarus fährt. Sie haben das Privileg, noch nie in einem von Lukaschenkos Gefängnis gesessen zu haben. Weißrussisch wird übrigens nicht an staatlichen Schulen unterrichtet, zumindest nicht in Minsk.
  2. #31

    Zitat von gizmo80 Beitrag anzeigen
    Das sind immerhin Aussagen der Schüler. Die Menschen, die in dem Artikel zu Wort kommen, werden es wohl besser wissen, als ein Deutscher, der ab und zu nach Belarus fährt. Sie haben das Privileg, noch nie in einem von Lukaschenkos Gefängnis gesessen zu haben. Weißrussisch wird übrigens nicht an staatlichen Schulen unterrichtet, zumindest nicht in Minsk.
    ... ein Teil meiner Familie und Freunde lebt in BY. Dieser Artikel hat gestern allgemein im Familien- und Freundeskreis z.T. für Erheiterung aber auch für ungläubiges kopfschütteln gesorgt.
  3. #32

    Zitat von 0-gravity Beitrag anzeigen
    ... ein Teil meiner Familie und Freunde lebt in BY. Dieser Artikel hat gestern allgemein im Familien- und Freundeskreis z.T. für Erheiterung aber auch für ungläubiges kopfschütteln gesorgt.
    Dann sollte Ihre Familie anerkennen, dass es in Weißrussland auch andere Meinungen gibt. Es gibt eben Menschen in BY, die mit der Lukaschenko-Regierung nicht zufrieden sind. Daran können weder Sie noch ihre Freunde in BY etwas ändern. Die Schule existiert und vermittelt eine andere Meinung als der Mainstream. Dass das vielen Leuten in BY nicht passt, mag sein. Es mag auch sein, dass weißrussisch als Fach an staatlichen Schulen unterrichtet wird. Aber der Unterricht an sich ist auf russisch. Und das unterscheidet das Kolas-Gymnasium von staatlichen Schulen. Zumindest in Minsk gilt weißrussisch als "Oppositionellen-Sprache". Wieso sind denn die Bücher von Zakonnikow, Nekljajew und Buraukin auf der schwarzen Liste? Weil diese Schriftsteller auf weißrussisch schreiben und in den Augen der Regierung als Nationalisten gelten. Versuchen Sie mal auf einer Polizeiwache in Minsk weißrussisch zu sprechen. Wahrscheinlich werden sie die Polizeiwache nicht so schnell wieder verlassen. Sie und ihre Freunde sollten endlich akzeptieren, dass es Meinungsfreiheit gibt und diese lässt sich auch in BY nicht unterdrücken.
  4. #33

    Spiegel schlauer als Luky Lukes Geheimdienst

    WOW! Da hat man also die Geheimschule gefunden. Was mich wundert, warum bleibt den staatlichen Organen so etwas verborgen? Weisrussisch verbote? Nie davon gehört, aber nach über 70 Jahren Amtssprache dürfte russisch einfach bei den meisten verfestigt sein. Zudem sollte man überlegen wie hoch der zu Sowjetzeiten migrierte Anteil aus anderen Teilepubliken liegt. In Lettland z.B. liegt der "russischsprachige Bevölkerungsteil", primär Russen, Ukrainer, Weißrussen bei guten 30%. Faktisch alle Letten können die Sprache noch bzw. wieder. Auch ich sprech dort - russisch!
    Zurück zu der Schule... was bringt diese, denn einen anerkannten Abschluss dürfte es ja nicht geben? Es sei denn, Luky Luke-aschenko wässt dies bewusst zu!
  5. #34

    Zitat von gizmo80 Beitrag anzeigen
    Dann sollte Ihre Familie anerkennen, dass es in Weißrussland auch andere Meinungen gibt. Es gibt eben Menschen in BY, die mit der Lukaschenko-Regierung nicht zufrieden sind. Daran können weder Sie noch ihre Freunde in BY etwas ändern. Die Schule existiert und vermittelt eine andere Meinung als der Mainstream.
    ... usw.usf.

    .
    Das es mit gewissen, für uns selbstverständlichen Grundrechten in BY nach unserem Standard nicht zum Besten steht, ist auch für mich ohne Zweifel. Darüber müssen wir hier nicht diskutieren.

