S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die Burnout-Partei

Die Erschöpfung ist das Gefühl unserer Zeit. Der digital verstärkte Kapitalismus der Gegenwart macht uns alle fertig - insofern ist die Piratenpartei die modernste, gegenwärtigste aller Parteien: Sie durchlebt stellvertretend für alle anderen, was eine digitale, soziale Daueröffentlichkeit bedeutet.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/s...-a-882781.html
  1. #1

    Gefühl

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Erschöpfung ist das Gefühl unserer Zeit. Der digital verstärkte Kapitalismus der Gegenwart macht uns alle fertig - insofern ist die Piratenpartei die modernste, gegenwärtigste aller Parteien: Sie durchlebt stellvertretend für alle anderen, was eine digitale, soziale Daueröffentlichkeit bedeutet.

    Sascha Lobo: Burnout ist ein politisches und technosoziales Problem - SPIEGEL ONLINE
    Seh ich anders! Die Die Piraten erleben jetzt real politik und nicht virtuelle wo man alles sagen kann und mit einem klick abstimmt. Wie sagt man im internet dazu 0100011011000111011
  2. #2

    Burnout

    Die Meinungsbildung in einer Partei kann nur von oben nach unten erfolgen, das ist zwar traurig aber wahr und hat seine Gründe: Das normale Mitglied kann und will sich nicht so in Sachthemen einarbeiten, dass eine basisdemokratische Mitabstimmung sinnvoll ist.
    Damit ist das zentrale Thema der Piraten entfallen.
    Selbstverständlich kommen noch weitere Punkte dazu:

    - Das Parteienrecht erlaubt eine Abstimmung über Parteirichtlinien nur über Parteitage. Internet-Abstimmung geht nicht. Und kann von den Piraten auch technisch nicht so ausgestattet werden, dass dies unanfechtbar wäre. Deshalb kann basisdemokratisch auf Parteitagen nur der abstimmen, der gerade Zeit, Lust und Geld hat zu kommen. Undemokratischer gehts nicht mehr.
    - Die Vorstellung der Piraten war, im Web alle Werke und alles Wissen der Menschheit kostenlos für jeden abrufbar zu machen. Das hat sich als Illusion herausgestellt. Eigene Vorschläge zum Leistungsschutzrecht stecken fest (seit Jahren).
    - Neue makroökonomische Vorstellungen sind von den Piraten nicht zu erwarten, da sind sie von Neoliberalen unterwandert.

    RIP kann man da nur sagen.
  3. #3

    Wir wissen nicht,

    was der freundliche Tankwart empfiehlt.
    Die Piratenpartei empfiehlt gegen Burnout ein bedingungsloses Grundeinkommen.
    Wirkt garantiert!
  4. #4

    Digital-Kapitalismus

    Digital-Kapitalismus ist ein schönes Wort, das den ganzen Wahnsinn der Verquickung der (von uns so gewählten) Unbarmherzigkeit eines allein auf Profitmaximierung ausgerichteten Systems mit der (naturgemäßen) Unbarmherzigkeit von Maschinenalgorithmen und Automatisierung durch Roboter und intelligente Software aufzeigt. Im Internet kommt es zur Götterdämmerung dieses Systems, aber die Frage ist nach wie unbeantwortet, ob wir die immer schneller fortschreitende Degradierung der Mehrheit der Menschen zum willenlosen Zahnrädchen im Getriebe aufhalten wollen, aufhalten können oder nicht?
  5. #5

    Totgesagte leben länger! - Piraten wählen.

    Für die Bundestagswahl müssen die Piraten in jedem Wahlkreis einen Kandidaten aufstellen und eine Zweitstimmen-Kampagne bei Protest- und Nichtwählern fahren: "Wählen gehen!"
    Hier in der Landtagswahl in Niedersachsen haben die Piraten viele Stimmen liegen lassen: "Rundfunk ist Ländersache!" - Die GEZ-Schnüffelei und der unsägliche Wechsel zur Haushaltsabgabe wurde nicht thematisiert. Zur BTW müssen Knallerthemen wie GEMA-Abzocke und Fehlentwicklungen beim Urheberrecht in die Diskussion. Zu Hauptthemen der Politik müssen die Piraten auch Stellung nehmen: "Arbeitsmarkt, Finanzen, Gesundheit&Familie, Aussen- und Verteidigungspolitik: In DIE Richtung denken wir!" - Z. B. "Die Verantwortung für Bildung muss weg von den Bundesländern hin zum Bund. Bessere Grobabstimmung mit EU-Ländern!"
  6. #6

