Medizinische Forschung: Experten zweifeln am Nutzen von Maus-Studien

DPALassen sich die Ergebnisse von Maus-Studien auf den Menschen übertragen? Bei vielen Krankheiten eher nicht, berichten nun Mediziner. Mäuse und Menschen reagieren beispielsweise völlig unterschiedlich auf Entzündungsprozesse.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-882875.html
  1. #10

    Zitat von atech Beitrag anzeigen
    ... Wobei sich da wieder Probleme mit den Tierschützern ergeben, die es zwar auch nicht gerne sehen, wenn 100 Mäuse für die Forschung geopfert werden, aber bei 100 Schweinen oder gar 100 Affen auf die Barrikaden gehen.
    Das dürfte nicht nur ein Problem der Tierschützer sein. Mäuse sind nun mal konkurrenzlos billig, da sie wenig Platz und Futter brauchen und schnell geschlechtsreif werden. Mit Schweinen oder Affen wird das richtig teuer.
  2. #11

    RNA vs. DNA

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Die Erkenntnis mag für jene enttäuschend sein, die sich zuviel von Mäusen erwartet haben. Aber eigentlich ist sie trivial. Man kann die Maus nicht unkritisch mit dem Menschen vergleichen. Aber deshalb ist die Mausforschung für viele Bereiche nicht verzichtbar, denn am Menschen kann man nur sehr begrenzt forschen, man kann ihn nicht so schön in Scheiben schneiden. Die Forschung muss mit dem leben, was sie zur Verfügung hat. Wunschdenken ist noch weniger hilfreich als Mausmodelle, sprich, es gibt keine Alternative. Die Maus ist immer noch eine enge Verwandte des Menschen und Verwandte haben Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten. Man muss es halt kritisch erforschen und erkennen.
    Vielleicht wurde nur in der Vergangenheit ein zu hohes Augenmerk auf die DNA gelegt, und zu wenig auf dessen Ableseprozeß. Evolutionsbiologen wie Robert M Sapolsky haben darauf schon vor Jahren hingewiesen.
  3. #12

    Wie erstaunlich!

    Mäuse sind keine Menschen - und umgekehrt!Wer hätte das gedacht?
    Selbstverständlich geht es nicht darum, menschliche Krankheiten durch Untersuchung kranker Mäuse zu heilen, sondern der Mausversuch ist nur ein erster Schritt nach dem Zellkulturmodell, bei dem es vor allem darum geht, wie eine Wirksubstanz metabolisiert wird. Und ja, man muss sich sein Mausmodell sehr genau anschauen, wenn man aus den dort gewonnenen Ergebnissen auf den menschlichen Organismus schließen will, aber für einen gewissenhaften Forscher ist das SELBSTVERSTÄNDLICH!
  4. #13

    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    Vielleicht wurde nur in der Vergangenheit ein zu hohes Augenmerk auf die DNA gelegt, und zu wenig auf dessen Ableseprozeß.
    Das scheint mir plausibel, die Epigenetik und Genregulation ist erst in den letzten Jahren in den Fokus der Forschung geraten. Auch Affen würden noch Unterschiede zum Menschen aufweisen, insofern wäre dadurch vermutlich nicht allzuviel gewonnen, wenn man die Nachteile dagegen rechnet.
  5. #14

    komisch, dass das jetzt erst kommt

    als ich ein semester toxikologie hatte, wurde schon drauf hingewiesen, dass tierversuchsergebnisse sehr mangelhaft auf den menschen übertragbar sind.
    naja experten halt.
  6. #15

    komplettes Versagen von Tierversuchen

    Die Immunologie ist nicht der einzige Bereich, in dem Versuche an Mäusen keinen nutzbaren Erkenntnisgewinn bringen. In der Toxikologie liegt die Übertragbarkeit zwischen zwei Tierarten nur minimal über 50% (z.B. Hartung, 2009, Nature, PMID 19587762). Und wer sich die Zeit nimmt und etwas in den wissenschaftlichen Datenbanken stöbert, der wird schnell erkennen, dass ähnliche Probleme bei der Erforschung aller Krankheiten existieren. Die Tierversuche locken die Forscher von einer Sackgasse in die nächste, was zu einer immensen Verschendung von Zeit und Geld führt. Erfolgserlebnisse sind anekdotischer Natur, werden aber medial so ausgeschlachtet, als wären sie das Ergebnis einer intelligenten Forschung, was sich statistisch aber in keinster Weise bestätigen lässt.
  7. #16

    Und die Lehre daraus?

    1. dass man sein System genau kennen und seine Fragestellung verstehen muss; es gibt bestimmte Experimente die übertragbar sind und andere, die das nicht sind. Genexpressionsexperimente gehören da nicht dazu, zumal es da unzählige indirekte Effekte gibt.
    2. Der Artikel verallgemeinert unzulässig ein spezifisches Experiment zu einer spezifischen Frage für Mausversuche im Allgemeinen. Das ist Humbug. Solange man seine Fragestellung, die Biologie, und seine Methoden kennt, kann man durchaus übertragbare Experimente machen und zwar nicht nur mit Mäusen, sondern auch Hefen mit Menschen etc. vergleichen.