    Über das Weltbild meiner Familie und meiner Bekannten werde ich mich mit Ihnen auch nicht streiten. Gehen sie jedoch bitte davon aus, dass diese in breites Spektrum repräsentieren: vom eher Lukashenko gläubigen Rentner über normale desinterressierte Angestellte bis hin zu durchaus kritischen Leuten, die ganz sicher NICHT systemkonform sind, mit denen man sehr interessante Diskussionen führen kann und und die mir jedes mal bei Abreise mit Freude meine ganze "westliche" Lektüre abnehmen ;-))

    Ihre Aussage bzgl des Gebrauchs der weißrussischen Sprache auf einer Minsker Polizeiwache würde ich bezweifeln, habe es aber zugegebenermaßen noch nicht probiert. Weshalb auch?

    Zudem besteht Weißrussland doch aus etwas mehr als nur aus Minsk...

    Es ist noch nicht so lange her, da habe ich persönlich (!) in BY ein öffentliches Fest besucht: übersetzt in etwa "das Fest der weißrussischen Sprache und des Schriftums"! Da war die ganze Innenstadt gesperrt (mittlere Kreisstadt), großes Kulturprogramm auf mehreren Bühnen, Schulklassen haben rezitiert und Theaterstücke vorgeführt, Sportklubs haben Vorführungen gemacht, Polizei und Kadettenschule sind vorbeidefiliert, die Veteranen haben die Orden angelegt, Übertragung des Abendprogrammes ins Belarussische Fernsehen - dit janze sozialistische Programm eben.
    Hatte da mitnichten den Eindruck einer oppositionellen Veranstaltung beizuwohnen und ich wurde überrraschenderweise auch nicht verhaftet. (Außer den üblichen Suffkis hatte eigentlich niemand Ärger mit den Uniformierten... )

    Der weißrussische Schriftsteller Jakub Kolas, der Namensgeber des "Untergrundgymnasiums", leiht seinen Namen u.a. einer Metro-Station in Minsk und verschiedenen Theatern im ganzen Land (u.a. in Vitebsk).

    Entschuldigen Sie bitte, aber "Unterdrückung" der weißrussischen Sprache sieht für mich anders...
    (Dann wird bei uns in D auch das Sorbische in der Lausitz "unterdrückt").

    Für mich bleibt es dabei: Das Engagement der Lehrer dieser Privatschule ein anderes als das Standardprogramm zu bieten ist sicher zu würdigen. Den Zusammenhang mit der Unterdrückung des Weißrussischen finde ich konstruiert. Ist für mich anhand der im Artikel angeführten Punkte nicht nachvollziehbar.
  6. #35

    Ich kann mich hier vielen Kommentaren nur anschließen. Das diese Überschrift völlig aus der Luftgegriffen ist.

    Das fängt schon mit der Einreise in das Land an. Egal ob mit Flugzeug, Zug oder PKW eingereist wird, jeder muss vorher Zoll, Krankenkasse oder PKW Unterlagen ausfüllen. Und diese sind in Weißrussisch! Erst seit einigen Jahren auch in Englisch. Wenn man eingereist ist, besteht die sogenannte Registrierung/Anmeldepflicht in dem Aufenthaltsort. Spätestens dort, bekommt man das 2. Dokument zum Ausfüllen in Weißrussisch/ Englisch.
    Nun stellt sich die Frage, ob die Opposition tatsächlich schon so weiten Einfluss hat, um solche Unterlagen in Weißrussisch zu drucken und zu verteilen. Oder ob sich unser Autor überhaupt mit seinen Bericht auseinander gesetzt hat?
    Bzw. auch mal prüft, ob denn dass alles so stimmt was er hier in die Öffentlichkeit gibt?
    Schade finde ich auch, dass der Spiegel so einen Bericht übernimmt, und online stellt.
    Es gibt ja wirklich Leute die dieses Land nur aus der Presse kennen, vielleicht mal einen Kurzbericht im TV gesehen haben. Die bekommen ja ein völlig falsches Bild von Land und Leuten.
  7. #36

    Zitat von mutter-heimat Beitrag anzeigen
    Ich kann mich hier vielen Kommentaren nur anschließen. Das diese Überschrift völlig aus der Luftgegriffen ist.

    Das fängt schon mit der Einreise in das Land an. Egal ob mit Flugzeug, Zug oder PKW eingereist wird, jeder muss vorher Zoll, Krankenkasse oder PKW Unterlagen ausfüllen. Und diese sind in Weißrussisch! Erst seit einigen Jahren auch in Englisch. Wenn man eingereist ist, besteht die sogenannte Registrierung/Anmeldepflicht in dem Aufenthaltsort. Spätestens dort, bekommt man das 2. Dokument zum .....
    Die Kommentare in diesem Forum kommen anscheinend nur von Touristen. Vergangene Woche wurde ein weißrussischer Aktivist zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er für den Schutz der weißrussischen Sprache protestiert hatte. Die Nachricht ist auf der Webseite von Radio Free Europe abrufbar.