    Verzerrte Wahrnehmung

    Die Berlin-zentrierte Presse reduziert die Piraten häufig auf den leider unharmonischen Vorstand und die schrägsten und twitter-lautesten der Berliner Piraten. Der tatsächliche Alltag der Piraten ist weitaus reifer, bürgerlicher und produktiver, als es in den Medien abgebildet wird.
  7. #7

    Zitat von Leberwurstpizza Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei empfiehlt gegen Burnout ein bedingungsloses Grundeinkommen.
    Wirkt garantiert!
    Stimmt, denn nachdem auf diese Weise das gesamte Volksvermögen durchgebracht und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft runiert ist, wird der kleine Pirat für Firmen arbeiten müssen, die chinesichen oder arabischen Staatsfonds gehören.
    Begriffe wie 35h-Woche, Urlaub, Feierabend, Karenztage, Tarifvertrag usw. werden dann nur noch ein Widerhall der Vergangenheit sein.
    Und den Begriff "Burn-out" wird es dann in der Tat auch nicht mehr geben...
  8. #8

    Dieser Text hätte iauf einem Kneipenklo hängen können

    Ich sehe die Piratenpartei als momentan profilloses Konstrkukt mit unglaublichen Potenzial eine Regierung zu bilden die wirklich demokratisch und nachhaltig handelt. Die Relevanz für unser Volk vielleicht sogar für viele andere Völker die unter unserem aktuellen System leiden, kann man hier garnicht überbewerten. Die Partei in diesem Kontext aufzugreifen und darzustellen unterstützt meiner Meinung nach die andauernde Gesellschaftslethargie und Volksverdummung. Bitte Herr Lobo nehmen Sie sich für inhaltsloses Geplänkel nächstes Mal doch bitte einen anderen Grundstoff, z.B die SPD oder die Grünen.
  9. #9

    Bedingungsloses Grundeinkommen - heute Utopie, bald schon alternativlos...

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Stimmt, denn nachdem auf diese Weise das gesamte Volksvermögen durchgebracht und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft runiert ist, wird der kleine Pirat für Firmen arbeiten müssen, die chinesichen oder arabischen Staatsfonds gehören.
    Begriffe wie 35h-Woche, Urlaub, Feierabend, Karenztage, Tarifvertrag usw. werden dann nur noch ein Widerhall der Vergangenheit sein.
    Und den Begriff "Burn-out" wird es dann in der Tat auch nicht mehr geben...
    Netter Versuch ;-) Das Bedingungslose Grundeinkommen mag heute noch illusorisch erscheinen, und wird es wahrscheinlich auch noch ein paar Jahre lang bleiben. Aber früher oder später wird das BGE *unausweichlich* werden - spätestens dann nämlich, wenn all das, womit heutzutage die meisten Menschen ihr Geld mittels klassischer Lohnarbeit verdienen - Supermarktkasse, Lokführer, Bus-/Taxifahrer, etc. pp. - durch Automaten, Maschinen, riesige automatisierte Systeme und künstliche Intelligenz erledigt wird.

    Schon in nicht mehr allzu ferner Zukunft wird es z.B. keine Autofahrer mehr brauchen, um Auto zu fahren. Da werden Millionen Lastwagenfahrer, Taxifahrer, Busfahrer, etc. pp. über Nacht arbeitslos. Mit einem Schlag! Und während ich hier noch gemütlich darüber schreibe, arbeitet Google genau daran - und zwar mit Hochdruck:

    Google-Auto: Kalifornien lässt fahrerlose Autos im Straßenverkehr zu - Technik & Motor - FAZ

    Sicherer ohne "menschliches Versagen": Fahrerloses Auto kommt in den Alltag - Mobil - Welt - Tagesspiegel

    Spätestens wenn diese und unzählige (!) ähnliche Innovationen Wirklichkeit werden und den Menschen als Arbeitskraft weitgehend überflüssig machen, stellt sich überhaupt nicht mehr die Frage, *OB* es nun ein BGE geben soll oder nicht - es wird es einfach geben MÜSSEN - oder NICHTS und NIEMAND wird mehr sein...